Tweets planen mit Buffer:
Dosierung ist alles

Buffer will aktiven Twitter-Anwendern dabei helfen, ihre Tweets besser zu dosieren. Der österreichisch-englische Dienst verfolgt einen anderen Ansatz als existierende “Scheduling”-Services.

Personen, die fleißig twittern, haben in der Regel ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis und häufig auch den Anspruch, ihren Twitter-Feed einigermaßen kontinuierlich zu befüllen. Dem im Weg steht allerdings die Tatsache, dass nicht jeder 24 Stunden am Tag am Rechner oder Smartphone kleben und seine Follower unterhalten/informieren kann.

Für solche Fälle empfehlen sich Tools, die das automatisierte Versenden von Tweets zu einem vordefinierten Zeitpunkt erlauben. So kann die eigene Twitter-Timeline trotz eines Besprechungsmarathons, einer langen Flugreise oder eines Urlaubstages in der Natur mit der ein oder anderen Kurz-Nachricht bestückt werden.

Twitter-Clients wie Hootsuite und TweetDeck oder spezielle Scheduling-Anwendungen wie Sharefeed oder Timely verfügen über entsprechende Funktionen.

Mit Buffer betrat vor gut vier Monaten ein neuer österreichisch-englischer Service die Internetbühne, um das geplante Versenden von Twitter-Nachrichten auf eine neue Ebene zu heben: Getreu des Namens fungiert der in der Standard-Version kostenfreie Dienst als “Puffer”, der bis zu zehn Tweets von Nutzern aufnehmen kann und diese zu von Anwendern vorab definierten Zeitpunkten versendet.

Nach einer Registrierung und einer Authentifizierung über Twitter bestimmen User, zu welchen Uhrzeiten Buffer in ihrem Namen Tweets versenden soll, und installieren anschließend die Chrome- bzw. Safari-Erweiterung oder das für andere Browser angebotene Bookmarklet. Wann immer sie nun im Netz auf Inhalte oder Informationen stoßen, die sie per Twitter verbreiten möchten, legen sie mit zwei Klicks einen (zuvor auch editierbaren) Tweet in ihren “Buffer”, von wo er zu den festgelegten Zeitpunkten verschickt wird.

Statt also am Morgen oder Nachmittag innerhalb kürzester Zeit die eigenen Follower mit Leseempfehlungen zu bombardieren, erlaubt Buffer die bequeme Dosierung ohne Zusatzaufwand. Befindet sich einmal kein Tweet in der Buffer-Warteschlange, macht das auch nichts (Nutzer können sich per Mail darüber benachrichtigen lassen). Sobald Buffer mit neuen Mitteilungen aufgefüllt wird, nimmt es die Arbeit wieder auf.

Die Gratis-Variante erlaubt die Nutzung von Buffer mit einem Twitter-Konto, maximal zehn in der Warteschlange befindlichen Twitter-Nachrichten und bis zu zehn für das Versenden definierten Zeitpunkten pro Tag. Kostenpflichtige Pro- und Premium-Versionen erhöhen die Limits, gestatten des Befüllen mehrerer Twitter-Konten und die Nutzung von Buffer in Teams.

Rund 3.000 Nutzer hat Buffer seit dem Start im Dezember gewinnen können. Etwas mehr als 100 davon (3,6 Prozent) haben sich mittlerweile für die kostenpflichtigen Pakete entschieden, verriet uns Leonard Widrich, einer der zwei Köpfe hinter Buffer. Der 20-jährige Österreicher studiert Management an der Warwick Business School in England. Während seines Aufenthalts auf der Insel lernte er Joel Gascoigne kennen, einen Informatiker, der sich auch gerne als Webdesigner betätigt.

Gemeinsam entschlossen sie sich, Buffer zu entwickeln. Das “Hauptquartier” des Dienstes befindet sich in Birmingham, momentan halten sich Widrich und Gascoigne jedoch in Spanien auf. Im Sommer planen sie einen längeren Aufenthalt in Kalifornien.

Für die nächste Zeit ist die Veröffentlichung eines Buffer-Buttons für Blogs vorgesehen (hier kann er bereits begutachtet werden). Ähnlich wie der offizielle Tweet-Button sollen so empfehlenswerte Inhalte bequem weiterempfohlen werden können – aber eben ohne, dass der Tweet unverzüglich seinen Weg in den persönlichen Stream findet.

