Starmind:
Für alle, die Quora auf
Deutsch nutzen wollen

Starmind ist eine Frage-Antwort-Plattform, die ähnlich wie Quora hohe Ansprüche an ihre Mitglieder stellt. Anders als der US-Dienst richtet sich das Angebot des Startups aus der Nähe von Zürich auch an deutschsprachige Nutzer.

Als zum Jahreswechsel die Frage-Antwort-Community Quora plötzlich in aller Munde war und auch von wissbegierigen Nutzern aus dem deutschsprachigen Raum entdeckt wurde, mischte sich in die allgemeine Begeisterung auch Kritik über die Tatsache, dass man bei der US-Plattform nur auf Englisch antworten darf. Für alle, die dies als Hindernis und unerfreuliche Einschränkung ansehen, gibt es mit Starmind eine Alternative.

Der in Meilen nahe Zürich angesiedelte Dienst existiert zwar schon seit zwei Jahren, hat aber jüngst seine Funktionalität justiert und sich damit deutlich stärker dem Grundkonzept von Quora angenähert: Eine Community kompetenter Menschen, die Fragen stellen und beantworten – primär auf Deutsch (englischer Content wird aber auch akzeptiert).

Ähnlich wie Quora setzt die von Marc Vontobel und Pascal Kaufmann am Institut für Informatik der Universität Zürich entwickelte Plattform auf das Prinzip der Geschlossenheit zur Sicherstellung einer höchstmöglichen Qualität, was auch das grundlegende Unterscheidungsmerkmal zu zahlreichen anderen Frage-Antwort-Diensten darstellt: Starmind kann nur aktiv nutzen, wer eine Einladung besitzt. Diese erhalten existierende Mitglieder erst, nachdem sie ein bestimmtes Aktivitätslevel erreicht haben.

Weitere Parallelen zu Quora finden sich in der Möglichkeit zum Bewerten von Antworten durch einen “Upvote” oder “Downvote” sowie darin, dass der Fokus tendenziell auf akademischen Themengebieten liegt und weniger auf Alltagsbanalitäten.

Im Gegensatz zu Quora verzichtet Starmind auf ein komplexes Follower-Prinzip. Allerdings können einzelne Themenfelder abonniert werden. Zudem lassen sich auch alle neuen, die am besten bewerteten, am meisten gesehenen oder ganz einfach alle unbeantworteten Fragen anzeigen. Auch eine Navigation über Themengebiete, von Internet über Philosophie bis Biologie, ist möglich. Bei Starmind veröffentlichte Inhalte sind (bis auf spezifische Ausnahmen) auch für Nicht-Mitglieder zugänglich (z.B. hier).

Für die Aktivität auf der Site erhalten Anwender Punkte. Je mehr sie davon einsammeln, desto höher klettern sie auf der internen Starmind-Karriereleiter. Jedes neu registrierte Mitglied beginnt als Trainee und kann von da nach dem Durchlaufen von sechs weiteren Positionen schließlich zum “Partner” werden. 120.000 Punkte sind dafür erforderlich. Eine Bestenliste gibt einen Überblick über die renommiertesten Starmind-Benutzer.

Durch das Erreichen einer neuen Stufe in der Starmind-Hierarchie erhalten User zusätzliche Rechte. Um Freunde zu dem Dienst einladen zu können, muss man beispielsweise den Assistenten-Status besitzen. Auch das Up- und Downvoten ist erst ab dieser Position möglich, weshalb frischen Mitgliedern lediglich das Stellen oder Beantworten von Fragen übrig bleibt.

Wer das Know-how der Starmind-Gemeinde nutzen will, kann entweder eine kostenfreie Community-Frage oder eine so genannte Management-Frage veröffentlichen. Letztere kostet mindestens fünf Euro und erlaubt die Beschränkung der Antwortgeber auf den Status des “Junior Manager” oder höher, beinhaltet einen Bewerbungsmechanismus für Antwortgeber und fördert private Antworten zu Tage. Die Motivation anderer User, sich an der Lösungsfindung bei Management-Fragen zu beteiligen: Sie können mit qualitativen Antworten selbst Geld verdienen.

