Innovation:
Warum ich Steve Jobs dankbar bin

Jeder, der mit Begeisterung das mobile Internet verwendet oder anderweitig davon profitiert, sollte Apple-CEO Steve Jobs dankbar sein.

Heute früh erwachte ich mit folgendem Gedanken: “Wir sollten Steve Jobs wirklich dankbar sein”. Während ich mir vorstellen kann, wie bei einigen von euch ob dieser Aussage der Puls steigt und sich die Stirn in Falten legt, bitte ich euch, erst zu Ende zu lesen, bevor ihr eurer Wut mit einem Kommentar Luft macht (Apple-Fanboys sollten den Artikel natürlich auch vollständig lesen).

Meiner morgendlichen Erleuchtung ging eine Frage voraus, die ich mir in den letzten Tagen häufiger gestellt habe: Wo wären wir – die Menschen, welche die Digitalisierung und ihre vielfältigen neuen Möglichkeiten mit Freude und Enthusiasmus begleiten – ohne Steve Jobs? Damit beziehe ich mich nicht nur auf Besitzer von iPhones und iPads, sondern auf alle Konsumenten, die sich dank fortgeschrittener Smartphones oder Tablets im mobilen Web austoben, innerhalb von Sekunden Zugriff auf die Cloud erhalten und ortsunabhängig per Fingergesten multimedialen Content genießen.

Das iPhone war im Jahr 2007 Wegbereiter für eine neue Generation von Mobiltelefonen. Es öffnete erstmalig das Tor zum mobilen Web, ohne dass man sich für dessen Nutzung ein Bein ausreißen musste. Vor dem iPhone besaß ich ein Nokia E65. Ich rief darüber meine E-Mails ab, besuchte Websites, führte VoIP-Gespräche über Fring und Skype. Nur: Es kostete viel Zeit, führte zu allerlei Problemen und war insgesamt ein unterirdisches Erlebnis.

Dann kam das iPhone und alles wurde anders. Plötzlich machte das Surfen auf dem Smartphone Spaß und erhielt in manchen Situationen sogar den Vorzug vor dem stationären Rechner. Das iPhone war als Ganzes betrachtet das erste Smartphone, das die Bezeichnung “smart” wirklich verdiente – egal wie viele mit Technik überladenen Geräte davor sich dies anheften. Das iPhone brachte Smartphones in den Massenmarkt und es verhalf dem mobilen Web nach Jahren unerfüllter Hoffnungen zum Durchbruch.

Was nach dem erfolgreichen iPhone-Start geschah, ist bekannt: Google veröffentlichte ein Jahr später sein Betriebssystem Android, das mittlerweile hinsichtlich quantitativer Aspekte dem iPhone den Rang abläuft und, wenn alles nach Plan läuft, in den nächsten Jahren zum mit Abstand dominierenden Betriebssystem für sämtliche portablen Internetzugangsgeräte wird.

Microsoft hat mit Windows Phone 7 etwas vollbracht, mit dem wohl nur wenige gerechnet haben: sich selbst neu erfunden und ein Smartphone-OS präsentiert, das in vielerlei Hinsicht komplett neue Wege geht und trotz diverser Schwächen (kein Multitasking, kein Copy & Paste) positive Reaktionen hervorgerufen hat. Dann wären da auch noch Palms WebOS, BlackBerry und Samsung Bada, drei weitere Systeme für mobile Geräte, die dem vom iPhone geebneten Weg folgen. Und von Nokia kommt vielleicht irgendwann auch noch einmal etwas, das in diese Aufzählung passt.

Doch hätte wir heute diese breite Auswahl an fähigen, ihren Namen zurecht tragenden Smartphone-Lösungen, wenn Steve Jobs sich damals dazu entschieden hätte, nach dem iPod keine weiteren Experimente abseits des Macintosh durchzuführen? Meine persönliche Antwort auf diese Frage ist ein klares Nein.

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass ein anderer Hersteller innerhalb des kurzen Zeitraums von drei Jahren den Markt von hinten aufgerollt und smarte, wirklich internettaugliche Mobiltelefone zu einem erfolgreichen Massenprodukt gemacht hätte. Woher wäre der Implus zur radikalen Veränderung der bis dato mangelhaften Plattformen gekommen? Von Nokia oder SonyEricsson etwa?

Veränderung benötigt Impulse. Von Innen kommen diese nur selten. Apple war der Impulsgeber für eine gesamte Branche. Und das zum Teil auch als Folge seiner umstrittenen Unternehmensphilosophie: So sehr ein geschlossener, von harter Apple-Hand kontrollierter App-Store Kritiker auf die Barrikaden ruft, so wichtig war besonders in den ersten Tagen des iPhones das Vorhandensein eines sicheren Umfelds, um mobile Onlinedienste anwenden zu können, die das Potenzial der neuen Hardware vollständig ausnutzten. Nichts wäre für den Markstart des iPhones fataler gewesen als ein App Store, bei dem User hinter jeder Anwendung mit einer unangenehme Überraschung hätten rechnen müssen. Und nichts wäre für den Launch des iPhones fataler gewesen, als ganz auf das Prinzip nativer Apps zu verzichten.

Um Smartphones und das mobile Web in dem Tempo zu etablieren, wie es das iPhone getan hat, war ein Ansatz notwendig, der ein hübsches Produkt mit einer einfachen, intuitiven Bedienung, einem signifkanten Marketing-Engagement sowie einer bei Konsumenten den “Haben wollen”-Reflex auslösenden Prise “Magie” kombinierte. Das iPhone war dieses Produkt. Mir fällt kein anderes Unternehmen ein, das eine solche Rolle hätte übernehmen können. Euch?

Wer netzwertig.com häufiger liest weiß, dass ich wahrlich kein Apple-Fanboy bin. Der Beweis: Ich habe noch nie einen Mac besessen. Ich schließe auch nicht aus, mein iPhone mit einem Android-Gerät zu ersetzen (oder gar mit einem, auf dem Windows Phone 7 installiert ist – wer weiß?!). Aber ich bin Steve Jobs dankbar, der die Branche an einen Punkt gebracht hat, an dem wir den Luxus der Wahlmöglichkeit besitzen. Steve Jobs hat sein Ding durchgezogen, Kritiker ignoriert, auf vorbildliche Weise eine Nachfrage, einen Markt generiert und das Entstehen der notwendigen Gegenpole zu Apples “Walled Garden” provoziert.

