Webwirtschaft in D-A-CH:
Jeder vierte Internetdienst
kommt aus Berlin

Von den 100 Startups und Webangeboten, die seit Sommer 2010 ausführlicher Gegenstand unserer Berichterstattung waren, hat ein knappes Viertel ihren Sitz in Berlin. Internet-Hotspots sind demnach auch Hamburg, München, Zürich, Köln und Wien.

Heute früh kam mir der spontane Gedanke, festzuhalten, aus welchen Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz die zuletzt von uns vorgestellten 100 Webdienste kommen. Und ja, eigentlich wollte ich auf diesem Weg hauptsächlich herausfinden, welche Dominanz das derzeit allerorts gelobte und angepriesene Berlin tatsächlich in der hiesigen Startup- und Internetwelt hat. Gesagt, getan!

Es folgt ein Ranking der Orte, in denen die 100 von uns zuletzt in ausführlichen oder kompakten Berichten erwähnten Tech-Startups und Onlineservices ihren Sitz bzw. ihre signifikante Präsenz haben. In den meisten Fällen habe ich mich am Impressum orientiert (danke Telemediengesetz), bei einigen wenigen Anbietern wich ich auf andere Informationsquellen aus.

Hinweise zur Aussagekraft des Rankings sowie eine Liste der 100 Onlineservices findet ihr weiter unten!

Die Startup- und Internet-Metropolen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
(In Klammern die Anzahl der aus der Stichprobe dort präsenten Dienste)

Berlin (24)
Hamburg (14)
München (8)
Zürich (CH) (6)
Köln (5)
Wien (AT) (4)
Leipzig (3)
Frankfurt/Main (2)
Wiesbaden (2)
Linz (AT) (2)
Bremen (2)
Stuttgart (2)
Potsdam (2)
Mainz (1)
Werl (1)
Witten (1)
Kulmbach (1)
Heidelberg (1)
Gütersloh (1)
Aachen (1)
Garching (1)
Düsseldorf (1)
Ludwigshafen (1)
Erpel (1)
Altenbeken (1)
Feldkirch (AT) (1)
Heilsbronn (1)
Weinheim (1)
Würzburg (1)
Langenau (1)
Langen (1)
Essen (1)
Idstein (1)
St. Augustin (1)
Mittenwalde (1)
Bonn (1)
Pfäffikon (CH) (1)

Was ohnehin schon jeder wusste, wird nun nochmals deutlich: Berlin ist das Herz der Webwirtschaft im deutschsprachigen Raum, gefolgt von den anderen zwei deutschen Millionenstädten Hamburg und München. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl verdient Hamburg zumindest nach dieser Rangliste sogar den Titel der Internethauptstadt.

In der Schweiz konzentriert sich die digitale Branche auf Zürich, was keinen Schweizer verwundern dürfte. In Österreich scheint neben der Hauptstadt Wien auch Linz noch eine wichtige Rolle im Onlinegeschäft zu spielen.

Einige Worte zur Aussagekraft
Natürlich ist das Rangliste in keiner Weise repräsentativ. Zum einen ist die Stichprobe zu klein – besser wäre der Blick auf 500 oder 1000 Services gewesen, wobei wir damit momentan noch nicht dienen können – zum anderen basiert das Ranking auf unserer subjektiven Themenauswahl.

Man könnte also argumentieren, dass die Statistik zwar für frisch gegründete, innovative, disruptive Dienste mit Konsumentenfokus Gültigkeit hat (denn da liegt unserer Themenschwerpunkt), aber nicht für B2B-Startups und -Webunternehmen, Onlinehändler oder andere Sektoren der digitalen Welt.

Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass diese Liste eine ungefähre Vorstellung darüber vermittelt, wo sich im Jahr 2011 im deutschsprachigen Raum die Webbranche die Klinke in die Hand gibt. Sollte sich der anhaltende Berlin-Hype fortsetzen, könnte der Anteil der Hauptstadt-Dienste in den kommenden Jahr sogar noch wachsen.

