Samstag App Fieber:
yourcent, LiquidFeedback, unref

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal: yourcent – flexibleres Micropayment; LiquidFeedback – den Piraten beim Beraten zusehen; und unref – getarnt verlinken.

 

yourcent
yourcent
Mit yourcent gibt es nun auch eine Micropayment-Lösung aus Deutschland, die digitale Inhalte durch Spenden von Centbeträgen vermarktbar machen will. Das Prinzip ist von Flattr und Kachingle bekannt – im Gegensatz zu Flattr und Kachingle kann bei yourcent vom Spender von Fall zu Fall entschieden werden, welcher Betrag (zwischen 1 und 99 Cent) gezahlt werden soll. Und auch die Anbieter können die Provision für yourcent nach eigenem Ermessen festlegen (über die Vor- und Nachteile dieses Ansatzes hat der Entwickler Friedemann Bartels mit Carta diskutiert). Das Design der Seite ist nicht ohne Charme, vielleicht ein bisschen zu verspielt. Das Konto kann jedenfalls neben PayPal auch mit EC-Überweisung aufgeladen werden, eine API und Plugins für WordPress und Drupal gibt es auch.

 

 

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PostRank, Google Reader und Chrome:
Ein überzeugendes Trio

PostRank bewertet die Relevanz von Online-Inalten auf Basis der Reaktionen im Social Web. Mit einer neuen Erweiterung für den Chrome-Browser ist der Dienst auf dem Weg, sich unentbehrlich zu machen.

Über 16.000 Leser haben unseren RSS-Feed abonniert. Und sicher nicht nur unseren, sondern Dutzende, wenn nicht Hunderte andere auch. Wahrscheinlich befindet sich darunter auch der ein oder andere Feed, der mit 20, 30 oder mehr neuen Artikeln am Tag aufwartet.

Löschen möchte man eine derartige Quelle vielleicht nicht, weil man weiß, dass ab und an wirkliche Perlen oder exklusive Neuigkeiten publiziert werden. Dennoch würde man es sich gerne ersparen, jeden Beitrag scannen und gedanklich auf Relevanz prüfen zu müssen.

PostRank ist das perfekte Tool dafür. Marcel Weiss hatte den Dienst bei neunetz.com Ende Juni schon einmal ausführlich vorgestellt. PostRank bewertet die Relevanz von Onlinecontent auf Basis der Reaktionen im Social Web und erlaubt das Abonnieren von gefilterten Feeds, welche nur die laut PostRank besten und wichtigsten Artikel einer Site enthalten.

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Flattr:
Alles ist möglich

Der soziale Micropaymentdienst Flattr hat einen optimalen Start hingelegt. Eine Bilanz und ein Ausblick.

Seit ungefähr einem halben Jahr befindet sich der soziale Micropaymentdienst Flattr nun im Netz. Anfang Februar stellten wir das Startup aus dem südschwedischen Malmö zum ersten Mal vor. Damals hatte Flattr gerade die geschlossene Beta-Phase für Freunde und Bekannte des Gründer-Duos Peter Sunde und Linus Olsson gestartet. Ende April wurden erste Invites an interessierte User verschickt, Flattr zu testen.

Seit Mittwochabend steht der Service wie berichtet allen Nutzern zur Verfügung, eine Einladung ist nicht mehr notwendig. Zurückblickend auf die vergangenen sechs Monate lässt sich konstatieren, dass Flattr bisher alles richtig gemacht und in kurzer Zeit etwas potenziell Revolutionäres aufgebaut hat.

Ende Juli bezifferte Peter Sunde im Interview mit netzpolitik.org die Anzahl der Mitglieder auf 25.000 – und das trotz Invite-Only-Status. Besonders erfolgreich lief es bisher laut Sunde in Deutschland, wo neben den etablierten journalistischen Marken taz.de und freitag.de mittlerweile kaum noch ein Blog zu finden ist, das nicht den grünen Flattr-Button eingebunden hat. Auch was die mit dem Dienst generierten Umsätze betrifft, scheinen positive Erfahrungen und Überraschungen zu überwiegen.

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Linkwertig:
Yahoo, Twitter, MySpace, Netzneutralität

Yahoo
Paul Graham beschreibt den langsamen Untergang von Yahoo und sieht die Gründe primär im schizophrenen Verhältnis zur Technologie.

» What Happened to Yahoo

 

Twitter
Der offizielle Share-Button von Twitter ist jetzt da – und kann wirklich sehr einfach ins eigene Angebot integriert werden. Tüftler können das Verhalten und Aussehen beliebig personalisieren. Zumindest um den Schein zu wahren, wird der Button übrigens in Partnerschaft mit Tweetmeme weiterentwickelt.

» Tweet Button
» Pushing Our Tweet Button

 

Investorenszene
Exciting Commerce über den Wandel der internationalen und deutschen Investorenszene:

Zwischen Business Angels und VCs entsteht ein neues Segment, das die Amerikaner “Super Angels” genannt haben, im wesentlichen Business Angels, die Fonds auflegen und nicht mehr nur ihr eigenes Geld investieren.

