Wappwolf:
Automatisierte Workflows in der Cloud

Wappwolf will häufig durchgeführte Arbeitsprozesse mit Hilfe von zu Workflows verbundenen Apps in der Cloud automatisieren. Das Startup aus Wien präsentierte sich diese Woche auf der Demo-Konferenz im Silicon Valley.

Die deutschsprachige Startup-Szene drängt ins Ausland. Was wir uns seit langem wünschen und in diversen Beiträgen entsprechend thematisiert haben, scheint tatsächlich zu geschehen. Zumindest kann man zu diesem Schluss kommen, betrachtet man die Zahl an Internetdiensten, die in den letzten Monaten mit einem Ansatz gestartet sind, der über den sonst üblichen Kernmarkt D-A-CH (Deutschland, Österreich, Schweiz) hinaus geht.

Im Mai begeisterte das in Bremen entwickelte Musik-Startup UJAM das Publikum auf der TechCrunch Disrupt-Konferenz in New York. Vor einer Woche gab das aus Deutschland stammende, mittlerweile international führende Social Network für Wissenschaftler ResearchGATE eine Finanzierungsrunde mit Silicon-Valley-Schwergewichten bekannt. Junge Dienste wie loved.by (Review), TwentyFeet (Review) oder clickworker.com (Review) starten frühzeitig mit einem Fokus auf englischsprachigen Usern. Und diese Woche nun präsentiert sich mit Wappwolf ein österreichisches Startup auf der vom angesagten US-Blog VentureBeat ausgerichteten Demo-Konferenz im kalifornischen Santa Clara. Es liegt was in der Luft…

Der Name Wappwolf steht für “Web Application Flow”. Der dieser Tage gelaunchte Dienst will Firmen sowie technisch versierten Privatanwendern dabei helfen, im Internetalltag regelmäßig praktizierte Prozesse zu automatisieren.

Ein Beispiel für einen Workflow ist das routinemäßige Formatieren und Bearbeiten von Fotos mit anschließendem Upload zu einem Social Network oder das Hinterlassen eines Wasserzeichens in einer PDF-Datei, die danach per E-Mail verschickt wird. Bisher benötigte man für derartige Prozesse verschiedene Software-Tools und musste manuelle Arbeit investieren. Wappwolf automatisiert dies.

Entwickler können eigene Apps für Wappwolf bereitstellen. Momentan gibt es im integrierten App Store lediglich ein gutes Dutzend Anwendungen, aber innerhalb eines Jahres möchte das von den Gründern aus eigenen Mitteln finanzierte Startup aus Wien 1000 Applikationen in seinem Store anbieten, sowohl kostenfreie als auch kostenpflichtige. User können entweder eigene Workflows erstellen oder aus existierenden, von anderen Nutzern geschaffenen auswählen.

Die Idee von Wappwolf ist gut. Jedem, der in irgendeiner Form mit dem Rechner arbeitet, werden wenig stimulierende manuelle Arbeitsprozesse bekannt sein, die regelmäßig auftreten und die man am liebsten automatisieren würde. Hier setzt Wappwolf an. Ob das Vorhaben gelingt, wird maßgeblich von der Anzahl verfügbarer Applikationen und von der Benutzerführung und -freundlichkeit abhängen. Momentan wirkt die Bedienung noch etwas hakelig und nicht sonderlich intuitiv.

Damit Anwender tatsächlich von der Automatisierung profitieren, müsste das Erstellen und Einsetzen von Workflows deutlich einfacher sein als das Durchführen der einzelnen Prozesse in seperaten, dafür aber vollständig vom Ausführenden verinnerlichten Instanzen. Derzeit scheint diese Voraussetzung noch nicht richtig erfüllt zu sein.

Dennoch hinterlässt Wappwolf einen sehr positiven Eindruck. Nicht zuletzt auch durch die sehr gelungene Produktpräsentation, die in jeder Hinsicht den Ansprüchen der stark unterhaltungsbetonten US-Zielgruppe entspricht. Wappwolf setzt in seiner Kommunikation nicht nur auf die fiktive Identifikationsfigur JohnnyTheDoc, sondern präsentiert sich auch aktiv auf einem eigenen YouTube-Channel, im Unternehmensblog und persönlich in Form von CEO Michael Eisler, der die Präsentation auf der Demo-Konferenz mit den Worten “I’m the CEO – Chief Entertainment Officer” eröffnete und mit einer clever in den Kontext eingebetteten Jongliereinlage überraschte (siehe Video).

Hier ein sehenswertes Video der Wappwolf-Präsentation auf der Demo-Konferenz

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Und hier ein Video, das die Funktionsweise von Wappwolf illustriert

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2 Kommentare

  1. rob d
    schrieb am 16. September 2010 um 17:03 Uhr (#)

    Auf dass uns die Maschinen auch das letzte Stückchen Arbeit abnehmen und wir uns noch abhängiger von ihnen machen..

    Ein Hoch auf die Faulheit und Bequemlichkeit!

    1. xconroy
      schrieb am 17. September 2010 um 19:33 Uhr (#)

      Ich wünsche mir eine App, die auf solche Posts automatisch antwortet: “muttu ja nicht benutzen!”

      :-b

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