Umfrage:
Welchen Stellenwert haben
RSS-Reader für euch?

Wieder einmal debattiert das Web darüber, ob RSS eine Zukunft hat. Besonders entbehrlich scheint manchen der klassische RSS-Reader zu sein. Wir wollen von euch wissen, wie das von Twitter angeführte Echtzeitweb eure RSS-Nutzung beeinflusst hat.

RSS ist tot. RSS ist nicht tot. Oder sind vielleicht nur RSS-Reader tot? Diese Fragen treiben (mal wieder) die internationale Blogosphäre um, nachdem IAC bekannt gab, seinen webbasierten RSS-Reader Bloglines zum 1. Oktober einzustellen.

Zwar wurde der seit Jahren von seinem Mutterunternehmen vernachlässigte Reader ohnehin kaum noch eingesetzt (außer gelegentlich von meinem Kollegen Markus Spath, der sich diesbezüglich kürzlich selbst outete ), aber die Symbolwirkung der Entscheidung ist nicht zu unterschätzen: RSS befindet sich nicht gerade auf dem Weg zum Massenphänomen. Und Google Reader ist nun der einzige verbliebene klassische, vollwertige RSS-Reader, der direkt im Browser läuft.

Das Ende des RSS-Formats wird durch den Wegfall von Bloglines natürlich nicht eingeläutet. RSS ist durch RSS Cloud und PubSubHubBub nicht nur Echtzeit-fähig geworden, sondern liegt einem Großteil der Twitter-Feeds führender Nachrichtenangebote zugrunde. Sprich, obwohl man gerne hört , Twitter sei für die sinkende Bedeutung von RSS-Readern verantwortlich (was stimmen kann), ist es letztlich RSS, das diese Entwicklung überhaupt erst möglich macht und im Hintergrund arbeitet.

Worüber man jedoch debattieren kann, ist der Stellenwert herkömmlicher, relativ “unsozialer” RSS-Reader (sowohl Browser- als auch Desktop-basiert). Selbst wenn in meinem persönlichen Nachrichten- und Informationsmanagement trotz intensiver Twitter-Nutzung der Google Reader keinerlei Bedeutungsverlust erlitten hat, scheint es Nutzer zu geben, bei denen Microblogging und andere Social-Web-Kanäle tatsächlich den RSS-Reader teilweise verdrängt haben.

Daher möchten wir euch heute bitten, an der folgenden Umfrage zum Stellenwert von klassischen RSS-Readern in eurem Internetalltag teilzunehmen. Als technisch versierte und grundsätzlich RSS-affine Leserschaft dürfte bei einer regen Beteiligung ein nicht repräsentatives, aber doch sehr aussagekräftiges Bild darüber entstehen, in welchem Maße das Echtzeitweb à la Twitter den Informationsbezug direkt über RSS abgelöst hat. Und ob überhaupt.

Hier geht’s zum Zwischenstand.

(Für RSS-Leser ist es unter Umständen notwendig, den Artikel in einem neuen Fenster zu öffnen, um abstimmen zu können.)

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28 Kommentare

  1. Christian
    schrieb am 14. September 2010 um 09:25 Uhr (#)

    Microblogging und RSS haben gewisse Gemeinsamkeiten, sind aber eigentlich nicht miteinander vergleichbar.

    Vor dem Twitter-Hype hat quasi RSS noch viele Aufgaben übernommen, die von Twitter einfach besser gemacht werden. Twitter informiert zeitnah, kurz und kompakt. RSS hingegen informiert weniger zeitnah aber wesentlich ausführlicher. Die beiden Sachen ergänzen sich also prima: Erst kommt eine interessante Meldung via Twitter rein. Einige Zeit später berichtet jemand mehr oder weniger ausführlich über die Sache in seinem Blog und man bekommt den Text in seinem RSS-Reader zu lesen.

    Außerdem kann man bei Twitter sehr schnell mal eine u.U. wichtige News verpassen, weil zu viele neue Tweets die Meldung verdrängt haben. Bei RSS ist das relativ unwahrscheinlich. Selbst wenn man via Twitter eine Meldung verpasst: in seinem RSS-Reader wird man dann fündig.

  2. MacMacken
    schrieb am 14. September 2010 um 09:36 Uhr (#)

    RSS-Inhalte erreichen mich mit hoher Wahrscheinlichkeit, bei Twitter, Facebook, … ist es eher zufällig. RSS-Inhalte überfliege ich im Minimum, genauso wie ich eine Zeitung überfliegen würde, bei Twitter, … schaue ich ab und zu kurz rein.

