Wappwolf-Relaunch:
Das “ifttt für Dateien”

Wappwolf bietet automatisierte Workflows in der Cloud. Nach einem Relaunch sieht sich der Dienst als eine Art “ifttt für Dateien”.

Reinhören in die Zukunft. — Radio neu denken. Master werden neben dem Beruf. Mit dem E-Learning-Studiengang ONLINE RADIO vernetzt studieren. produzieren. senden. — Textanzeige

Die Verpackung, Benutzerführung und Usability eines Onlinedienstes kann dramatische Auswirkungen auf die Wahrnehmung und Akzeptanz bei den Anwendern haben. Die Reaktionen der User bei zwei in ihren Kernfunktionen völlig identischen Services mag mitunter komplett unterschiedlich ausfallen, und das allein aufgrund von Diskrepanzen im Design und der Struktur. Das heißt auch, dass es bei einem existierenden Dienst ausreichen kann, das äußerliche Erscheinungsbild und die Website umzubauen, um bei der Zielgruppe für ein ganz anderes Anwendungserlebnis zu sorgen.

Dass dies so ist, verdeutlicht der jüngste Relaunch des österreichischen Startups Wappwolf, über das wir im Herbst vergangenen Jahres berichteten. Der Service aus Wien will Usern dabei helfen, regelmäßig praktizierte digitale Prozesse zu automatisieren. Im Mittelpunkt stehen beliebige Dateien, mit denen verschiedenste Aktionen möglich sind. Wappwolf möchte Entwickler dazu bewegen, Apps bereitzustellen, um die Vielfalt der einsetzbaren Workflows zu erhöhen.

In meinem Review attestierte ich Wappwolf Potential, kritisierte jedoch die hakelige und nicht gerade intuitive Bedienung.

Heute nun erhielten wir eine Mail der Wappwolf-Macher mit dem Hinweis, dass der Dienst seine Oberfläche überarbeitet habe. “Wappwolf soll das ifttt für Dateien sein”, hieß es abschließen. Über den aus San Francisco stammenden Service ifttt, der Nutzern das Verknüpfen von verschiedenen im Internet existierenden und bei spezifischen Anwendungen angebotenen Funktionalitäten erlaubt, berichteten wir Anfang Februar. Euren Reaktionen nach zu urteilen traf der eigenwillig bezeichnete Dienst einen Nerv.

Dem Wappwolf-Team scheint die Begeisterung der Netzgemeinde über ifttt nicht entgangen zu sein, weshalb es sich entschloss, den eigenen, vom Ansatz her nicht unähnlichen Service an die ifttt-Benutzerführung anzulehnen und unnötigen grafischen Ballast über Bord zu werfen.

Ab sofort ist die Erstellung eines Workflows bei dem noch im Alpha-Stadium befindlichen Onlinedienst kein kompliziertes Unterfangen mehr: Anwender betätigen die “Create your own action”-Schaltfläche, wählen aus dem verfügbaren App-Katalog eine Aktion (z.B. QR-Code erstellen oder Grafik konvertieren) und anschließend, was mit der daraus resultierenden Datei geschehen soll (z.B. Speichern bei Dropbox oder Upload bei Facebook). Es lassen sich auch mehrere Aktionen und mehrere Zielprozesse wählen.

Im direkten Vergleich mit ifttt (den sich Wappwolf nun natürlich gefallen lassen muss) wird deutlich, dass die Österreicher noch ein Stück Arbeit vor sich haben, um ein ähnlich schnittiges, komfortables und fehlerfrei arbeitendes Interface präsentieren zu können, wie es das in geschlossener Beta-Phase befindliche US-Vorbild aufweist. Und noch immer werden nur relativ wenige Apps angeboten.

Dennoch ist es bemerkenswert, welchen Unterschied ein andersartiger Aufbau der Website machen kann – denn das Grundprinzip von Wappwolf hat sich nicht geändert. Durch die optische Annäherung an ifttt wird sich das Wiener Startup nun womöglich Vorwürfe gefallen lassen müssen, eine ifttt-Copycat zu sein (was insofern nicht stimmt, als dass Wappwolf vorher da war).

Entsprechend wichtig ist es für das junge Unternehmen, die Tatsache hervorzuheben, dass bei Wappwolf stets eine Datei (die entweder per Browser- oder E-Mail-Upload importiert wird) im Mittelpunkt steht, während sich bei ifttt alles um Informationen und Ereignisse aus dem Netz dreht.

Mit der neuen Optik und Heranführung der User an das Wappwolf-Prinzip dürfte es dem Dienst deutlich leichter fallen, Nutzern die Funktionweise zu vermitteln. Das ist ein wichtiger erster Schritt. Nun gilt es, der Oberfläche den notwendigen Feinschliff zu geben und möglichst schnell viele neue Apps und Aktionen bereitzustellen.

