Playlistnow:
Twitter für Playlisten

Bei Playlistnow publizieren Nutzer Status-Updates mit selbst erstellten Playlisten. Der Dienst erinnert nicht nur an Twitter und Facebook, sondern auch an Apples Produktneuheit Ping.

Gründer sollten es vermeiden, einen neuen Webdienst vorzustellen, indem sie seine Grundfunktionalität in den ersten Sekunden ihres Pitches mit der eines etablierten Anbieters vergleichen. Für Blogger ist dieses Stilmittel jedoch sehr hilfreich, um Lesern in so wenig Worten wie möglich die Funktionsweise eines Startups zu erklären. Und manchmal liegt es einfach auf der Hand. Wie im Falle von Playlistnow, einem “Twitter für Playlisten” – mit einer Prise Facebook.

Bei Playlistnow geht es darum, Followern selbst erstellte Playlists mit der persönlichen Lieblingsmusik zu empfehlen. Nachdem man sich als neuer Nutzer bei dem Dienst registriert hat (ein Login ist auch über das eigene Facebook-, Twitter- oder Google-Konto möglich) und sich für das Folgen oder Entfolgen einiger vorgeschlagener User entschieden hat, beginnt man damit, eine erste Playlist zu erstellen und diese mit Songs zu befüllen.

Playlistnow greift über die YouTube-API auf den großen Fundus an Musikclips von Googles Videoportal zu, sämtliche dort verfügbaren Titel lassen sich also in eine Playlist importieren (die Videos werden ausgeblendet). Spiellisten sollten möglichst zur aktuellen Stimmungslage passen und können mit charakterisierenden Attributen wie Tags und Kategorien (Arbeitsplatz, Sport usw) versehen werden.

Ist man mit der gewählten Zusammenstellung zufrieden, wird diese über einen Klick auf den Button “Update status” in den persönlichen Stream übernommen. Der Name der Playlist fungiert dabei als Statusmeldung (in meinem Fall “I am blogging” mit einer sehr begrenzten Selektion).

Meine Followers können anschließend über mein Update die von mir erstellte Playlist ansteuern, anhören, kommentieren und natürlich favorisieren (auf Neudeutsch “liken”). Profilseiten von Playlists enthalten außerdem Hinweise auf ähnliche Kreationen von anderen Nutzern. Über die zentrale Suchefunktion lassen sich existierende Listen über die Eingabe von Aktivitäten, Songs oder Benutzernamen aufspüren.

Eine Übersicht über die Top-50-Playlists offenbart, was bei den Nutzern des Dienstes aus Paris besonders gut ankommt. Auf den Spitzenpositionen platzieren sich unter anderem “I am working on my computer”, “I am having a big house party” und “I am smoking weed with my friends”. Natürlich lassen sich sämtliche Kompositionen auch einfach nur anhören, ohne dass man dafür selbst auf der Site aktiv werden muss.

TechCrunch Europe vergleicht Playlistnow mit Apples kürzlich gestartetem Versuch, ein eigenes Social Network rund um Musik aufzubauen. Im Gegensatz zu “Ping” besitzt Playlistnow allerdings eine Integration mit Facebook und Twitter, erfordert weder den Download einer Desktop-Software noch ein Apple-Konto und erlaubt zudem das Abspielen kompletter Songs, ohne dass diese dafür erst käuflich erworben werden müssen. Der Preis für diese Freiheit ist die bei YouTube-Videos übliche, schlechtere Tonqualität.

Ich bin noch unentschlossen, ob Playlistnow ein Bedürfnis von mir befriedigt. In der Tat mag ich es, die Musik, die mich gerade bewegt, mit anderen zu teilen. Partiell erledige ich dies über Status-Updates mit Videolinks bei Facebook, partiell auch über Spotifys vor einigen Monaten gelaunchten sozialen Features. In beiden Fällen sind meine Empfehlungen jedoch nicht öffentlich. Playlistnow könnte hier durchaus seine Nische finden – zumal es mit einer äußerst schicken Benutzeroberfläche punktet.

Wie so oft steht und fällt vieles mit der Aktivität der User. Wer möchte, kann mir gerne folgen. Eventuell gebe ich mir dann in Zukunft auch mehr Mühe bei der Erstellung meiner Playlisten.

Link: Playlistnow

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1 Kommentar

  1. beetFreeQ
    schrieb am 1. Oktober 2010 um 17:09 Uhr (#)

    Ich sehe nicht so ganz, welche Nische der Dienst füllen will. Zum einfachen Empfehlen von Songs ist das aufwendige Zusammenstellen von Playlisten zu viel, will man aber richtige Playlisten, kann man genau so gut auf Grooveshark zurückgreifen oder seine Playlist direkt bei Youtube bauen.

    Ich bleibe lieber weiter bei blip.fm, denn einzelne Songs zu “blippen” entspricht viel mehr dem Twitter-Gedanken, mal schnell etwas loszuwerden. Und da Blip auch auf den Youtube-Fundus zurückgreift und sich problemlos in Facebook und Twitter einklinken lässt, fehlt mir da auch kein Feature…

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