    RSS-Volltext ist ein Segen für alle, die viel lesen. Ich gehe inzwischen so weit, dass ich so weit wie möglich RSS-Volltext nutze und entsprechend auch selbst anbiete.

  3. RK
    schrieb am 14. September 2010 um 09:37 Uhr (#)

    RSS Feeds in iGoogle sind meine tägliche Morgenlektüre

  4. RK
    schrieb am 14. September 2010 um 09:40 Uhr (#)

    Wenn es RSS nicht geben würde, dann würde Twittewr um 80% der meldunegn umfallen, denn das meiste sind über div. Feeder Richtung Twitter gefütterte Blog Posts

  5. Kristian Köhntopp
    schrieb am 14. September 2010 um 09:50 Uhr (#)

    Als Multiplikator und Aggregator lese ich fast nur RSS und schreibe fast nur Facebook und Twitter. Die ungewaschenen Massen werden also von mir manipuliert. Das Mem, das RSS tot sei bringt mich der Weltherrschaft nur näher! Bwahaha!

  6. Hami
    schrieb am 14. September 2010 um 09:53 Uhr (#)

    In der letzten Zeit wird mir persönlich inhaltlicher Gehalt immer wichtiger als der Faktor Schnelligkeit. Ich habe den Eindruck, dass bei der Maxime “ich muss es als Erster rausblasen, sonst wird es nicht mehr gelesen” die Auseinandersetzung mit Glaubwürdigkeit und Relevanz zunehmend den Bach runter geht. Aber die Meinungen hierüber sind sicherlich so unterschiedlich wie die individuellen Bedürfnisse, wie man am geeignetsten Nachrichten konsumiert. Also: Gut, dass es beides gibt und sich jeder das nehmen kann, was er braucht. Schade wäre aber, wenn die Bloggerwelt das RSS-Sterben zur self fulfilling prophecy machen würde.

  7. Susi
    schrieb am 14. September 2010 um 10:43 Uhr (#)

    Ohne RSS Reader würde ich es garnicht schaffen, alle News zu lesen.

  8. sascha
    schrieb am 14. September 2010 um 10:45 Uhr (#)

    Ich schaue wenn’s klappt 3mal am Tag in den Reader, morgens so mit als erstes, mittags, abends. Und ich möchte das nicht missen. Dort fließt bei mir neben Blogcontent vor allem auch Bilderfeeds rein, neue Bilder meiner Netzwerke bei flickr, zootool, etc. Wüsste ohne Google-Reader und RSS gar nicht wie ich das bewältigen sollte und rege mich z.b. auf, dass tumblr keinen Feed für’s Dashboard anbietet.

    1. Frank Hamm
      schrieb am 14. September 2010 um 11:53 Uhr (#)

      Apropos Tumblr: Mir fehlt der RSS-Feed auch. Ich nutze nach wie vor meinen RSS-Reader, insbesondere auch um Suchergebnisse oder Bookmarks von Diigo/Delicious zu beobachten

      Und zum Thema Tumblr… http://dertaumler.de/post…-my-tumblr-dashboard

  9. Dr.-Schiwago-Mutter
    schrieb am 14. September 2010 um 11:19 Uhr (#)

    Ich kapier’s einfach nicht, was Twittern mit RSS zu tun haben soll. Bin offenbar zu doof. Hoffe, dass sich irgendein Investor zur Übernahme von Bloglines bewegen lässt. Denn den Google-Reader werde ich nicht nutzen, weil ich es einfach nicht mag, beim Surfen ständig bei Google eingeloggt zu sein. Und externer Reader ist doof, weil dann der Abgleich von gelesenen Feeds, neuen Subskriptionen etc. zwischen meinen verschiedenen Zugangsgeräten schwierig wird.

    Wenn mich vor ein paar Wochen jemand gefragt hätte, ob es einen Web-Dienst gibt, auf den ich nicht verzichten möchte, hätte ich wie aus der Pistole geschossen gesagt. Bloglines.

  10. Friederike
    schrieb am 14. September 2010 um 11:27 Uhr (#)

    Ich bin auch ein RSS-Fan. Mein Lieblingsdashboard ist netvibes, das wir auch bei Seedmatch nutzen. Ich finde, es lässt sich super einrichten und zieht auch Bilder/Videos/…

  11. Chris
    schrieb am 14. September 2010 um 11:54 Uhr (#)

    Ich bin seit meinem neuen Handy zum RSS Fan geworden. Denn nicht wenige Seiten liefern ihre kompletten Artikel darüber aus, so dass man sehr gut auf dem Laufenden bleiben kann. Gerade Nachrichtenseiten sind bei mir sehr beliebt.

