LikeALittle & blicKlick:
Uni-Flirts in Echtzeit

Universitäten sind ein Eldorado für Flirtwillige. Der US-Dienst LikeALittle will mit seiner Echtzeit-Flirtplattform im Twitter-Stil die Kontaktaufnahme erleichtern. Eine Schweizer Adaption steht bereits in den Startlöchern.

Universitäten und Hochschulen bieten paradiesische Verhältnisse für alle, die gerne flirten: Die Auswahl an potentiellen Kandidaten und Kandidatinnen für zukünftige Dates ist groß, der Anteil der fest Liierten liegt altersbedingt noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und zahlreiche Veranstaltungen außerhalb des Kursplans bieten wiederholte Gelegenheit, mit der oder dem Angebetete(n) Kontakt aufzunehmen.

Für alle Schüchternen, die sich zwar gerne mit einer Kommilitonin oder einem Kommilitonen verabreden würden, aber nicht den Mut dafür aufbringen, naht in Form einer neuen Internetidee Hilfe:

Kollege Jan Rothenberger berichtet bei startwerk.ch, unserem Schwesterblog rund um die Schweizer Gründerszene, über den US-Dienst LikeAlittle sowie die in den Startlöchern stehende Schweizer Adaption blicKlick.

Das Konzept: Nutzer können auf einer Hochschul-spezifischen virtuellen Pinnwand beschreiben, welche Person in ihrer Umgebung sie attraktiv finden, und diese Nachricht in Echtzeit veröffentlichten. Mitstudenten können einzelne Einträge kommentieren und bei der Identifizierung oder Kontaktanbahnung mithelfen – oder sich als die beschriebene Person zu erkennen geben, womit das Eis gebrochen sein dürfte.

LikeALitte, das von drei Stanford-Studenten entwickelt und Ende Oktober 2010 gelauncht wurde, erfordert keine vorherige Registrierung. Für jeden Eintrag müssen User angeben, ob sie eine Frau oder einen Mann im Blick haben, die Haarfarbe beschreiben sowie den Ort nennen, an dem sie sich befinden (z.B. Aula). Wie das in der Praxis aussieht, illustriert zum Beispiel die LikeALittle-Version für die Stanford University.

Die größte Herausforderung des Konzepts liegt in der Skalierbarkeit. Zumindest wenn die Einstiegsbarrieren gering gehalten werden sollen und deshalb auf eine Registrierungspflicht verzichtet wird, steigt mit der zunehmenden Popularität eines solchen Dienstes auch die Gefahr von Spam- und Trollattacken. Eine kontinuierliche Moderation dürfte daher unvermeidlich sein, was einen entsprechenden Ressourcenbedarf mit sich bringt.

Jan verweist in seinem startwerk.ch-Artikel auf den britischen Dienst FitFinder, der auf ein ähnliches Funktionsprinzip gesetzt, sich aber aufgrund unangemessener und beleidigender Einträge in der Hochschullandschaft Großbritanniens schnell viele Feinde gemacht hat, was die Site letztlich auch in die Knie zwang. Mit Floxx existiert allerdings mittlerweile ein Nachfolger.

Spätestens seit Facebook und studiVZ wissen wir, dass Studenten eine große Begeisterungsfähigkeit für neue Ideen mitbringen, die ihren Uni-Alltag bereichern, und eine ideale Zielgruppe für das Ausprobieren neuer sozialer Webanwendungen darstellen.

Die Schweizer LikeALittle-Adaption blicKlick will am 21. Februar ihren Vorhang lüften. Eine vergleichbarer Dienst aus Deutschland ist mir bisher nicht bekannt (euch?), dürfte aber nicht lange auf sich warten lassen.

Die Einstiegshürden für Nachahmer sind relativ gering. Entscheidend für den Erfolg sind vor allem eine kreative und blitzschnelle Generierung von Aufmerksamkeit an einzelnen Universitäten sowie eine möglichst aktive und sorgfältige Qualitätskontrolle der Nutzereinträge.

Dass es auch im deutschsprachigen Bereich eine Nachfrage nach einer studentischen Echtzeit-Flirtplattform gibt, daran besteht für mich kein Zweifel – zumal sich das Konzept auch auf andere Lebensbereiche und Orte ausweiten lässt. Ich bin gespannt, welche Akteure sich dieser Thematik annehmen werden. Eigentlich ist es ein klarer Fall für die Samwers…

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3 Kommentare

  1. Dominik
    schrieb am 18. Februar 2011 um 19:40 Uhr (#)

    “Flirt anonymously with students on your campus!”
    So steht es auf der Seite. Allerdings frage ich mich, wo der Sinn des anonymen Flirtens besteht!?!
    Das schließt sich ja quasi gegenseitig aus.
    Kann mich da jemand aufklären?
    Gibt es tatsächlich so verklemmte Menschen, die anonym flirten möchten und es nicht hinbekommen, einfach jemanden anzusprechen?

    In diesem Sinne,
    Domi

  2. Georg
    schrieb am 18. Februar 2011 um 21:31 Uhr (#)

    Hallo,

    bzgl. der Frage “Eine vergleichbarer Dienst aus Deutschland ist mir bisher nicht bekannt (euch?)” kann ich folgendes sagen: es gibt eine Reihe lokaler und nationaler Seiten, die das Hinterlassen von Suchnachrichten für “verpasste Flirts” erlauben. Diese haben keine Einschränkung auf einzelne Unis.
    Die Seite http://www.brizzl.de ist seit Mitte 2009 online. Dort können zu Ort (auf der Google-Maps-Karte ähnlich zu floxx) und Zeit Suchnachrichten hinterlassen werden. Auch die gegenseitige Unterstützung bei der Hilfe, das Kommentieren und private Antworten sind dort möglich.
    Es gibt auch spezialisierte Dienste, wie z.B. eine Unterseite der Berliner Verkehrsbetriebe bvg.de für verpasste Flirts in Berliner Verkehrsmitteln.
    Eine spezielle Seite für Unis ist mir nicht bekannt.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 19. Februar 2011 um 10:46 Uhr (#)

    @ Georg
    Danke für die Ergänzungen. Der Vorteil bei einem Fokus auf Unis liegt in der örtlichen Konzentration, die bei einem Dienst, bei dem es darauf ankommt, dass die eigenen Einträge auch von anderen Personen am selben Ort gelesen werden, überaus wichtig ist.

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