» Thinking Bigger: Die Investorenszene im Auf- und Umbruch

 

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Sicherheit im Netz:
Googles Malware-Schutz
und der Dominoeffekt

Enthält eine Website Schadsoftware, blockiert Google deren Inhalte, was auch von einigen Browser übernommen wird. Das führt schnell zu einem Dominoeffekt.

Abhängigkeiten führen fast immer irgendwann zu Problemen. Dienste, die ihr Geschäftsmodell auf das Angebot eines anderen Unternehmens aufbauen, wie beispielsweise Twitter-Apps, kennen die Gefahr. Allerdings lassen sie sich auf dieses Abhängigkeitsverhältnis bewusst ein und müssen somit ganz einfach die Konsequenzen tragen.

Anders sieht es aus, wenn die Abhängigkeit unvermeidlich erscheint. Wie zum Beispiel im Falle von Googles Anti-Malware-System, das im Google-Index befindliche Websites permanent nach Schadsoftware durchsucht. Wird es fündig, entfernt Google die Site nicht nur temporär aus den Suchergebnissen, sondern schickt auch eine Warnung an Browser, die das System einsetzen (u.a. Chrome und Firefox).

Wer dann mit einem dieser Browser eine betroffene Website ansteuert, bekommt eine rotgefärbte Warnseite zu Gesicht, die Nutzer darauf hinweist, dass bei einem Klick auf die Schaltfläche “Trotzdem fortfahren” der Computer beschädigt und mit Malware infiziert werden könnte.

Eigentlich ist dies ein tolles System, denn es verringert die Gefahr, dass sich Viren oder Spyware unbemerkt auf dem eigenen Rechner festsetzen. Ich erinnere mich noch an meine ersten Jahre im Internet, als alle möglichen Schad- und Dialerprogramme versuchten, sich über dubiose, in Suchergebnissen auftauchende Websites auf den Computern der Anwender festzusetzen. Im Vergleich dazu surft es sich heute sehr viel sicherer.

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Neue Initiative:
Pro Netzneutralität

Eine neu gegründete Initiative setzt sich für die Neutralität der Netze ein. Jeder kann “Pro Netzneutralität” mit einer Unterschrift unterstützen.

Die Frage der Netzneutralität mag als Thema nicht sonderlich spannend erscheinen, ist aber für die Zukunft des Internets (und damit der Welt) von großer Bedeutung.

Eine Reihe von Politikern, Bloggern, Wissenschaftlern und Unternehmern haben daher die Initiative “Pro Netzneutralität” gegründet, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, Netzneutralität gesetzlich zu verankern und Aufmerksamkeit für die Thematik zu schaffen. Dabei helfen wir gerne mit!

Viele von euch haben es sicher schon getan, aber wer die Erklärung von Pro Netzneutralität noch nicht namentlich unterstützt hat, kann dies hier nachholen. Jede Stimme zählt!

In der Erklärung erläutern die Erstunterzeichner, welchen Stellenwert die Neutralität der Netze für Meinungsfreiheit, Demokratie sowie für kreative und wirtschaftliche Innovationen hat.

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Kostenloses Betriebssystem für Netbooks:
Jolicloud bringt die Cloud
auf den Desktop

Wer ein Netbook besitzt, nutzt dies mit großer Wahrscheinlichkeit primär zum Surfen im Web. Das kostenlose Betriebssystem Jolicloud bringt die Cloud auf den Desktop.

Allzu lange dürfte es nicht mehr dauern, bis Google sein Cloud-Betriebssystem Chrome OS an den Start schicken wird. Bisher wurde stets der Herbst 2010 als Launchtermin genannt. Doch wer nicht mehr warten will oder sich bewusst von einem weiteren Tool aus dem Hause Google fernhalten möchte, hat mit Jolicloud bereits heute eine Alternative.

Jolicloud ist ein kostenloses Cloud-Betriebssystem des gleichnamigen französischen Unternehmens. 2008 hatte Netvibes-Gründer Tariq Krim die Idee zu einem OS mit enger Integration des Webs. Mitte Juli wurde der offizielle Startschuss für die finale Version 1.0 des auf Linux basierenden OS gegeben, die jeder Nutzer eines Netbooks ab sofort gratis herunterladen und installieren kann.

Eine Übersicht der unterstützen Geräte gibt es hier. Jolicloud weist darauf hin, dass der Einsatz des Tools auch auf anderen Netbooks und Notebooks möglich ist, in diesem Fall werde jedoch kein Support geleistet.

Gestern habe ich Jolicloud zum ersten Mal im Einsatz gesehen und war sofort begeistert. Dem Jolicloud-Team ist es gelungen, die von herkömmlichen Betriebssystemen bekannte Komplexität nahezu vollständig zu entfernen.