Heute spielt es keine Rolle mehr, ob und wie sehr Apple versucht, ein aus Cupertino kontrolliertes “Parallel-Internet” aufzubauen. Denn es gibt genug Wettbewerber, die andere Richtungen einschlagen als das Unternehmen mit dem Apfel im Logo. Auch das App-Problem wird sich mit der zunehmenden Reife von HTML5 und der Weiterentwicklung von Smartphones und Browsern sukzessive lösen. Einer wachsende Zahl von Entwicklern und Anwendern kann Apples Freigabe-Richtlinie für Apps bald vollkommen egal sein.

Sicherlich hätte sich das Mobile Web sowie die dafür notwendigen Zugangsgeräte auch ohne den Apple-Vorstoß vorwärts und nicht rückwärts bewegt. Aber mit welcher Geschwindigkeit? Und mit welchen Folgen für die Anwender? Wäre Symbian 3 dann das dominierende Betriebssystem? Gäbe es Android? Sähe Android aus, wie es heute der Fall ist, oder käme es eher im Gewand eines weiterentwickelten Symbian OS daher? Würden wir uns noch immer mit der Installation von Java-Anwendungen auf unseren Handys herumschlagen? Würden die Mobilfunker weiterhin viel Einfluss darauf haben, welche Software auf unseren Handys installiert ist?

Auf diese Fragen habe ich keine Antwort. Aber ich bin überzeugt davon, dass ohne das iPhone im Oktober 2010 nicht über 100 Millionen Menschen weltweit zufriedene Smartphone-Besitzer wären, mit den dazugehörigen positiven Auswirkungen für die Internetwirtschaft.

Mit dem iPad wiederholt sich der beschriebene Prozess nun erneut. Und auch dafür bin ich Steve Jobs dankbar. Selbst wenn ich eines Tages vielleicht ein Android-Tablet mein Eigen nennen werde. Denn ohne das iPad gäbe es diese womöglich gar nicht.

(Foto: Flickr/acaben, CC-Lizenz)

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39 Kommentare

  1. Michi
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 06:48 Uhr (#)

    Das ist genaus so als ob du Hitler dankbar wärst nur weil er damals Autobahnen gebaut hat.

    Interessant sind auch die Reaktionen der “JüngerW auf den neuen MacOS AppStore. Blinder gehts kaum.

    1. Johannes
      schrieb am 22. Oktober 2010 um 10:18 Uhr (#)

      Godwin’s law gleich im ersten Kommentar erfüllt. Respekt!

    2. anja
      schrieb am 22. Oktober 2010 um 14:25 Uhr (#)

      also bitte man kann doch sowas nicht vergleichen! Ich hoffe du schämst dich…

    3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 22. Oktober 2010 um 14:46 Uhr (#)

      Johannes, ist bei uns aber unüblich. Dennoch Danke für den Link, mir war entfallen, dass es dafür eine wissenschaftliche Gesetzmäßigkeit gibt ;)

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 06:51 Uhr (#)

    Was für ein dämlicher Vergleich. Aber Diskutieren ist da wohl für die Katz.

  3. Markus Breuer
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 07:22 Uhr (#)

    Danke, Martin, für diese – trotz ehrlicher emotionaler Aussagen – sehr sachliche Analyse.

    Das Einzige, was ich in diesem Resümee auszusetzen habe, ist, dass es sich so stark auf das iPhone fokussiert. Steve Jobs hat diesen “Stunt” mit dem iPhone ja nicht zum ersten Mal durchgezogen :) Davor gab es – mindestens – den Apple II, den Mac und den iPod. Für das iPad stehen die Chancen ebenfalls sehr gut. Und vielleicht .. vielleicht schafft er es auch noch, den TV-Markt auf den Kopf zu stellen, bevor er von der Bühne abtritt. Ich würde es mir wünschen.

    Die Erfolgsprinzipien waren spätestens seit dem Mac immer ähnlich: Out-of-the-Box Denken, unumstößlicher Glaube an die eigene Vision, Perfektionsdrang und am Anfang ein fast schon paranormales Gespür für den echten Kundenbedarf. Entscheidend ist immer, was der (potentielle) Kunde wirklich will – nicht, was er sagt, was er will und sicherlich nicht, was andere sagen, dass er will.

    Steve Jobs – und Apple unter Jobs – hat nicht immer “Recht” gehabt (sprich: “wirtschaftlichen Erfolg). Die Lisa (bei der er in der Endphase nicht mehr beteiligt war) oder der NeXT Cube waren grandiose Flops. Das gehört aber zum Prinzip Jobs dazu: Risiken eingehen.

    Der grandiose wirtschaftliche Erfolg von Apple in den letzten Jahren hat dazu beigetragen, dass viele Unternehmen – und Unternehmensführer – danach streben, das Prinzip Jobs nachzuahmen. Das ist verständlich, aber meines Erachtens zum Scheitern verurteilt. Es reicht sicherlich nicht, als Führungspersönlichkeit visionär, charismatisch – und egomanisch – aufzutreten und sich für jede Entscheidung das letzte Wort vorzuhalten. Das ist vielleicht der größte Irrtum bei der Interpretation des “System Jobs”.

    Ich bin mir nicht einmal sicher, ob das System Jobs bei Apple funktionieren wird, wenn er einmal abtritt. Einige Jahre lang vermutlich noch. Seine mentale DNA hat sich im Unternehmen selbstverständlich ausgebreitet. Aber langfristig war es sicherlich ein in unserer Generation nahezu einmaliges Zusammentreffen von Persönlichkeit, kulturellen Trends und technologischer Entwicklung. Es hat auch zu anderen Zeiten “Steve Jobse” gegeben und es wird die auch wieder geben. Aber auch das waren keine Kopien und sie konnten nicht kopiert werden. Obwohl andere viel von ihnen lernen konnten und sie sicherlich, wie Steve Jobs, tiefgreifenden Einfluss auf die Unternehmen und die Führungskultur in diesen Unternehmen in der jeweiligen Zeit hatten.