Starmind ist nett gestaltet und auch von der Benutzerführung gut gemacht. Auch scheint bereits ein harter Kern an Stammnutzern zu existieren, was für neue User den Anreiz erhöht, sich auch zu beteiligen (nichts ist schlimmer, als sich in einer virtuellen Geisterstadt aufzuhalten).

Der stark hierarchisch geprägte Ansatz ist Geschmackssache. Mir gefällt das demokratische Prinzip von Quora besser, bei dem es keine “Bessergestellten” mit entsprechenden Privilegien gibt. Andererseits qualifiziert gerade der andersartige Ansatz Starmind als ernstzunehmende, alternative Frage-Antwort-Plattform, die mehr ist als lediglich “Quora auf Deutsch”.

Um euch bei Starmind registrieren zu können, benötigt ihr wie erwähnt eine Einladung. Entweder hinterlasst ihr auf starmind.com/de eure E-Mail-Adresse, um eines Tages eine Einladung zu erhalten, oder ihr nutzt diesen Kampagnenlink, der eine Registrierung über euer Facebook-Konto erfordert und derzeit offenbar ohne Begrenzungen funktioniert.

Update: Starmind stellt uns/euch freundlicherweise 20 Einladungen zur Verfügung:

Login: https://www.starmind.com/de/signup/key
Code: 3D88 8DB1 C053

via twitter.com/sprain

Mehr lesen

Wissensplattform: Quora verlässt das  Tal der Ernüchterung

16.5.2012, 0 KommentareWissensplattform:
Quora verlässt das Tal der Ernüchterung

Auf den Hype folgte die Ernüchterung - da war auch die Frage-Antwort- und Wissensplattform Quora keine Ausnahme. Doch die Besucherzahlen steigen wieder. Und frisches Kapital soll die langfristige Orientierung der Kalifornier manifestieren.

Wissensplattform: Google+ und der Quora-Moment

28.7.2011, 8 KommentareWissensplattform:
Google+ und der Quora-Moment

Google+ präsentiert sich als echtes Multitalent mit vielen möglichen Einsatzgebieten. Ein aktueller Beitrag erinnert stark an die Frage-Antwort-Community Quora und hebt die Tauglichkeit des Google-Dienstes als Wissensplattform hervor.

Feature mit Potenzial: Bloggen mit Quora

11.1.2011, 12 KommentareFeature mit Potenzial:
Bloggen mit Quora

Quora hat mehr zu bieten als Fragen und Antworten. Der Dienst kann auch als simples, das soziale Netzwerk integrierende Blogwerkzeug eingesetzt werden.

Wissensplattform: Quora verlässt das  Tal der Ernüchterung

16.5.2012, 0 KommentareWissensplattform:
Quora verlässt das Tal der Ernüchterung

Auf den Hype folgte die Ernüchterung - da war auch die Frage-Antwort- und Wissensplattform Quora keine Ausnahme. Doch die Besucherzahlen steigen wieder. Und frisches Kapital soll die langfristige Orientierung der Kalifornier manifestieren.

Linkwertig: Firefox, Buffer, Android, Quora

22.12.2011, 0 KommentareLinkwertig:
Firefox, Buffer, Android, Quora

Mozilla und Google haben ihre Partnerschaft um drei weitere Jahre verlängert, Finanzierungsrunde für Buffer und mehr.

Berliner Hype-Startup: Ein erster Blick auf Amen

26.8.2011, 34 KommentareBerliner Hype-Startup:
Ein erster Blick auf Amen

Das Berliner Startup Amen sorgte mit vollmundigen Versprechen für Aufsehen. Er hat die Voraussetzungen, um ein internationaler Hit zu werden.

11 Kommentare

  1. Tanja Handl
    schrieb am 6. Mai 2011 um 09:18 Uhr (#)

    Schön zu hören – danke für den Kampagnenlink, werd ich gleich mal ausprobieren.

  2. tm78654
    schrieb am 6. Mai 2011 um 10:10 Uhr (#)

    Schade dass ihr keine invitecodes habt für die Nicht-Facebook-Nutzer habt :( Bin sehr an dem Dienst interessiert.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 6. Mai 2011 um 10:12 Uhr (#)

      Ja hab heute früh diesbzgl angefragt. Ggf also später an dieser Stelle! (in diesem Fall sehe ich dann deinen Kommentar als Interesse, sprich du erhälst dann einen).

