Google Street View:
Vom Ende, das keines ist
Google würde Street View in Deutschland nicht weiterentwickeln wollen, heißt es gerade bei zahlreichen Onlinemedien. Doch Googles eigener Wortlaut legt einen anderen Schluss nahe.
Und in Bezug auf die deutschen Aktivitäten von Street View kursiert heute eine Nachricht, wonach der Internetgigant seinen Dienst in Deutschland nicht weiterentwickeln wolle. Die offenbar zuerst von Search Engine Land in Umlauf gebrachte Meldung auf Basis der Aussage eines Google-Sprechers besagt, dass in Deutschland keine weiteren Aufnahmen für Street View getätigt werden, sprich, dass weder Aktualisierungen des bestehenden Bildmaterials erfolgen (wie in anderen Ländern üblich), noch dass über die 20 bisherigen Street-View-Städte hinaus weitere Orte hinzukommen sollen.
Mittlerweile wurde die Meldung von zahlreichen Sites aufgegriffen (z.B. hier, hier, hier, hier oder via Google News).
Verständlich wäre dieser Schritt (und passt gut zu meinem Appell vom Sommer vergangenen Jahres, als die absurde öffentliche Diskussion um den Google-Dienst in Deutschland ihren Höhepunkt erreichte).
Doch es scheint, als wenn der Entwicklungsstopp von Street View hierzulande bei weitem nicht so eindeutig angekündigt wurde, wie es die momentane Berichterstattung suggeriert.
Googles Pressechef für die D-A-CH-Region sowie Nordeuropa Kay Oberbeck wies am Morgen per Twitter auf einen Blogbeitrag des Unternehmens aus dem Januar hin, in dem derzeit stattfindende Kamerafahrten für Googles Maps erläutert werden.
Entscheidend für die Beurteilung der tatsächlichen Haltung von Google zu seinem deutschen Street-View-Projekt ist der letzte Absatz des Postings:
“Deshalb wollten wir euch mitteilen, dass wir Ende März wieder in Deutschland fahren werden, um Google Maps zu verbessern. Es sind dieselben Autos, die wir auch für Street View genutzt haben – wir haben aber derzeit keine Pläne, die aufgenommenen Bilder in Street View darzustellen. Ihr findet den Fahrplan für unsere Fahrten hier. Wir werden ihn regelmäßig aktualisieren.”
Sofern es sich nicht nur um eine unglückliche Formulierung handelt, besagt dieses Statement (welches offenbar noch aktuell ist, sonst hätte es Oberbeck nicht heute nochmals getwittert), dass Google sehr wohl neue 3D-Bilder aufnimmt – die, wie ebenfalls in dem Beitrag erklärt wird, für die Verbesserung der Navigation in Google Maps fürs Handy benötigt werden.
Aktuelles Kartenmaterial, was sich auch für die Aktualisierung von Street-View-Straßenzügen eigne, wird demnach also durchaus gesammelt, aber momentan (!) ganz einfach nicht bei Street View implementiert.
In einem weiteren Tweet reagiert PR-Chef Oberbeck auf eine Frage, ob über die 20 Street-View-Städte hinaus neue Orte hinzukommen, mit folgender Aussage: “Zurzeit haben wir keine Pläne dafür. Schwerpunkt liegt derzeit auf Verbesserung des Kartenmaterials.”
Meine Interpretation: Im Moment will Google in Deutschland keine neuen Konflikte in Bezug auf Street View vom Zaun brechen und wahrscheinlich erst einmal abwarten, wie es Microsoft hinsichtlich Streetside ergeht. Die Fahrten zur Verbesserung des bestehenden Kartenmaterials laufen jedoch. Aktuell fließen die Aufnahmen lediglich in die Verfeinerung von Google Maps, stehen aber zur Verfügung, falls es in einigen Monaten doch zu einer Neuauflage von Street View kommt.















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Das ist eine der wunderbarsten Bestätigungen durch Dementi, die ich je gelesen habe. Ja, wir lassen noch GSW Autos durch Deutschland fahren. Nein, wir werden diese Daten nicht nutzen, um GSW zu aktualisieren. Nein, wir werden nach den ersten 20 Städten keine weiteren Städte mehr freischalten.
Google läßt GSW Deutschland erst mal auf dem Status Quo vor sich hin bitrotten und wartet, wie doll MS für Streetside auf das Maul kriegt. Wir reden über IT – Stillstand ist Rückschritt und Verfall. Unterdessen bringt es tarzun in http://tarzun.de/archives…tz-im-Jahr-2011.html besser auf den Punkt, was mit den deutschen Datenschützern so nicht stimmt.
“Wir haben aber derzeit keine Pläne, die aufgenommenen Bilder in Street View darzustellen.” Wage ich zu bezweifeln. ;-) Aber dummerweise scheint dies die einzig probate PR-Taktik, um dem sinnfreien Aufbegehren der dauernörgelnden, deutschen Herrenmenschen gerecht zu werden.
Die müssen erst einmal beschwichtigt werden, wollen stets informiert sein und immer und jederzeit Einspruchsmöglichkeiten haben. Am Besten trifft es doch da die Bezeichnung der “kleinen deutschen Zwerge” in http://reisecharts.de/201…hre-virtuelle-reise/
Was Bing und dessen Streetside anbelangt, so hat ja Google zumindest bei diesem Thema schon Pionierarbeit geleistet und so wird die mediale Datenschutz-Keule auf Bing meiner Meinung nach nicht so hart einschlagen. Ob der Dienst dann aber letzten Endes mehr Neues und Qualität als GSW bietet, darf sicherlich mehr als bezweifelt werden.