  12. rob d
    schrieb am 14. September 2010 um 12:10 Uhr (#)

    Ich nutze RSS in letzter Zeit immer häufiger. Vor allem seitdem es Twitter gibt, so komisch sich das auch anhört.

    Twitter verkommt mir immer mehr zu einer Plattform für Selbstdarsteller die größtenteils irrelevantes Zeug von sich geben. Hauptsache viele Tweets und viele Follower..

    Habe seit Anfang 2010 meine News-Nutzung komplett auf RSS-Feeds und Rivva umgestelt und fahre damit hervorragend. Qualität vor Quantität.

    Gruß, rob d

  13. Manuel
    schrieb am 14. September 2010 um 12:35 Uhr (#)

    Ich nutze RSS täglich, allerdings seit einiger Zeit nur noch über Google Reader. Den Browser habe ich eh immer geöffnet, eine zusätzliche Anwendung würde mir keine Vorteile bringen. Zudem muss ich so nicht auf allen Rechnern und dem Smartphone zig Feeds im Reader konfigurieren, sondern mich nur beim Google Reader einloggen.

  14. Paul
    schrieb am 14. September 2010 um 13:24 Uhr (#)

    Ich bin in der letzten Woche von Google Reader auf Tiny Tiny RSS umgestiegen. Ein absolut vollwertiger Ersatz, frei von Datenschutzproblematik. Allerdings nur für Leute mit eigenem Server.
    Insgesamt wird die Agregation von Nachrichten für mich aber immer wichtiger.

  15. Oliver Springer
    schrieb am 14. September 2010 um 13:58 Uhr (#)

    Ich nutze mehr denn je RSS und zwar mit Pageflakes.com. Das “ersetzt” mir gleichzeitig meine wichtigsten Bookmarks, denn über den Dienst komme ich schnell zu den Websites, die ich regelmäßig sichte.

    RSS und Twitter haben durchaus etwas mit einander zu tun. Als Problem sehe ich hier vor allem die Redundanz. Wenn ich den RSS-Feed einer Website abonniert habe, ist es nur noch halb so sinnvoll, dem Twitter-Account der betreffenden Seite zu folgen. Und umgekehrt.

  16. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 14. September 2010 um 14:03 Uhr (#)

    Pageflakes, Netvibes und Bloglines – es sind also bisher doch noch nicht alle auf den Google Reader umgestiegen…

    @ Paul
    Ja so eine Lösung entfernt RSS dann gleich noch mal etwas mehr vom Internetmainstream ;)

  17. Jott
    schrieb am 14. September 2010 um 14:50 Uhr (#)

    Sehe noch nicht den Zusammenhang twitter – RSS. Für mich ist mein RSS Reader unentbehrlich, er wächst und gedeiht…

  18. Dr.-Schiwago-Mutter
    schrieb am 14. September 2010 um 15:25 Uhr (#)

    Ich seh nach wie vor auch nicht die große Kongruenz. Natürlich: ein Auto und ein Motorrad haben beide einen Motor und ich komme damit von A nach B. Dennoch sind die beiden so verschieden, wie es nur sein kann. Merkt man spätestens bei Regen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, meine aktuell etwa 180 abonnierten RSS-Feeds auch nur annähernd so übersichtlich und flexibel handhabbar in Twitter zu verfolgen.

    Ich brauche auch keinen mehrzeiligen Teaser mit einem kryptischen Link darunter, sondern finde linke Spalte Medienname, rechte Spalte Volltext einfach genial um jeden Morgen innerhalb von ein paar Minuten zu checken, was in diesem 180-Quellen-Universum vorgeht.

  19. bugsierer
    schrieb am 14. September 2010 um 17:04 Uhr (#)

    da wird ein seit jahren maroder dienst endlich eingestellt und die blogosphäre redet das ende von rss herbei. wie bescheuert ist das denn?

    ich wunderte mich schon immer, dass man twitter etc. als ersatz für rss bezeichnen konnte, wie das in den letzten zwei jahren viele user getan haben. mumpitz. 9 von 10 meldungen würden mich nicht erreichen, würde ich mich nur auf twitter verlassen.

    im übrigen bin ich der gleichen meinung wie einer der anderen kommentatoren hier: trotz dauernder relevanzoptimierung meiner twittertimeline scheint der anteil an unwichtigem schrott dauernd zu steigen.

    neunetz hat übrigens zahlen aufbereitet, die einen klaren anstieg der rss nutzung aufzeigen.

