SpotCloud:
Marktplatz für ungenutzte
Cloud-Kapazitäten

Der kanadische Dienst SpotCloud erlaubt es Unternehmen mit ungenutzten Rechenkapazitäten, diese anonym im Auktionsverfahren an kurzfristige Nachfrager auszulagern – ein spannender Ansatz!

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Marktplätze gibt es im Internet wie Sand an mehr. Der eine hat Produkte oder Dienstleistungen anzubieten, die der andere nachfragt. Manchmal werden auch einfach nur Ressourcen gehandelt, die beim Anbieter im Überschuss vorhanden, beim Nachfrager jedoch knapp sind. Dies trifft zum Beispiel auf Cloud-Computing-Dienste wie Amazon Web Services, Microsoft Azure oder Google App Engine zu. Dort bieten die Webriesen freie Rechenkapazität auf ihren Servern an, die von Unternehmen und Entwicklern gegen eine nutzungsabhängige Gebühr in Anspruch genommen werden kann.

Der Economist berichtete gerade über SpotCloud, einen faszinierenden neuen Service des kanadischen Unternehmens Enomaly. SpotCloud bezeichnet sich als der weltweit erste Spotmarkt für Cloud Computing.

Auf der Plattform können Firmen mit eigenen Datenzentren ungenutzte Rechenleistungen (mindestens 500 Gigabyte) feil bieten. Interessenten, die kurzfristig auf der Suche nach mehr Computerpower sind, können sich diese Kapazität in einem Auktionsprozess sichern. SpotCloud zweigt sich als Mittler eine Provision zwischen zehn und 30 Prozent ab.

Eine Besonderheit von SpotCloud ist die Anonymität der Anbieter von Computing-Ressourcen. Dadurch wollen die Kanadier erreichen, dass z.B. Webhoster oder Cloud-Storage-Anbieter ungenutzte Kapazitäten vergünstigt anbieten können, ohne so ihr eigenes Geschäfts zu kannibalisieren und die eigene Marke zu beschädigen.

Der Economist-Artikel erklärt, wie SpotCloud für seinen Dienst selbst auf die Infrastruktur des Cloud-Computing-Providers Google App Engine setzt, statt einen eigenen Serverpark zur Abwicklung der Geschäfte und Vermittlung der Rechenressourcen zu verwenden. Die Virtual Machine des Käufers von Cloudleistung wird bei Google App Engine zwischengelagert und dann an die Server des Verkäufers übermittelt.

Der im Kontext von Cloud Computing am häufigsten angebrachte Kritikpunkt zielt auf Sicherheitsrisiken ab. Während das Ablegen und Prozessieren von kritischen Daten bei einem seriösen, namhaften Cloud-Anbieter eine einmalige Überwindung benötigt, erfordert es mitunter mehr Mut, dies auf den Servern eines unbekannten, über SpotCloud vermittelten Unternehmens durchzuführen.

Eine gewisse Parallele lässt sich zum Schweizer Speicherdienst Wuala ziehen, bei dem die von Anwendern in der Cloud abgelegten Dateien auf Rechnern anderer Nutzer gelagert werden. Allerdings geschieht dies verschlüsselt, zudem werden die Dateien in viele Einzelteile zerlegt.

Wer hingegen Rechenkapazität via SpotCloud erwirbt, muss zumindest damit rechnen, dass der einem namentlich unbekannte Computing-Provider Einblick in die verarbeiteten Daten erhält. Firmen, die jedoch simple Cloud-Jobs mit geringer Sensibilität hinsichtlich Datensicherheit und -schutz durchführen wollen, können dies mit SpotCloud zu besonders geringen Kosten erledigen.

Lässt man die Sicherheitsfrage einmal außer Acht, macht die Idee von SpotCloud den Eindruck eines ressourcenschonenden und nachhaltigen Systems, um die vorhandenen Rechenkapazitäten dieser Welt besser und effizienter zu nutzen. Jeder Server verursacht Emissionen und verbraucht Strom, von der Herstellung über die Betrieb bis hin zur Verschrottung. Konzepte, um vorhandene Leistung besser auszulasten, sind daher nur zu begrüßen. Ob das von SpotCloud entwickelte am Ende funktioniert, werden wir bald wissen.

Link: SpotCloud

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1 Kommentar

  1. Patrick
    schrieb am 4. März 2011 um 10:34 Uhr (#)

    Würde auch gerade in der computergestützten Forschung Sinn machen, da es dort keine datenschutzrechtlichen Bedenken gibt und leicht Kosten im 5-stelligen Bereich pro Monat anfallen.

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