Greplin:
Suchmaschine für
die persönliche Cloud

Internetnutzer verwenden immer häufiger Cloud-Dienste. Greplin ist ein neuer Service, der verschiedenste Cloud-Services über eine einheitliche Oberfläche durchsuchbar macht.

Cloud Computing gewinnt nicht nur für Unternehmen an Relevanz, sondern hält auch immer stärker im Internetalltag von Privatanwendern Einzug. Häufig, ohne dass sich diese darüber bewusst sind: Hier ein Gmail-Konto, das gleichzeitig als Backup für wichtige Dokumente verwendet wird oder ein Sync- und Storagedienst, um Bekannten die letzten Urlaubsfotos zu zeigen, da ein LinkedIn- und Facebook-Account, der parallel als Adressbuch dient, sowie ein Google Kalender, der wichtige Termine mit mobilen Geräten abgleicht – schon liegt ein signifikanter Teil der regelmäßig verwendeten Daten in der Cloud.

Was jetzt noch fehlt, ist eine Suchmaschine, die sämtliche bei den verschiedenen Cloud-Services abgelegten Informationen indexiert und über eine einheitliche Oberfläche durchsuchbar macht.

Genau diese Suchmaschine möchte Greplin sein, ein US-Dienst, dessen Nachricht vom Launch vor zwei Wochen die Runde machte. Greplin befindet sich in der geschlossenen Beta-Phase. Am Wochenende erhielt ich meine Einladung zu dem Dienst, den ich mir anschließend sofort angeschaut habe.

Im ersten Schritt erstellt Greplin einen Index der dafür ausgewählten Services. Zum Beta-Launch werden sieben der gängigsten Clouddienste unterstützt: Gmail (Google-Apps-for-Business-Konten sind momentan ausgeschlossen), Google Kalender, Google Docs, Facebook (lediglich das eigene Profile und Events, also keine Nachrichten), Twitter (lediglich eigene Tweets), Dropbox (nur die Datei- und Ordnernamen) sowie LinkedIn (nur das eigene Profil). Natürlich kein Xing. Die Authentifizierung bei den einzelnen Anbietern erfolgt über das OAuth-Protokoll, Greplin selbst erhält so keinen Zugriff auf Benutzernamen oder Passwörter (außer bei Anbietern, die kein OAuth unterstützen).

Nachdem man Greplin mit den gewünschten Diensten verknüpft hat, beginnt es die initiale Indexierung, die durchaus Stunden oder gar Tage dauern kann. Danach überprüft der Service die angeschlossenen Accounts ungefähr alle 20 Minuten nach Aktualisierungen.

Sobald der Datei-Index für das Konto bei einem Cloudanbieter erstellt wurde, kann dieses über das zentrale Suchfeld nach spezifischen Stichwörter gescannt werden. Greplin erlaubt sowohl das gemeinsame Durchsuchen aller Services als auch die Wahl eines spezifischen Dienstes. Ein Klick auf ein Ergebnis leitet einen zum entsprechenden Objekt bei Facebook, Twitter, Dropbox etc. – sofern man dort nicht bereits eingeloggt ist, muss man dies tun.

Abgesehen von der anfänglichen Begrenzung auf spezifische Elemente (eigene Tweets, Facebook-Profil) scheint der Greplin-Index auch nicht wirklich lange in die Vergangenheit zu reichen – zum Stichwort “Facebook” zeigt mir Greplin lediglich Tweets an, die nach dem 18. August veröffentlicht wurden.

Greplin verspricht jedoch, zumindest die Vielfalt der durchsuchbaren Objekte pro Dienst in Kürze zu erhöhen. So stehen Status-Updates der Facebook-Freunde, Tweets der bei Twitter gefolgten Nutzer sowohl “Drobbox-Attachments” (was auch immer damit gemeint ist) auf der Roadmap. Außerdem soll eine kostenpflichtige Pro-Variante gestartet werden, die Greplin auf Salesforce, Evernote, Box.net, Basecamp sowie Google Voice zugreifen lässt.

Insgesamt wirkt Greplin trotz der überzeugenden Idee noch etwas unfertig und unvollständig – auch die auf der Startseite abgebildete mobile Version (oder App?) scheint noch nicht zu existieren. Andererseits befindet sich das Startup nicht ohne Grund in der geschlossenen Beta-Phase, insofern kann man dies dem Greplin-Team nicht anlasten.

Auf greplin.com könnt ihr euch für die Beta-registrieren. Die dafür gewählte Taktik ist etwas hinterlistig – erst nach der Registrierung und dem Indexieren von Apps erfährt man, dass man nun auf einen Invite warten muss. Für Cloud-Freunde könnte sich dies dennoch lohnen.

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2 Kommentare

  1. Flokass
    schrieb am 13. September 2010 um 14:05 Uhr (#)

    Ich weiß zwar wirklich nicht wofür das gut sein soll, teste es aber gerade trotzdem mal :-)

  2. Roberto
    schrieb am 14. September 2010 um 11:15 Uhr (#)

    Ich hatte es vor einiger Zeit schon getestet. Fazit: Es hat nichts funktioniert. Gerade einmal die letzten paar hundert E-Mails wurden indiziert und erkannt.

    Ich habe mich mehrfach im Company Blog zu Wort gemeldet, die Einträge wurden aber alle gelöscht ..zusammen mit allen anderen eher negativen Einträge.

    Sollten man so einer Firma mit seinen privaten Daten trauen? Sicher nicht!

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