Auch ein WordPress-Plugin zum Beladen des “Puffers” aus der beliebten Blogplattform heraus ist in Planung. Dieses soll eine Affiliate-Funktion beinhalten, mit der Blogger durch das Werben neue Buffer-Nutzer Affiliate-Einnahmen generieren können. Aktuell kann jeder Buffer-User über einen persönlichen Empfehlungslink die App weiterempfehlen und bei erfolgreich geworbenen Bekannten das Volumen seines Buffer-Kontos um einen Tweet pro Tag erhöhen.

In meinen Tests funktionierte Buffer gut, und auch vom Äußeren her macht der Service einen sehr positiven Eindruck. Man merkt, dass Programmierer Joel Gascoignes ein Faible für Webdesign und Ästhetik besitzt.

Was jetzt noch wünschenswert wäre: zeitversetzte Facebook-Updates. Es würde Buffers potenzielle Zielgruppe um ein Vielfaches erhöhen.

Link: Buffer

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9 Kommentare

  1. André Luce
    schrieb am 12. April 2011 um 09:12 Uhr (#)

    Das Berichtenswerte an dem Dienst ist also, dass man nur zwei Klicks braucht, um einen Tweet zu planen? Oder habe ich etwas überlesen?

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 12. April 2011 um 09:13 Uhr (#)

      Ja da hast du wohl was überlesen.

    2. Leo Widrich
      schrieb am 12. April 2011 um 10:44 Uhr (#)

      Hi André,

      Ja, du hast vollkommen recht, zugrunde liegt der ganzen Sache, dass Buffer einfach ein großer Zeitsparer ist und du nur 2 Klicks brauchst um Tweets zu Buffern.

      Hier ist auch interessant, dass du das von jedem Artikel den du liest machen kannst mit einer browser extension, die ebenfalls innerhalb Google Reader funktioniert.

      Ich denke das Analytics feature ist auch ganz hilfreich, da du für jeden via Buffer gesendeten Tweet die Nummer von Klicks, Retweets, Avatare von Retweetern und Reichweite deiner Tweets sehen kannst (einfach auf “analytics” klicken)

      Hoffe du testest Buffer mal, würd mich freuen zu hören, was du dazu denkst! :)

  2. OleS
    schrieb am 12. April 2011 um 10:40 Uhr (#)

    Naja, hört sich für mich irgendwie fast wie nen 1.4.-Projekt an. Sehe auch noch nicht so den wirklichen Mehrwert…

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 12. April 2011 um 10:47 Uhr (#)

    Ich glaube Ole, der Mehrwert erschließt sich nur Twitter-Intensivnutzern, besonders denen, die den Dienst beruflich/professionell einsetzen.

    Der Gelegenheitstwitterer, der 3 mal die Woche einen Tweet absetzt und damit völlig zufrieden ist, der sieht natürlich keinen Reiz in einem Scheduling-Tool.

  4. Bigzeroo
    schrieb am 12. April 2011 um 17:28 Uhr (#)

    Warum Geld bezahlen wenn man die gleiche Dienstleistung kostenlos bekommt? Nutze seit längerem “LaterBro.com” kann es nur empfehlen. Geeignet für Twitter und Facebook.

    1. Leo Widrich
      schrieb am 13. April 2011 um 11:07 Uhr (#)

      Hi Bigzeroo,

      Absolut, war selbst ein großer Fan von LaterBro für lange Zeit.

      Ich denke ein großer Unterschied zu Buffer ist, dass du Tweets nicht individuell planen musst. Du gibst sie einfach in den Buffer und die App nimmt dir die Arbeit ab.

      Lass mich wissen ob das einen Unterschied macht für dich.

      Vielen Dank für dein Kommentar :).

  5. Rico
    schrieb am 13. April 2011 um 08:14 Uhr (#)

    mein Favourit bleibt http://www.cotweet.com zum planen und abarbeiten von tweets in teams

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 13. April 2011 um 08:27 Uhr (#)

      CoTweet ist halt ein ganzes Stück komplexer.

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