  4. Baumschlaefer
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 07:27 Uhr (#)

    @ michi
    selten so einen unsinnigen Vergleich lesen müssen

    zum Thema: Ist wohl generell ein Problem für viele, erfolgreiche Vordenker für das zu respektieren, was sie schaffen bzw. geschaffen haben. Irgendwie scheint sich bei der großen Masse der Neid im Kleingeist einzunisten und fortan das Denken über Leute wie Steve Jobs zu bestimmen. Er macht schlicht und einfach nicht nur einen (natürlich im Sinne Apples!) excellenten Job, sondern hat oder erkennt brilliante Ideen eher als andere.

    Das alles hat nichts damit zu tun, ob ich Apples Politik gut finde oder nicht. Aus Apples Sicht funktioniert sie nun mal. Und nebenbei bekommt die Branche neue Impulse und wir neue Spielzeuge und (!) neue Möglichkeiten Geschäftsmodelle aufzubauen.

    Ich find’s gut!

  5. Arno.Nyhm
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 07:50 Uhr (#)

    schön geschrieben. da kann ich nur zustimmen.

    aber:

    > Auch das App-Problem wird sich
    > mit der zunehmenden Reife von HTML5
    > und der Weiterentwicklung von
    > Smartphones und Browsern sukzessive lösen.

    da kann ich zustimmen, aber wie bekommt der Entwickler seinen Lohn. Ich glaube den AppStore (und das damit verbundene Vertrauen der Konsumenten) mit gleichzeitiger Bezahlmöglichkeit kann man nicht so schnell auf WebApps mit HTML5 übertragen. Da fehlt die one-click-Bezahlmöglichkeit des AppStores.

    1. Dominik Belca
      schrieb am 22. Oktober 2010 um 09:02 Uhr (#)

      Das ist ja so nicht richtig – es gibt ja anbieterübergreifende Zahlungsysteme die eine sehr grosse Nutzerzahl haben – zum Beispiel PayPal. Da wird nicht das Problem liegen.

    2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 22. Oktober 2010 um 10:55 Uhr (#)

      Ich denke auch, dass sich dafür Lösungen finden werden.

    3. Andreas Stricker
      schrieb am 22. Oktober 2010 um 13:39 Uhr (#)

      In der Mac-Entwicklerszene kommt die Idee des AppStores nicht überall schlecht an.

  6. Sebatsian
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 08:27 Uhr (#)

    Danke für den ehrlichen und offenen Bericht, der vielleicht (hoffentlich) sogar einige zum Nachdenken anregen wird (Jeden offenbar nicht.) Die Vogelperspektive ist und bleibt die schwerste Perspektive….

    1. basic
      schrieb am 22. Oktober 2010 um 11:07 Uhr (#)

      “Da fehlt die one-click-Bezahlmöglichkeit des AppStores.”

      Ja sie träumen schon wieder in Zeiten der Flatrate von den “Abzocker Dialer Methoden” der Isdn Zeit.
      Am besten per “1 Klick” Button mit Abrechnung über die Telefonrechnung oder noch besser gleich 10 cent beim Aufrufen der Webseite?… das wäre dann wohl am Einfachsten …. und Presse/ Webseitenbetreiber würden entlich “Hurraa” Rufen!.. die “Kostenlos- Kultur” im Netz ist wie “Multi-Kuli” Besiegt!

      Das einzigste was Steve Jobs mit Iphone und dieser App. Manie vollbracht hat , neben der Steigerung seines eigenen Profit, das jedes Scriptkiddie jetzt die $ Zeichen in den Augen hat und feuchte Träume vom Abzocken der Jugend ihr Taschengeld bekommt.
      Was früher “Jamba” sind heute “Knuddel Apps” und das muß nun auch auf den Desktop ….. denn da ist noch Abzock Potential.

      Es ist einfach Schade mit Ansehen zu müssen das das freie Internet langsam vor die Hunde geht und der Kommerz scheinbar wieder einmal Gewinner ist …. was nun aber auch das Ende des freien Netz einläutet .

    2. Arno.Nyhm
      schrieb am 25. Oktober 2010 um 22:40 Uhr (#)

      @basic

      irgendwie hast du meinen gedankenweg den ich ansprechen wollte auch bzgl des kommentierten satzes mit appstore apps durch html5 APPS! (nicht webseiten) zu ersetzten nicht verstanden.

      es ging darum aufzuzeigen, dass nicht alle funktionen durch html5 apps so leicht zu implementieren sind.

      und noch was: ich fühle mich nicht abgezockt, wenn ich wissentlich ein app für 0,79 euro beim applestore mittels one-click (und passworteingabe) bezahle und damit dem programmierer einen lohn für seine arbeit gebe. jedes bier in deutschland ist teurer! und der mehrwert, den ich von den apps habe ist mir ein bier das mindestens wert.

      ich weiss ja nicht wie du dir dein geld verdienst: aber erwarten deine kunden/auftraggeber/chef denn auch von dir kostenlose arbeit? würdest du kostenlos für deine kunden/auftraggeber/chef arbeiten?

  7. m106
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 08:40 Uhr (#)

    Ähm sorry Martin, aber mich stört es auch, dass du dich bei diesem Artikel so sehr auf das iPhone konzentrierst. Ohne Steve Jobs würde auch Windows ganz anders aussehen! Ohne Steve Jobs würde wir vielleicht heute noch mit Kommandozeilen Programme starten und der PC hätte sich nicht so ausgebreitet wie es heute der Fall ist.

    Achja noch was Google hat die Firma “Android” schon im Jahr 2005 gekauft, welches bereits gegen Ende 2003 gegründet wurde! Also hat Google die Idee mit einem mobilen OS nicht erst nachdem iPhone gehabt.

