E-Commerce:
Preise von Produkten überwachen

Es existieren viele Tools, um die Preisentwicklung von Produkten in Onlineshops zu überwachen. Dennoch gibt es Raum für Verbesserungen.

Bei unserem Schwesterblog neuerdings.com hat Don Dahlmann am Samstag über Wootch berichtet, eine Freeware-Software für Windows, mit der sich die Preisentwicklung von Produkten bei Amazon überwachen und ein Preis festlegen lässt, zu dem man eine Benachrichtigung erhalten möchte.

Während die Idee angesichts sich ständig verändernder Preise nützlich ist, war mein erster Gedanke natürlich, dass sich soetwas als Webanwendung sehr viel besser machen würde. Diese wäre dann nicht nur für andere Betriebssysteme neben Windows offen, sondern könnte auch Monitoring zu Zeitpunkten betreiben, an dem der eigene Rechner gerade nicht mit der Software im Hintergrund läuft.

Einige neuerdings.com-Leser hatten den selben Gedanken und empfahlen in den Kommentaren browserbasierte Services zum Preismonitoring von Amazon: So erlaubt Amapsys – der Name steht für “Amazon Pricewatch System” – das Monitoring der Preisentwicklung und verschickt einen Hinweis, wenn der zuvor eingestellte Wunschpreis erreicht wurde. Zudem bietet der Service zwei Browser-Bookmarklets und eine Toolbar, um das Monitoring direkt von der jeweiligen Produktseite aus zu initiieren. Ebenfalls genannt wurde NoMarketPlace.com, das auch einen Preis- und Verfügbarkeitschecker mit Benachrichtungsfunktion bereitstellt.

Nun existiert im Bereich des Onlineshoppings aber nicht nur Amazon. Nach dem Lesen des Wootch-Artikels formierte sich in meinem Kopf gedanklich die Idee für eine potenzielle Killer-Applikation, die über existierende (sehr nützliche) Browser-Addons wie Camelizer oder Product Observer – beide unterstützen immerhin eine Handvoll weiterer (US-Shops) – hinausgeht.

Für äußerst hilfreich würde ich einen Webservice halten, bei dem ich die URL einer Produktseite eines beliebigen Onlineshops einfügen (oder via Bookmarklet importieren) und so ein Preismonitoring veranlassen könnte, dass mir in einem Onlinedashboard einmal täglich den aktuellen Preis anzeigt sowie in Graphform illustriert. Auch Möglichkeiten zur Benachrichtung bei E-Mail, Tweet oder SMS müssten möglich sein.

Das Geschäftsmodell eines solchen Angebots läge auf der Hand: Eine begrenzte Zahl an gleichzeitig überwachten Produktpreisen wäre kostenlos, für unbegrenztes Monitoring, fortgeschrittene Statistiken sowie Zusatzfeatures wie einen automatischen Preisvergleich mit anderen Shops müssten User eine Monats- oder Jahrespauschale bezahlen.

Die Deutschen gehören zu den eifrigsten Onlineshoppern in Europa, und liegen zumindest gefühlt auch vorne, was die Schnäppchenjagd betrifft. Sofern frequente Internetkäufer mit dem beschriebenen Service den besten Zeitpunkt finden können, um gewünschte Produkte zu niedrigsten Preisen zu erstehen, wird es unter Garantie eine Bereitschaft geben, für den Premiumdienst ins Portemonnaie zu greifen. Zumal natürlich auch Affiliate-Einnahmen generiert werden.

Während meiner Recherche bin ich auf einen US-Dienst gestoßen, der in die von mir beschriebene Richtung geht: Allerdings kann PricePlease lediglich von englischsprachigen Onlineshops den Preis extrahieren (und auch nicht von allen), zudem bietet der Service keine Visualisierung der Preisentwicklung oder andere Zusatzfeatures. Für US-Shops ist PricePlese auch dank des Bookmarklets jedoch durchaus einen näheren Blick wert.

Eventuell gibt es ja bereits einen solchen Service für den deutschsprachigen Markt (ein Kommentator wird uns in diesem Fall hoffentlich darauf hinweisen). Wenn nicht, dann wäre dies ein massentaugliches und lukratives Konzept für ein junges Webunternehmen, das mehr Transparenz in den Onlinehandel bringen will.