Die 100 Startups und Dienste
Es folgt die Liste der 100 für das Ranking betrachteten Startups und Dienste. Dabei handelt es sich ganz einfach um die 100 Angebote, über die wir seit Sommer 2010 ausführlicher berichtet haben. Dies beinhaltet nicht Kandidaten aus unserer Rubrik “Samstag App Fieber”, aus dem einfachen Grund, weil die dort vorgestellten Tools mitunter Hobby-Projekt sind und nicht immer einen offiziellen “Sitz” haben.

Wichtig: Die Liste erhebt damit keinerlei Anspruch, eine vollständige Aufzählung der im deutschsprachigen Raum existierenden Onlineservices darzustellen. Davon gibt es erheblich mehr!

9flats (Hamburg)
aka-aki/LiftLoft (Berlin)
amiando (München)
Audiotool (Köln)
Aupeo (Berlin)
Babbel (Berlin)
Babelyou (Leipzig)
bab.la (Hamburg)
barcoo (Berlin)
BookRix (München)
BooksAround (Gütersloh)
brandslisten (Hamburg)
Clickworker (Essen)
cloudControl (Potsdam)
CoboCards (Aachen)
Content Fleet (Hamburg
cooledeals, jetzt QypeDeals (München)
coopio (Langen)
COUPIES (Köln)
cuisini (Heidelberg)
Diagnosia (Wien)
DocsInOffice.com (Würzburg)
Doodle (Zürich)
dailyplaces (Frankfurt/Main)
evenito (Potsdam)
Finderia (München)
Fiverdeal (Erpel)
flinc (Ludwigshafen)
frents (Berlin)
FriendCaller (Werl)
friendfund (Berlin)
Friendsurance (Berlin)
friendticker (Berlin)
Fyesta (Berlin)
Gbanga (Zürich)
glamya (Langenau)
gigalo (Hamburg)
graph.me (München)
Hookidoo (Köln)
Hotelsnapper (München)
ihood (Idstein)
Jimdo (Hamburg)
Jumio (Linz)
kaufDa (Berlin)
loca.li (Wiesbaden)
loftville (Hamburg)
lookji (Leipzig)
Loved.by (Hamburg)
LovelyBooks (Stuttgart)
Loverty (Berlin)
meinpraktikum.de (Witten)
Memonic (Zürich)
Mister Wong (Bremen)
mufin (Berlin)
myTaxi (Hamburg)
MyTweetMag (Hamburg)
Nachbarschaftsauto (Berlin)
NameRobot (München)
Newsgrape (Wien)
Newshype (Mainz)
NeuroNation (Berlin)
PackageCloud (Heilsbronn)
palabea (Berlin)
PaperC (Leipzig)
placeboard (Berlin)
plazaa (St. Augustin)
Pile (Feldkirch, Österreich)
produki (Bonn)
Qype (Hamburg)
RABEES (Altenbeken)
ResearchGATE (Berlin)
runtastic (Linz)
restorm.com (Zürich)
Sellaround.net (Stuttgart)
simfy (Köln)
sipgate one (Düsseldorf)
Songpier (Garching)
SoundCloud (Berlin)
Spread.ly, ehemals Yiid (Weinheim)
StepMap (Berlin)
Taxicaller (Hamburg)
the Chicken (Berlin)
Townster (Berlin)
tunesBag (Wien)
TxtBear (Pfäffikon, CH)
TwentyFeet (Wiesbaden)
UJAM (Bremen)
VZ-Netzwerke (Berlin)
Wappwolf (Wien)
waydoo (Kulmbach)
wer-kennt-wen.de (Köln)
Whapee (Mittenwalde)
WOIZZER (Hamburg)
wooga (Berlin)
Wuala (Zürich)
Wunderlist (Berlin)
Xing (Hamburg)
Yasni (Frankfurt/Main)
Zattoo (Zürich)
ZebraMobil (München)

Update:

StepMap hat die führenden Städte kurzerhand in einer Karte visualisiert:

Die Top 10 Städte (D-A-CH) der Webwirtschaft
Die Top 10 Städte (D-A-CH) der Webwirtschaft

StepMap  

Die Top 10 Städte (D-A-CH) der Webwirtschaft

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(Foto: stock.xchng)

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13 Kommentare

  1. Daniel Jakubowski
    schrieb am 28. April 2011 um 14:30 Uhr (#)

    Am schönsten ist der Satz “Im Verhältnis zur Einwohnerzahl verdient Hamburg zumindest nach dieser Rangliste sogar den Titel der Internethauptstadt.”