    2. Cpt. Future
      schrieb am 6. Mai 2011 um 11:53 Uhr (#)

      Hier habe ich 20 Einladungen zu starmind:

      Login: https://www.starmind.com/de/signup/key
      Code: 3D88 8DB1 C053

      würde mich freuen, möglichst gute und kreative Denker einzuladen. Lieber Gruss, Cpt.

    3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 6. Mai 2011 um 11:56 Uhr (#)

      Cool, danke!

    4. tm78654
      schrieb am 6. Mai 2011 um 12:03 Uhr (#)

      Klasse, hat funktioniert. Vielen Dank.

  3. tm78654
    schrieb am 6. Mai 2011 um 10:57 Uhr (#)

    “Der stark hierarchisch geprägte Ansatz ist Geschmackssache.”

    Auch wenn man den Ansatz nicht mag, sollte man ihn nicht unterschätzen. Wenn man in der Hierarchie durch Aktivität aufsteigen kann, ist dies für viele Nutzer eine große Motivation.

    Punktzahl, Highscores, Ränge, Abzeichen, mehr Zugriffsrechte bei anhaltender Beteiligung, Abgrenzung zu den Neuen, usw. erinnert stark an Computerspiele, die die Spieler auf ähnliche Weise bei der Stange halten. Communityforen bedienen sich ebenfalls häufig dem Konzept. Gut das es keine public Community ist, sonst würde das wahrscheinlich nach hinten losgehen und der Qualität eher schaden anstatt der Quantität zu nutzen.

    Bei Starmind scheint das beim ersten Blick von Draußen gut umgesetzt zu sein. Sprain schreibt es ja schon in seinem Tweet, dass er mehr noch mehr(!) credits braucht :)

  4. sprain
    schrieb am 6. Mai 2011 um 13:01 Uhr (#)

    Starmind scheint eine Mischung aus Quora und dem Punkteprinzip von StackExchange und Co. sein zu wollen – und hat dies noch erweitert.

    Dies ist ein spannender Ansatz, hat aber Tücken. Das Problem ist, dass ich gar keine Fragen aus meinem Spezialgebiet beantworten kann, da ich dafür noch zu wenig Punkte habe. Also muss ich die paar Fragen, die für jedermann frei sind beantworten, auch wenn ich dort gar nicht Experte bin. Da ist die Gefahr gross, dass ich dann nicht so tolle Antworten geben kann, abgewertet werde und nie wirklich loslegen kann.

    Ich geb Starmind vorläufig mal eine Chance. Aber ich seh die Hürde, den entsprechenden Status zu erreichen, um wirklich sinnvoll mitmachen zu können, als zu gross.

    Oder ich versteh das Konzept nicht. Das wär dann ein anderes Problem, welches zu lösen wäre :)

    1. Cpt. Future
      schrieb am 6. Mai 2011 um 13:50 Uhr (#)

      Hey Sprain, es gibt 2 Möglichkeiten, auch direkt als Senior einzusteigen bei Starmind:
      a.) Bewerbe Dich als Talent und zeige, was Du kannst. Zb mit einem Link auf Deine Website, Deine eigene Firma oder schicke ein Diplom an Starmind.
      b.) Du gehörst zu einer Alumni Organisation oder Universität:

      -> https://www.starmind.com/en/signup
      und sonst zeigst du was du drauf hast, indem du dein Interessensgebiet abonnierst und nur dann Fragen löst, wenn diese aus deinem Expertengebiet sind.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 6. Mai 2011 um 13:18 Uhr (#)

    @ tm78654

    Ja das war auch eher philosophisch gemeint. Generell glaube ich, unsere Gesellschaft benötigt weniger Hierachie, nicht mehr (weshalb ich entsprechend bei Onlinediensten den bevorzuge, der auf weniger Hiearchie setzt).

  6. David Schuller
    schrieb am 30. August 2011 um 17:28 Uhr (#)

    dieser Artikel ist zwar schon ein paar Tage her, aber da ich erst jetzt darüber (und über starmind) gestoßen bin, wollte ich mich für den Einladungscode bedanken :))!

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.