    So sehr ein geschlossener, von harter Apple-Hand kontrollierter App-Store Kritiker auf die Barrikaden ruft, so wichtig war besonders in den ersten Tagen des iPhones das Vorhandensein eines sicheren Umfelds, um mobile Onlinedienste anwenden zu können, die das Potenzial der neuen Hardware vollständig ausnutzten.

    Der AppStore ist ca. 1 Jahr nach dem iPhone Martkstart online gegangen!

    Das einzige was eine Revolution und Innovation von Steve Jobs war und ist, das AppStore! Erst die Apps haben haben das iPhone zudem gemacht was es heute ist. Ganz ehrlich: Wie viele von euch würden noch ein iPhone noch nutzen, wenn Apple die Apps verbieten würde. Wie viel wäre dann ein iPhone noch wert?

  8. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 10:54 Uhr (#)

    @ Markus Breuer und m106

    Zum iPhone-Fokus: Letztlich sehe ich darin den größten, durch Apple eingeleiteten Wandel. Wie und ob Apple II und Mac (von Markus angesprochen) sich auch auf den restlichen PC-Markt ausgewirkt haben, kann ich nicht beurteilen. Der iPod hingegen war natürlich ein Verkaufsschlager und hat im Prinzip sämtlich anderen Premium-MP3-Player verdrängt – aber es ist war am Ende dennoch “nur” ein etwas schickeres Gerät mit angeschlossenem Download-Shop. Zudem werden MP3-Player nun von Smartphones kannibalisiert.

    Das iPhone hingegen hat nicht nur bestehende Akteure verdrängt, sondern gleichzeitig für neue Konkurrenz gesorgt und dabei als Benchmark gedient. Während der iPod keine weiteren Innovationen oder Evolutionen im MP3-Player-Bereich nach sich gezogen hat, ist dies beim iPhone der Fall – weswegen ich hier die größte Disruption sehe.

    Das iPad habe ich ja am Artikelende erwähnt – das macht jetzt die gleiche Entwicklung wie das iPhone durch und wird zum Türöffner für den Tablet-Markt, der bisher abgesehen von einigen versprengten Modellen nicht existent war.

    @ m106
    Ja, gekauft hat Google Android zwar schon 2005. Aber das ist kein Beleg dafür, dass damals schon festgestanden haben soll, wie Android aussehen wird.
    Der offizielle Startschuss zur Entwicklung von Android wurde Ende 2007 gegeben. Da gab es das iPhone schon.
    Ich behaupte ja nicht, dass Google die Idee zu einem mobile OS von Apple hat. Sondern dass sie sich funktionell am iPhone orientiert haben. Wie quasi alle Hersteller und OS.

    Was den Start des App Store betrifft: 95 Prozent aller iPhone-Besitzer kennen das iPhone nicht ohne App Store. Die verbliebenen 5 Prozent sind Early Adopters, die sich anfangs auch mit dem Gerät als solches zufrieden gegeben haben.

    1. Markus Breuer
      schrieb am 23. Oktober 2010 um 08:43 Uhr (#)

      Hmmm …
      Ich verstehe Deine Argumentationskette, stimme aber nicht zu 100% zu. Natürlich wird kein Apple-Hater dem zustimmen, aber ohne den Mac gäbe es kein Windows – oder es sähe nicht so aus, wie es heute aussieht. Und das ist, glaube ich, schon eine gewisse Relevanz am Markt ;-)

      Was den iPod angeht, unterschätzt Du m.E. den Beitrag von Apple/Jobs dramatisch. Tatsächlich hat Apple hier das erste Mal kein Produkt mehr verkauft, sondern ein SYSTEM. Der Erfolg des iPod (der Dir im Lichte des iPhones scheinbar vernachlässigbar erscheint, aber tatsächlich durchschlagend war und von dem sich die Musikindustrie bis heute nicht erholt hat) hat nur am Rande mit dem Gerätedesign zu tun. Der iPod war kein “etwas schickerer MP3-Player” er war der erste MP3-Player, mit dem auch Nicht-Freaks etwas anfangen konnten, dank iTune und Store. Jobs hat es in genialer Weise verstanden, nicht nur ein Gerät mit “haben wollen” Aura auf den Markt zu bringen, sondern auch dafür zu sorgen, dass man bequem an Treibstoff dafür kommt. Er hat die Preise normiert, er hat DRM erträglich verhandelt und und und …

      Auch das ist etwas, was viele Leute in unserer Branche bis heute nicht verstehen. Normale Menschen (über 25) konnten bis zum iPod mit der ganzen Choose rund um MP3 aber wenig anfangen. Danke Steve können sie es heute (und vergessen langsam den Begriff MP3 :)

      Detailliertere Erläuterungen dazu siehe hier: http://notizen.posterous.…ility-warum-itunes-d

      (shameless plug, sorry)

  9. Bernd
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 11:23 Uhr (#)

    Offene Architekturen sind nicht der heilige Gral, man sollte sie durchaus differenziert betrachten.

    Ein gutes Beispiel ist das EC-Karten System.
    Durch Skimming landen mittlerweile geschätzte 500 Mio EUR auf den Konten Anderer.

    Der Grund dafür ist, dass das EC-Karten System mitterweile ein technisch offenes System geworden ist, obwohl es eigentlich nicht so designt war.

    Es gibt keinen Zweifel daran, dass das Vorgehen von Apple für bestimmte Zielgruppen sinnvoll und richtig ist.

  10. Oliver Springer
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 11:55 Uhr (#)

    …und mein Puls ist immer noch oben!

    Also zu

    “Nichts wäre für den Markstart des iPhones fataler gewesen als ein App Store, bei dem User hinter jeder Anwendung mit einer unangenehme Überraschung hätten rechnen müssen.”

    fällt mir ein: Und “gelenkte Demokratie” hat ja auch so viele Vorteile…

    Das ist es nicht wert! Meine Dankbarkeit gilt nicht Apple, sondern Google. So wie Apple für seine geschlossene Welt immer gelobt wird, stellt sich mir die Frage, warum wir das Thema überhaupt im Web diskutieren und nicht bei AOL…

    Ich bezweifle auch ernsthaft, dass die derzeitige Fokussierung auf Touchscreen-Bedienung ein großer Fortschritt ist. Bei einigen Anwendungen ist das sehr sinnvoll, und über eine einfache Geste zoomen zu können, ist immer gut. Insgesamt wird es stark überbewertet.

