Cardcloud:
Die Tage der Visitenkarte sind gezählt

Der holländische Dienst Cardcloud will es Personen ermöglichen, ihre Papier-Visitenkarten zu Hause zu lassen. Der dafür gewählte Weg wirkt äußerst simpel – und könnte genau deshalb Anhänger finden.

Das Visitenkarten aus Papier die nächsten Jahre nicht überstehen werden, darüber dürfte einigermaßen Konsens herrschen [Update: Einige Leser zweifeln diesen Konsens an, siehe Kommentardiskussion]. Wie aber danach die bevorzugte Art der Übermittlung von Kontaktdaten aussieht, ist noch offen.

Je nach Kontext, Branche und Situation bieten sich für diesen Zweck natürlich Social Networks wie Facebook, Xing oder LinkedIn an. Dies setzt jedoch stets voraus, dass der/die Gegenüber beim gleichen Dienst angemeldet ist, zudem bevorzugen manche es, mit dieser Art der “intimeren” Vernetzung zu warten.

Alternativen könnten auch Hashable oder Bump sein. Erstgenannter Service eignet sich in seiner aktuellen Form jedoch eher nur für hartgesottene Social-Web-Enthusiasten, wogegen Bump wiederum nur dann sinnvoll ist, wenn es auf nahezu allen Smartphones installiert ist.

Cardcloud nennt sich ein neuer Dienst aus den Niederlanden (der zuvor unter dem eigenartigen Namen “MyNameIsE” in abgewandelter Form betrieben wurde), der anstrebt, die Visitenkarte ins Digitale zu übertragen. Die Lösung, die sich Gründer und CEO Renato Valdés Olmos sowie seine fünf Team-Mitglieder dafür ausgedacht haben, wirkt im ersten Moment fast schon zu banal:

User registrierten sich auf der Cardcloud-Website, über die iPhone-App oder die mobile Website http://m.cardcloud.com/ und erstellen eine Online-Visitenkarte, die vom Äußeren einer Papierversion nachempfunden ist. Treffen sie nun unterwegs auf Personen, denen sie ihre Kontaktangaben zukommen lassen möchten, fragen sie nach deren E-Mail-Adresse und versenden aus der iPhone-App oder über die mobile Site ihre digitale Karte. Sind beide Cardcloud-User, können sie ihre Kontaktdaten mit einem Klick auch drahtlos übermitteln.

Per Cardcloud verschickte Visitenkarte

Ich sehe die kritischen Kommentare mancher schon vor mir: “Braucht man dafür tatsächlich einen eigenen Dienst?”. “Feature oder Bug?”. “Da kann ich ja auch einfach eine E-Mail-Vorlage anlegen und verschicken.”

Doch zum einen sollte man bedenken, dass auch die traditionelle Visitenkarte nicht gerade eine Höchstleistung an Erfindungsreichtum darstellt. Theoretisch würde es reichen, wenn sich jeder einfach seine Kontaktdaten mehrmals in ein Word-Dokument kopiert, ausdruckt und ausschneidet. Der Komfort- und Ästhetikgewinn ist eher marginal, erst recht wenn man bedenkt, wie viele Visitenkarten für immer in Schubladen oder Mülleimern verschwinden. Und dennoch schien es eine Nachfrage nach genormten Kärtchen zu geben.

Zum anderen verknüpft Cardcloud die eigene Online-Visitenkarte mit einigen durchaus sinnvollen Zusatzfeatures: So kann im persönlichen Mitgliederbereich eine öffentliche Karte angelegt werden, die unter der Domain cardcloud.com/deinname (bzw. eee.am/deinname) für jeden erreichbar ist. Hier findet ihr meine. User können verschiedene Karten anlegen und festlegen, welche als öffentliche Variante fungieren soll. Karten lassen sich mit Links zu Profilen bei über 50 Webservices schmücken.

Zudem verfügt Cardcloud selbst über ein eingebautes Adressbuch, tangiert also vom Funktionsumfang ein wenig das, was auch die eingangs erwähnten Geschäftsnetzwerke machen. Über meine gerade verlinkte Profilseite könnt ihr euch nach einer Registrierung bei Cardcloud mit mir vernetzen. Alle über den Service bestätigten Kontakte lassen sich in einer vcf-Datei exportieren.

Wer eine über Cardcloud verschickte Visitenkarte per Mail erhält, muss selbst entscheiden, wo und wie er/sie ablegen möchte. Dank des Betreffs “Vorname Nachname’s card” lässt sie sich relativ leicht auch in einem chaotischen E-Mail-Konto wiederfinden. Mittelfristig hoffen die Niederländer aber natürlich, dass sich Empfänger von E-Mail-Karten selbst bei Cardcloud anmelden.

Trotz seiner relativ geringen Tiefe denke ich, dass der Service durchaus Anhänger finden könnte – besonders, weil er von Versendern von Kontakten nichts weiter als das Abschicken einer Mail vom Smartphone aus erfordert. Die Einstiegshürde ist damit sehr gering (auch wenn eine Option, um sich über bestehende Identitätsanbieter zu registrieren, wünschenswert wäre). Über alles weitere entscheiden Netzwerkeffekte und die Fähigkeit des Cardcloud-Teams, die Aufmerksamkeit von Multiplikatoren und Über-Netzwerkern zu erhaschen.