(Illustration: stock.xchng)

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13 Kommentare

  1. Daniel
    schrieb am 13. September 2010 um 12:54 Uhr (#)

    Schönen Dank für die Erwähnung von NoMarketPlace.com!
    Wir gehen ja sogar einen Schritt weiter und schränken unsere Preisüberwachung nicht nur auf Amazon ein, sondern auch noch auf Amazon ohne Drittanbieter ;-)

    Eine allgemeine Preisüberwachung bietet geizhals.at an. Auf jeder Artikelseite kann man dort einen “Preisagenten” aktivieren. Zwar muss man dafür dann schon auf die Website (also ohne Bookmarklet) aber das geht zumindest in die gewünschte Richtung, oder?

  2. Wahid
    schrieb am 13. September 2010 um 15:48 Uhr (#)

    Einen ähnlichen Dienst bietet Günstiger.de schon seit Jahren. http://bit.ly/aaoFIZ

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 13. September 2010 um 15:59 Uhr (#)

    @ Daniel und Wahid
    Thx. Es sind halt immer Preisagenten für die dort gelisteten Artikel. Für User, die diese Sites nicht besuchen, somit nicht wirklich hilfreich.

    Da geht noch mehr!

  4. Tobias
    schrieb am 13. September 2010 um 17:13 Uhr (#)

    Hallo Martin et al,

    im kommerziellen Bereich gibt es bereits einige Anbieter die das Überwachen von unterschiedlichen Verkaufsplattformen übernehmen, meist im Auftrag der Hersteller selbst.

    Da das ganze Thema Preisüberwachung hoch kompliziert ist wundert es mich nicht dass es in dem Bereich bereits einige Anbieter gibt. Die Anbindung der teilweise im Quellcode stark variierenden Plattformen ist extrem aufwendig und entsprechend kostenintensiv.

    Möchte man eine höchstmögliche Trefferquote und Datenqualität erreichen stecken dahinter viele viele Manntage an Initial- und weitere für Pflegeaufwand der Überwachungstechnologie.

    Für die Betreiber von Onlineshops arbeiten wir an einer (kommerziellen) Lösung welche es jedem Onlineshop-Betreiber ermöglicht, die Preise im Markt zu beobachten – natürlich ist das alles web-basiert und über jeden Browser lassen sich die Auswertungen wie z.B. Preisverlauf abrufen. Ich entschuldige mich schon im Vorfeld für Eigenwerbung, bitte einfach letzten Absatz löschen falls es nicht OK für dich ist.

    Beste Grüße,
    Tobias

  5. Tobias
    schrieb am 13. September 2010 um 17:21 Uhr (#)

    Es sollte heissen: “Da das ganze Thema Preisüberwachung hoch kompliziert ist wundert es mich nicht dass es in dem Bereich keine oder nicht allzu viele Anbieter gibt.

  6. Gunar
    schrieb am 14. September 2010 um 12:45 Uhr (#)

    @Tobias: Kannst Du schon etwas zum Funktionsumfang und Entwicklungsstand von PolePositionOne sagen? Wird der Dienst auch Produkte überwachen können, für die keine EAN hinterlegt ist? Beispielsweise das Preisniveau von Schuhen, Kleidung etc. auf Modell-Ebene als auch Marken-Ebene?

  7. Nerddeutschland
    schrieb am 14. September 2010 um 15:04 Uhr (#)

    Guter Beitrag, vielen Dank. Als vergleibare Webdienste in D kenne ich bisher nur Versandaffe.de und amadeal.de.
    Gute Shopvergleiche bei konkreter Produktsuche liefern z.B. find-cd.co.uk find-dvd.co.uk,…

    Was deine Ausblicke auf ein Geschäftsmodell betrifft, kann ich deinen Ausführungen grundsätzlich nur zustimmen.

    Hier wäre noch Luft nach oben, die genannten Ansätze würden einen echten Mehrwert schaffen.