    Und was Apps angeht: Für einige Zwecke ist die Installation von Programmen sinnvoll und wird es auch bleiben. Ansonsten geht der Trend im “großen” Web nicht von ungefähr dahin, alle möglichen Dienste/Programme/… über den Browser nutzen zu können, anstatt erst ein Programm downloaden und installieren zu müssen.

    Um noch eines drauf zu setzen (wenn der Puls gerade oben ist): Die Vorteile von Tablets sind heute genauso groß wie vor einem Jahr. Fast niemand braucht einen Tablet-Computer, denn andere Geräte erfüllen die Funktionen meist besser. Und kosten weniger.

    Apple ist sehr gut darin, den Konsumenten Dinge schmackhaft zu machen. Das ist faszinierend, das kann man bewundern, aber man muss nicht mitmachen.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 22. Oktober 2010 um 14:37 Uhr (#)

      Also Oliver, ich les und kommentiere das hier gerade auf meinem iPad – das perfekte Web-Lesegerät und eins, das ich definitiv nicht mehr missen möchte.

      Zu behaupten, fast niemand braucht ein Tablet-Computer ist wie zu sagen, fast niemand braucht einen Fernseher oder ein Radio.

      Aber es ist wie so oft im Technologie-Bereiche: Manche Dinge muss man selbst über einen längeren Zeitraum ausprobieren, um den wirklichen Nutzen zu erkennen.

  11. Meeresbiologe
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 12:59 Uhr (#)

    Die Apple-Kritiker vermengen ständig ihre Detailkritik an Produkten von Apple mit Apples grundsätzlicher Rolle für die Consumer-IT-Entwicklung, die ich in der Tat als besonders innovationstreibend und impulsgebend für die Massenverbreitung einzelner Geräteklassen ansehen würde. Man kann ja an Apples Mobilgeräten en detail etliches kritisieren (fehlendes USB, fehlende Dateiverwaltung, Abgeschlossenheit usw.) – die Schubkraft Apples und seine positiven Einflüsse für die gesamte IT-Entwicklung lassen sich aber überhaupt nicht leugnen. Die Kritiker mißverstehen einen solchen Impulsgeber und Innovationsführer als jemanden, der mit seinen Produkten selbst alles “richtig” machen muß und völlig eigenen Ansprüchen und Wünschen entsprechen muß. Maßgeblich für die Bewertung des Einflusses und der Bedeutung von Unternehmen kann nicht eine gewünschte Idealität von Produkten für die eigenen Zwecke sein (die wird es kaum bis nie geben), sondern welchen Gesamteinfluss es auf die Verbreitung und Entwicklung einzelner Geräteklassen hat. Die kann bei Tablets, meiner Meinung auch bei Smartphones als marktführend und richtungsweisend angesehen werden. Ich prüfe selbstverständlich auch, ob Apple-Geräte für meine Zwecke im Einzelfall sinnvoll und zweckmäßig sind – aber die Bedeutung Apples als einer der wichtigsten Innovatoren der Internetentwicklung neben Google steht für mich völlig außer Frage.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 22. Oktober 2010 um 14:40 Uhr (#)

      Erstklassiger Kommentar!

      . Die Kritiker mißverstehen einen solchen Impulsgeber und Innovationsführer als jemanden, der mit seinen Produkten selbst alles “richtig” machen muß und völlig eigenen Ansprüchen und Wünschen entsprechen muß. Maßgeblich für die Bewertung des Einflusses und der Bedeutung von Unternehmen kann nicht eine gewünschte Idealität von Produkten für die eigenen Zwecke sein (die wird es kaum bis nie geben), sondern welchen Gesamteinfluss es auf die Verbreitung und Entwicklung einzelner Geräteklassen hat.

      Sehr treffend formuliert!

  12. Markus Merz | Hamburg St. Georg
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 14:38 Uhr (#)

    Geschichtsklitterung. Und wieder wird der Fehler gemacht einen Tag X bzw. ein Produkt Y als Meilenstein der Evolution zu setzen. Da hilft auch alles Zurückrudern in den letzten Absätzen nichts.

    Dankbar bin ich den Leuten, die im Sinne von hochwertig (bzw. netzwertig) in den Achtzigern verbotene Modems (s.a. Anrufbeantworter, Fax, etc.) in Deutschland zugänglich gemacht haben.

    Dankbar bin ich allen, die parallel zum Mac von Apple und dem so genannten PC-Standard günstige Computerhardware verfügbar gemacht haben (Acorn, Amiga, Atari).

    Dankbar bin den Entwicklern, die das sauteure Unix auf offenen Plattformen nach programmiert haben. S.a. Mailboxen (BBS) und hochwertige (bzw. netzwertige) Kommunikationslösungen im Allgemeinen.

    Und wo wir bei geschlossenen Smartphones sind: Ohne die revolutionären Vorläufer Palm oder Psion (Stichwort: Sneakernet) in allen Variationen und das Blackberry Phänomen ist das Ganze auch nicht zu beurteilen.

    Natürlich sind iPhone und Appstore Donnerschläge innerhalb einer eng umrissenen Branche gewesen, aber ein etwas weiteres Bild würde ich mir dann doch wünschen, wenn es um das Stichwort ‘netzwertig’ geht.