Link: Cardcloud

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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57 Kommentare

  1. dass die klassische visitenkarte die nächsten jahre nicht überstehen wird, halte ich für eine sehr gewagte prognose. wo hast du diesen angeblichen konsens her?

  2. Klingt nach einem Revival der E-Mail, also: warum nicht? :) Klingt für mich aber genauso wenig nach einem Killerfeature.

    “Das Visitenkarten aus Papier die nächsten Jahre nicht überstehen werden, darüber dürfte einigermaßen Konsens herrschen.”

    Gewagte Aussage. ;) Ich glaube, die werden noch einiges überleben. Erinnerst du dich zum Beispiel noch an Poken? Die wurden irgendwann dann doch wieder gegen die papierne Karte eingetauscht. Die Sammelwut der Kontaktnetzwerke ist vielen ein Dorn im Auge. Wir können ja mal wetten, und ich behaupte, wenn wir uns in fünf Jahren treffen, werden wir immer noch Kärtchen austauschen.

  3. Gibt es in Domain-Form schon etwas länger:
    http://www.nic.tel/
    Allerdings kostet die eigene Domain natürlich Geld.

  4. Es verwundert mich, dass ihr diese Aussage als gewagt bezeichnet.

    Seht ihr die Papier-Visitenkarte wirklich als so unersetzlich an??

    @ bugsierer
    Dieser Konsens herrscht zumindest in Gesprächen mit den Menschen, die überlicherweise der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung ein paar Jährchen voraus sind. ;)

    Mit jedem Smartphone, das über den Ladentisch geht, verringert sich der Bedarf an Papier-Visitenkarten. Meint ihr nicht?

    @ Jürgen
    Poken hatte nie eine kritische Masse und war zudem eine zusätzliche Hardware.

    P.S. Ich hab auf der rp nicht eine einzige Karte ausgetauscht.

  5. @Martin: Na ja, für gewagt an der Aussage halte ich den vermeintlichen Konsens. Ich tausche die Karten immer noch sehr gerne aus, weil ich mich dann wenigstens daran erinnern werde, mit wem ich da eigentlich gesprochen habe.

    “Treffen sie nun unterwegs auf Personen, denen sie ihre Kontaktangaben zukommen lassen möchten, fragen sie nach deren E-Mail-Adresse und versenden aus der iPhone-App oder über die mobile Site ihre digitale Karte.”

    Dazu müssten erstmal beide ein iPhone oder – okay ein anderes Smartphone – haben, rauskramen, App starten, Mail schreiben… Geht auch nicht wirklich schneller als eine Karte auszutauschen. Auf vielen Kongressen, gerade im Ausland, hast du oft aber nicht einmal mobilen Webzugang. Also es gibt noch viele Stolpersteine. Versteh mich nicht falsch: Ich begrüße die Entwicklung, sich ohne Karte zu vernetzen. Aber ich habe schon zu viele Dienste gesehen – eben auch MyNameIsE – die sich schon als der legitime Nachfolger der Visitenkarten gefeiert hatten, dann aber doch noch gravierende Nachteile hatten. Und die sie ich hier bei Cardcloud auch.

    • Ich stimme Martin zu. Visitenkarten hinken dem Fortschritt hinterher. Es ist aus meiner Sicht sehr umständlich die gewünschten Informationen zu nutzen. Man muss sie oft mühselig unter sämtlichen Visitenkarten raussuchen und dann auch noch abtippen, damit man sie sinnvoll nutzen kann. Vorausgesetzt man findet die gewünschte Karte ;-)
      Besser ist es doch, die Kontakte sofort da zu speichern, wo sie hingehören: ins Handy.
      Aus diesem Grund habe ich qodify.com gestartet. Dort hat man die Möglichkeit die gewünschten Informationen auf einer individualisierbaren Micropage zu präsentieren. Die Infos können dort direkt als vCard heruntergeladen oder per Mail verschickt werden.
      Der Schlüssel zu der eigenen Seite ist ein QR-Code, welchen man zum Beispiel auf die Visitenkarte packen kann. Fotografiert man diesen mit dem Handy (passende Apps gibt es für alle gängigen Geräte), kommt man direkt zur persönlichen Micropage, wo man stets die aktuellsten Information findet.
      qodify.com ergänzt also die Visitenkarte um ein sinnvolles Feature. Ganz verzichten muss man auf das kleine Stück Pappe also nicht zwingend. In anderen Kulturen haben sie zudem noch einen etwas höheren Stellenwert als hier.

  6. @martin
    na ja, an der rp ist das ja was ganz anderes als im sonstigen RL, wo die kleine karte nach wie vor weit verbreitet ist.
    im übrigen glaube ich, dass die visitenkarte nicht ganz aussterben wird. sie wird seltener werden, dafür aber auch exklusiver. eine schöne karte im richtigen moment wird immer eine gute wirkung haben.