    Allerdings ist der Wettbewerb im Bereich dieser “Zulieferer” in Deutschland meines Erachtens nach sehr eng, der Markt ist transparent und die Technologie für die von dir genannten Services nicht besonders aufwendig: ein neuer Dienst hätte es hier sehr schwer seinen Innovationsvorsprung lange zu verteidigen, da Copycats nicht lange auf sich warten lassen würden, und auch Platzhirsche wie idealo vergleichbare Services leicht in ihre bestehenden Angebote mit aufnehmen könnten.

    Insofern wäre es für ein Bezahlmodell eines neuen webbasierten Dienstes schwierig sich durchzusetzen. Man würde letzlich doch wieder nur wieder über Affiliates Einnahmen generieren können…

    Eine, weniger transparente, Nischenlösung in Form einer eigenen Software, die auch international die Preisentwicklungen attraktiver Shops aus UK, Frankreich, und bestimmten Shops aus Drittländern wie USA, China, Singapur und Neuseeland mit abbilden und vergleichen würde, wäre hier vielleicht, zumindest für Neulinge am Markt, sinnvoller.

    Zielgruppe wären “Core-Schnäppchen-Jäger”, und Reseller, die nach dem Motto “Kauf 3 Verkauf 2, finanzier dir dadurch dein Exemplar” verfahren wollen,
    also eine Zielgruppe, für die ein gewisser zeitlicher Informationsvorsprung besonders wichtig ist.

    Allgemein müssten solche Dienste jedoch generell zusätzlich Produktempfehlungen generieren: werden Abschläge in einer bestimmten, frei definierbaren, Höhe gegenüber der letzten Abfrage ermittelt, wird ein Produkt automatisch empfohlen. Es ist also nicht unbedingt der Wunschpreis, den der Interessent hinterlegt die relevante Größe, sondern die Preis-Differenz gegenüber der letzten Abfrage. Nach dem Motto: “Aggregier alles was in der Produktkategorie X im Zeitfenster Y um A% günstiger geworden ist immer am jeweiligen Stichtag Z.”

    Das “Problem”, dass Services wie nomarketplace haben, ist, dass es keine Empfehlungen gibt. Die Schäppchenjagd funktioniert aber invers, d.h. nicht die gezielte Suche macht meines Erachtens nach den Kauf, und generiert damit Clicks in der Masse, sondern es ist das konkrete Angebot, das vermeintliche Schnäppchen, das den Impuls auslöst.
    Versandaffe verfolgt z.B. teilweise einen solchen Ansatz.
    Der Erfolg von Portalen, die überwiegend auf konkreten Community-Empfehlungen basieren lässt dies zumindest vermuten. Nimmt man mal als Kennzahl für ihre Relevanz die Anzahl an Kommentaren, lässt sich diese These z.b. anhand von mydealz.de und hotukdeals.com. sehr gut nachvollziehen.

  8. Daniel
    schrieb am 14. September 2010 um 15:26 Uhr (#)

    @Nerddeutschland
    Die Frage ist einfach, was man mit einem Dienst erreichen möchte. Du gehst in Deinem Kommentar in Richtung Impulskauf, aber ich denke der Artikel hier geht eher in eine andere Richtung.

    Über die Schnäppchenportale, die Du ansprichst, findet man primär Produkte, die man nicht unbedingt braucht. Das Gefühl aber etwas viel billiger als andere bekommen zu können, reizt dann die Impulskäufer, das Produkt trotzdem zu kaufen.

    Der Artikel hier bezieht sich aber meiner Meinung nach auf Dienste, die es einem erleichtern sollen, ein gewünschtes Produkt möglichst günstig zu bekommen bzw. darauf hingewiesen zu werden, wenn die persönliche Preisgrenze unterboten wird.

    NoMarketPlace.com sehen wir eher in der zweiten Kategorie und deswegen sehen wir da auch kein “Problem” (auch nicht in Anführungsstrichen ;-) ).
    Der Schnäppchen-Feed bzw. die täglichen Preissenkungen sind bei uns eher nebenbei entstanden, da wir eine Preishistorie zur Information pflegen.

    Aber Du hast natürlich recht, Empfehlungen zu geben und so aktiv auf Impulskäufe zu lenken, lohnt sich bestimmt mehr für die Dienste.

