Xing:
Vernetzung per mobilem Handschlag

Xing launcht eine HTML5-basierte mobile Website, die das direkte Vernetzen von Smartphone zu Smartphone erlaubt.

Xing hat heute auf der dmexco-Konferenz in Köln seine “Produktoffensive” für die kommenden Monate vorgestellt. Dazu gehört ein neues Design mit überarbeiteter Benutzerführung, das ab Donnerstagfrüh allen Mitgliedern zur Verfügung stehen wird, sowie eine Integration von Xing in den Microsoft Outlook Social Connector, wodurch Xing-Profilinformationen und -Aktivitäten direkt in den Outlook-Posteingang gebracht werden.

Potenziell weitreichend ist jedoch eine andere Neuerung: Xing launcht zudem eine neue, auf HTML5 basierende mobile Website, die das direkte Vernetzen mit anderen Xing-Mitgliedern durch bloßes Aneinanderhalten zweier Mobiltelefone ermöglicht.

Vernetzen via "Handshake"Der mobile “Handshake” funktioniert, wenn zwei Xing-Nutzer sich begegnen, auf die mobile Website surfen und das im Browser angezeigte Handshake-Symbol aktivieren. Xing setzt für die Ortung laut Pressemitteilung auf eine “Standortbestimmung”, also vermutlich auf eine Kombination aus GPS-Bestimmung und Triangulation. Ab Ende September soll die Funktion dann auch in Xings iPhone-Applikation integriert sein.

Die automatische Übertragung von Kontaktdaten ist nicht gänzlich neu: Apps wie Bump oder Hoccer (unser Review) erlauben dies bereits länger. Eine direkte Vernetzung via Xing könnte für Nutzer des Social Networks jedoch deutlich attraktiver sein, zumal sie nicht extra eine Applikation herunterladen müssen. Gerade auf Konferenzen und Events rund um Web-, Werbe- und Medienthemen – dem primären “Einzugsgebiet” von Xing – dürfte sich eine derartige Funktion großer Beliebtheit erfreuen.

Konkurrent LinkedIn bietet meines Wissens nach kein derartiges Feature. Update: Bei LinkedIn gibt es eine ähnliche Funktionalität für die iPhone-App via Bluetooth.

Was jetzt noch offen bleibt, ist die Frage, wann Xing die Marke von zehn Millionen Mitgliedern durchbrechen wird. Theoretisch müsste es sehr bald geschehen.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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7 Kommentare

  1. Geniale Anwendung! Wenn Xing das wirklich auch in die IPhone App integriert , wird das in der Zielgruppe sicher einschlagen!

  2. Hallo Martin,

    ich korrigiere Dich ungern, aber der mobile Handschlag (Genial hierfür einen Begriff zu kreieren) gibt es bei LinkedIn seit knapp einem Jahr,

    liebe Grüße
    Stephan

  3. Ach komm, das machst du doch gern ;)

    Hast du nen Link zu dem Feature? Ist mir gänzlich unbekannt. Scheint allen so zugehen, die den Artikel hier gelesen haben.

  4. Ah, hier also
    http://venturebeat.com/2009/12/29/linkedin-iphone/

    Gibt aber einige Unterschiede: Nur für die iPhone-App und es funktioniert über Bluetooth. Insofern zwar vom Ansatz her vergleichbar, aber bei Xing deutlich benutzerfreundlicher umgesetzt.

  5. …wir können festhalten, dass Xing auf jeden Fall das bessere Marketing hat. Vorteile beim “mobilen Handschlag” mögen vorhandensein, machen sie aber dadurch wett, dass der OSC nur mit 32 Bit angebunden werden kann…

    Ansonsten, wenn das die große Produktoffensive war…
    liebe Grüße
    Stephan

  6. OSC nur mit 32 Bit ?

    Was bedeutet das?

  7. Hallo Frank,

    zum damaligen Zeitpunkt (als Xing den mobilen Handschlag nachgelegt hat) war der Outlook Social Connector (=OSC) nur für die 32 Bit Variante von Windows verfügbar.

    Herzliche Grüße
    Stephan

2 Pingbacks

  1. [...] plant Google, wie kontert Facebook? Was ist der mobile Handschlag von Xing und wie sieht die Zukunft des Digitalen Marketings aus? Um eine Antwort auf diese Fragen zu finden, [...]

  2. [...] entstanden”. Xing bietet in seinen eigenen Apps mit dem “Handshake-”-Feature zwar ebenfalls eine Gelegenheit, sich über in der Nähe befindliche Nutzer zu informieren. Dieses muss jedoch jeweils manuell [...]