  7. Ah ok. Ja ich bin sehr verwundert, zu hören, dass es offenbar doch keinen Konsens gibt. Aber gut, dafür seid ja ihr Leser da, sowas anzumerken. Andererseits: Ich würde vermutlich auch noch Kommentatoren finden, die behaupten, dass gedruckte Buch oder die physische CD bliebe bestehe… ;P

    Zum Prozess: Nee nur einer benötigt das Smartphone. Nämlich der, der die Mail verschickt.

    Und was das Fehlen einer Internetverbindung (z.B. im Ausland betrifft): Glaubst du wirklich, dass das in den nächsten 5-10 Jahren besser wird? Klingt mir ein wenig nach Scheinargument, welches bald nicht mehr valide ist.

    @ bugsierer
    Ja klar ist die rp insofern eine Ausnahme. Aber in 5 Jahren wird alles so laufen. Sehe nicht, was dagegen spricht.

    Irgendwie einnert mich die Diskussion an das Jahr 2007, als Leute in den Kommentaren erklären wollten, warum Facebook niemals in Deutschland eine Chance hat ;)

  8. Würde dem auch wiedersprechen, das Visitenkarten aus Papier ein Auslaufmodell sind. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das dieses “Card-Thing” vor Beginn eines Meetings (gemeint ist das kurze Austauschen und Betrachten der Karte) irgendwann elektronisch abläuft. Dazu ist das Ganze noch immer zu unpraktisch und auch zu unpersönlich. Das Überreichen eines Kärtchens ist immer noch mit einem kurzen Smalltalk verbunden, der gerade für die Einleitung eines Meetings meist sehr hilfreich ist.

    Auf Konferenzen mag sich so etwas durchsetzen und auch nützlich sein.

    Bin trotzdem schon seit ewiger Zeit dort angemeldet, weil ich mir natürlich dennoch den Durchbruch wünsche um auf das Herumtragen von Visitenkarten verzichten zu können ;)

  9. Ich seh schon: Das hier ist mal wieder so ein Kommentarthread, den man sich für 2015 auf Wiedervorlage legen muss ;)

  10. Ich mag Visitenkarten aus Papier überhaupt nicht. Und doch ist es oft der einfachste und schnellste Weg, jemandem sämtliche Kontaktinfos zu übergeben. Es dürfte schwierig sein, eine technische Lösung zu erstellen, die mit genauso wenig Aufwand genauso so gezielt dasselbe Resultat schafft.

    Erhalte ich selbst eine Visitenkarte, landet deren Inhalt aber raschmöglichst im CRM oder Adressbuch – und die Karte selbst im Abfalleimer. Aufbewahren tu ich solche definitiv nicht mehr.

  11. Jep so läuft’s.

    Zudem sollte man den Prozess der Visitenkartenverwaltung eben nicht nur auf die Übergabe begrenzten (wie du ja auch andeutest). Die Nachbearbeitung der Papierkarten darf nicht vergessen werden, was den Aufwand betrifft.

    Bei einer digitalen Lösung entfällt dies.

    • Nicht jeden Kontakt will ich aber im Adressbuch haben. Von daher ist der Aufwand an der Stelle gar nicht soooo groß, vor allem wenn man mit Google Goggles die Karte kurz scant und direkt ins Adressbuch pumpen kann ;)

    • Wenn man aber bedenkt, dass du also ohnehin schon aus einer physischen Karte eine digitale Information machst, dann bist du ja gar nicht so weit weg davon, Papier ganz fallen zu lassen ;)

    • @Martin: Absolut. Aber ich bin es auch nicht der hier bremst ;)

  12. Eine Papier-Visitenkarte ist und bleibt mehr eine persönliche Geste mit individueller Note, weniger mit funktionell nachhaltigem Nutzen. Haptik, Kontakt, handshake, Austausch, Ritus. Keine Software wird dieses universelle Material langfristig ersetzen.

    Die wenigesten werden die Dinger aufheben und archivieren. Digitalisieren in den Adressbuchkontakten oder auf XING & Co., Nutzen erfüllt, Mülleimer. Fertig.

    Persönlich bin ich der Fan vom QR-Code
    http://twitpic.com/liccl

    Manch einem Europäer ist der QR-Code aber zu unkompliziert;-)

    • Keine Software wird dieses universelle Material langfristig ersetzen.

      Also diese Aussage ist aber mindestens genauso gewagt wie meine Konsens-Behauptung ;)

  13. Nun ja, die Tage der Visitenkarte mögen gezählt sein. Das besagt aber noch gar nicht, welche Zahl dabei heraus kam ;) Ich schätze, zuvor stirbt Cardcloud und dann kommt das papierlose Büro.

    Der Käse ist doch, dass es unzählige solcher Dienste gibt und auch besser. Z.B. Jumpscan http://jumpscan.com/ Da hast Du wenigstens einen QR-Code auf dem Smaprtphone, den ein anderer sich abfotografieren kann, um an den Link zu Adressdaten samt downloadbarer *.vcf zu kommen.

