Suchmaschine für die persönliche Cloud:
Greplin integriert
Google Reader und Delicious

Greplin integriert zwei neue Dienste für seine persönliche Cloudsuchmaschine: Wer erfolgreich einen anderen Nutzer einlädt, kann fortan die eigenen RSS-Feeds im Google Reader sowie die gespeicherten Bookmarks bei Delicious indexieren.

Über Greplin, die US-Suchmaschine für persönliche Cloud-Dienste, hatten wir schon zweimal berichtet – zuletzt zu ihrem offiziellen Launch im Februar. Der Service aus San Francisco erlaubt es Nutzern, Konten bei populären Webangeboten über ein einheitliches Interface (oder ein Chrome-Erweiterung) zu durchsuchen.

Zu den unterstützten Services, die in der Gratisversion mit Greplin indexiert werden können, gehören Facebook, Twitter, Dropbox, Gmail, LinkedIn, Google Kalender, Google Docs sowie Google Contacts. Das kostenpflichtige Premiumangebot ermöglicht außerdem das Durchsuchen von Googles Apps, Evernote, Yammer, Salesforce, Highrise und Basecamp.

In meinem letzten Artikel zu Greplin beschrieb ich, wie es dem konzeptionell und funktionell eigentlich sehr ansprechenden Startup bisher nicht gelungen ist, Teil meiner regelmäßigen Webroutine zu werden. Zwar geschieht es häufiger, dass ich auf der Suche nach einer Information bin, die bei einem der erwähnten Services zu finden ist. Meist weiß ich aber, bei welchem, weshalb ich diesen fast aus Reflex direkt ansteuere.

Das Beste, was Greplin aus meiner Sicht tun kann, um die theoretische Attraktivität in eine praktisch wahrgenommene umzuwandeln, ist weitere Quellen hinzuzufügen und über möglichst viele Plattformen verfügbar sein. Mit einer in der Nacht lancierten Neuerung folgen die Kalifornier der erstgenannten Prämisse:

Ab sofort lassen sich mit dem Service auch das RSS-Tool Google Reader sowie der gerade von den YouTube-Gründern von Yahoo übernommene Social-Bookmarking-Dienst Delicious durchsuchen.

Der Google Reader ist das Herzstück meines Internetalltags, lässt aber meines Erachtens nach eine wirklich zufriedenstellend Suchefunktion vermissen. Hier kommt Greplins modernes Suchwerkzeug gerade recht, das blitzschnell reagiert und die Resultate bereits während der Eingabe des oder der Schlüsselwörter anzeigt.

Was für Contentobjekte Greplin im Reader berücksichtigt, ist mir noch nicht hundertprozentig klar: Indexiert wurden aus meinem Konto momentan knapp 12.000 43.000 Objekte (der Prozess ist noch nicht abgeschlossen), was die Vermutung nahelegt, dass alle Beiträge aus allen abonnierten Feeds und dies zumindest aus den vergangenen Wochen/Monaten inbegriffen sind.

User von Delicious können mit Hilfe von Greplin alle ihre jemals gebookmarkten Websites finden (ich verwende Delicious nicht, weshalb ich dieses Feature nicht testen konnte).

Weil es sich gerade beim Google Reader und bei Delicious um einschlägige Tools von “Heavy Usern” handelt, und die darüber indexierten Daten bei vielen das bisherige Speicherlimit von 500 MByte in der kostenfreien Greplin-Version sprengen würden, hat das US-Startup parallel für alle Accounts das Speicherlimit auf zehn Gbyte erhöht – was im Prinzip unbegrenztes Speichervolumen bedeutet. Die Differenzierung zwischen dem Gratis- und Bezahlpaket findet nunmehr nur noch über die Option zur Verknüpfung mit zusätzlichen Cloudangeboten statt.

Einen Haken gibt es allerdings doch: Denn um als Gratisuser den Google Reader bzw. Delicious aktivieren zu können, muss laut Blogeintrag zuvor erfolgreich ein anderer Nutzer zu Greplin eingeladen werden – ein aus Sicht des Unternehmens smarter Schritt, der die Viralität der persönlichen Suchmaschine kräftig erhöhen dürfte.

Bei mir jedoch funktionierte die Aktivierung des Google Reader direkt. Entweder handelt es sich um einen Bug, eine kleine Aufmerksamkeit für frühe Beta-Tester, oder ich habe in der Vergangenheit Anwender zu Greplin eingeladen, ohne mich daran erinnern zu können. Probiert es aus, vielleicht klappt es bei euch auch, ohne dass ihr erst bei Freunden oder Bekannten für Greplin Werbung machen müsst.

Site: Greplin

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5 Kommentare

  1. Andreas Renggli
    schrieb am 9. Mai 2011 um 08:50 Uhr (#)

    Habe Greplin gerade ausprobiert und stehe an. Erstens: Funktioniert mit Firefox 4.0.1 auf Mac nicht richtig. Zweitens: Obwohl ich einen Kredit gekriegt habt, weil ich einen Freund eingeladen habe und der auch eine Quelle hinzugefügt hat, kann ich Google Reader nicht hinzufügen. Es kommt ständig die Meldung, diese Quelle sei Premiumkunden vorbehalten. Schade.

  2. Tanja Handl
    schrieb am 9. Mai 2011 um 10:03 Uhr (#)

    Klingt ganz interessant – aber noch ist mein Alerts-Konto zum Glück so übersichtlich, dass ich wohl noch ohne Greplin auskomme. Ich finde Yahoo Pipes zum Vorfiltern praktisch, das erspart mir einiges an uninteressanten Beiträgen. Und Kunden werben muss ich dort auch nicht. :) Aber vielleicht probiere ich’s mal aus, wenn erste Erfolgsberichte kommen.

    Liebe Grüße, Tanja

  3. ludwig
    schrieb am 9. Mai 2011 um 10:55 Uhr (#)

    auch gerade ausprobiert, weil das Konzept schon interessant klingt.

    mir geht es wie Andreas: im FF (PC) sind 3 der 4 settings-tabs nicht klickbar. bzw. wenn klickbar erscheint eine Fehlermeldung.

    auch das man zur settings-page nur kommt, wenn man manuell /settings an die URL hängt finde ich etwas merkwürdig.

    schade, erster eindruck: nicht ausgereift. ob so jemand, der nichtmal das frontend ordentlich hinkriegt, meine Daten& Logins sicher handeln kann??

  4. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 9. Mai 2011 um 11:45 Uhr (#)

    Evtl ein Browser-spezifisches Problem. Mit Chrome klappt’s ganz gut.

    1. ludwig
      schrieb am 9. Mai 2011 um 13:01 Uhr (#)

      nee, im chrome sagt er zB bei Gmail:
      “The index you tried to add is a Premium index. You’ll need to upgrade to access it.”
      oder wahlweise:
      Sorry!
      An error occurred.
      We’ve been notified about the error and are actively trying to resolve it. Would you mind letting us know more about what went wrong? (You can always email us if you’d like to instead)

      nicht so toll…

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