Digitaler Radiergummi:
Das Zeug zum
Unwort des Jahres

Das Minister-Duo de Maizière und Aigner preist den digitalen Radiergummi an. In ihrer Wunschwelt wird er Deutschlands nächster Exportschlager. Ich finde, er hat das Zeug zum nächsten Unwort des Jahres.

Ja, 2011 hat erst begonnen, der Wutbürger ist gerade erst verdaut, und trotzdem habe ich bereits meinen ersten Kandidaten für das Unwort des Jahres 2011: “Digitaler Radiergummi”. Mutmaßlich erfunden von Innenminister Thomas de Maizière und heftig beworben von seiner Kollegin, Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner, soll er dafür sorgen, dass im Internet veröffentlichten Daten ein Verfallsdatum angehängt werden kann, nach dessen Ablauf diese automatisch verschwinden. Der Plan der Minister: Deutsche IT-Experten entwickeln eine entsprechende Lösung und exportieren diese anschließend unter dem Label “Made in Germany” in alle Welt.

Aus mindestens drei Gründen halte ich den digitalen Radiergummi für eine absolute Schnapsidee, von der wir aber in den kommenden Monaten permanent hören werden. Die Chancen auf den Titel als Unwort des Jahres 2011 stehen damit nicht schlecht:

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Stickiness:
Wie Quora die
Nutzeraktivität maximiert

Über kaum einen jungen Onlineservice spricht das Web derzeit so viel wie über Quora. Ein Grund dafür sind die intelligenten Mechanismen der Frage-Antwort-Community, um aus Neunutzern aktive Anwender zu machen.

Die meisten von euch werden sicherlich bemerkt haben, dass die Twitter-, Tech- und Blogwelt seit einiger Zeit intensiv über Quora spricht (und schreibt), das US-Startup, dem gelungen ist, was anderen vergleichbaren Portalen verwehrt blieb: das Konzept eines Frage-Antwort-Portals “sexy” zu machen (mehr dazu in unserem Quora-Porträt von Anfang Oktober).

Angetrieben wird die jüngste, kurz vor Weihnachten in Gang gesetzte Quora-Welle in Early-Adopter-Kreisen von einer intensiven Berichterstattung in den Tech-Blogs dieser Welt, von Robert Scobles Quora-Lobpreisungen sowie von hochtrabenden Prognosen, welche den aufstrebenden Service bereits Twitter überflügeln oder Blogging den Gar ausmachen sehen.

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Sellaround.net:
Onlineshop in Widget-Form

Mit Hilfe von Sellaround.net aus Stuttgart können Nutzer in wenigen Schritten Mini-Onlineshops anlegen, eigene Produkte verkaufen und über Widgets im Web verbreiten. Auch der Weiterverkauf fremder Angebote ist möglich.

In unserer Liste mit 20 Webdiensten, die das Zeug zur nächsten Lieblingsapp haben, tauchte unter anderem tinypay.me auf, ein US-Dienst, der jedem Webnutzer innerhalb von 60 Sekunden das Einrichten eines eigenen Onlineshops erlaubt. In den Kommentaren fiel die berechtigte Kritik, dass derartige US-Shoplösungen zumeist nicht die in Deutschland erforderlichen strengen rechtlichen Rahmenbedingungen erfüllen und deshalb für hiesige Nutzer nur bedingt zu empfehlen sind.

Glücklicherweise gibt es jetzt auch eine lokale Alternative: deutsche-startups.de berichtete gestern über Sellaround.net, einen jungen Service aus Stuttgart, der einem ähnlichen Prinzip folgt wie tinypay.me (lest das, bevor ihr “Copycat” ruft).

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Phänomen:
Die türkische Leidenschaft
für das Social Web

Während FriendFeed im deutschsprachigen Raum und den USA in der Versenkung verschwunden ist, erlebt es in der Türkei einen kleinen Erfolgsmoment. Nicht zum ersten Mal zeigt sich, dass Türken begeisterte Social Networkern sind.

Vor einigen Tagen berichtete TechCrunch über die zunehmende Popularität des nach seiner Übernahme durch Facebook gefühlt in der Versenkung verschwundenen Lifestreaming-Dienstes FriendFeed in der Türkei. Der Artikel zitiert FriendFeed-Mitbegründer Bret Taylor mit den Worten, dass die Türkei mittlerweile der gemessen an den Nutzerzahlen größte Markt für FriendFeed sei. In seinem ursprünglichen Kernmarkt USA ist der Dienst dagegen in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht.

Das FriendFeed-Erfolgserlebnis in der Türkei kommt auf den ersten Blick überraschend. Auf den zweiten bestätigt es aber ein schon bekanntes Muster: Türken sind begeisterte Social Networker.

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Linkwertig:
MySpace, Chrome Web Store,
iPad, Twitter, Privacy

MySpace
Die strategischen Neuorientierungen scheinen nicht wie gewünscht gefruchtet zu haben: MySpace plant, die Hälfte aller Mitarbeiter zu entlassen, sogar eine Übernahme durch Zynga sei im Gespräch.

» MySpace set to cut up to 50% of staff

 

Chrome Web Store
Nicht viel besser geht es dem Chrome Web Store. Nach einem hoffnungsvollen Start nähert sich die Bereitschaft der Benutzer, kostenpflichtige Apps für den Browser zu erwerben, schon einige Wochen später dem Nullpunkt.