    Wichtiger aber ist, der überwältigende Teil derer, die in irgendeiner Form businessmäßig Visitenkarten austauschen, hält gar nichts – also null, zero, nothing – von all diesem nerdigen Computer-/Internet-Kram. Besuch mal eine IHK-Veranstaltung oder irgendeine Messe, die nix mit Computer/Internet zu tun hat, dann korrigierst Du Deine Prognose von ganz allein auf 2051 nicht 2015.

  14. Ich glaube, alles Digitale wird sich jetzt sehr viel schneller entwickeln, als dies in den vergangenen 15 Jahren geschehen ist.

    2015 werden auch IHK’ler Smartphones besitzen und damit umgehen können.

    Das ist meine Prognose. Die können wir dann gerne in vier Jahren prüfen.

  15. Wo ist der Vorteil?

    Heute weiß ich wenn ich eine Visitenkarte in der Hand halte – es geht um das Thema “Kontakt”. Die unwichtigen kommen in die linke Tasche und die Wichtigen in die Rechte. In einer ruhigen Minute notiere ich mir noch wichtige Daten auf die Rückseite.

    Nichts davon bietet eine elektrische Visitenkarte. Sie geht in meinen E-Mail Massen unter und notieren ist auch aufwendiger.

    Eine Verbesserung bringt so ein Dienst nur – wenn er die spätere Verarbeitung der Visitenkarte erleichtert. Als gute Lösung wäre ein Dienst mit Onlinekarte, der auf der kassischen Visitenkarte vermerkt ist mit einer eindeutigen ID. Diese ID sollte dann in klassischen Diensten wie Salesforce, GMail usw. eingegeben werden können und sofort ist die ganze Karte eingetragen. Das vermeidet Fehler, spart Zeit und ist deutlich bequemer.

    Damit habe ich den Eye-Catching Effekt und die Bequemlichkeit der klassischen Visitenkarte und die Vorteile moderner Datenverarbeitung.

    Bester Gruß,
    Dennis Seidel

    • Und wie findest du dann die Karten? Hast du so einen echten, alphabetisch geordneten Rolodex?

      Allein den Akt der Übergabe hochzustilisieren, ohne auf das Gesamtkonzept Visitenkarte zu schauen, ist mir einfach zu eindimensional gedacht.

  16. “Das Visitenkarten aus Papier die nächsten Jahre nicht überstehen werden, darüber dürfte einigermaßen Konsens herrschen.”

    Da hast du den heutigen Sinn einer Visitenkarte nicht verstanden… es geht darum, sich darzustellen, um Haptik, um Design, um den geschäftlichen Moment der Übergabe. Die Informationen sind für die Katz’ – eine toll gestaltete Visitenkarten mit Name, E-Mail und QR-Code würde völlig ausreichen. Aber weniger auch nicht. Man braucht das Kärtchen, man braucht den Moment der Betrachtung, während einem der Übergeber noch etwas zum Unternehmen sagt.

    Kurzum… Martin, du liegst falsch! Kommunikation ist nicht nur Botschaft/Information, sondern auch Medium. Die Visitenkarten wird es noch lang geben – allein schon, um individuell zu sein!

  17. Bin bei Erst-Meetings jedesmal über die Visitenkarten froh. In Tischordnung hinlegen – und schon kann jeder Teilnehmer namentlich korrekt angesprochen werden. Solange es dafür keine schlaue Alternative (zB auf Tablets) gibt, werden die Karten für mich favorisiert bleiben. Zudem können die bei Abschluss zu Projekten mit abgelegt und parallel dazu vergessen werden. Wenn alle Visitenkarten gespeichert bleiben, ist die Adressenliste noch schneller und unübersichtlicher voll…

  18. Nett, aber WordPress fehlt. Ich werde das mal beobachten. :)

  19. @Samuel

    >>
    QR-Code auf VCard – will ich mir merken ;)
    >>

    Kann die verwendung auch nur empfehlen. Eyecatcher, Gesprächsaufhänger (wirklich jeder dreht die Karte um) und zudem Darstellung Web-Affinität.

    Habe aber noch eine Lücke drin: iPhone kann, soweit ich weiß, keine vcf-Dateien. Man müsste daher eine URL einer mobilen Auswahlseitenversion “Kontakt als vcf oder xxx speichern” uppen und diese statt der URI zur vcf-Datei als QR verwenden.

    xxx: Welches “Adressbuch-Dateiformat” für iPhone-Nutzer? Bin da unkundig.

    • @Klaus

      Das mit vcf beim iPhone ist richtig. Daher bietet qodify.com zum Beispiel auf der persönlichen Micropage die Möglichkeit, alles als vCard zu speichern oder sich diese per Mail zuschicken zu lassen. Den Kontakt kann man dann über Outlook und Co. synchronisieren.

  20. Will man eine Visitenkarte versenden, dann kann man das doch als Anhang einer Mail machen. Hmm, kann das das iPhone wirklich nicht. Egal, Outlook ist im Geschäftsbereich quasi Standard. Und das iPhone zieht sich die Adressdaten aus dem Exchange Verzeichnis. Und hier kann ich meinen Kontakt als Visitenkarte an eine E-Mail anhängen und der Empfänger kann so meine Daten in sein Adressbuch übernehmen.

