Gbanga:
Das erste Spiel mit offener API

Das Zürcher Startup Gbanga bietet seit neuestem eine API für sein mobiles Social Game. Laut eigener Aussage ist es das erste Spiel mit offener Schnittstelle überhaupt.

Offene Schnittstellen (APIs) sind die Gelenke des Webs. Sie erlauben es Programmierern und Onlinediensten, Neuentwicklungen auf Basis bestehender Services zu erschaffen und dadurch deren ursprüngliche Funktionalität zu erweitern und zu verbessern. Während APIs im US-Onlinemarkt deutlich mehr Aufmerksamkeit erhalten als in Europa, setzen auch eine ganze Reihe von Startups und Webservices aus dem deutschsprachigen Raum auf offene Schnittstellen.

Zu unserer im März mit eurer Hilfe zusammengestellten Liste können wir jetzt mit Gbanga einen weiteren Anbieter hinzufügen. Die gerade veröffentlichte API des Zürcher Startups ist dabei etwas Besonderes: Laut Unternehmensangaben handelt es sich bei ihr um die erste offene Schnittstelle eines Onlinespiels überhaupt.

Gbanga ist ein ortsbasiertes Social Game für iPhone, iPad sowie java-fähige Smartphones, bei dem mobiles Gaming in einen Zusammenhang mit dem aktuellen Aufenthaltsort der Nutzer gebracht wird. User erledigen Aufgaben, sammeln Gegenstände, wetteifern um virtuelle Punkte und treffen auf andere Gbanga-Spieler.

Mit der API, die beim heute und morgen in Amsterdam stattfindenden TNW Hackathon erstmals im großen Stil zum Einsatz gebracht werden soll, öffnet sich Gbanga nun für Drittanbieter und Programmierer, die das Spiel auf vielfältige Weise erweitern möchten.

Die Schnittstellen ermöglicht es externen Anwendungen, Elemente und Gegenstände innerhalb von Gbanga zu modifizieren, Interaktionen zwischen Gbanga-Usern einzuleiten, Belohnungen auszuloben, den Location-Kontext zu erweitern oder Geofencing-Funktionalität zu aktivieren.

Gbanga-CEO Matthias Sala sieht zahlreiche mögliche Praxisbeispiele für den Einsatz der API. So könnten Entwickler zusätzliche “Sidequests”, also Aufgaben schaffen, eine HTML5-Version des Spiels entwickeln oder Mashups mit anderen Location Based Services wie foursquare oder Gowalla bauen.

Gbanga erhofft sich von der Bereitstellung einer offenen API zusätzliche Bekanntheit und Aufmerksamkeit – immerhin profitieren die Zürcher von jeder Integration mit Anwendungen von Drittanbietern, wodurch sich die potenzielle Zahl neuer Gamer erhöht.

Apropos Zahlen: Konkrete Ziffern zum Wachstum gibt das Startup zwar nicht bekannt, aber Gbanga-Chef Sala erklärt, dass die Nutzerzahlen seit April 2010 wöchentlich um fünf bis zehn Prozent ansteigen.

Geld verdienen will Gbanga mit maßgeschneiderten, in das Spiel integrierten Marketinglösungen für Unternehmen.

Link: Gbanga

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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