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Linkwertig:
Twitter-Button, Xing, StudiVZ, Google Contacts

Twitter
Twitter bekommt laut Mashable vielleicht noch diese Woche einen offiziellen Button, über den man den Artikel inline twittern kann und der gleichzeitig als Zähl-Widget fungiert. Einige Entwickler von Drittanwendungen wie TweetMeme dürften sich darüber nicht gerade freuen.

» Twitter Launching Official Tweet Buttons This Week

 

Flattr
Flattr ist seit gestern in der öffentlichen Beta-Phase, man kann sich also auch ohne Einladungs-Code anmelden.

» Flattr

 

Xing
Xing vermeldet nachhaltiges Wachstum in jeder Hinsicht. Der operative Erlös liegt bei 3,74 Millionen Euro und ist das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Und auch

das Mitgliederwachstum […] ist das höchste seit 15 Monaten.

» Unser Halbjahresergebnis: Nachhaltiges Wachstum in jeder Hinsicht

 

VZ-Netzwerke
Die VZ-Netzwerke bekommen virtuelle Wohnzimmer. Einerseits können sich dort Benutzer bezüglich ihrer Interessen ausdrücken, indem sie Regale mit Büchern, Film- oder Musiktiteln befüllen, andererseits können auf Basis geteilter Interessen auch neue Kontakte geknüpft werden.

» Die eigenen vier Wände in den VZ-Netzwerken

 

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Street View in Deutschland:
Google, lass es einfach sein!

Seit Google gestern den Start von Street View in Deutschland angekündigt hat, stehen Medien und Politik Kopf. Will Google wirklich Perlen vor die Säue werfen?

Die Google-Street-View-Debatte polarisiert Deutschland auf eine Art, wie es vorher wohl kein anderes digitales Thema getan hat. Nachdem Google gestern bekannt gab, noch in diesem Jahr in 20 deutschen Städten starten und in wenigen Tagen mit der vierwöchigen Widerspruchsphase beginnen zu wollen, scheint das politische und mediale Deutschland Kopf zu stehen.

heise online sorgte mit der Schlagzeile “Datenschützer kritisiert den Start von Googles Street View” schon gestern für eine seltames Déjà-vu. In den Hauptrollen die üblichen Verdächtigen: Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar sowie der Bundesbeauftragte für den Datenschutz Peter Schaar. Beides mittlerweile durchaus B-Prominente, was ihre Präsenz in den Medien betrifft. Erfrischend war dagegen, wie computerwoche.de die Reaktionen zusammenfasste: “Peter Schaar erfreut über Google“. Es hängt wohl alles von der Perspektive ab.

Heute nun landete das Thema bei den meisten führenden Nachrichtenangeboten ganz oben. Spiegel Online gießt ordentlich Öl ins Feuer, indem es Street View zur Topmeldung erhebt, mit dem bedrohlich ausschauenden Nahbild einer Street-View-Kamera illustriert und sämtliche Bedenkenträger samt ihrer Förderungen zu Wort kommen lässt. Die Münchner Tageszeitung tz setzt in ihrer Printausgabe hingegen auf die Panik-Karte und weist auf der Titelseite großbuchstabig ihre Leser darauf hin, dass Google nun ihre Wohnung kennt.

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Facebook Places:
Die große Stunde der Location-Dienste

Das Puzzle rund um Facebooks kommenden Location-Dienst Places fügt sich zusammen. Die dazugehörige API soll in den nächsten Wochen veröffentlicht werden.

Es fühlt sich an, als sei eine Ewigkeit vergangen, seit Facebook zum ersten Mal davon gesprochen hat, ortsbezogene Funktionen in das Social Network integrieren zu wollen. Allerdings gab es noch keine Anzeichen für ein solches Vorhaben, als ich im Oktober vergangenen Jahres fragte, wann Facebook endlich in den Bereich der Location Based Services (LBS) einsteigen würde. Kurze Zeit später tauchten jedoch die ersten Gerüchte zu solchen Plänen auf. Irgendwann wurden sie von Facebook dann auch bestätigt und seitdem heißt es immer und immer wieder, “bald” würde man entsprechende Features integrieren.

Ähnlich wie bei den Facebook Credits scheint der kalifornische Dienst überaus vorsichtig und mit Bedacht zu agieren, was angesichts des unter Privatsphäre-Gesichtspunkten sensiblen Location-Themas sowie Facebooks bekannten Fehltritten in diesem Bereich auch sehr klug ist.

Die US-Newssite CNET hat nun einige weitere Details rund um die neue Funktion “Facebook Places” ausgegraben und von verschiedenen Quellen ein geplantes Launch-Datum innerhalb der kommenden Wochen bestätigt bekommen.

Bei Places wird es sich im Kern um eine Schnittstelle (API) handeln, die Entwickler nutzen können, um ortsbasierte Applikationen eng mit der Funktionalität von Facebook zu verknüpfen.

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