    Das freut den Hamburger – auch wenn er es schon wusste :-)
    Siehe hier: http://www.e-commerce-hamburg.de

    Schönen Gruß aus dem kühlen Norden

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 28. April 2011 um 14:42 Uhr (#)

      Wer weiß wie lange das noch so bleibt ;)

  2. Ibrahim Evsan
    schrieb am 28. April 2011 um 14:32 Uhr (#)

    Haben die sevenload und fliplife vergessen?

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 28. April 2011 um 14:37 Uhr (#)

      Nope.

      Zitat aus dem Artikel

      Dabei handelt es sich ganz einfach um die 100 Angebote, über die wir seit Sommer 2010 ausführlicher berichtet haben

  3. Michael
    schrieb am 28. April 2011 um 22:02 Uhr (#)

    @Martin

    “Natürlich ist das Rangliste in keiner Weise repräsentativ. Zum einen ist die Stichprobe zu klein – besser wäre der Blick auf 500 oder 1000 Services gewesen, wobei wir damit momentan noch nicht dienen können – zum anderen basiert das Ranking auf unserer subjektiven Themenauswahl.”

    Vorschlag: Was sagst Du dazu?

    Leg doch auf Google Docs ein Formular an. Definiere die Kriterien (Ort, Unternehmensziel in 140 Zeichen :=), usw.) und poste den Link zum Formular und zur eigentlichen Tabelle (nur ansehen) einfach unter jeden Beitrag. Auf diese Weise sollte in kurzer Zeit eine nahezu vollständige Liste entstehen. Die mehrfach Nennungen konsolidiert Du.

    mmh, ich fände das cool :=)

    Grüße

  4. Ole Begemann
    schrieb am 28. April 2011 um 23:57 Uhr (#)

    “Im Verhältnis zur Einwohnerzahl verdient Hamburg zumindest nach dieser Rangliste sogar den Titel der Internethauptstadt.”

    Falsch! Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist nach dieser Rangliste eindeutig Erpel die deutsche Interhaupt”stadt”. Mit einem Startup je 2574 Einwohner (Quelle: Wikipedia) ist die Startupdichte dort etwa 50 mal so hoch wie in Hamburg.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 29. April 2011 um 10:06 Uhr (#)

    @ Michael
    Ich tue mich so schwer mit der Definition der Kritierien.

    Ich finde, eine Liste mit 500 oder 1000 Diensten bringt nichts, wenn sich dort jeder Betreiber von irgendwelchen sinnlosen, mit Werbung zugepflasterten Portalen eintragen kann (was geschehen würde – denn am Ende ist das Interesse, auf so einer Liste dabei zu sein, erfahrungsgemäß bei denjenigen am größten, die eigentlich nicht auf diese gehören ;) Während die, die eigentlich vertreten sein müssten, Wichtigeres zu tun haben, als sich selbst einzutragen)

    @ Ole Begemann
    Ja es scheint, als wird hier gerade Geschichte neu definiert.

  6. maik
    schrieb am 29. April 2011 um 13:55 Uhr (#)

    Auch wenn das so stimmen kann, so muss man leider feststellen, das die Startup-Szene hier in Berlin kaum noch Drive hat. Aus den lustigen Internetbuden sind in den vergangenen 2 Jahren ziemlich steife, fast spiessige Unternehmchen geworden. Wer online Spass haben will, meidet Startups und nimmt ein paar Jahre Auszeit in der Werbung.

    Ich weiss nicht wirklich, was diese Entwicklung ausgelöst hat, aber diese verkrampfte Ernsthaftigkeit, mit der der Mitzwanziger-Gründer im Oberholz über seinen Reportings brühtet … kein schöner Anblick.

    Das kreative Umfeld von vor 2-3 Jahren ist nahezu vollständig verschwunden – “Verticals, baby!”

    Vielleicht ist das ja inzwischen überall so, vom Gefühl her würde ich derzeit Hamburg den anderen Standorten vorziehen.