Link: Wappwolf

Mehr lesen

Linkwertig: Religion, Panorama, IFTTT, 28c3

6.1.2012, 0 KommentareLinkwertig:
Religion, Panorama, IFTTT, 28c3

Filesharer bekommen in Schweden den Status einer religiösen Gemeinschaft, Cory Doctorow beim Chaos Communication Congress und mehr.

So viele Onlinedienste, so wenig Zeit: 8 Apps, die mich gerade beschäftigen

23.11.2011, 5 KommentareSo viele Onlinedienste, so wenig Zeit:
8 Apps, die mich gerade beschäftigen

Einer schier unendlichen Zahl an Onlinediensten und Apps steht ein unveränderliches Zeitbudget der Nutzer gegenüber. Acht Anwendungen ist es trotzdem gelungen, in letzter Zeit die Aufmerksamkeit des Autors auf sich zu lenken.

\

16.11.2011, 8 Kommentare"Digitales Klebeband":
5 sinnvolle Wege, um ifttt zu nutzen

Mit ifttt lassen sich Onlinedienste und Webfunktionen miteinander verknüpfen. Sinnvolle Kombinationen zu finden, kann jedoch einige Zeit dauern. Hier sind fünf Vorschläge.

DropboxAutomator: Wie Wappwolf eine Medienlawine  ins Rollen brachte

3.1.2012, 0 KommentareDropboxAutomator:
Wie Wappwolf eine Medienlawine ins Rollen brachte

Lange mangelte es dem Wiener Startup Wappwolf an einem klaren Profil und einem verständlichen Nutzerversprechen. Mit DropboxAutomator liefert es dies - und kann sich schlagartig über eine enorme Medienaufmerksamkeit freuen.

Automatisierung von digitalen Prozessen: Wappwolf verarbeitet  Dateien aus Dropbox

29.11.2011, 0 KommentareAutomatisierung von digitalen Prozessen:
Wappwolf verarbeitet Dateien aus Dropbox

Das aus Österreich stammende, seit kurzem im Silicon Valley beheimatete Startup Wappwolf erlaubt das automatisierte Verarbeiten von Dateien. Ab sofort funktioniert dies auch für Dropbox.

Wappwolf: Wiener Startup zieht ins Silicon Valley

27.7.2011, 3 KommentareWappwolf:
Wiener Startup zieht ins Silicon Valley

Wappwolf will häufig durchgeführte Arbeitsprozesse mit Hilfe von zu Workflows verbundenen Apps in der Cloud automatisieren. Um besseren Zugang zu Kapital zu erhalten, verlagert das Startup aus Wien sein Hauptquartier ins Silicon Valley.

3 Kommentare

  1. Michael Eisler
    schrieb am 4. März 2011 um 02:51 Uhr (#)

    Hallo Zusammen! In den letzten Monaten haben wir uns in der Tat sehr bemüht das user-Erlebnis zu verbessern und wir werden noch einige Möglichkeiten für den input-to-wappwolf schaffen wie bspw. eine iPhone/Android App.

    Die Suche nach den geeigneten use-cases für die Leute gestaltet sich problematisch, da wir uns vorerst auf wenige workflows/actions konzentrieren möchten und dafür dann auch die Applikationen dahinter forcieren und gestalten möchten.

    Was würde also der netzwertig-Gemeinde gefallen, wenn Wappwolf dafür den automatischen Workflow bereitstellen würden?

    LG Michael Eisler
    very proud Co-Founder of Wappwolf

  2. Harald
    schrieb am 4. März 2011 um 08:06 Uhr (#)

    hallo Wolf Pack!
    wir bemühen uns sehr Wappwolf einfacher zu machen und wir denk dass das mit der neuen Optik ganz gut gelingt.
    Trotzdem gilt es jetzt vor allem die Plattform von den Features her abzurunden, was in den kommenden zwei Monaten soweit sein wird.

    Und am Henne-Ei Problem sind wir dran.
    Viele viele Apps zum Zusammenbauen von vielen hilfreichen Usecases. Da brauchen wir auch die Hilfe und das Feedback der Community. bitte auf dem appideas Forum posten.

    Es fehlt uns auch noch eine Headline oder ein Claim wo Wappwolf in einem Satz klar beschrieben wird.

    Es gibt da viele Varianten von:
    Connecting apps to flow
    IN-ACT-OUT
    bis zur Datingplattform for applications & files

    Wer hat eine Idee für einen griffigen Claim?

    Eine Frage am Ende? Macht es für euch Sinn die Plattform als Beta closed zu halten? Oder ist das Invitation Prinzip schon ausgelutscht?

    Danke für Euer Feedback
    lg
    Harald Weiss
    CFO Wappwolf

  3. Michael Eisler
    schrieb am 16. Mai 2011 um 10:44 Uhr (#)

    capital stock to $270,000 and up to $500,000 with next pre-Series-A round in Aug/2011 http://bit.ly/murYke @WAPPWOLF

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.