Startups:
Warum es Zeit ist, den Copycat-Begriff zu hinterfragen
Deutsche Webdienste werden leicht als so genannte Copycats abgestempelt. Nicht immer zurecht.
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Statt eigene, vorher ungeprüfte Konzepte umzusetzen, beschränkten sich manche Gründer und Investoren in Deutschland darauf, mit zum Teil auch optisch ähnlichen Nachbildungen von hierzulande noch nicht gestarteten US-Services ihr eigenes Risiko zu minimieren und die Chancen für einen schnellen Exit zu maximieren. Beispiele hierfür sind unter anderem die Facebook-Copycat studiVZ, der nicht mehr existente Twitter-Klon frazr oder das Groupon-Äquivalent (und dann von Groupon übernommene) CityDeal – bei allen gehörten die Gebrüder Samwer zu den Geldgebern. Ihr Name ist seit einigen Jahren untrennbar mit dem Copycat-Begriff verknüpft.
Während die Kritik am Copycat-Ansatz berechtigt ist, scheint es mir, als wenn sich der Begriff und das damit üblicherweise einhergehende (aber längst nicht mehr berechtigte) Wehklagen über unfähige deutsche Startups immer mehr verselbstständigt und zu einem simplen Reflex wird.
Heute wurde ich auf einen Tweet aufmerksam, der die gestern von uns vorgestellte App Taxicaller als Copycat bezeichnet. Da der User sein Konto auf “privat” gestellt hat, werde ich keinen Benutzernamen nennen. Der Text im Tweet lautete: “Grandios, wie Netzwertig mit Taxicaller wieder mal ein Copycat abfeiert als wäre es der heilige Gral… *gähn*”
Was der besagte Twitter-Nutzer offenbar meint: Die Idee einer mobilen App zum Bestellen von Taxis ist nicht neu (stimmt – habe ich aber auch nicht behauptet. Ich nehme es jedoch auf meine Kappe, nicht auf andere Taxi-Apps hingewiesen zu haben). Doch stattdessen bezeichnet er Taxicaller als Copycat und assoziiert damit bewusst oder unbewusst sämtliche Eigenschaften mit dem Dienst, die seit Jahren als typisch für eine ausgemachte Copycat angesehen werden.
War das Nexus One eine Copycat vom iPhone? War der iPod eine Copycat von zuvor existierenden MP3-Playern? Ist das neue Fast-Food-Restaurant um die Ecke automatisch eine Copycat von McDonalds oder Burger King? Die Antwort auf all diese Fragen ist natürlich ein klares “nein”. Nur sehr wenige Geschäftsmodelle, Produkte und Services, die heutzutage entwickelt werden, sind zu hundert Prozent neuartig. Die meisten stellen Abwandlungen existierender Lösungen dar, häufig mit dem Ziel, durch Modifikationen besser zu sein als vergleichbare Ansätze zuvor.
Nicht anders ist dies im Internet. Die meisten populären Web-Services waren nicht Pioniere in ihrem Sektor, sondern griffen existierende Ideen auf und entwickelten sie weiter. Facebook war nicht das erste Social Network, Google nicht die erste Suchmaschine, Firefox oder Chrome nicht die ersten Browser usw. Eine Ausnahme stellt Twitter dar, das tatsächlich kein Vorbild hatte, an dem es sich orientieren konnte.
Ich halte den Zeitpunkt für gekommen, an dem wir etwas genauer darüber nachdenken, welche Webservices wir als Copycat bezeichnen. Gleiches gilt meines Erachtens nach für “Die Idee ist ja nun wirklich nicht neu”-Einwürfe, die immer mal wieder auftauchen. In 99 Prozent aller Situationen wird es bereits Services gegeben oder gegeben haben, die Ähnliches versuch(t)en.
Eine gute Idee allein reicht nicht dafür aus, um sie im geschäftlichen Sinne für alle Zeit für sich reklamieren zu können. Eine Idee muss umgesetzt und erfolgreich zum Markt gebracht werden. So lange dies nicht geschieht, ist sie nichts wert. Und bis dahin ist es zu begrüßen, dass sich immer neue Jungunternehmen an ihr versuchen.