    1. Meeresbiologe
      schrieb am 22. Oktober 2010 um 14:59 Uhr (#)

      Um genau diesen Unterschied zwischen “Vorläufern” und “Donnerschlägen” geht es ja gerade. Sicher hat es z.B. auch bei den Tablets Vorläufer wie z.B. von Microsoft gegeben. Der größte Schub für die Massenverbreitung von Geräten kam aber überdurchschnittlich oft von Apple, so auch beim Tablet. Apple versteht es wie wenige andere IT-Unternehmen, bei mobilen Geräten nutzerfreundliche Geräte für die Masse zu schaffen und damit ganzen Geräteklassen zum Massendurchbruch zu verhelfen. Eine innovative Idee allein ist nur wenig wert, wenn ihre Umsetzung wenig Anklang findet. Da mag dann die Grundidee gut sein, aber ihre praktische Umsetzung leider nicht. Auch Atari und Commodore waren zwar mal Vorläufer, spielen aber heute nur noch eine marginale bis gar keine Rolle mehr. Heißt, erste zarte Pflänzchen einer technologischen Entwicklung sind nicht unbedingt später deren starke marktbeherrschenden “Bäume”.

  13. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 14:44 Uhr (#)

    Ohne iPhone wären wir im Smartphone-Markt und mobilen Internet heute nicht da, wo wir heute sind. Da kannst du noch so viele andere Meilensteine der IT-Geschichte aufzählen.

    Plam, Psion… sicherlich, wenn du die Kutsche auch als Vorläufer des Automobils siehst. Trotzdem sind wir heute nicht dem Erfinder der Kutsche dankbar, sondern dem des Automobils.

    1. Markus Merz | Hamburg St. Georg
      schrieb am 22. Oktober 2010 um 15:46 Uhr (#)

      Ich hege keinerlei dankbare Gefühle gegenüber dem Erfinder des Automobils. Eine nachhaltige Weiterentwicklung der Kutsche wäre mir, historisch betrachtet, lieber gewesen. Die so genannte ‘systemische’ Abhängigkeit von ganzen Volkswirtschaften vom Auto – s.a. DER WELTKONZERN – kann ja wohl nicht gemeint sein, oder?

      Mit dem iPhone und dem Appstore geht es mir ähnlich. Versöhnlich gestehe ich zu :), dass die Wettbewerber an einer schnellen Korrektur der einfachen Fehler arbeiten.

      (Und weder Martin noch Meeresbiologe gehen auf auf die Wichtigkeit der (offenen) Evolution von Technik ein :( Mein Fehler, warum musste ich auch die Fährte zu Palm & Psion legen.)

      Markennamen sind nur Schall & Rauch.

      Romantisch gesehen, träume ich von der revolutionären Freiheit eines Modem in den Achtzigern und der darauf aufsetzenden Freiheit der Kommunikation. Da ist beim iPhone-Konzept nicht mehr viel an Revolution übrig. Leistungen wie Abgreifen, Einzäunen und Abkassieren sind nichts, wofür ich mich bedanken möchte.

    2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 23. Oktober 2010 um 04:22 Uhr (#)

      Leistungen wie Abgreifen, Einzäunen und Abkassieren sind nichts, wofür ich mich bedanken möchte.

      Kann ich nachvollziehen. Aber du bist sicher dankbar für ein offeneres System, welches einen Großteil der durch das iPhone in den Markt gebrachten Produktvorteile mit denen eines nicht eingezäunten Systems kombiniert? Oder?

      Denn das bringt mich zurück zu meiner These: Du hast das nur, weil Steve Jobs sämtlichen etablierten Herstellern die Tasse Tee aus der Hand gestoßen und eine Revolution im Smartphone- und mobile Web-Bereich eingeleitet hat.

  14. Peter
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 15:52 Uhr (#)

    Danke, das Iphone ist die beste erfindung die es gibt im bereich mobilfunk

  15. Sebastian
    schrieb am 22. Oktober 2010 um 19:17 Uhr (#)

    kann ich dir nur zu 100% zu stimmen.

    Das iPhone gab mobilem Internet das GO und UMTS den Sinn.

    Das iPad wird das selbe für den mobile computing Bereich bedeuten.

    Steve sagt Netbooks sind mist und in 3-5 Jahren werden wir alle nicken.

    ..und GOTT SEI DANK wird es nie einen Touch Desktop geben.
    Leute guckt euch die Präsentation an, obwohl das Ding mal wieder eher den Namen Demonstration verdient hätte.

  16. Andi Mose
    schrieb am 23. Oktober 2010 um 00:46 Uhr (#)

    also wenn ich an das WAP-browsen zurückdenke muss ich ehrlich gestehen, dass erst nach dem iphone die wirklich spannenden dinge passierten. ich habe bis heute keins besessen, wohl aber einige andere, die sich alle daran orientiert haben (aktuell z.b. das palm pre). also verspüre ich durchaus eine gewisse dankbarkeit… aber nicht geschimpft ist schließlich schon gelobt, weshalb ich es jetzt dabei belasse :-)

  17. PlusPedia
    schrieb am 23. Oktober 2010 um 16:19 Uhr (#)

    Ein Problem habe ich mit Apple. Dass sie ihr eigenes Süppchen kochen. Es beginnt mit iTunes und der eigenen Software um Musik herunterzuladen oder aufzuspielen. Es endet dabei, dass MacOS nicht auf einem PC installiert werden darf, sondern nur auf Apple Hardware. Richtig ist aber auch, dass Apple ein Impulsgeber ist und dass deren Geräte schick sind. Zweifelsohne!

  18. Etalaze
    schrieb am 23. Oktober 2010 um 16:32 Uhr (#)

    Steve Jobs – und Apple unter Jobs – hat nicht immer steroids “Recht” gehabt (sprich: “wirtschaftlichen Erfolg). :)

  19. Neo
    schrieb am 24. Oktober 2010 um 01:00 Uhr (#)

    Vielen Dank für den guten Artikel. Ich sehe das genauso. Ich besitze seit ca. einem Jahr ein iphone. Ich will jetzt nicht behaupten, dass es das optimale Smartphone ist. Im Gegenteil, jeder der sich mit dem Teil näher beschäftigt sieht die Nachteile. Trotzdem war es anfangs konkurrenzlos. Erst jetzt kommen meiner Meinung nach Modelle auf den MArkt die mithalten können. Irgendwie erinnern viele an das iPhone und versuchen es besser zu machen.
    Also bedanke auch ich mich bei Steve Jobs

  20. Manuel
    schrieb am 24. Oktober 2010 um 14:59 Uhr (#)

    Ein sehr guter Artikel!

