Like.fm:
Eine schlanke Version von Last.fm

Der junge US-Dienst Like.fm ermöglicht es Nutzern, automatisch ihre Hörgewohnheiten aufzuzeichnen und Musikempfehlungen von Freunden zu erhalten. Parallelen zu Last.fm sind offensichtlich, manches macht Like.fm aber anders (und besser).

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Obwohl ich noch immer tagtäglich mit Last.fm meine Musikhörgewohnheiten protokolliere, also Last.fm die von mir angehörten Titel aufzeichnen lasse, warte ich schon länger auf eine Alternative – denn irgendwie habe ich den Eindruck, keinen wirklichen Mehrwert aus meiner Last.fm-Nutzung zu erhalten. Primär zurückzuführen ist dies wahrscheinlich darauf, dass nur (noch) wenige Personen aus meinem engeren Kontaktnetzwerk den nicht unbedingt aufblühenden Londoner Musikdienst aktiv verwenden.

Doch wie genial wäre es, wenn es einem jungen, unbefangenen Startup gelänge, die Idee eines um die eigenen Musikpräferenzen drehenden Social-Web-Dienstes neu zu beleben, einen ordentlichen Hype zu initiieren und sukzessive alle eigenen Freunde und Webkontakte dort zu versammeln? Ich für meinen Teil bin stets interessiert zu erfahren, welche Musik meine Bekannten hören, und tausche mich gerne mit ihnen über aktuelle Favoriten und zeitlose Highlights aus.

Der neue US-Dienst Like.fm könnte meinen Wunsch erfüllen. Der vom bekannten Silicon-Valley-Inkubator Y Combinator mit Kapital ausgestattete Service des Entwicklers Chris Chen erlaubt es Usern ähnlich wie Last.fm, mit Hilfe eines Desktop-Clients (momentan nur Windows Windows & Mac) über lokale Musiksoftware wie Winamp, iTunes oder Windows Media Player abgespielte Titel auf Basis von in der jeweiligen Datei enthaltenen Meta-Informationen zu identifizieren und auf dem persönlichen Nutzerprofil aufzulisten.

Anders als das britische Vorbild berücksichtigt Like.fm jedoch auch bei einschlägigen Onlinediensten wie YouTube, Grooveshark, Pandora oder Rdio gestreamte Songs (erst Greasemonkey-Scripte ermöglichen dies partiell auch für Last.fm). Dazu bietet es eine Browser-Erweiterung für Chrome, Firefox und Safari.

Was mir bei Like.fm sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass das Tracking der persönlichen Hörgewohnheiten den Kern der Site darstellt und sich alle anderen Funktionen daran ausrichten – Last.fm als eher umfangreiches Social Network für Musikfreunde wirkt im Vergleich deutlich aufgeblähter, wenn nicht gar überladen.

Keine wirkliche Überraschung aber in diesem Fall sehr willkommen ist die Option zum Folgen der Streams anderer Nutzer (auch wenn Like.fm das Auffinden anderer Anwender nicht gerade einfach macht und beispielsweise keinen Twitter-Abgleich erlaubt). Denn natürlich will Like.fm-Chef Chris Chen Musikfreunden dabei helfen, über die gehörten Stücke anderer Mitglieder unbekannte musikalische Highlights zu entdecken.

Jeder angehörte Titel kann mit einem kurzen Review versehen sowie in Form eines YouTube-Videos direkt auf der Like.fm-Website angehört werden. Mit der Auto-Play-Funktion kann aus dem eigenen Stream so auch eine personalisierte, kontinuierliche Radiostation generiert werden.

Like.fm wirkt an der ein oder anderen Stelle noch etwas unfertig, was bei einem jungen Ein-Mann-Startup auch nicht verwunderlich ist. Das Grundkonzept steht aber und sagt mir sehr zu. Ganz aufgeben muss man Last.fm auch im Falle eines Like.fm-Einsatzes nicht – denn der Dienst kann die über den Desktop-Client und die Browser-Erweiterung getrackten Titel automatisch bei Last.fm “scrobbeln” (so nennt sich bei den Britten das Mitschneiden der Hörgewohnheiten).

Mein Profil findet ihr hier. Asthon Kutcher ist natürlich auch schon da (allerdings noch nicht sonderlich aktiv).

Ob Last.fm sich an der Namensähnlichkeit stören wird, bleibt abzuwarten – gleiches gilt dafür, inwieweit der Service nachhaltiges Wachstumspotenzial hat. Ich persönlich fände es erfreulich! Viele aktive Anwender sind dafür jedoch Voraussetzung.

Wenn ich das nächste Mal bei YouTube heimlich ein Justin-Bieber-Video schaue, denke ich hoffentlich daran, Like.fm zu deaktivieren…

Link: Like.fm

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8 Kommentare

  1. mh
    schrieb am 8. März 2011 um 13:24 Uhr (#)

    gefällt mir ziemlich gut, auch wenn die website noch etwas creepy ist.

    gescrobbelt werden auch interviews und podcasts, was mir schon immer wichtig war und die verbindung mit last.fm macht den umstieg besonders schmackhaft, denn schlussendlich wird man, selbst wenn like.fm scheitert, ohne verluste zu haben nach last.fm zurückkehren können.

    das ding könnte die lücke zwischen last.fm und blip.fm schließen, in die mich gerne setzen würde. <3

    mfg
    mh

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 8. März 2011 um 13:27 Uhr (#)

    Dann sind wir schon mal zwei!

  3. Matze
    schrieb am 8. März 2011 um 14:32 Uhr (#)

    Es gibt übrigens auch einen offiziellen OSX Client ;)

    http://like.fm/download/desktop/mac

  4. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 8. März 2011 um 14:35 Uhr (#)

    Sehr schön danke, hatte ich übersehen.

  5. Ivo Mynttinen
    schrieb am 8. März 2011 um 18:22 Uhr (#)

    Sofern die Statistiken von Last.fm beim Wechsel übernommen werden (sollte ja dank api kein Problem darstellen) UND die Like.fm Seite überarbeitet wird würde ich ernsthaft über einen Wechsel nachdenken.

  6. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 8. März 2011 um 18:54 Uhr (#)

    Deine Designs sehen gut aus – meld dich doch einfach mal bei Chris Chen von Like.fm – vielleicht wird ja nen Auftrag daraus ;)

  7. René Fischer
    schrieb am 9. März 2011 um 06:21 Uhr (#)

    Sehr spannend. Bin gerade an einer anderen Stelle im Web darüber gestolpert und hab mich registriert :)

  8. tm78654
    schrieb am 9. März 2011 um 09:56 Uhr (#)

    Macht einen sehr guten Eindruck. Von der Registrierung über die Installation bis hin zur Konfiguration war alles sehr gradlinig aufgebaut und gut verpackt. Danke für die Vorstellung des Dienstes. +1 ;)

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