Der Begriff Copycat führt zu einer ganzen Reihe negativer Assoziationen. Bei einer Copycat handelt es sich um eine möglichst exakte Abbildung eines existierenden Dienstes, sowohl konzeptionell als auch optisch – allerdings ohne die ursprüngliche Idee nennenswert weiterzuentwickeln oder zu verbessern. Darin liegt letztlich das Problem von Copycats: Sie bringen die Originalidee nicht voran, sie beschneiden sie zumeist eher, um für das verantwortliche Startup möglichst wenig Kosten zu beinhalten.
Copycats fördern keine Innovation und bringen niemanden voran. Deshalb rümpfen viele Beobachter der Branche die Nase, wenn sie das Wort hören. Und deshalb sollten wir uns angewöhnen, nicht einfach Onlineservices als Copycats abzustempeln, nur weil sie nicht der Ansicht sind, dass für eine spezifische Problematik kein Verbesserungsbedarf mehr besteht und weil sie ein Angebot aufbauen, welches in anderen Variationen bisher keinen signifikanten Durchbruch erzielt hat – was für Apps zur Bestellung von Taxis zutrifft.
Vermutlich wird auch dieser Beitrag nicht dafür sorgen, dass sich Startups in Deutschland weniger häufig pauschal als Copycat bezeichnen lassen müssen. Und wahrscheinlich werden wir auch in Zukunft bei Reviews den ein oder anderen Kommentar vorfinden, der empört anmerkt, dass der Ansatz von Dienst XY nicht neu sei. Aber womöglich kann dieser Beitrag ja dennoch dazu anregen, etwas genauer hinzuschauen, ob es sich bei der scheinbaren Copycat tatsächlich um eine solche handelt, oder ob eine befindliche Idee mit noch viel ungenutztem Potenzial weiterentwickelt wurde.
Ideen müssen nicht immer neu sein, um zu einem Hit zu werden. Und nicht jedes (deutsche) Startup, das sich neben anderen Anbietern an einer Problemlösung versucht, ist per se eine Copycat.




















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Wie alles, scheint auch die in der Vergangeheit in amerikanischen Blogs anzutreffende Rumflennerei bezüglich der “German Copycats” inzwischen deutlich abzunehmen.
Mein aktuelle Eindruck – zumindest wenn man täglich die Hacker News auf http://news.ycombinator.com/ liest – ist eher, dass momentan die Betonung darauf liegt, dass eine Idee alleine nichts ist und gutes Management viel wichtiger ist.
Vielleicht hängen wir in Deutschland einfach nur ein wenig hinterher bzw. starten auf einem späteren Punkt der Produktlebenszykluskurve. Um es dann mit “German efficiency” durchzuziehen.
Was soll daran schlimm sein? Es musste doch auch erst mal wieder ein Klima entstehen, das zu Neugründungen und Umsetzung eigener Ideen anregt.
Der Begriff Copycat ist in der Tat meist sehr negativ ausgelegt. Deshalb sollte man mit der Benutzung vielleicht wirklich etwas umsichtiger umgehen. Aber selbst wenn man einen anderen Service als Vorbild nimmt, hat man ja noch nicht automatisch das dahinterliegende Geschäftsmodell entschlüsselt. Ich denke 100% Copycats sind äußerst selten. Oftmals wird auch an dem Geschäftsmodell und an der Monetarisierung etwas geändert und das kann ebenfalls innovativ sein.
Zum Thema TaxiCaller: Ich denke den Service als Copycat abzustempeln ist etwas überzogen. An dem Problem arbeiten in der Tat viele Startups, aber es hat sich meines Wissens noch nirgendwo ein Startup Großflächig etabliert. Die Idee einfach den Anruf zu automatisieren halte ich für ziemlich clever und dann muss man natürlich auch noch die Taxiunternehmen überzeugen. Dies kann auch über einen innovativen Weg geschehen.
Mein Fazit dazu: Nur weil ein Service oberflächlich aussieht wie eine Copycat, heißt das ja noch nicht, dass andere Prozesse nicht doch ziemlich innovativ sind.
Soweit stimme ich eigentlich überein, obwohl man es sich schon sehr einfach macht wenn man jenes Nexus mit dem iphone über einen Kamm schert. (In terms of: Dann ist ja alles ein copycat)
Nach meiner Meinung, wenn ein copycat “entsteht”, geht es um die kleinen aber feinen Details.
Die wieder rum entscheiden dann ob es sich um ein böses (reine abklatsche) oder “gutes” copycat handelt.
