Bei ihood lassen sich zu beliebigen Adressen in Deutschland soziodemografische Daten sowie Nutzerbewertungen abrufen. Anders als bei Google Street View hört man bisher keine Kritik zu dem Dienst – wahrscheinlich nur deshalb, weil er unbekannt ist.
Ein Nebeneffekt der Debatte um Google Street View ist, dass andere ebenfalls als potenziell provokativ wahrnehmbare Webdienste ins Rampenlicht geraten, die aufgrund einer geringen Bekanntheit und einer fehlenden Verbindung zur “Datenkrake” Google keine vergleichbare Aufmerksamkeit von Politikern und Datenschützern erhalten.
Prominentestes Beispiel hierfür ist sicherlich sightwalk, das wie Street View Innenstädte mit Hilfe von 3D-Panoramabildern abbildet und dies in einigen deutschen Metropolen auch schon erfolgreich und unbehelligt von Politik und Medien tut.
netzwertig.com-Leser Andreas hat außerdem in einem Kommentar auf ihood aufmerksam gemacht, einen deutschen Dienst zur Bewertung von Wohnumfeldern und Nachbarschaften. Andreas stellt die berechtigte Frage, wieso dieser Service – quasi ein Street View ohne 3D-Bilder, dafür aber mit allerlei soziodemografischen Daten und Bewertungen – bisher nicht auf ähnlich scharfe Kritik gestoßen ist wie Street View.
Mit der Zunahme der digitalen Textkommunikation verlieren Telefonate an Bedeutung. Sie haben ohnehin nur wenige Vorteile.
Bei einem früheren Arbeitgeber gab es ein inoffizielles Credo, das gerne und oft von Führungskräften in Besprechungen und auf Konferenzen zitiert wurde: Man sollte öfter den Telefonhörer in die Hand nehmen, hieß es, statt sich auf die Kommunikation via E-Mail zu fokussieren. Jedes Mal, wenn ich dies hörte, wäre ich am liebsten sofort in eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit eines solchen Ratschlags eingestiegen.
Seit langem versuche ich, die Zahl meiner Telefonate so weit wie nur möglich zu minimieren. Während auch ich in einigen spezifischen Situationen ein Gespräch am Hörer der schriftlichen Kommunikation vorziehe, so hat sich in 90 Prozent der Fälle, in denen ich vor 15 Jahren ein Telefonat geführt hätte, eine Konversation über SMS, E-Mail, Instant Messenger, Twitter oder ein Social Network als sehr viel effizienter erwiesen.
Das traditionelle Telefonat hat für mich so stark an Bedeutung verloren, dass ich durchaus vom Tod der Telefonie sprechen könnte. Deutlich wird dies immer dann, wenn ich mir im Ausland eine SIM-Karte für mein Mobiltelefon zulegen möchte und meine komplette Aufmerksamkeit den Konditionen für mobiles Internet widme. Die Preise für Telefonate schau ich mir gar nicht mehr an.
Offenbar bin ich auch nicht der einzige, für den herkömmliche Telefonie kaum noch ein Thema ist. Dieser Wired-Artikel(via) geht in die gleiche Richtung und verweist auf eine leider nicht verlinkte Nielsen-Untersuchung, laut der die durchschnittliche Anzahl an Telefonaten über Mobiltelefone seit 2007 rückläufig ist. Dass ich selbst schon lange keinen Festnetzanschluss mehr besitze, muss ich vermutlich kaum erwähnen.
Hot Potato
Facebook scheint Gefallen am Prinzip Check-In gefunden zu haben. Neben dem Start von Places haben sie auch das Startup Hot Potato übernommen, bei dem man sich gwm. bei Aktivitäten einchecken kann.
Google Maps
Apropos Facebook Places: Bei Google wird es langsam zur Gewohnheit, dezent auf die eigenen Errungenschaften hinzuweisen, wenn ein Mitbewerber ein konkurrierendes Produkt lanciert. Google Maps for Mobile wird demnach monatlich von 100 Millionen Usern benutzt.
In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.
Dieses Mal: Scopevisio – Online-Buchhaltung für Gründer; Novus Ordo – ein sozialer Nachrichten-Aggregator; und Ich kann es nicht mehr hören – Antworten auf Phrasen finden.
Scopevisio
Scopevisio hat eine kostenlose Variante ihrer Buchhaltungssoftware vorgestellt. Startups, Freiberufler oder Vereine können damit online eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen und diverse Auswertungen zum Status ihrer Finanzen einsehen. Die kostenlose Nutzung der Online-Buchhaltung bezieht sich auf eine Firma, zwei User sowie 2.500 Vorgänge und Stammdaten. Ganz interessant ist dabei die Granularität ihres Freemium-Modells: Neben weiteren Usern und mehr Speicher können auch einzelne Funktionen der professionellen Version (Rechnungseingangsbuchung mit OCR, Umsätze online oder Import/Export von DATEV oder CSV), die eher für den Bedarf von bilanzierungspflichtigen Unternehmen ausgelegt ist, nach Wunsch hinzugebucht werden.
