Sieben Monate nach dem Launch:
TwentyFeet lässt tief blicken

Bei TwentyFeet können Nutzer Statistiken und Kennzahlen zu ihren Social-Web-Accounts abrufen. Bei uns gibt der vor sieben Monaten gestartete Dienst aus Wiesbaden jetzt Einblicke in die bisherige Entwicklung.

Gut sieben Monate ist es jetzt her, dass wir euch TwentyFeet vorgestellt haben, ein Startup aus Wiesbaden, das Statistiken und Kennzahlen rund um persönliche Social-Web-Konten bereitstellt. Der Service richtet sich sowohl an Privat- als auch Profi-Nutzer, die einen kompakten und stetig aktuellen Überblick über die Zahl ihrer Follower, Retweets, Zitierungen, Likes etc. behalten möchten.

In der kostenlosen Basisversion erlaubt TwentyFeet das Monitoring eines Twitter- und eines Facebook-Kontos. Wer mehr Konten bei den zwei Diensten tracken oder auch ein Auge auf YouTube-, bit.ly-, Google-Analytics- oder MySpace-Accounts werfen will, zahlt jeweils 2,49 Dollar (etwa 1,75 Euro) pro Jahr und angeschlossenem Account.

Im Rahmen unserer inoffiziellen “Startups machen sich nackig”-Reihe haben wir bei den Wiesbadenern nachgefragt, wie sich die Site innerhalb des vergangenen halben Jahres entwickelt hat. Absolute Nutzerzahlen wollte Mitgründer Martin Seibert zwar nicht nennen, gewährte uns aber dennoch tiefe Einblicke in Bezug auf den Fortschritt von TwentyFeet:

  • In den letzten 30 Tagen haben sich 1.976 Nutzer bei TwentyFeet registriert
  • Die Konversionsrate von Gratis-Nutzern zu Anwendern, die mindestens ein kostenpflichtiges Konto tracken, liegt bei zwei Prozent. Ergo: Zwei Prozent aller TwentyFeet-User haben sich schon einmal für das Monitoring von mindestens einem kostenpflichtigen Account entschieden.
  • Die Konversionsrate von Gratis-Konten zu kostenpflichtigen Konten liegt bei acht Prozent. Ergo: Für acht Prozent aller über TwentyFeet überwachten Accounts zahlen Anwender.
  • Der durchschnittliche Umsatz pro Käufer beträgt 20 Dollar.

Obwohl TwentyFeet eigentlich die USA als Kernmarkt anvisiert hatte, kam bis Anfang des Jahres die Mehrheit der Nutzer aus Deutschland. Martin Seibert führt dies vor allem auf die fehlende physische Präsenz auf der anderen Seite des Atlantiks zurück. “Die Leute, die einen persönlich kennen, tragen die eigenen Informationen einfach besser und mit mehr Enthusiasmus weiter als unbekannte Dritte”, so der Webunternehmer, der die Frage in den Raum stellt, ob andere DACH-Startups auf der anderen Seite des Atlantiks ähnliche Erfahrungen gemacht haben?

In den vergangen 30 Tagen jedoch veränderte sich das Bild: 41,2 Prozent der Neunutzer dieser Periode stammen aus den USA, gefolgt von Deutschland (15,4 Prozent), Brasilien (9,4 Prozent), Großbritannien (8,1 Prozent) und Kanada (7,9 Prozent). Obwohl TwentyFeet bisher (abgesehen von einem Tweet von Robert Scoble) nicht von den führenden US-Techblogs thematisiert wurde, scheinen also Netzwerkeffekte langsam auch außerhalb von Deutschland zum Tragen zu kommen. Der vergleichsweise große Anteil neuer Nutzer aus Brasilien ist nach den Worten von Martin Seibert die Folge eines einzigen Beitrags in einem brasilianischen Blog.

44,4 Prozent aller mit TwentyFeet überwachten Accounts stammen von Facebook, 37,2 Prozent von Twitter, 9,6 Prozent von Google Analytics, 4,6 Prozent von YouTube, 3,6 Prozent von bit.ly und bescheidene 0,5 Prozent von MySpace – ein weiteres Indiz für die heutige Irrelevanz des einstigen Community-Marktführers.

Was Marketingmaßnahmen betrifft, haben sich die zwei TwentyFeet-Gründer primär auf persönliche Empfehlungen über Twitter beschränkt: “Wenn wir bei Twitter jemandem, der nach einem Tool wie TwentyFeet sucht, einen @reply schicken, gibt’s eigentlich immer positive Rückmeldung und
Dank. Aber natürlich skaliert das nicht”, so Martin Seibert. Sehr effektiv für die Neunutzergenerierung sei seiner Aussage nach auch eine Kurzusammenfassung der TwentyFeet-Woche als Tweet.

Mit dem Ergebnis einer Facebook-Werbebuchung mit einem Budget von 250 Dollar ist Seibert zufrieden, eine Werbeschaltung bei der Echtzeit-Suchmaschine socialmention.com verlief hingegen enttäuschend. Seit neuestem testen die Wiesbadener auch Bannerschaltungen über Google – mit initial positiven Resultaten.

Martin Seibert gibt offen zu, dass er und sein Co-Founder Paul Herwarth sich ein schnelleres und stärkeres Nutzerwachstum gewünscht hätten. Gleichzeitig merkt er an, dass das qualitative Feedback kaum besser hätte ausfallen können. Eine Aussage wie “Ich interessiere mich nicht für Statistiken. Euer Dienst ist langweilig für mich” zählt daher schon zu den negativsten Kommentaren zu TwentyFeet.

Die Aufmerksamkeit erhöhen sowie die Konversion vorantreiben sollen für die Zukunft vor allem die Integration weiterer Dienste, wobei MailChimp, LinkedIn und WordPress hier hohe Priorität haben. Die Entwicklung einer iPhone- und Android-App würde das TwentyFeet-Team gerne von einem externen Entwickler in eigener Verantwortung erledigen lassen (Interessenten sollen sich gerne bei den Gründern melden).

Aus wirtschaftlicher Sicht ist der Betrieb von TwentyFeet, das als Tochtergesellschaft der Internetagentur //SEIBERT/MEDIA betrieben wird, laut Martin Seibert bisher nicht attraktiv. An den bisherigen Konditionen für Gratisnutzer werde sich aber nichts ändern, versichert er. Stattdessen sollen zusätzliche kostenpflichtige Features hinzukommen.

Link: TwentyFeet

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2 Kommentare

  1. imfartookind
    schrieb am 5. April 2011 um 14:51 Uhr (#)

    Leider kenn ich mich nicht mit den technischen Begebenheiten/Möglichkeiten aus, aber ich denke eine Facebook Connect bzw. direkte Twitter Anbindung durch Log-In mit den bereits vorhandenen Kontendaten wäre hier der Schlüssel zum Erfolg.

  2. Paul Herwarth von Bittenfeld
    schrieb am 5. April 2011 um 21:53 Uhr (#)

    Hallo imfartookind,

    seit Anfang des Jahres ist es bei TwentyFeet möglich, sich mit einem Twitter- oder Facebook-Account zu registrieren und dann auch die Anmeldung über diese Accounts zu tätigen. Wir sehen es auch als sehr wichtig an, die Hürde beim Einstieg in die Nutzung der Software so gering wie möglich zu halten.

    Viele Grüße
    Paul Herwarth
    TwentyFeet

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