Den im Endeffekt profitiert der User. (bei einem guten)
Mehr Produkt Auswahl, verbesserte Produkte durch aufkommende Konkurrenz und natürlich eine Maximierung der User an sich, da so immer mehr Leute Wind von der Idee bekommen.
Ich zum Beispiel kannte das taxi caller app nicht ( auch nicht das “Original”). Jetzt weiß ich, dass es anscheinend noch andere gibt. Der User hat jetzt die Wahl sich das Beste raus zu suchen.
Was ich im Endeffekt sagen will:
Leute das ist normale Markt Entwicklung, man sucht gern nach Phänomen erklärenden Begriffen und man muss tatsächlich genauer hinschauen ob es sich um eine schlechte Kopie oder vielleicht aber um ein kundenprofitierendes marktantreibendes Produkt handelt.
Hinweis: Der Link, der eigentlich auf die Taxicaller-Vorstellung verweisen sollte, zeigt auf sich selbst, sprich diesen Artikel.
Ich sehe das ähnlich wie Du Martin und habe mich auch schon über die nicht selten selbstherrlichen Äusserungen zu Startups aus unseren Gegenden, die auf amerikanischen bzw. ausländischen Vorbildern aufbauen, geärgert.
Es gibt ja immer wieder tolle Ideen in anderen Gegenden dieser Welt, die hier erst dann auch wirklich Sinn machen, wenn sie lokalisiert umgesetzt werden. Mit Lokalisierung meine ich natürlich nicht nur die Sprache.
Oft sind die Unternehmen oder Startups, die hinter diesen neuen Ideen stecken noch lange nicht daran interessiert oder in der Lage Ihre Anwendung auch ausserhalb ihres meistens angelsächsischen Heimmarktes anzubieten.
In diesen Fällen ist es mir als User noch so recht, wenn dann ein Startup aus unserer Region die Chance packt und einen ähnlichen Service hier auch bereit stellt.
Wenn dann das sogenannte “Original” (mit diesem Begriff habe ich ja eh so meine liebe Mühe :-), später auch hierzulande Fuss fassen will, soll der Wettbewerb entscheiden, was die bessere Lösung ist.
Noch was am Rande. Die Inspiration aus der Fremde ist ja nicht ein Web 2.0 Phänomen, sondern war schon immer ein wichtiger Treiber für die weltweite Verbreitung von Innovationen. Viele Produkte und Services die uns “lokal” vorkommen, sind ursprünglich in anderen Märkten entstanden und dort getestet worden. So hat beispielsweise Roger Schawinski Ende 70er, Anfang 80er Jahre mit Radio 24 ja auch das Radio nicht neu Erfunden, aber das Konzept des Pop Radios mit 24h Sendebetrieb in die Schweiz gebracht. Es gab auch da immer wieder Äusserungen, dass der Herr Schawinski ja gar nicht so grossartig sondern einfach ein “copycat” sei :-)
Der erste Eindruck zählt, zumindest meistens. Hat ein deutsches Startup große Ähnlichkeit mit einem etablierten amerikanischen Service ist schnell der “Copycat-Stempel” aufgedrückt. Ich finde in manchen Fällen auch durchaus zurecht, denn man trifft immer wieder auf wirklich plump und lieblos projektierte Ideen die deutlich zeigen dass der dafür Verantwortliche gerne den Erfolg des Vorbilds teilen möchte, aber nicht den Aufwand.
Es ist gut dass amerikanische Projektideen aufgegriffen werden, dass bereicht das deutschsprachige Internet. Allerdings reicht es meiner Meinung nach nicht einfach nur einen Klon zu erstellen. Wenn man eine Idee aufgreift und projektiert muss man innovativ sein. Eigene Ideen einbringen und versuchen Vorhandenes weiterzuentwickeln. Oder zumindest sollte die Absicht erkennbar sein. Zusätzlich muss das Ganze noch entsprechend an den Mann gebracht werden. Ein einfaches “Hallo hier sind wir” reicht vermutlich nicht aus.
Im US Teil des Internets gibt es immer noch einen wahren Sprühregen an kleinen Startups und Services von denen man hier rein garnichts mitbekommt und die auch niemals populär werden, eben weil sie englischsprachig sind. Mir fallen auf Anhieb 2-3 US-Services ein die ich, auf das deutschsprachige Internet ausgerichtet, mit Kusshand begrüßen würde.
Welche?