  20. Stefan
    schrieb am 14. September 2010 um 19:08 Uhr (#)

    Mein GoogleReader ist mein Nachrichtenkanal. Hier schaue ich am Tag häufiger rein als auf die üblichen News-Seiten.

    http://twitter.com/stelten

  21. happy-buddha
    schrieb am 14. September 2010 um 20:47 Uhr (#)

    Ich nutze RSS-Reader heute mehr als früher.

  22. René Fischer
    schrieb am 14. September 2010 um 22:38 Uhr (#)

    Hmm.. interessante Debatte. Ich liebe meinen Google Reader vor allem aus einem Grund: Weil ich gesharte Artikel von Leuten denen ich folge lesen kann. Auf den Part selbst abonnierte RSS-Feeds dort zu lesen könnte ich gut und gern verzichten. Das kommt zur Not tatsächlich via Twitter & Co. rein.

  23. jplie
    schrieb am 15. September 2010 um 00:05 Uhr (#)

    Twitter und Facebook ist interessant, RSS-Reader sind für mich notwendig. Eine schönere Möglichkeit, bezüglich meiner Interessen leicht up to date zu bleiben, gab es nie! Benutze Bloglines, Netvibes, Firefox (dynamische Bookmarks) und GoogleReader, in Zukunft wird die Nutzung des GoogleReaders stark ansteigen.

  24. rob d
    schrieb am 15. September 2010 um 00:08 Uhr (#)

    Mal ein aktueller Linktipp zur Relevanz von RSS (bzw. Google Reader):

    http://paidcontent.org/ar…-is-doing-just-fine/

  25. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 15. September 2010 um 09:45 Uhr (#)

    Über 500 Votes bereits und ein sehr eindeutiges Ergebnis zugunsten von “RSS lebt!”. Find ich gut!

  26. Toni
    schrieb am 15. September 2010 um 15:59 Uhr (#)

    Mit Bloglines habe ich seit Jahren meine ca. 120 Feeds im Auge und verpasse keine einzige News. Gerade bei individualisierten RSS-Feeds (z. B. von http://www.music-alerts.com/ oder http://vi.sualize.us/tag/words ) käme ich mit Twitter nicht weiter. Google Reader ist für mich keine vollwertige Alternative, da er ab einer bestimmten Feedzahl alte Feedbeiträge löscht; außerdem möchte ich nicht zu viele Google-Dienste nutzen.

    Auf Twitter erreichen mich zu viele irrelevante Informationen (Information Overflow). Und ich verpasse die wirklich wichtigen. Mit einem RSS-Reader passiert das nicht. Zudem sind die 140 Zeichen von Twitter i. d. R. einfach zu wenig, um zu wissen, ob ich einen Artikel lesen will. Besonders nervig: Die meisten Angebote, von denen ich einen RSS-Feed abonniert habe, haben kein Twitter-Konto. Da inzwischen die meisten Content Management Systeme automatisch RSS-Feeds erstellen, kommt man meines Erachtens um einen RSS-Reader nicht herum.

    Ach ja, Twitter nutze ich inzwischen überhaupt nicht mehr. Zu viel Müll. Gut, aktueller Müll. Aber lieber lese ich eine tatsächlich interessante Nachricht mit 24 Stunden Verspätung, als dass sie im Twitterchaos untergeht.

    Der Verlust von Bloglines wird mich hart treffen. :-(
    Mal schauen, ob Pageflakes und Netvibes etwas für mich sind.

  27. capo
    schrieb am 27. September 2010 um 15:19 Uhr (#)

    Ich habe über 200 RSS Feeds abonniert.
    Solche von Blogs, solche von News, solche von Technischen infos. Diese sind bei mir im Google Reader drin.
    Ich kann mir eine (Online) Welt ohne RSS gar nicht vorstellen.

    Leider sieht jede Firma das mit der Qualität der RSS Feeds etwas anders.
    Ich habe darüber mal gebloggt.
    http://nutzlos.ch/2010/04…/nutzlose-rss-feeds/

    Und nein, Twitter hat damit überhaupt nix zu tun

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