BooksAround:
Literarischer Städteguide fürs iPhone

BooksAround ist eine kostenlose iOS-App, mit der man in Städten auf literarische Entdeckungstour gehen kann. Eine nette Idee, die jedoch die Frage aufwirft, warum Android-Nutzer außen vorbleiben.

Wer viele Bücher liest, stößt häufiger auf Schilderungen und Handlungen, die sich an Orten in der eigenen Stadt abspielen, oder weiß bei einer Städtereise schon vorab ungefähr, welche Plätze besucht werden müssen, weil diese in einem jüngst verschlungenen Roman eine wichtige Rolle spielten.

BooksAround ist eine neue kostenlose Applikation für iPhone und iPod touch, welche Städte mit einer literarischen Dimension erweitert. Die nette Idee dieser Anwendung aus dem Hause Bertelsmann: Bücher und darin beschriebene Ereignisse werden mit Orten verbunden und zu einer literarischen Entdeckungstour durch die Stadt kombiniert.

Zum Start ist BooksAround nur für Berlin verfügbar und zeigt auf einer Google-Karte Spots standortabhängig so genannte Spots zu Schauplätzen und Autoren in der Umgebung an – z.B. Orte aus der Handlung oder Schaffens- bzw. Wohnorte der Verfasser.

Alternativ kann über die Suchefunktion nachgeschaut werden, welche Literatur sich auf Plätze und Locations in der unmittelbaren Umgebung bezieht. BooksAround nennt als Beispiele die Lieblingskneipe von Herrn Lehmann in Kreuzberg, Lessings Dichter- und Denker-WG oder die Verfolgungsjagd aus “Emil und die Detektive”.

Spots können kommentiert und mit Fotos versehen werden. Die App ermuntert Anwender auch zum Eintragen weiterer Spots oder zur Angabe, welches Buch sie gerade wo lesen. Dazu bietet die App auch einen Barcode-Scanner, um den Barcode auf der Buchrückseite eines gelesenen Titels einzulesen und so ein Ereignis aus dem Buch bei BooksAround hinzuzufügen.

Ich bin kein großer Fan von Belletristik und gehöre damit wahrscheinlich nicht zur Zielgruppe dieser Anwendung. Ich könnte mir aber vorstellen, dass diese App für leidenschaftliche Leseratten durchaus unterhaltsam ist. Zu hoffen bleibt, dass schnell weitere Städte hinzukommen. Gerade bei touristischen Reisen in andere Metropolen sehe ich Potenzial.

Eine Frage müssen sich die Macher von BooksAround aber gefallen lassen: Wieso gibt es zum Start nicht auch eine Android-App? Angesichts der rapiden Verbreitung von Android-Smartphones (in den USA steht Googles mobiles Betriebssystem kurz vor der Marktführerschaft) geben Branchenbeobachter mittlerweile sogar die Empfehlung, bei begrenzten Ressourcen zuerst für Android zu entwickeln.

Sicherlich existieren Apps mit hohem Geek-Faktor, die bei der besonders technologie- und trendaffinen iPhone-Gemeinde besser aufgehoben sind als bei der heterogeneren Android-Nutzerschaft. Für die aktuelle App sehe ich dafür jedoch keinen Beleg.

Schon um die eigenen Wachstumschancen nicht zu begrenzen, sind mobile Dienste im Jahr 2011 gut damit beraten, möglichst parallel für iOS und Android zu entwickeln (sofern eine HTML5-Browserapp nicht umsetzbar ist). BooksAround lässt sich hier eine attraktive Gelegenheit zum sofortigen Durchstarten entgehen.

Link: BooksAround

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