Ich dachte da beispielsweise an BuySellAds.com das mich immer wieder begeistert.
Letztendlich geht es immer um den “Mehrwert”den mir ein Dienst/Service bietet und wenn dieser gut bzw. mich persönlich bereichert bzw. weiterbringt dann ist diese ganze Diskussion um copycat/mainstream/nachmache fürn….
Ich finde Ihr fasst das Problem von der falschen Seite an.
Die Kritk an einem “ach wieder ein Copycat” entsteht doch meist daraus, dass Investoren gerne in diese “Klone” investieren und “innovative” Ideen aus Deutschand auf der Strecke bleiben. Das man dann schon “deutsche Webideen” die vllt. ein Copycat sind beschützen muss – weil die deutschen Investoren keinen Mut haben in “innovative” Dienste zu investieren – das ist dann schon eher bemitleidenswert.
Also tretet lieber den Investoren in den Hintern die einfach zu oft null Vorstellungskraft, Visionen oder Leideschaft mitbringen und zum Schluss lieber in den xten 3D Chat oder ein Copycat investieren oder Diensten die Kohle in den Rachen werfen, die weder innovativ noch sonst was sind und auch nie das Geld einspielen werden.
Was Garganega sagt ist schon sehr richtig.
Ich habe vor wenigen Wochen mit einem Professor für Innovationsforschung gesprochen und mich auch über das Thema Copycats unterhalten.
Er bestätigte meine Meinung, Copycats haben für Investoren einen bestehenden Vorteil: Das Riskio ist nicht so hoch wie bei Neuentwicklungen.
Was der Professor in diesem Zusammenhang bemägelte, ist das gerade in den letzten Jahren Kapital und Know-How vorallem in Copycats investiert werden. Das führt dazu, dass es für neue innovative Ideen (für die es noch keinen Prof-of-Konzept gibt) weniger Ressaucen zur Verfügung stehen. Die lähmt die Innovation gerade im High-Tec-Bereich.
Bei einem Copycat ist es nun einmal im Gegensatz zu einer neuen Idee besser vorhersehbar, ob sich das Projekt rentieren wird.
Solange mit deutschen Copycats hier Arbeitsplätze geschaffen werden, ist doch alles o.k. ;-).
@ Garganega
In letzter Zeit hat sich durchaus etwas getan, und auch Investoren sind eher dazu bereit, Geld in neue oder zumindest in den USA nicht zu großen Exits gebrachte Ideen zu investieren.
Das liegt vllt. auch schlicht und ergreifend daran, dass eine Vielzahl der US-Modelle schon “kopiert” oder “adaptiert”
worden sind. Es gehen die Vorlagen aus und man muss sich nun mehr überlegen wie man seine Investoren bei Laune hält. Das kann auch eine gute Chance sein “europäische” Ideen mehr zu pushen und an die “eigene” Innovationskraft zu glauben.
nunja… noch vor ein paar jahren stand man hier in deutschland als startup mit einer nicht schon ausgetesteten Idee wirklich immer vor verschlossenen türen… das musste ich am eigenen leib erfahren wir hatten damals eine wirklich rewulutionere idee im bereich das Internet marketing und sind sehr lange auf der suche nach investoren gewesen… bis wir dann aus mangel an rücklagen irgendwann aufgeben mussten. Mitlerweile ist der markt überfüllt von ähnlichen angeboten und es hat sich gezeigt das sich damit verdammt viel geld verdiehnen lässt.
Ja, ein Thema von dem man von Zeit zu zeit immer mal wieder etwas liest, aber stetig interessant, die verschiedenen Sichtweisen zu erfahren.
Adaptiert und teilw. auch kopiert wird in vielen Bereichen, nicht nur im Web, woran auch an sich nichts verwerfliches dran ist. Persönlich empfinde ich es jedoch als nicht gerade innovativ etwas einfach 1:1 zu kopieren, weil das ist mit dem richtigen Know How und/oder Kapital nicht unbedingt die schwierigste Aufgabe. Viel eher kann man stolz darauf sein, selbst eine Idee zu haben, diese umzusetzen und sehen wie es stetig wächst und dann irgendwann die ersten Umsätze und Gewinne erzielt. Das Rad muss allerdings nicht vollständig neu erfunden werden. So kann es auch durchaus sinnvoll sein bestimmte Features, die Nutzer von anderen Seiten schon kennen wieder zu verwenden und sie somit nicht vor etwas komplett Neuem zu stellen.