    Außerdem glaube ich schon, dass jeder im Geschäftsumfeld bei Xing oder LinkedIn oder beidem registriert ist. Das hat auch den Vorteil, dass sich die Kontaktdaten automatisch ändern. Dank API der Dienste funktioniert die Übernahme der Daten ja auch auf das Telefon oder in das E-Mail Adressbuch.

    Die Visitenkarte in Papierform wird als Ritual noch eine Weile bestehen bleiben, da bin ich mir auch sicher.

  21. Ich behaupte dann auch mal, dass das gedruckte Buch so schnell nicht verschwinden wird. iPad hin oder her – ich nutze es auch gerne um Bücher als PDFs auf der Couch zu lesen – aber es ist halt immernoch ein anderes Erlebnis mit einem Buch in der Hand. Das möchte ich auch nicht missen.

  22. Mein Großvater konnte sich wohl auch nicht vorstellen, dass mein Vater den Pflug mal an einen Traktor hängt, und nicht an ein Pferd. Meine Kids legen im Umgang mit der Technik ein anderes Verhalten an den Tag, als ich mit 8 Jahren. Binsenweisheiten. Genau. So what? So gesehen doch eine lustige Diskussion um die Biz-Kärtli… Und ich, ich möchte sie übrigens nicht missen :-)

  23. Mein Großvater konnte sich wohl auch nicht vorstellen, dass mein Vater den Pflug mal an einen Traktor hängt, und nicht an ein Pferd.

    Bei Visitenkarten wird das aber natürlich anders sein. Die übergeben wir noch feierlich, wenn wir schon einen Chip im Hirn haben und uns von einem Ort der Welt an den anderen beamen können. ;)

  24. Das größte Problem ist wohl die Nennung der Email-Adresse. 95% aller Leute mit denen ich in meiner bisherigen Laufbahn zu tun hatte, zücken bei der Frage nach der Email-Adresse erstmal ihre Visitenkarte, weil sie die Adresse selbst nicht im Kopf haben oder sie zu kompliziert ist.

    Auch wenn ich mir vorstelle, dass ich auf einer Besprechung 20 Leute nach ihrer Email-Adresse fragen muss und dann erstmal eine halbe Stunde Emails verschickt werden, bevor es losgeht, lässt mich doch sehr daran zweifeln, dass das Konzept in den Business-Bereich vordringen wird.

  25. Eigentlich nerven mich die Kommentare des Autors hier am Meisten: Die herabwürdigende und arrogante Art, die berechtigte Kritik abzutun und sich darüber lustig zu machen… Billig, armselig. Mag sein, dass der Autor hier an diesen neuen Killerdienst glaubt und ein über viele Jahre kulturell etabliertes Prozedere von heute auf morgen als veraltet stempelt… Es kommt immer auch darauf an, wie man das macht – und wie man auf die Leute reagiert, die dazu etwas zu sagen haben.

    Notier meine IP-Adresse – sie wird hier NIE WIEDER auftauchen, ich werde mein RSS-Abonnement jetzt löschen.

    • Herabwürdigend? Lass doch mal bitte die Kirche im Dorf. Wir sprechen über die Visitenkarte, nicht über Kernkraft. Und bei vielen der Einwürfe denke ich ganz einfach, dass diese sich mit der baldigen Omnipräsenz von Smartphones in den westlichen Ländern erübrigt haben. Genauso wie das Internet schon viele andere Alltagsbereiche von uns verändert hat.

  26. @Alex

    >>
    Das mit vcf beim iPhone ist richtig. Daher bietet qodify.com zum Beispiel auf der persönlichen Micropage die Möglichkeit, alles als vCard zu speichern oder sich diese per Mail zuschicken zu lassen.
    >>

    Ja, aber was ist das Pendant zur vcf beim iPhone? Welche Kontaktdatei stelle ich für iPhone-Nutzer zum Download bereit, damit sie nichts konvertieren, sondern meine Kontaktdateneinfach nur speichern können?

    • @Klaus

      Mir ist leider nur der Weg über die E-Mail bekannt. Als ich mit qodify.com angefangen habe, stand ich eben auch vor dem Problem, dass Safari die vcf-Files nicht kennt. Daher biete ich neben der Download-Möglichkeit das Versenden per Mail an. Das Importieren des Kontakts aus der Mail sollte kein Problem sein.

      Eventuell hilft aber auch das hier weiter. Dazu kann ich aber nichts sagen, da ich kein iPhone besitze.

  27. @Alex
    Na, dann erklärbar, warum man solche Anwendungen für iPhonler kreieren muss (@Martin Ich weiß höchstwahrscheinlich, welches Mobiltelefon Du benutzt;-).

    Mir ein Rätsel, warum das iPhone/Safari mobile offensichtlich den an sich etablierten Standard der Elektronischen Visitenkarte vcf nicht unterstützt. Wahrscheinlich, um sich das Leben mit allerlei Apps zu verschönern.

