Das neue Mister Wong:
“Was empfiehlst du?”

Mister Wong verlagert seinen Schwerpunkt von Social Bookmarking zu “Social Information”. Neben dem Follower-Prinzip und einem Aktivitätenstream gibt’s als neues Feature auch eine integrierte Dokumentenplattform.

Viele Monate hat Mister Wong, Deutschlands führendes Social-Bookmarking-Portal mit rund 400.000 registrierten Mitgliedern, im Verborgenen an einer neuen Version seiner Website gearbeitet. Nach vier Jahren ohne wirklich tiefgreifende Veränderungen sah man bei dem Unternehmen aus Bremen den Zeitpunkt gekommen, die Plattform nach dem Launch einer multifunktionellen Toolbar im StumbleUpon-Stil im Juni nun noch stärker an die heute üblichen Anwendungsmuster im Social Web anzupassen. Konkret heißt das unter anderem: Follower-Prinzip, Newsfeed und eine neue Positionierung als Empfehlungsplattform.

Das Herzstück des neuen Mister Wong ist (selbstverständlich, möchte man fasst schon sagen) ein Newsfeed, der sowohl die kürzlich von einem selbst gespeicherten Websites als auch die jüngsten Aktivitäten der abonnierten Mister-Wong-Anwender anzeigt. Jeder User hat (wie bisher) eine eigene, personalisierbare Profilseite, welche einen Stream der jüngsten Bookmarks, die Gesamtzahl aller gespeicherten Favoriten, Links zu weiteren Webprofilen sowie die Zahl der Nutzer darstellt, die den jeweiligen Anwender abonniert haben.

Oberhalb des Newsfeeds befindet sich ein Eingabefeld für spontane URL-Empfehlungen, welches konsequent mit der Frage “Was empfiehlst du?” betitelt ist – eine gewisse Ähnlichkeit zu Twitters “Was gibt’s Neues” ist beabsichtigt. Jedes Element im Aktivitätenstream wird mit einem Thumbnail angezeigt, kann in die eigenen Bookmarks übernommen, kommentiert und favorisiert werden.

Neben der Implementierung dieser mittlerweile für Social-Web-Services fast schon essentiellen Features verändert Mister Wong mit einer Erweiterung seiner Spannbreite auf Dokumente auch den eigenen Fokus. Statt Social Bookmarking dreht sich bei den Bremern in Zukunft alles um “Social Information”, wozu neben Websites eben auch diverse Arten von Dokumenten gehören. Mister Wong nennt hier als Beispiele Uni-Arbeiten, Referate, Schul-Aufsätze, Präsentationen, Broschüren, Studien, Rezepte, Bürgerinitiativen oder Kurzgeschichten.

Neben Bookmarks können Nutzer ab sofort also auch Dokumente bis zu einer maximalen Größe von 50 MB bei Mister Wong hochladen, direkt im Browser als HTML5-Dokument anzeigen lassen und auf Wunsch auch zum Download bereitstellen. Der Hintergedanke dieser neuen Funktion ist “die Vergesellschaftung von Wissen und Informationen, welche sonst nie den Weg in eine große Gemeinschaft gefunden hätte”. Angesprochen werden sollen vorrangig die Personen, die keinen geeigneten publizistischen Kanal zur Erstellung von Inhalten besitzen (z.B. einen Blog), aber dennoch Wissen zur Verfügung stellen möchten.

Genau wie Bookmarks sind auch Aktivitäten rund um Dokumente in das Follower- und Newsfeed-System integriert. So will Mister Wong beispielsweise Autoren animieren, regelmäßig Texte bei Mister Wong zu veröffentlichen und sich mit Hilfe der Abo-Funktion eine Anhängerschaft aufzubauen. Auch Unternehmen sollen durch die Erweiterung auf “Social Information” dazu animiert werden, ein Profil bei Mister Wong zu pflegen.

Zu den Startpartnern gehören Greenpeace, das neue Initiativen vorstellt, Dr. Oetker, das Rezepte publiziert sowie die Bremer Landesbank, über die Börseninfos abonniert werden können.

Das neue Mister Wong
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Mit seiner neuen Plattform stößt Mister Wong in diverse neue Märkte vor und begibt sich dadurch in Konkurrenz zu einer Reihe von Anbietern, von Facebook (Unternehmensprofile) über Twitter (Linkempfehlungen via Stream) bis hin zu Dokumentenplattformen wie Scribd oder Doktus. Andererseits ist es sinnvoll, das Social-Bookmarking-Prinzip um andere Arten von Informationen zu erweitern, die íhren Weg ins Netz finden möchte. Eine Konzentration ausschließlich auf Website-Links erscheint im Jahr 2010 fast schon wie eine unangemessene Ausgrenzung von attraktivem digitalen Content.

Wir beobachten mit Spannung, ob die Transformation erfolgreich verläuft und inwieweit sich die existierenden Nutzer mit der neuen Funktionalität anfreuden werden. Was haltet ihr vom neuen Mister Wong?

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3 Kommentare

  1. Linus Neumann
    schrieb am 13. Oktober 2010 um 15:04 Uhr (#)

    …irgendwie fehlt hier der Disclaimer. Ich reich den mal nach: http://netzpolitik.org/20…nformationsfreiheit/

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 13. Oktober 2010 um 15:14 Uhr (#)

    Disclaimer?

    Davon abgesehen: Selbst schuld, wenn ihr euch für telefonische Pitches erreichbar macht. ;)

  3. Knut
    schrieb am 17. Oktober 2010 um 14:33 Uhr (#)

    Ich habe einen Javascript-Fehler, wenn ich durch meine Links blättern will via “mehr anschauen”.

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