Aber auch ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es gerade wenn es darum geht Investoren zu überzeugen und für ein Projekt, sein Unternehmen zu gewinnen, es wesentlich einfacher ist, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden, so z.B. es ein proof of concept gibt. Natürlich kann man nicht generell sagen, nur weil es in den USA oder allg. in einem anderen Land funkt., wird es auch in Deutschland ein Erfolg.
Aber Beweise dafür, dass es funktionieren kann, gibt es einige, denn entweder funkt. es dann bei uns auch ganz gut oder man wird von den US Vorbildern aufgekauft, siehe einstige Auktionshäuser ohne einen Namen zu nennen, soziela Netzwerke, die hier vor allem nach Myspace aus dem Boden sprießten, von denen die, die am meisten Unterstützung bekamen auch heute noch existieren oder Coupon und Gutscheindienste. Wie viele gab es hier zu Beginn davon. Ürbig geblieben sind die beiden, die am meisten Geld einsameln konnten und die meiste Presse bekommen haben.
Es ist doch hier ein wahrer Clone Boom ausgebrochen und teilweise gab es darunter, bis auf minimale Abweichungen wirklich eins zu eins Kopien der Vorbilder, nach dem man von dem Erfolg von Groupon gelesen hat. Ähnliches passiert gerade wieder beim Drogeriehandel, Babywaren oder Dingen die man für eine Hochzeit braucht.
Die Frage ist aus welchen Gründen passiert das? Findet man die Idee wirklich so gut und bahnbrechend, dass es Sinn macht, es hier auch zu probieren und denkt so etwas fehlt dem dt. Markt oder was verspricht man sich davon…
Möglicherweise liegt es auch ein Stück weit an Investoren, denn diese fragen oft nach einem proof of concept oder ersten Umsätzen. Ich habe das Gefühl wenige Investoren aus Deutschland und eine weit aus größere Zahl aus den USA sind da offener für Neues. Da ein sich in der Entwicklung befindliches oder frisch gestartetes Startup in der Regel nur wenig bis gar keine Umsätze erzielt bleibt einem neben Analysen und Einschätzungen als größter Anhaltspunkt oft nur ein proof of concept als Mittel heranzuziehen, um den möglichen Erfolg des Geschäfts einzuschätzen und abzuwägen.
Es ist klar das Ideen auch in anderen Bereichen/Branchen kopiert/adaptiert werden. Die Fragem die ich mir aber bei Deutschen Klonen stelle. Geht es den “Gründern/Unternehmern” darum etwas langfristiges und nachhaltiges aufzubauen oder nur “schnell” Geld zu machen. Im Kern ging es ja zum Teil nur daraum “etwas” hinklatschen, Praktikanten beschäftigen, viel viel Werbung, etwas künstlich aufblasen und dick machen und dann schnell wieder raus. Ich finde es schon etwas beschämend wenn diese Personen sich dann auch noch Unternehmer nennen.
Ganz ehrlich das kann nahezu Jeder, der den finanziellen Background hat und nicht komplett auf den Kopf gedallen ist und ein ein Gespür für Zeitgeist und Marketing hat – den Rest kann man inklusive Kontakte kaufen.
Wenn wir uns auf die waschechten Copycats beziehen, dann würde ich diese Frage pauschal mit “Nein, es geht tatsächlich nur um schnelles Geld” beantworten. Ausnahmen existieren sicher, aber wer etwas Langfristiges und Nachhaltiges aufbauen will, dürfte sich mit einem simplen Klon – der nach einem Jahr entweder schließt, vom Original verdrängt oder verkauft wurde, nicht zufriedengeben.
Wobei dies nicht nur für deutsche Copycats gilt, sondern für alle.
Copycats, die Business-Modelle aus dem Ausland lokalisieren (oft in der Absicht, dass das “Original” die Kopie am Ende übernimmt) sind das Eine.
Das Andere sind Copycats aus gleichem geografischen Umfeld, die ein Modell in weiten Teilen direkt kopieren und sich anschließend als vermeintliche “Pioniere” darstellen ;-)
Ich möchte zu diesem Thema auch auf unseren Blog verweisen, in dem wir uns mit verschiedenen CopyCats beschäftigen.
http://germancopycats.wordpress.com/
Danke für den Tipp, schau ich mir an!