    Happy connecting anyway!

  28. Visitenkarten werden nicht so schnell aussterben weil sie offline funktionieren und so schnell nicht alles und jeder online sein wird, geschweige denn das alle Dinge die Kontaktinformetionen benötigen eine gemeinsame Sprache sprechen werden. Es werden auch immer noch immer viele Daten über csv Files und excel ausgetauscht, obwohl es elegantere Lösungen geben mag nur aus dem Grund weil das den kleinsten gemeinsamen Nenner darstellt. Visitenkarten sind billig und wenn sie schön gemacht sind nicht nur Kontaktinformation sondern auch offline Werbeflächen. AUssedem kann man sie beliebig verteilen und liegen lassen wie Flyer und das kann keine online App.

  29. AUssedem kann man sie beliebig verteilen und liegen lassen wie Flyer und das kann keine online App.

    Aber wozu denn?

    Also ich meine: Wozu diese fast schon willkürlich Streuerung seiner Kontaktdaten in der (ich überspitz jetzt mal) schon verzweifelt wirkenden Hoffnung, neue Kontakte zu schließen?

    Dafür gibt’s doch wirklich bessere Wege.

    Was ich damit sagen will: Viele der Rituale, die sich um Visitenkarten entwickelt haben, scheinen in keiner Form hinterfragt zu werden.

    Ich bin doch etwas verwundert darüber, für wie selbstverständlich die Visitenkarte hier offenbar gehalten wird, wenn doch die Geschichte zig mal gezeigt hat, wie genau die Dinge, die als Selbstverständlich angesehen werden, ein paar Jährchen oder Jahrzehnte später nur noch im Museum stehen?

    Und dass nun kleine Papierkärtchen in unserer digitalen Welt (die ja nicht auf dem Entwicklungsstand von 2011 stehen blieben wird, auch wenn einige Kommentare hier dies unbewusst implizieren) ewig lange überlegen sollen, kann ich mir trotz aller bisher hervorgebrachten Argumente nicht vorstellen.

    Aber wer weiß – natürlich kann ich mich irren. Ich sehe nur noch immer kein einziges gutes Argument dafür, dass auch in zehn Jahren noch als gutes Argument pro Visitenkarten geltend gemacht werden kann.

    Es sei denn, wir stehen 2021 in der Entwicklung noch da, wo wir uns heute befinden.

    • @Martin
      Vielleicht solltest Du akzeptieren, dass Du bezüglich Visitenkarten eine Mindermeinung vertrittst?

      Deine Leser sind ja technikaffin und Neuem gegenüber aufgeschlossen – sonst würden sie hier nicht lesen und schreiben.

      Visitenkarten sind im Businessbereich wohl die bessere Lösung als die vielen beschriebenen Onlinelösungen (von denen ja viele in der Versenkung verschwunden sind).

    • Da bleibt mir ja gar nichts anderes übrig. Zumindest hier in den Kommentaren ist das ja offensichtlich ;)

    • Folgende sachliche Argumente (die hier teilweise schon mehrfach genannt wurden) pro ViKa:

      * Gestaltungs- und Werbespielraum -> das bedeutet Möglichkeiten der Kommunikation über die reine Informationsweitergabe als solche hinaus und das zeitlich synchron zum Gespräch

      * etabliertes soziales Konstrukt

      * Dauer -> gerade auf Messen sind diese Sekunden, die der Vorgang über E-Mail etc. länger dauert essenziell -> daran wird sich auch 2021 nichts geändert haben, außer dass man wahrscheinlich noch weniger Zeit hat

      * Thema Messen: ich war schon in einigen Messe-Hallen, wo ich mit o2 leider keinen Empfang hatte -> denkst du, dass ist 2021 anders?

      Ich nehme an, dass du auf keines der Argumente eingehst und einfach deine Behauptung weiter in den Raum wirsft. Im Übrigen merkt man eindeutig, dass du keine Ahnung von Kommunikationsprozessen hast…

    • Es wäre schade, wenn du mit dieser Behauptung recht hättest, hier also meine Antworten auf deine Argumente:

      -> Gestaltungs- und Werbespielraum
      Sicherlich ein sinnvolles “Feature”, aber einerseits ist dies teilweise digital reproduzierbar, andererseits hat jemand, der lediglich durch seine schicke Visitenkarte auffallen kann, ohnehin ein Problem. Kurzum: Der Stellenwert der Gestaltung einer Visitenkarte ist meines Erachtens nach nicht größer als der eines Covers und Booklets bei einer CD. Und was mit CDs passiert, wissen wir ja.

      -> etabliertes soziales Konstrukt
      Etablierte soziale Konstrukte sind nicht in Stein gemeisselt, sondern verändert sich permanent. Erst recht durch die Digitalisierung. Bisher gab es keinen sinnvollen Ersatz für Visitenkarten. Mit Smartphones, die in Kürze in den meisten Branchen omnipräsent sein werden, existiert dies.

