wunderlist:
Der steile Aufstieg
eines Taskmanagers

Innerhalb von drei Monaten hat der Taskmanager wunderlist des Berliner Startups ’6 Wunderkinder’ fast 300.000 Nutzer gewinnen können, ein Großteil davon in den USA. Eine beachtliche Entwicklung.

Als uns im November eine Mail des Berliner Startups 6 Wunderkinder in Bezug auf dessen zu diesem Zeitpunkt gerade gestarteten Taskmanager wunderlist erreichte, konnte ich ein innerliches Kopfschütteln nicht vermeiden. Nahezu im Wochentakt (bewusst überspitzt) schienen wir im vergangenen Jahr Hinweise zu Tools zu erhalten, die sich auf die ein oder andere Weise dem Thema Aufgabenverwaltung und To-Do-Listen widmeten.

Zwar bin ich selbst ein Freund entsprechender Anwendungen (mein aktueller Favorit ist Springpad, hier vorgestellt), aber wieso das Netz damit von Startups und Internetagenturen regelrecht überschüttet wird, wollte mir (und will mir noch immer) nicht in den Kopf.

Da wunderlist, das solide Funktionalität bietet und sich durch ein besonders gefälliges Design auszeichnet, zum Launch ausschließlich als Software für Mac und Windows angeboten wurde, war es für uns kaum relevant, weshalb wir bisher nicht über den Dienst berichtet haben. Kollege Thomas Mauch bei unserem Schwesterblog rund um Produktivität imgriff.com stellte das Tool und seine Kernfeatures im November kurz vor und attestierte ihm klares Potenzial.

In einem aktuellen Blogbeitrag geben die Berliner “Wunderkinder” (deren Team-Seite mittlerweile neun Mitglieder listet) nun einen Statusbericht und überraschen mit beeindruckenden Zahlen: Etwa 800.000 Downloads und fast 300.000 User kann wunderlist bisher vermelden. Für einen neuen Anbieter im überfüllten Markt für Aufgabenmanager ist dies ein äußerst beachtliches Resultat.

Am 19. Dezember veröffentlichte das Startup eine iPhone-Applikation. Zu diesem Zeitpunkt lag die Userzahl bei fast 40.000, was nach so kurzer Zeit auch nicht schlecht ist. Dann jedoch ging es steil bergauf: In weniger als zwei Monaten hieß wunderlist rund 250.000 neue Nutzer willkommen, die Zahl der Downloads wuchs von 100.000 auf 800.000 an. Etwa 10.000 User entscheiden sich momentan pro Tag für wunderlist.

Ich hätte ehrlich gesagt nicht erwartet, dass ein derartiges Wachstum für ein Tool zur Erstellung von To-Do-Listen angesichts der heftigen Konkurrenz möglich wäre – erst recht nicht bei einer App, die nicht dem gut vernetzten Startup-Ökosystem des Silicon Valley entstammt. Und trotzdem gelang es wunderlist, einen Großteil seiner User auf der anderen Seite des Atlantiks zu gewinnen.

Neben einer aktiven Presseansprache sieht wunderlist-Mitgründer Robert Kock vor allem das Branding und den Fokus auf Design und Einfachheit als Grund für den gelungenen Start – sowohl in puncto Produkt als auch bei der Produktpräsentation. “Solange die Großeltern wunderlist nicht verstehen, solange müssen wir am Aspekt der Simplizität arbeiten”, so Kock.

Ebenfalls hilfreich waren Top-Platzierungen der iPhone-App im App Store – in zehn Ländern erreichte wunderlist den ersten Platz in der Kategorie “Produktivität”, und sowohl in Deutschland als auch den USA wurde das Tool als “App der Woche” vorgestellt.

Mit einem Desktop-Client für Mac und Windows sowie einer iPhone-App ist es dem gratis angebotenen Dienst gelungen, in drei Monaten von null auf knapp 300.000 Nutzer zu wachsen. Für das kommende Quartal könnten die Aussichten daher kaum besser sein, denn in etwa einer Woche soll die iPhone-App Gesellschaft von einer iPad-Applikation erhalten. Für die nächsten zwei bis vier Wochen wurde außerdem eine Weboberfläche für den Browser sowie eine Android-App angekündigt. Offenbar fanden die 500.000 Euro Risikokapital, die der High-Tech Gründerfonds im Dezember in 6 Wunderkinder investierte, schnell ihren Weg in Entwicklerressourcen.

Interessant ist an der Geschichte um das Berliner Startup auch die Tatsache, dass wunderlist nur die Vorstufe für eine umfangreiche Produktivitätsplattform mit dem Namen wunderkit ist. Im Laufe das Jahres soll wunderkit fertig sein. Wie es aussieht, könnte diese in Startupkreisen eher seltene “Teaser-Strategie” (man baut ein Tool, welches Aufmerksamkeit generiert und den Weg für eine viel größere Anwendung ebnet) am Ende tatsächlich aufgehen.

Andere Dienste und Tools mit Taskmanager-Elementen sind unter anderem Producteev, Licorize, Things, Doit.im, Remember The Milk, Springpad, The Deadline, Teux Teux oder Idonext.

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14 Kommentare

  1. Sebastian
    schrieb am 4. Februar 2011 um 14:00 Uhr (#)

    Es gibt noch in der Liste Flow hinzuzufügen, allerdings sind die derzeit in einer private Beta: http://getflow.com/ (Martin, ich hätte ansonsten noch ‘n Invite übrig)

  2. Tom Schimana
    schrieb am 4. Februar 2011 um 21:22 Uhr (#)

    Auch wenn wunderlist noch einiges an Funktion fehlt, ist es auf dem richtigen Weg. Was 6wunderkinder hier machen, ist wirklich genial. Genau so muss ein modernes StartUp funktionieren. Bin wirklich auf wunderkit und co. gepannt.

