Nuji:
Produktplattform mit
Offline-Anbindung
Nuji will Konsumenten dabei helfen, ihre Lieblingsprodukte online im Blickfeld zu behalten und Freunden zu zeigen. Mit Hilfe von Barcode-Scans und Foto-Tagging sollen so auch Objekte aus dem stationären Handel erfasst werden.
Aus London kommt mit Nuji (nicht zu verwechseln mit der personalisierten Zeitung Niiu) ein weiterer Webservice, der Konsumenten dabei helfen will, bevorzugte Produkte nicht aus den Augen zu verlieren und durch eine Vernetzung mit anderen Verbrauchern Inspirationen rund um begehenswerte Güter zu erhalten.
Während frents eine Art Kombination aus Social Network und Marktplatz darstellt und bei The Chicken Produkteerlebnisse im Vordergrund stehen, besitzt Nuji eine gewisse Ähnlichkeit zu Fashiolista, umfasst jedoch alle Arten von Produkten, nicht nur Kleidung. Ähnlich wie bei Fashiolista können über das Bookmarklet im Web gefundenen Produkte im Nuji-Konto gespeichert und als persönliche Favoriten präsentiert werden. Auch setzt Nuji auf das bereits bekannte Follower-Prinzip, wodurch es Anwendern möglich wird, anderen Usern zu folgen und zu erfahren, welche Produkte diese besonders attraktiv finden.

Das Differenzierungsmerkmal von Nuji ist eine iPhone-Applikation, mit der Barcodes im stationären Handel gescannt und Produkte fotografiert werden können, um auch diese Produkte im digitalen Blickfeld zu behalten und den Freunden zu zeigen. Nun bin ich kein großer Fan von Barcode-Scans, aber die Idee, Güter im stationären Handel über ihren Barcode digital festzuhalten, um sie später leichter wiederzufinden, klingt erst einmal nicht so dumm. Der Dienst gibt an, “Millionen von Barcodes” lesen zu können, wenn auch nicht ausnahmslos alle.
Die iPhone-App erfordert iOS 4, und im Moment steht mir lediglich ein iPad mit iOS 4 zur Verfügung, weshalb ich den Barcode-Scan nicht testen konnte. Nuji-Gründer Dean Fankhauser erklärte mir, dass Informationen zu “Offline-Produkten” über verschiedene APIs bezogen werden, um Produktdaten sowie Bilder zu importieren. Das Scannen funktioniert auch mit ganz langweiligen Produkten des täglichen Bedarfs wie z.B. einer Milchpackung, wobei der Nutzen von Nuji in diesem Fall eher begrenzt ist – außer man möchte tatsächlich erfahren, welche anderen User die selbe Milchmarke kaufen und was diese Menschen sonst noch für Präferenzen haben.
Nuji will zwei Bedürfnisse von Konsumenten befriedigen (oder schaffen): Einerseits möchte es dabei helfen, ein Archiv an liebgewonnenen Produkten anzulegen (egal ob diese sich bereits im eigenen Besitz finden oder nicht), andererseits will es als Inspirationsquelle für zukünftige Käufe dienen.
Momentan leidet der angenehm minimalistisch gestaltete Service wie die anderen oben genannten Dienste ebenfalls an einer relativ kleinen Nutzerbasis. Der Ansatz, in erster Linie als persönliche Datenbank für Lieblingsprodukte zu dienen, erscheint daher sinnvoll. Je weniger der angestrebte Mehrwert für den User von der Quantität und Qualität der sozialen Vernetzungen abhängig ist, desto besser stehen die Chancen für das Erreichen einer kritischen Masse.
Nuji gehörte zu den Gewinnern des Seedcamp Startupwettbewerbs 2010, was sicherlich keine schlechte Ausgangsposition für die weitere Entwicklung darstellt. Auf internationale Bühne konkurriert Nuji unter anderem mit The Fancy, das einen ähnlich künstlerisch-selbstbewussten Anspruch hat.
Mit der Entwicklung einer Android-Applikation wird laut Nuji-Gründer Fankhauser begonnen, sobald die iPhone-Anwendung ihr finales Stadium erreicht hat. Er rechnet mit einem Android-Launch in einigen Monaten – sicher kein optimaler Zustand.





















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Öhm ja, ziemlich aufwendiges Prinzip.
Andauernd scannen, nur um es nachher meinen Freunden zu zeigen. Mir fehlt da der Mehrwert. Bei Preisvergleichen ist der ja vorhanden: Geld sparen, hervorragend.
Wenn ich im Geschäft bin, sehe ich doch automatisch Sonderaktionen. Wieso soll ich dann vor Ort nochmal Produkte scannen, um von Aktionen zu erfahren?
Der angebliche Bedarf des Konsumenten, der hier gedeckt werden soll, existiert bei der breiten Masse doch gar nicht. Und die braucht man erstmal, damit die Seite funktioniert. Oder ich habe alles falsch verstanden und die Seite wird das nächste große Ding…
Deine grundsätzliche Kritik in Bezug auf Plattformen wie diese und den Aufwand, der damit für User verbunden ist, teile ich.
Aber was den Bedarf der Konsumenten betrifft – im Jahr 2005 wussten viele Menschen auch noch nicht, dass sie eines Tages voll auf öffentliche 140-Zeichen-Status-Updates abfahren würden.