Location Based Services:
Facebook-Orte startet heute in Deutschland und der Schweiz

Anderthalb Monate nach dem Launch in den USA startet Facebooks Location-Dienst Facebook-Orte (Places) heute in Deutschland und der Schweiz.

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Am 19. August ging Facebooks lange erwarteter Location-Dienst Places in den USA online. Places erlaubt Nutzern ganz im Stile von ortsbasierten Diensten wie foursquare oder Gowalla das Einchecken an beliebigen Locations, die sie entweder aus einer Liste existierender Orte wählen oder neu erstellen.

Wie so oft bei neuen Facebook-Funktionen sorgte auch Places nach dem Start für Kritik – vor allem wegen der umstrittenen Möglichkeit, auch andere Facebook-Kontakte ungefragt einchecken zu können. Angesichts der allergischen Reaktionen deutscher Datenschützer und Politiker in der jüngsten Zeit in Bezug auf Social Networks und Geodienste war zu befürchten, dass Facebook sich mit dem Launch von Places hierzulande Zeit lassen würde. Doch dem ist nicht so:

Ab heute haben Facebook-Nutzer in Deutschland und der Schweiz Zugriff auf das neue Feature (Österreicher müssen sich noch etwas gedulden, für die Alpenrepublik steht noch kein Launch-Datum fest). Ausschlaggebend ist die Herkunft der IP-Adresse, nicht der tatsächliche Aufenthaltsort. Deutschland und die Schweiz sind nach den USA, Kanada, Großbritannien, Japan, Australien, Frankreich und Italien das achte und neunte Land, in dem das auf Deutsch “Facebook-Orte” getaufte Feature freigeschaltet wird.

Der Zugriff auf Facebook-Orte erfolgt entweder über die aktuellste Facebook iPhone-App oder über die mobile Website touch.facebook.com (die Kompatibilität ist abhängig vom jeweiligen Smartphone-Modell).

Facebook-Orte
Facebook-Orte

In der Grundeinstellung ist Facebook-Orte deaktiviert und muss laut Pressemitteilung aktiv eingeschaltet werde – was jedoch wenig Bedeutung hat, da ein Check-In ohnehin die Aktivität des Nutzers voraussetzt. Allerdings sind durch den Opt-In User auch davor geschützt, von Freunden eingecheckt zu werden – diese Funktion ist also erst nach einer Aktivierung von Facebook-Orte möglich und lässt sich auf Wunsch ganz ausschalten. Eine Voraussetzung, um Freunde an Orten einzuchecken, ist, dass man als Anwender dort selbst eingecheckt hat. Bei jedem passiven Check-In erhält man eine entsprechende Benachrichtung, wie man es von Fotos kennt, auf denen man markiert wurde.

Check-Ins sind in der Standardeinstellung nur für Freunde zugänglich (über die Privatsphäre-Einstellungen können sie auch auf “öffentlich” umgestellt werden, jedoch nur bei volljährigen Anwendern). Allerdings tauchen sie für einige Stunden auf der jeweiligen Profilseite eines Orts im Feld “Personen, die jetzt hier sind” auf. Wer seinen Namen dort nicht sehen will, kann diese Option ebenfalls deaktivieren.

Jeder Ort besitzt eine eigene Profilseite. Einzelhändler, Gastronomen und andere physische Einrichtungen können eine von Nutzern angelegte Orte-Profilseite beanspruchen. Nach einer Verifizierung erhalten sie die Möglichkeit, ihre bestehende Facebook Page mit der Orts-Profilseite zu vereinen (mehr dazu hier).

Betroffen von Facebook-Orte sind unter anderem hiesige Check-In-Services wie friendticker und Qype. Im August erklärte uns friendticker-CEO Florian Resatsch, dass das Berliner Startup Facebook-Orte über die von dem Social Network angebotene API integrieren wolle, sobald es in Deutschland verfügbar sei.

Facebook-Orte ist der bisher bedeutendste Vorstoß eines Webangebots in den primär von jungen, nur bedingt einflussreichen Startups dominierten Markt der ortsabsierten Dienste. In unserem Artikel zum US-Start von Facebook-Orte findet ihr weitere Hintergrundinformationen rund um die neue Funktion.

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3 Kommentare

  1. sprain
    schrieb am 5. Oktober 2010 um 10:23 Uhr (#)

    Unverständlich, dass Places nicht auch auf der normalen Desktop-Version der Website integriert ist. Immerhin können mehrere Browser auch dort die Lokalisierung durchführen. Und wenn man in einem WiFi ist beängstigend genau.

  2. Zippo
    schrieb am 5. Oktober 2010 um 12:45 Uhr (#)

    Wir brauchen gar keinen Überwachungsstaat. Wir machen das schon selbst … :-)

  3. Thomas Wiegand
    schrieb am 5. Oktober 2010 um 23:55 Uhr (#)

    Dumm ist der dummes tut…VDS auf elegante Art und Weise…Kompliment an die Macher!!

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