      -> Dauer
      Du ignorierst, dass eine Visitenkarte mehr Zeit in Anspruch nimmt als lediglich bei der Übergabe. Denn der Empfänger muss ja damit etwas machen – sie entweder digitalisieren, irgendwo einordnen, in Word händisch abschreiben odr was auch immer. Das kostet Zeit.

      -> Netzempfang -> “mit o2 leider keinen Empfang hatte -> denkst du, dass ist 2021 anders?”
      Ja das denke ich zu 100 Prozent. Internet wird zukünftig auf einer Stufe mit fließend Wasser oder Elektrizität stehen, was Verfügbarkeit betrifft.

    • @Martin:

      Sorry, aber deine Antworten entbehren teilweise jeglichem Verständnis…

      Kurzum: Der Stellenwert der Gestaltung einer Visitenkarte ist meines Erachtens nach nicht größer als der eines Covers und Booklets bei einer CD. Und was mit CDs passiert, wissen wir ja.

      Klar – duch das Internet verschwinden Gefühl für Ästhetik und Schönheit… bildstarke und emotionale Werbung wird es auch nicht mehr geben… natürlich hast du Recht! Alles was zählt ist die Leistung, die Darstellung und Kommunikation ist egal… mann, mann, mann!

      Etablierte soziale Konstrukte sind nicht in Stein gemeisselt, sondern verändert sich permanent. Erst recht durch die Digitalisierung. Bisher gab es keinen sinnvollen Ersatz für Visitenkarten. Mit Smartphones, die in Kürze in den meisten Branchen omnipräsent sein werden, existiert dies.

      Natürlich ist nichts in Stein gemeißelt… aber ich bezweifle, dass man abschätzen kann welche sozial-gesellschaftlichen Paradigmen vergehen und welche bestehen bleiben.

      Du ignorierst, dass eine Visitenkarte mehr Zeit in Anspruch nimmt als lediglich bei der Übergabe. Denn der Empfänger muss ja damit etwas machen – sie entweder digitalisieren, irgendwo einordnen, in Word händisch abschreiben odr was auch immer. Das kostet Zeit.

      Es geht allein um die Zeit des Kontakts… das ist die für den Visitenkarten-Übergeber wertvolle Zeit. Hier kann man seine Idee vorstellen und überzeugen. Hier kann man seinen persönlichen Charme spielen lassen etc. Und genau diese wird durch das Smartphone-Geplänkel gekürzt.

      Ja das denke ich zu 100 Prozent. Internet wird zukünftig auf einer Stufe mit fließend Wasser oder Elektrizität stehen, was Verfügbarkeit betrifft.

      Also Funklöcher gibt es schon seit mehr als zehn Jahren und dass ich in 10 Jahren im IKEA super Netzempfang haben werde, will ich bezweifeln, außer die bauen Ihre Gebäude nicht mehr aus Stahlbeton!

    • aber deine Antworten entbehren teilweise jeglichem Verständnis…

      Stimmt. Verständnis für deine offenbar sehr innige Liebe zur physischen Visitenkarte.

      An dieser Stelle müssen wir dann wohl einfach feststellen: Agree to disagree.

  30. >>
    nicht größer als der eines Covers und Booklets bei einer CD. Und was mit CDs passiert, wissen wir ja.
    >>

    Dahinter steckt aber eine ganz andere Thematik, Martin.

    Grundsätzlich verstehe ich Dein Digitalisierungszieldenken hinsichtlich Effizienz der Datenkommunikation ja und bin theoretisch hier auch Fütrsprecher. Die Visitenkarte hat halt wie ausführlich von fast allen kommentiert neben der tatsächlichen technischen Unabhängigkeit auch andere Funktionen in der Kommunikation.

    Du übernimmst schon sehr eine Fürsprecherfunktion für den Dienst, der übrigens sicher technisch gut ist und die Company auch sicher fähig ist.

    Ich muss gestehen, dass ich mir den Dienst gar nicht näher angesehen habe….jetzt aber: Ich habe mich registriert und mir ein Profil angelegt. Alles sehr profi so weit.

    Und nu? Wenn Du mir Deine Visitenkarte via Cardcloud schickst (mach das mal bitte zum Test), dann bekomme ich Sie in mein cardcloud. Und die kann ich dann hoffentlich als vcf auf Desktop oder mobile importieren, oder? Und beim Gespräch muss ich mein Handy zücken und mir sofort Deine E-Mail (die vlt. auch mal ein wenig länger sein kann) eintippen. Sofort, Gesprächsunterbrechend. Von meinem Gegenüber muss ich gleiches abfordern. Akku leer/Handy vergessen/kein Netz. Dann aufschreiben. Oder mal zur Sicherheit noch ein paar Old School Visitenkarten dabei haben.

    Das hört sich alles recht entspannt unpraktikabel an. Ist es sicher auch.

  31. Oh also die Diskussion hat sich mittlerweile (zumindest nach meinem Verständnis) von diesem expliziten Dienst wegentwickelt, nun ging es eher grundsätzlich um Pro und Contra Papierkarte.

    Nur damit man mich nicht falsch versteht: Ob jetzt Cardcloud am Ende eine gute Alternativlösung ist, das steht auf einem anderen Blatt.