    Ich bin kein Fan von Apple, aber Steve Jobs trotzdem dankbar für das iPhone. Es ist ihm gelungen, der Usability mehr Priorität zu geben. Smartphones gab es schon vorher, auch Applikationen installieren konnte man. Nur war die Stiftbedienung alles andere als komfortabel und Anwendungen musste man im Internet zusammensuchen, auf den PC laden und von dort auf das Smartphone übertragen.

    In der Technik haben meiner Meinung nach andere momentan die Nase vorne. Deshalb habe ich vom iPhone 3G auf ein Nexus One mit Android gewechselt. Das Bedienkonzept mit den Hardware-Buttons und dem leuchtenden Trackball gefällt mir besser. Zudem hat man technisch viel mehr Möglichkeiten, man schaue sich nur alternative Firmware wie CyanogenMod an. Das haben wir zu einem grossen Stück Apple zu verdanken.

  21. Dirk
    schrieb am 25. Oktober 2010 um 09:52 Uhr (#)

    “…so wichtig war besonders in den ersten Tagen des iPhones das Vorhandensein eines sicheren Umfelds..”

    Wir sollten uns daran erinnern, dass es diesen App-Store zum Launch des iPhone nicht gab und auch niemals vorgesehen war, da Steve Jobs ein Gegner von nativen Apps war. Er wollte nur Webapplikatonen auf dem IPone zulassen. Der Erfolg von nativen Apps nach der vorsichtigen Öffnung hat Apple wohl am meisten überrascht. In der Rückschau werden die Dinge gerne so dargestellt als ob ein Superstratege hier genial Schach gespielt hätte, aber mir scheint, dass der Zufall eine nicht unbedeutende Rolle gespielt hat. Es würde mich nicht wundern, wenn die monolithische, geschlossene Form des Appstore überhaupt nicht auf Dauer gedacht war und erst zur Regel wurde als man bei Apple gemerkt hat “och, geht doch und ist doch auch ganz praktisch!”. Wir erinnern uns: Adobe war damals noch munter dabei den Flash -Player aufs iPhone zu porten.

    1. Bernd
      schrieb am 25. Oktober 2010 um 11:23 Uhr (#)

      @Dirk
      Richtig. Jobs wollte schon deswegen keinen App-Store, weil es ihn auf den Palm Geräten bereits gab. Die Apps waren zwar orginär eher ein Versuch, mit damals existierenden homöopathischen Bandbreiten umzugehen und trotzdem Internetfunktionen auf die Devices zu bringen, hatten mit den heutigen nicht viel gemein.
      Zu Palm wechselten bei der Gründung einige Leute von Apple, die nach dem Newton-Desaster bei Apple einen zweiten Anfang machen wollten. Bei Apple wurde das Thema Handheld nämlich auf Eis gelegt.

  22. Gordian Hense
    schrieb am 25. Oktober 2010 um 23:55 Uhr (#)

    Entscheidend für Apples Erfolge, ob geplant oder nicht, ist die konsequente Hinwendung zum Kundennutzen, wogegen Konkurrenten sich eher konsequent dem Aktionärsnutzen zuwenden. Alle Apple Produkte weisen Merkmale auf, die Benutzer ein besseres Gefühl, eine bessere Funktion und sogar eine bessere Betrachtung bieten. Gleichzeitig sind sie wirtschaftlich. Apple hatte und hat auch immer den Mut gegen die Strömungen im Markt Neues zu bringen und Risiken einzugehen, auch das ist nicht Aktionärsorientiert. Aktionäre hassen Risiken, wie man jeden Tag an der Börse sehen kann. Steve Jobs steht fast mit seinem Namen dafür das er nicht Aktionärsinteressen verfolgt, sondern die der Kunden, aber gleichzeitig ist er für die Aktionäre damit sehr erfolgreich. Davon sollte sich die Konkurrenz eine Scheibe abschneiden und lernen, dann werden sie vielleicht auch so erfolgreich und wir als Kunden bekommen bessere Produkte und Leistungen für unser Geld.

  23. Marco
    schrieb am 31. Oktober 2010 um 01:44 Uhr (#)

    Ich persönlich bin nicht wirklich ein Fan von touch Steuerungen. Apple Produkte sehen meiner Meinung nach toll aus und haben immer wieder den “haben will” Effekt, aber ich finde sie nicht wie Jobs sagt:”magic”. Nettes minimalistisches Design, zu einem auch erhöhten Preis. Sehe auch noch nicht den Sinn eines iPads. Ich gehöre noch zur Generation Papier.
    Ich bin Blackberry nutzer und habe mich mal eine Woche mit dem iPhone 3GS auseinander gesetzt. Das ist einfach nicht meine Welt. Zwar alles schön und bunt samt super animationen, aber ich arbeite mit dem BB einfach produktiver. Zusatzapps in Form von Spielen oder anderen Gedöns benötige ich nicht. Hier muss ich jedoch einräumen, dass ich denke, Apple zielt eher auf eine andere Kundegruppe ab.
    Wenn man touch beiseite lässt, ist das iPhone für mich nicht so die Revolution… Push usw. gab es schon vorher.

    Aber Konkurrenz belebt den Markt, folglich ist jeder Markteinsteiger willkommen und man kann sich über neue Ideen freuen.

  24. Hendrik
    schrieb am 23. November 2010 um 00:12 Uhr (#)

    Hallo und danke an alle bisherigen Kommentatoren über den sehr gesitteten Stil, der bei Apple-Diskussionen eher selten ist, da einige meinen, sich abreagieren zu müssen.

    Ich selbst muß vorausschicken, dass ich ein ziemlich heftiger Fanboy bin, wenn man das Wort “Boy” für einen 41jährigen so noch gebrauchen kann. Meine Begeisterung ist erst knappe 2 Jahre alt und hat zum Ergebnis, dass ich heute von iPhone über iPad, MacBook Pro und AppleTV schon eine heftige Apfel-Infrastruktur besitze.

