Seedcamp kommt nach Berlin:
Acht D-A-CH-Startups sind dabei

In der nächsten Woche macht Seedcamp Halt in Berlin und gibt 20 ambitionierten Startups die Möglichkeit, ihre Ideen zu präsentieren und um die Unterstützung der Seed-Investoren zu kämpfen. Acht junge Projekte aus dem deutschsprachigen Raum sind dabei.

Seedcamp ist Europas wohl bekanntester und einflussreichster Startup-Inkubator. Mehrmals pro Jahr veranstalten die Londoner, die mit Seedsummit kürzlich auch eine Plattform für Gründer, Angel- und Seedinvestoren gelauncht haben, Startup-Events in verschiedensten Städten des Kontinents (und auch außerhalb wie im Sommer 2010 in Johannesburg). Bei diesen Veranstaltungen treffen jeweils 20 an einem Seed-Investment und Kontakten interessierte Jungunternehmen mit Webfokus auf Kapitalgeber, Entwickler und Branchenkenner.

Eine Expertenjury wählt anschließend die vielversprechendsten Projekte aus, die ein dreimonatiges Mentoring in London, Zugang zum Seedcamp-Netzwerk sowie bis zu 50.000 Euro Startkapital erhalten. Im Gegenzug sichert sich Seedcamp zwischen acht und zehn Prozent der Unternehmensanteile. Auch deutsche Investoren haben in den an die Sieger-Startups zu verteilenden Fonds eingezahlt.

Am nächsten Donnerstag macht Seedcamp Station in Berlin und ruft 20 ambitionierte Gründerteams aus dem europäischen Raum auf, in jeweils fünf Minuten ihre Konzepte zu präsentieren.

Gestern wurden die Namen der teilnehmenden Startups bekannt gegeben. Als Blog mit einem Schwerpunkt auf Onlinediensten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werfen wir im Folgenden einen Blick auf die acht Protagonisten aus den drei Ländern, die sich am 14. April dem kritischen Auge der Seedcamp-Jury stellen:

Hojoki

Hojoki stammt aus dem sächsischen Chemnitz und bastelt an einer Aktivitätsstreams-zentrierten Produktivitäts- und Kollaborations-Plattform, die sich mit anderen Kommunikations- und Office-Tools wie z.b. Google Docs verknüpfen lässt. Seit einigen Tagen steht der Service in einer geschlossenen Alpha-Version bereit.

La Distribution

La Distribution hat seine Wurzeln nicht in Frankreich sondern in der deutschen Hauptstadt. Das Startup stellt eine Lösung für einen einfach zu handhabenden persönlichen Web-Server bereit, auf dem Anwender analog zum von gängigen Smartphone-Betriebssystemen gewohnten Verfahren Applikationen installieren können. Der Service sieht sich als das “iPhone der Web-Server” oder alternativ als das “Ubuntu der Web-Applikationen”. Die Software zum Selbsthosting steht schon zur Verfügung, eine gehostete Variante kurz vor dem Beta-Launch.

Quantter

Quantter kommt aus Zürich und richtet sich an Prokrastinierer, die Schwierigkeiten mit der Selbstdisziplin haben sowie an alle, die sich bei bestimmten Aufgaben über die Unterstützung ihrer Freunde freuen. Quantter-Nutzer tracken ihre jeweilige Aktivität, können sich von ihren Twitter-Followern anfeuern lassen und erhalten Abzeichen für ihren Fortschritt. Die Site erfordert einen Login über Twitter und ist bereits frei zugänglich.

Runashop

Runashop hat seinen Sitz in Berlin und erlaubt Betreibern von Websites das Erstellen eines Online-Shops. Die Besonderheit: Statt eigene Produkte anzubieten, integriert man stattdessen die Güter von anderen Shops. Wer etwas verkauft, erhält Affiliate-Einnahmen. Shops bekommen eine Subdomain bei Runashop, können unter eigenen Domains laufen sowie durch Widgets in Blogs und Foren eingebunden werden. Der Dienst ist bereits für jeden zugänglich.

SociallyPay

Das im Alpha-Zustand befindliche SociallyPay aus Zürich verspricht Usern einen Weg, um mit einem Klick online Produkte oder Dienste erwerben zu können. Dazu verknüpft es persönliche Twitter- oder Facebook-Konten mit einem Zahlungsanbieter wie PayPal. Anschließend können Bestellungen mit einem Klick über die Twitter- oder Facebook-Identität durchgeführt werden.

The Efficient Cloud

The Efficient Cloud ist das einzige österreichische Startup in dieser Seedcamp-Runde. Die Wiener betreiben eine Platform-as-a-Service-Technologie für Hostinganbieter und versprechen diesen, durch die angebotene Virtualisierungslösung eine effizientere Serverausnutzung zu erreichen.

Veodin

Veodin aus Berlin entwickelt eine Software namens Veodin Efficiency, die den rund 500 Millionen beruflichen Windows-Nutzern weltweit dabei helfen soll, bei ihrer Arbeit Zeit zu sparen, indem häufig praktizierte Tätigkeiten optimiert werden. Veodin Efficiency wacht im Hintergrund über durchgeführte Aktivitäten und weist hartnäckig auf Verbesserungspotenzial wie z.B. den Einsatz von Tastenkombinationen statt Mausklicks oder das Erstellen von Ordern-Verknüpfungen hin.

BonusBox

BonusBox befindet sich derzeit in privater Beta-Phase und gibt sich auf seiner Facebook-Seite wortkarg. Laut Seedcamp-Kurzbeschreibung entwickelt das Unternehmen eine White-Label-Lösung für von (Online-)Händlern integrierbare Treueprogramme. Auffällig ist, dass der Dienst weder bonusbox.de noch bonusbox.com besitzt und dass auf bonusbox.com ein sehr ähnliches Produkt angekündigt wird, welches jedoch nicht von den Berlinern zu stammen scheint. Update: Paul Gebhardt von BonusBox hat uns gemailt: Der Dienst setzt auf die Domain bonusbox.me, fokussiert sich aber ausschließlich auf Facebook als primäres Ökosystem für das Produkt. Deshalb fungiert die Facebook Page auch als zentrale Anlaufsstelle.

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