    Diese von dir angesprochene Gesprächsunterbrechung durch das Handyzücken findet doch heutzutage ohnehin schon stetig statt (egal ob man das nun mag oder nicht), und das wird (zumindest nach meiner Überzeugung) noch in viele weitere Branchen und Altersgruppen vorstoßen.

    • Gerade das Handyzücken ist – wenn es nicht um Nerdtreffen wie die re:publica geht – eher keine akzeptierte Geste.

      Zuvor wurde die Dauer des Austausches ausgesprochen. Da sind Visitenkarten immer noch am schnellsten und auch zuverlässiger als technische Lösungen – es sei denn, sie sind alle. Visitenkarten haben zudem noch eine lange Nachwirkung, wenn sie einem wieder in die Hand fallen. Technisch ausgetauschte Adressen verschwinden erstmal irgendwo in meinem Adressbuch.

      Ja, die Diskussion entfernt sich von der konkreten Anwendung. Man könnte das aber auch so interpretieren, dass die Anwendung nicht so sinnvoll ist, wenn die meisten z.Zt. die Papierkarte bevorzugen. Und im Jahr 2021 gibt es diese Anwendung dann nicht mehr.

  32. Nein, nein: ich will den Dienst jetzt konkret besprechen. Jetzt habe ich mir schon den Akt für die Reg gegeben;-)
    Also: Wer schickt mir mal seine Cardcloud? User: KlausWolfrum

  33. So, ich muss jetzt mal eine Lanze für den vorgestellten Dienst und Martins Dafürhalten brechen.

    Ich habe mich jetzt mal registriert und mein Vicard-Profil angelegt. Alles sehr sauber und intuitiv gestaltet. Sehr gut! Mit dem Erlösmodell habe ich mich jetzt nicht auseinandergesetzt. Der Empfang einer cardcloud-Mail (via Mail, in Anhang eine vcf-Datei) macht auf mich einen guten Eindruck. Ich denke, der Empfänger muss sich nicht cardcloud registrieren, um eine solche Mail zu empfangen. (?)

    Ich würde das Herangehen und die Nutzung eher so empfehlen: Ich erhalte nachwievor eine Papier-Vicard und sende meinem Kontaktpartner zur Erleichterung einer Digitalisierung an seine Papier-Visitenkarten-e-Mail-Adresse meine Kontaktdaten im Nachgang(!) aus meinem cardcloud-Profil. Weiterer Vorteil: Links zum 2.0-Gedöns sind in der E-Mail gleich mit dabei. Für den handshake, dabei bleibe ich, ist es unpraktikabel. Da rult Papier/offline-Kommunikation.

    Um es mal fränkisch zu formulieren: Eine Registrierung ist nicht verkehrt;-)

  34. Ergänzung: Man kann aber auch dann seine vcf an Mail anhängen und in seiner Sig einen Link auf sein Google-Profil anfügen. Wie useful eine cloudcardmail jedoch auch andersrum von mir E-Mail-Nutzer an iPhone-User (ohne vcf) ist, müssen andere testen und kommentieren. Dann könnte der Kram doch glatt ein wenig Nutzen machen;-)

  35. Visitenkarten erfordern einen für alle nutzbaren Standard, der für Adressaten von Visitenkarten problemlos, d.h. ohne umständliche Anmeldung verfügbar ist. Ich glaube, dass digitale Standards heute noch kaum den Standard des kleinen Pappkärtchens schlagen können. Dazu müßte ein Visitenkartendienst die Bekanntheit von Facebook haben, und selbst dort sind heute längst nicht alle drin.
    Ich bin zwar sehr für Digitalisierung, aber man muß es ja auch nicht übertreiben, dass nun selbst solche kleinen Schnipsel unbedingt digital ausgetauscht werden müssen. In einer totalen, d.h. total vernetzten Internetgesellschaft hätte sowas vielleicht eine Chance – aber die haben wir längst noch nicht. Das Ende der Visitenkarte ist deshalb meiner Meinung allenfalls eine längerfristigere Zukunftssache. Aber der Autor hat ja in einer der Telefonitis verfallenen Gesellschaft auch schon das nahende Ende des Telefons an die Wand gemalt ;-)

  36. @ Klaus Wolfrum
    Danke für den Erfahrungsbericht.

    @ Meeresbiolge
    Irgendeiner muss ja die Visionen haben ;)

  37. Ich hab mir jetzt nich alle Kommentare und damit möglichen Ansätze durchgelesen, aber für die Übergangszeit kann man doch sicherlich auch Visitenkarten mit QR-Code auf der Rückseite nehmen. Verlinkt dann auf ein Online-Profil oder was eben schnellen Kontakt ermöglicht ;)

  38. Schade wurde wohl eingestellt der Dienst, Alternativen?

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  1. [...] einem Relikt hingegeben, von dem ich glaubte, nie wieder damit zu tun haben zu müssen. Gerade ich, der schön öffentlich mit diesem altertümlichen Brauch abgerechnet hatte. Mein Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen, ist groß. Vor allem vor mir selbst.Es geht um die [...]