  3. jens
    schrieb am 5. Februar 2011 um 00:06 Uhr (#)

    leider fehlen noch wirklich wichtige und entscheidende funktionen

    - links sind nicht klickbar
    - mails können nicht reingezogen, also verknüpft werden
    - dateien können nicht hinterlegt werden
    - die notizfunktion am rechten rand ist ein witz. warum klappt der tab nicht auf? wäre sauberer
    - mail benachrichtigung wenn eine aufgabe von jemanden erfüllt wurde
    .
    .
    .

  4. kay_ro
    schrieb am 5. Februar 2011 um 15:16 Uhr (#)

    Eigentlich ist doch nach Rememberthemilk das Thema erledigt. Warum sich andere immer noch an diesem Thema versuchen, ist mir ein Rätsel. Andererseits scheint es ja immer noch Menschen zu geben, die auf der Suche sind.

  5. Dennis
    schrieb am 6. Februar 2011 um 09:52 Uhr (#)

    Hey Martin,
    interessante Entwicklung. Ich bevorzuge irgenwie aber immer noch handgeschriebene ToDo-Listen. Die kann ich dann auch sowohl am Mac als auch am PC nutzen. ;-)

    Gibt es eigentlich einen Anbieter, der mir ermöglicht ToDos an andere zu senden oder in sonst einer Weise mit definierten Personen zu teilen? Beim Teilen/Senden sollten sie dann auch beim Gegenüber aufpoppen, ohne dass dieser manuell synchronisieren muss.

  6. jens
    schrieb am 6. Februar 2011 um 10:28 Uhr (#)

    wunderlist macht das!
    synchronisiert auch automatisch. eigentlich nutze ich es nur deswegen.

  7. lasguna
    schrieb am 6. Februar 2011 um 23:42 Uhr (#)

    leider fehlen noch wirklich wichtige und entscheidende funktionen

    - links sind nicht klickbar
    - mails können nicht reingezogen, also verknüpft werden
    - dateien können nicht hinterlegt werden
    - die notizfunktion am rechten rand ist ein witz. warum

  8. Meeresbiologe
    schrieb am 7. Februar 2011 um 09:15 Uhr (#)

    Etwas merkwürdig und störend finde ich, dass Wunderlist bei jedem Neustart Kontakt mit einem Server im Internet aufnimmt und irgend ein Update vornimmt, auch wenn man die Onlinefunktionen garnicht nutzt und wie ich vorerst nichts synchronisieren will. Gibt es eigentlich auch einen Taskmanager als reine Software auf dem PC ohne irgendwelche Onlineverbindungen?
    PS. Kann man bei euch eigentlich auch den RSS-Feed der Kommentare eines einzelnen Artikels abonnieren oder funktioniert das gerade bloß nicht in meinem Opera-Browser?

  9. Erdbaer
    schrieb am 8. Februar 2011 um 08:55 Uhr (#)

    Wunderlist “made in germany” steht ganz unten.
    Die ganze Seite in Englisch. Kein Umschalter für Sprache.
    hmmm.
    Ich find so was bescheuert.

  10. Sesselwärmer
    schrieb am 31. März 2011 um 07:11 Uhr (#)

    Gutes Programm – aber schade finde ich, dass man einzelne Aufgabensparten nicht in verschiedenen Obergruppen ordnen kann. Dafür fehlen noch ein paar Ordner oder Tabs wie in den vorzüglichen Speeddials von Firefox.
    Oder gibts da schon eine Möglichkeit, die ich nur noch nicht kenne?

  11. Carlo
    schrieb am 16. Juni 2011 um 11:52 Uhr (#)

    Hallo Leute,
    zahlt uns unser Geld zurück und redet mit Simon Schäfer.
    Ich kann diese Nachrichten über 6Wunderkinder bzw. ehemals Innovatics GmbH nicht mehr lesen. Wir sind von diesen Agenturen übelst bei der Entwicklung unseres Portals Headwalk über den Tisch gezogen worden. Der Schaden beläuft sich zwischen 30-50k und der neue Geschäftsführer Simon Schäfer sowie der ehemalige Christian Reeber lassen nicht mit sich reden. Uns kostet das bei Nahe die Insolvenz.
    Soviel zur Deutschen Start Up Szene. HTGF und T-Venture haben in deren App investiert, da sollen die uns unser Geld wieder geben. Wir sollten schon März online gehen mit Headwalk und haben 6 Monate Markteintritt verpasst.
    Mit besten Grüßen

    Carlo LaPadula

  12. sabine37
    schrieb am 18. Dezember 2011 um 13:05 Uhr (#)

    leider fehlen doch noch einige funktionen die nützlich wäre, wie z.b. links sind nicht anklickbar, die emails können nicht reingezogen bzw. verknüpft werden. auch können keine dateien hinterlegt werden.

  13. sascha17
    schrieb am 31. Dezember 2011 um 11:09 Uhr (#)

    wirklich gutes programm, bis das einige wirklich wichtige funktionen fehlen
    - notizfunktion am rand rechts ist nicht ganz optimal
    - leider können keine dateien hinterlegt werden
    - mailbeachrichtigung wenn aufgabe erfüllt ist
    - mails können nicht verknüpft werden

  14. Sammy
    schrieb am 7. Februar 2012 um 23:50 Uhr (#)

    Finde auch das einige Funktionen fehlen.
    Links anklickbar
    keine Daten hinterlegen
    und Mails können nicht verknüpft werden, “soll aber gemacht werden”.

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