» Sales Have Slowed To A Trickle On Google’s Chrome Web Store

 

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Baldiger Börsengang:
Würdet ihr Facebook-Aktien kaufen?

Facebooks Börsengang ist nur noch eine Frage der Zeit. Das Ausnahmeunternehmen wäre ein Sonderling am Aktienmarkt.

In den letzten Monaten habe ich mich mehrmals dabei ertappt, wie ich darüber nachdachte, ob ich im Falle eines Facebook-Börsengangs Aktien des Social Networks erwerben würde. Das ist erwähnenswert, weil ich mich bisher noch nie am Börsengeschehen beteiligt oder Aktien gekauft habe.

Dass Facebook in den kommenden Jahren an die Börse gehen wird, ist fast unumgänglich. Selbst wenn das US-Unternehmen weiterhin “unabhängig” bleiben möchte, so scheinen die regen Aktivitäten auf dem sekundären Aktienmarkt sowie die jüngste Kapitalspritze der Investmentbank Goldman Sachs, welche die neu erworbenen Facebook-Anteile an ihre Klienten weiterverkaufen will, die Aufmerksamkeit der US-Wertpapieraufsicht SEC zu wecken. Diese gibt strikte Regeln vor, was die Eigentümerstruktur in privater Hand befindlicher Firmen betrifft, und könnte im Falle von Facebook zu dem Schluss kommen, dass das soziale Netzwerk zu viele Anteilseigener besitzt, um sich dem öffentlichen Kapitalmarkt zu entziehen.

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BooksAround:
Literarischer Städteguide fürs iPhone

BooksAround ist eine kostenlose iOS-App, mit der man in Städten auf literarische Entdeckungstour gehen kann. Eine nette Idee, die jedoch die Frage aufwirft, warum Android-Nutzer außen vorbleiben.

Wer viele Bücher liest, stößt häufiger auf Schilderungen und Handlungen, die sich an Orten in der eigenen Stadt abspielen, oder weiß bei einer Städtereise schon vorab ungefähr, welche Plätze besucht werden müssen, weil diese in einem jüngst verschlungenen Roman eine wichtige Rolle spielten.

BooksAround ist eine neue kostenlose Applikation für iPhone und iPod touch, welche Städte mit einer literarischen Dimension erweitert. Die nette Idee dieser Anwendung aus dem Hause Bertelsmann: Bücher und darin beschriebene Ereignisse werden mit Orten verbunden und zu einer literarischen Entdeckungstour durch die Stadt kombiniert.

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Linkwertig:
Facebook, BitTorrent,
Deadpool, Exciting Future

Facebook
Facebook hat sich in einer Finanzierungsrunde weitere 500 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 50 Milliarden Dollar gesichert. Gleichzeitig hat Facebook laut ComScore Yahoo überholt und liegt nach Besucherzahlen nur noch hinter Google und Microsoft.

» $1 Billion Isn’t Cool. You Know What’s Cool? $50 Billion. Goldman And Facebook Agree.
» Facebook overtakes Yahoo! to become 3rd-most-visited Web property

 

BitTorrent
Auf beachtliche Nutzerzahlen kommt auch BitTorrent – die zwei Clients BitTorrent Mainline und µTorrent werden monatlich von stolzen 100 Millionen Usern verwendet. Zum Vergleich: Facebook spricht von 500 Millionen monatlich aktiven Benutzern.

» BitTorrent, Inc. Grows to Over 100 Million Active Monthly Users

 

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Onlinevideorekorder:
Zattoo nimmt das
Fernsehprogramm auf

Zattoo erlaubt seinen zwei Millionen Schweizer Nutzern seit kurzem die permanente Aufnahme aller ausgestrahlten Kanäle. In Deutschland verhindern juristische Aspekte den Start der Funktion.

Um Zattoo, den Schweizer Dienst zum kostenlosen Streaming linearer Fernsehkanäle, war es im vergangenen Jahr aus “internationaler” Perspektive relativ ruhig – wohl deshalb, weil der Service sich vornehmlich um seinen Heimatmarkt gekümmert zu haben scheint.

Und selbst wenn auch die kurz vor dem Jahresende präsentierte Neuerung nur für Schweizer Nutzer verfügbar ist, ändert dies nichts an der Tatsache, dass es sich um die wohl bisher größte funktionelle Neuheit des Dienstes handelt: Ein Aufnahmefeature für sämtliche 81 in der Schweizer Zattoo-Version verfügbaren Fernsehsender.

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Best Of:
Jahresrückblick in der
Produktivitäts-Blogosphäre

Die Best of 2010-Listen unserer Lieblingsblogs: Antworten zu Produktivität und überhaupt allem, was 2010 schon hätte besser werden sollen, aber auch 2011 noch lesenswert ist.

Unsere englischsprachigen Blogkollegen und -kolleginnen haben den Dezember vorwiegend im eigenen Archiv zugebracht: Die Hitparaden der eigenen Blogbeiträge sind zum Jahreswechsel wie Pilze aus dem Boden geschossen. Wir präsentieren eine Auswahl lesenswerter Best-of-Listen 2010 – die gesammelten Werke der Produktivitäts-Blogosphäre lassen kaum eine Frage offen. Hier die Übersicht von vielleicht Verpasstem, aber nach wie vor Gültigem:

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