Audiotool:
Musikproduktion im Browser

Audiotool aus Köln erlaubt kreativen Nutzern das kostenlose Erstellen von professioneller elektronischer Musik direkt im Browser.

Ich war schon immer ein Fan von elektronischer Musik. Irgendwann Ende der 90er (oder in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends) gab ich mich nicht mehr länger damit zufrieden, den digitalen Klängen zu lauschen – ich wollte sie auch selbst erstellen. In der Folge experimentierte ich ein wenig mit Fruity Loops (heute FL Studio), einem Software-Sequenzer, mit dem jeder mit relativ wenig Aufwand seine eigenen elektronischen Tracks zusammenbasteln konnte. Allerdings verließ mich schnell die Geduld, auch mangels Erfolgserlebnissen (meine Kreationen klangen einfach nicht gut). Das Kapital Musikproduktion war damit für mich geschlossen.

Dennoch wurden Erinnerungen wach, als ich mir kürzlich Audiotool anschaute, einen aus Köln stammenden Dienst, mit dem musikinteressierte und vor allem geduldige User in einer flashbasierten Browserumgebung kostenlos elektronische Musik erstellen und aufnehmen können.

Mir war Audiotool bisher zwar nicht bekannt, aber wie eine schnelle Recherche ergab, gehörte der Service einst zur Medienplattform Hobnox (die in dieser Woche gerade ihre Tore geschlossen hat) und wird nun von der liebevoll benannten “Des Pudels Kern GmbH” unter eigener Marke betrieben.

Um mit Audiotool seiner musikalischen Energie freien Lauf zu lassen, klickt man auf Hauptseite auf “Get started now” und wird anschließend zur Produktionsoberfläche geführt, auf der man allerlei Nachahmungen von Drum- und Bass-Maschinen sowie von anderen für die Produktion von elektronischen Klängen benötigten Geräten vorfindet. Durch das Kombinieren einzelner Geräte, Effekte und Samples lassen sich so durchaus professionell klingende Tracks erstellen, die aufgenommen und als MP3- oder Ogg-Datei heruntergeladen werden können.

Detaillierte Beschreibungen des Produktionsprozesses spare ich mir an dieser Stelle – Audiotool erklärt diesen in einer Reihe von Videotutorials, deren Betrachtung sich lohnt, sofern ihr den Service ausprobieren möchtet.

Nutzer können selbst bestimmten, unter welcher Lizenz sie eine fertige Produktion veröffentlichen wollen: Neben einer “All Rights Reserved”-Lizenz stehen zwei Creative-Commons- sowie eine “No Rights Reserved”-Lizenz zur Auswahl. Bei den drei letztgenannten Optionen können andere User die erstellten Tracks remixen und weiterverarbeiten. Auf der Profilseite öffentlicher Titel (Beispiel) wird auch ein HTML-Code zum Einbetten eines Songs in externe Websites oder Blogs angeboten.

Monetarisieren will das Unternehmen seine Cloud-Software offenbar mit einem Freemium-Modell, zumindest legt dies ein FAQ-Eintrag nahe, der erklärt, dass die Macher des Dienstes versuchen wollen, für alle Zeit eine Gratis-Variante von Audiotool anzubieten. Von einem kostenpflichtigen Angebot ist momentan aber ohnehin noch nichts zu sehen.

Link: Audiotool

Ein Dank für den Hinweis geht an twitter.com/evilmoe

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1 Kommentar

  1. thomas
    schrieb am 25. September 2010 um 10:51 Uhr (#)

    Krasses Tool. Früher hat man mit teurer Software auf dem Rechner gebastelt. Macht jedenfalls Spaß!

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