  7. Michael
    schrieb am 29. April 2011 um 15:50 Uhr (#)

    Okay, dann muss die Frage anders lauten :=)

    Welche Dienste nutzt Ihr jeden Tag?

    Link zum Formular ==> Du definierst den Grundstamm an Diensten. Fehlt ein Service ==> Optionsfeld mit Textbox ins Formular einbetten. Von Zeit zu Zeit gruppierst Du über die Tabelle und fügst diese dem Formular hinzu. Auf diese Weise könnte eine relevante Liste entstehen.

    Bleibt immer noch die Problematik, wenn ein Nutzer das Formular immer und immer wieder ausfüllt. Aber wahrscheinlich müsste man an dieser Stelle ein eigenes Formular programmieren, damit man die IP-Adresse mit aufnimmt.

    Zu dieser Liste legt man jeweils einen Beitrag mit Kriterien an. Diese Beiträge müsste man in einem Wiki bearbeiten können. Als Nutzer schau ich mir dann den Eintrag zum Service xyz an, und, wenn ich was weiß vervollständige selbigen. Nur so bleibt die ganze Sache nachvollziehbar.

    Mögliche Kriterien für das 2-te Formular:

    Webseite (selbstverständlich)
    Unternehmensziel
    anvisierte ZG (alle Nutzertypen: digitaler Außenseiter bis Trendnutzer)
    Anzahl Nutzer im Zeitablauf
    Themen-Schwerpunkt
    • Flirt und Liebe
    • Business
    • Party
    • Musik
    • Sport
    • Film und Foto
    • Urlaub und Reisen
    • Beruf
    • Bildung
    • Computer und Software
    • Essen und Trinken
    • Business
    • Auto und Motor
    • Familie und Kinder
    • Gesundheit
    • Tiere
    • Wissenschaft
    • Religion
    • Haus und Garten
    • Sonstige

    Zielmarkt (DACH-Länder, Europa, USA, Weltweilt)
    Gegründet am
    Anzahl der Mitarbeiter
    Ort

    da gibt es bestimmt noch was

    Grüße

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 29. April 2011 um 16:01 Uhr (#)

      Angesichts deines Engagements hier glaube ich, dass du Blogger werden solltest. Sofern du das nicht schon bist ;)

      Danke für die Inspirations. Die Frage ist: Was will man mit dem Ergebnis anstellen? Welchen Nutzen zieht man daraus?

      P.S. unsere Aktion “Webanwendung des Jahres” geht fast ein wenig in die Richtung, wenn auch “Filter” eingebaut wurden.

      http://netzwertig.com/201…e-webanwendung-2010/

    2. Michael
      schrieb am 29. April 2011 um 16:29 Uhr (#)

      @Martin

      Der Nutzer behält den Überblick über die Web-Dienste (gerade für angehende Gründer eine schwierige Sache). Netzwertig hat ein direktes Ohr am Markt – neue Inspirationen für neue Artikel. Ganz nebenbei, bindest du die Nutzer aktiv ein. Motto: jeder – kann keiner muss!

      Bin kein Blogger, hab auch nicht vor einer zu werden.

      Ich arbeite an einer neuen Plattform. Die Kernfunktionalität läuft demnächst.

      Grüße

  8. Umut Deniz
    schrieb am 3. Mai 2011 um 09:40 Uhr (#)

    Interessant zu wissen wäre auch, welche dieser Dienste umgezogen sind. Soundcloud zum Beispiel ist mittlerweile ein Berliner Startup, das in Stockholm gestartet hat.

    Ebenso wer-kennt-wen damals: Start in Koblenz, einer kleinen Stadt die mit Online und Medien nicht viel am Hut hat, später dann der Umzug nach Köln (klar, mit RTL verbunden).

    Viele Startups wollen nach Berlin, oder gar sofort dort starten. Ich denke Berlin ist auch für deutsche Startups eine ganz gute Heimat, doch wenn man “nebenbei” etwas startet, schwierig, wenn man nicht gerade in Berlin ansässig ist. :)

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 3. Mai 2011 um 09:46 Uhr (#)

      SoundCloud wurde zwar von zwei Schweden gegründet, aber von Beginn an in Berlin.

      http://netzwertig.com/201…-man-viel-disziplin/

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