    Und das führt auch gleich zum Kern meiner These: Die Stärke der Apple-Produkte ist nur sekundär die Kundenorientiertheit oder die Out-of-the-Box-Strategie. Beides sind wichtige Dinge, aber die primäre Stärke ist das Zusammenspiel, eben genau das vielkritisierte “geschlossene System” ! Klar, es verleitet dazu, immer mehr Geräte von Apple zu kaufen, aber hey: Apple ist ja keine karitative Organisation, sondern gezwungen, profitorientiert zu arbeiten, so wie jeder einzelne (naja, nicht alle) von uns auch (Einnahmen>=Ausgaben).

    Der Erfolg von Apple setze nicht zufällig genau da ein, wo die Haushalte plötzlich ein zweites internetbasiertes Gerät besaßen. Lange Jahre war allerhöchstens 1 PC im Haushalt, dann kam Mitte der Nuller bei vielen das erste Notebook hinzu und schließlich brachen mit Internetradios, Wifi-Routern, MP3-Playern und Smartphones weitere datenzentrierte Geräte hinzu. Die Aufgabe, all diese Geräte zu harmonisieren, war zu groß für eine heterogene offene Umgebung: Es gab zig verschiedene Dateisysteme auf den Geräten, verschiedene Stecker, Austauschprotokolle und auf Applikationsebene nichts Verbindendes außer dem Windows Mediaplayer, der das alle integrieren sollte …und scheiterte. Hätte MS hier kundenorientierter implementiert, wäre die Apple-Story evtl. gar nicht passiert.

    Apple trat hier in eine Jahrhundertlücke: iPod und Mac, Mac und MacBook, Airport-Router, iTunes, das deckte für 95% der normalen Haushalte einfach alle IT-Bedürfnisse ab! Und alles spielte miteinander! Ich selbst bin IT-Nerd, Informatiker und leidenschaftlicher Bastler, habe tausende Stunden mit Frickelei verbracht und weiß, dass man all die tollen Konvergenzsachen auch in der Windows-Welt zusammenbauen konnte. Aber das Meiste war wahnsinnig komplizierte Sammler- und Bastlerarbeit… und funktionierte eben erst nach 1000 Anläufen und dann ganz schnell plötzlich nicht mehr, weil sich natürlich schnell irgendein Parameter verstellte, ein Update oder eigene Weiterbastelei etwas vermurkste, kurz: normalen Menschen gar nicht zumutbar! Meine eigenen Mediacenter-Anläufe zB gabs schon Anfang der Nuller, als alle noch staunten, was da möglich war. Das war aber 150% Handarbeit und kaum auf andere Haushalte übertragbar. Apple hat dieses einmalige Ökosystem, um die digitale Konvergenz nun allen zugänglich zu machen, ein einmaliger Vorteil, den kein Android aufholen kann.

    Und das Innovationstempo im geschlossenen System Apple wird immer unaufholbarer: Soeben habe ich iOS 4.2 auf iPhone und iPad eingespielt: kann jetzt via AirPlay auf beliebige TVs und Soundboxen streamen, vom mobilen Gerät! Auf sowas werden wir bei Android lange warten können, mögen die Nerds noch so beteuern, dass das mit App X und Gerät Y auch ginge. Apple kann das als fertigen UseCase überall bewerben, Leute sehen es bei Freunden usw. – das ist einfach “One Stop Shopping”, alles aus einer Hand, so mögen es die Kunden. Und wie reich Apple dabei wird, ist mir als Kunde doch wurscht, solange es läuft. Ich umfahre aus Trotz ja auch keine Shell-Tankstellen, weil meine Benzinrechnung irgendwelche Scheichs reicher macht.

    Fazit: Der Walled Garden und das Alles-aus-einer-Hand-Prinzip, das sauber vorgetestete Zusammenspiel definierter Komponenten ist in meinen Augen der Hauptgrund für den Apple-Erfolg und kam deswegen genau zu dieser speziellen Zeit zum Zuge. Der PC wurde zu unkomfortabel, vom Nutzungsprinzip zu allgemein, als die verschiedenen Medienformate (Musik, Video, usw.) übers Internet transportierbar wurden. Meiner Meinung nach ist Apple hinsichtlich seiner “Integration” der Komponenten mittlerweile völlig uneinholbar geworden. Umso mehr sich Google in “Openness” verbeißt, begibt es sich auf die Verliererstraße. Konkurrieren wird nur können, wer eigene geschlossene Systeme dagegenstellt und das alles komplett neu ausrollt: Samsung wäre da denkbar.

    Bzgl. der verlorenen Schlacht um das “freie” kostenlose Internet denke ich, dass wir alle Kinder der 90er und Nuller sind und uns an eine Kostenlos-Kultur gewöhnt haben, die so nicht tragfähig ist. Einen wesentlichen Reiz des kostenlosen Internet machten die freien Nachrichtenquellen der kommerziellen Presse aus, die aber lediglich Teaser waren und sich nicht tragen, wenn sie die kommerziellen Produkte der Verlage langsam kannibalisieren, was aber längst der Fall war. Das ist nicht anders als mit unseren Sozialsystemen. Geplant als Auffangnetz wurden sie immer mehr zu Massensubventionssystemen, bis schließlich nur noch der Dumme arbeiten geht…das funktioniert doch nicht a la longue! So wie die kommerzielle Musik mittlerweile völlig verflacht ist, weil sie ebenso keine Einnahmen mehr erzielt. Auf lange Distanz sind eben die bösen Profite der Motor allen Tuns und Seins und das Public-Domain-Free-Gratis-Open war zwar eine nette Sache, aber wie es länger funktionieren soll, kann eben keiner beantworten. Solange einem “andere” die schöne Freeware programmierten, Gratis-Content, Gratis-eMail usw bereitstellten, war alles schön, aber was hatte man selbst beizusteuern? In einer Nerd-Community mag das so gut funktionieren wie in einer Hippie-WG, aber doch nicht als gesellschaftliches Massenmodell. HIer ist bei einigen Wehklagenden mehr Realitätssinn gefragt.

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