    1. Nerddeutschland
      schrieb am 14. September 2010 um 16:02 Uhr (#)

      Mit “Problem” habe ich mich wohl trotz Gänsefüsschen falsch ausgedrückt. Sorry, das sollte nicht abwertend sein.
      Zwischen Wunschkauf und Impulskauf liegt natürlich klar ein Unterschied, der mir auch bekannt ist.

      Dennoch ist deine Aussage

      “Über die Schnäppchenportale, die Du ansprichst, findet man primär Produkte, die man nicht unbedingt braucht.”

      imo etwas zu abfällig.

      Der Unterschied zwischen “guten” und “schlechten” “Impulskauf-Schnäppchenblogs” besteht eben darin, nicht alles und jedes als Schnäppchen zu spreaden. Die “guten” schaffen hier durchaus einen Mehrwert, dadurch, dass sie Hintergründe, Tests etc. gleich mitliefern, deren Kernaussagen verdichten, vor vermeintlichen Schnäppchen warnen, und nur ausgewählte Deals posten, die man auch “brauchen könnte.”

      Und warum denn nicht beides miteinander kombinieren? Suche und Angebot. Der Clickrate würde es gut tun…

      Btw: sehr gut an NOmarketplace.com gefällt mir, dass man auch den Marketplace mit integrieren kann! Das ist jetzt nicht unbedingt wegen der “normalen” Marketplace-Händler interessant, dafür aber für die “amazonwarehousedeals”, dem “Shop” in dem Amazon halt via Marketplace die eigenen Rückläufer verkauft. Bei gleicher Leistung, also Liefertreue, Rückgabezeitfenster, Garantie und dem einfachen Retoureprozess. Ist besonders hilfreich, da amazon über diesen Kanal nicht selten die besten Preise am Markt in bestimmten Kategorien z.B. im Smartphone-Segment bietet.

      Und Smartphones? “Braucht” man! ;-)

  9. Daniel
    schrieb am 14. September 2010 um 16:12 Uhr (#)

    Sorry, dann habe ich mich auch ein bisschen missverständlich ausgedrückt. Das “…die man nicht braucht” sollte nicht abfällig sein (auch wenn es beim nochmaligen Durchlesen wirklich so klingt), das sollte eher den Unterschied zwischen Wunsch- und Impulskauf verdeutlichen.

    Aber da sind wir uns ja einer Meinung, von daher musste das nicht so übertrieben sein. ;-)

    Eine Kombination ist natürlich sinnvoll, wenn man es dabei schafft weiterhin neutral zu sein, denn mit einem “schlechten” Impulskauf-Blog kann man auch eine gute Suchmaschine runterziehen.

    Den MarketPlace kann man übrigens auch oben in der Navigationsleiste einschalten, falls Du über die erweiterten Optionen gehen musstest.

  10. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 14. September 2010 um 16:20 Uhr (#)

    “Über die Schnäppchenportale, die Du ansprichst, findet man primär Produkte, die man nicht unbedingt braucht.”

    Ich finde diese Aussage gar nicht so abwegig. Was ja nicht heißt, dass die Portale nicht auch eine Aufgabe erfüllen. Aber es ist eben weniger Pull als mehr Push.

    Im Artikel geht es mir eher um Pull – ich als Verbraucher habe einige Produkte, die ich mittelfristig kaufen möchte, und deren Preisentwicklung ich auf möglichst komfortable Art und Weise monitoren möchte.

  11. hans
    schrieb am 6. Oktober 2010 um 21:50 Uhr (#)

    also ich kann nur http://www.amacheck.de empfehlen, hab min 50 Euro gespart-

    grüße Hans

  12. Micha
    schrieb am 9. Juli 2011 um 19:15 Uhr (#)

    Mit der Preisbeobachtung auf Amazula.de hab ich schon einiges gespart, hab mir sonst immer spiele über Steam gekauft, aber jetzt geb ich dort meinen wunschpreis ein und bekomme eine E-Mail sobald mein wunschpreis erreicht ist und bei Steam kosten die Spiele immer noch den vollen preis

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