Börsengang statt Übernahme:
Groupon gibt Google den Laufpass

Groupon hat sich gegen Googles Übernahmeangebot entschieden und kehrt damit bis zu sechs Milliarden Dollar den Rücken, um stattdessen irgendwann einen Börsengang zu wagen.

Der Deal des Jahres ist geplatzt: Groupon hat sich gegen Googles Sechs-Milliarden-Dollar-Angebot und eine Übernahme durch den Internetgiganten entschieden. Das berichten übereinstimmend US-Medien (hier, hier, hier). Stattdessen wolle sich das aufstrebende E-Commerce-Unternehmen aus Chicago die Möglichkeit eines zukünftigen Börsengangs offen halten, heißt es.

Wer hätte das gedacht! Nicht viele aufstrebende Webunternehmen (und Investoren) würden ein derartig signifikantes Angebot ablehnen – lediglich bei Facebook ist bekannt, dass CEO Mark Zuckerberg in den Anfangsjahren Offerten in Milliardenhöhe ausschlug.

Trotz einiger kritischer Stimmen in Bezug auf Groupons Geschäftsmodell und zukünftiges Entwicklungspotenzial scheinen sich Management und Geldgeber darüber einig zu sein, dass aus der schnell wachsenden Firma, die nach jüngsten Berichten in diesem Jahr Waren und Dienstleistungen im Wert von zwei Milliarden Dollar unters Volk bringt, noch eine deutlich größere Erfolgsstory werden könnte.

Sofern sie tatsächlich allein von Groupon getroffen wurde, ist die Entscheidung für Google ein Schlag ins Gesicht. Offensichtlich waren der Status des erfolgreichsten Internetkonzerns der letzten zehn Jahre sowie eine Übernahmesumme, die von manchen Beobachtern als deutlich überhöht angesehen wurde, nicht hinreichend starke Argumente, um Groupon in den sicheren Google-Hafen zu lotsen.

Allerdings kann man eine komplexere Hintergrundgeschichte zum Ende der Verhandlungen sicherlich derzeit nicht ausschließen. Selbst eine (zum jetzigen Zeitpunkt) stillschweigende Beteiligung von Google an Groupon wäre vorstellbar – immerhin ließen sich so enge Kooperationen einfädeln, ohne dass Groupon dadurch seine Selbstständigkeit aufgeben und sich mit den organisatorischen Herausforderungen und Risiken einer Integration in den Such- und Werberiesen befassen müsste.

Vielleicht wird mit der heutigen Entscheidung das Kapitel Groupon für Google geschlossen. Vielleicht findet es aber auch irgendwann eine Fortsetzung. Möglich ist beides.

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4 Kommentare

  1. NzB
    schrieb am 4. Dezember 2010 um 09:53 Uhr (#)

    Das Groupon diese Offerte ablehnt hätte ich nie im Leben gedacht. Ich war vorher schon der Meinung das das Angebot viel zu hoch ist. 6 Milliarden ist doch viel zu hoch. Wo sollen denn da die Grenzen liege ?

  2. hathead
    schrieb am 5. Dezember 2010 um 18:00 Uhr (#)

    @NzB Firmenbewertung = Jahresumsatz * 3

    Das ist einer der Gründe, warum ich investoren kritisch gegenüber stehe. In letzter Instanz vereiteln Sie einen solchen Deal, weil sie mehr wollen. An Stelle der Groupon-Gründer hätte ich jetzt schlechte Laune.

  3. xposeprint1
    schrieb am 6. Dezember 2010 um 01:21 Uhr (#)

    Ich denke, das war ein großer Fehler. 6 Mia US-$ müssen erst einmal erwirtschaftet werden. Das wird Jahrzehnte dauern…wenn überhaupt.

  4. Maria
    schrieb am 12. Dezember 2010 um 20:53 Uhr (#)

    Ich denke es war richtig dieses Angebt abzulehnen, denn ich sehe noch enorm großes Potential in dieser Branche. Mittlerweile wird für Groupon in diesem Jahr von einem Umsatz in Höhe von 2 Milliarden Dollar ausgegangen und die Wachstumskurve geht weiterhin nach oben. Somit ist ein möglicher Börsengang wohl die bessere Alternative.

    http://germancopycats.wor…pon-ist-gescheitert/

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