Die Diskussion um Street View gibt einen Vorgeschmack auf das, was demnächst auf uns zukommt, wenn wir uns in Deutschland nicht unsere chronische Angst abgewöhnen.
In den letzten zwei Wochen habe ich gefühlte 1000 Artikel zur Debatte um Google Street View gelesen. Doch je mehr Beiträge es wurden, desto stärker kam es zu einer Verwässerung der Diskussion und der aus ihr abgeleiteten Konsequenzen.
Geht es eigentlich um Google? Oder um die Ausformung der digitalen Öffentlichkeit? Um Datenschutz? Um das Recht der Bürger auf Mitbestimmung? Um die Probleme nationaler Rechtssprechung in einem globalen Internet? Um fatalen Folgen von Populismus? Um das Fehlen von Medienkompetenz? Ja, natürlich geht es um all das.
Doch bevor sich all diese Aspekte angehen lassen, muss erst einmal etwas ganz Anderes, Übergeordnetes, Grundsätzliches beseitigt werden: Angst. Ein Gefühl, das uns Deutschen ohnehin nachgesagt wird, was aufgrund unserer Geschichte auch gar nicht so verwunderlich ist. Doch während Deutschland bisher recht gut mit seiner Angst gelebt hat, steht es nun vor einem ernsthaften Problem:
Je weiter die Digitalisierung voranschreitet, desto hinderlicher wird die “German Angst“, desto mehr führt sie zu Verunsachlichungen, Panikmache und grundsätzlichen Blockadehaltungen in Situationen, in denen eine durchaus kritische, aber vor allem konstruktive, zukunftsorientierte Herangehensweise gefragt ist.
Der Berliner Dienst Aupeo bietet personalisierte Radiostreams. Gab es zum Start Anfang 2009 durchaus Zweifel an dem Service, macht er mittlerweile einen sehr soliden Eindruck.
Während wir in regelmäßigen Abständen die Entwicklung bei simfy und steereo im Blick behalten, haben wir über Aupeo, einen weiteren Musikstreamingdienst aus Deutschland, bisher nicht so häufig berichtet. Markus hatte den Service, der ein personalisiertes Radio im Stile von Last.fm oder Pandora anbietet, zum Launch Anfang Januar 2009 hier vorgestellt.
Im Gegensatz zu den eingangs erwähnten Musik-on-Demand-Anbietern scheint man von Aupeo eher weniger zu hören (das ist natürlich nur ein subjektiver Eindruck), was ein Grund dafür sein könnte, dass sich das Berliner Startup bisher nicht ganz oben auf unserem Radar befand. Doch womöglich wird sich das in Zukunft ändern.
Denn während ich mich erinnere, zum Start nicht von der Site überzeugt gewesen zu sein und angesichts des Fehlens von Informationen zur Funktionsweise und zum Geschäftsmodell auch an der Seriosität von Aupeo gezweifelt zu haben (einigen Lesern ging es ähnlich), sind diese Bedenken mittlerweile verflogen. Stattdessen war ich bei einem neuerlichen Besuch auf der Site überrascht, wie ansprechend und vor allem benutzerfreundlich sich Aupeo anderthalb Jahre nach seinen Launch präsentiert.
Mite
Die Zeiterfassung Mite hat die Übersichtsreports einer Schlankheitskur unterzogen und gleichzeitig etwas schlauer gemacht.
mite soll euch nicht nur auf Nachfrage hin Daten anzeigen, sondern von sich aus informieren. mite soll euch ein besseres Verständnis eurer Arbeitszeiten ermöglichen und euch frühzeitig wichtige Fakten und Trends aufzeigen.
Wuala
Der Online-Speicher Wuala schliesst die größte Lücke zu Dropbox und bekommt mit Wuala Sync die Möglichkeit, Dateien online und zwischen verschiedenen Computern zu synchronisieren.
Augmented Reality
Da schau her: Das Süddeutsche Zeitung Magazin experimentiert in der heutigen Ausgabe mit Augmented Reality. Gemeinsam mit metaio wurden fünf Seiten mit multimedialen Inhalten angereichert, die man mit seinem Smartphone abrufen kann:
Obwohl Facebook Places den Eindruck erweckt, bestehende mobile Dienste integrieren statt vernichten zu wollen, stellt sich die Frage nach deren Zukunftspotenzial. Das deutsche foursquare-Pendant friendticker scheint eine Antwort gefunden zu haben.
Obwohl der heutige Launch von Facebooks Location-Dienst Places nur den US-amerikanischen Markt betrifft, wird das neue Feature demnächst auch in allen anderen Teilen dieser Erde verfügbar sein und die 500 Millionen Nutzer des Social Networks an beliebigen Orten “einchecken” lassen.
Damit stellt sich für existierende Location Based Services (LBS) die Frage, wie sie auf den Vorstoß von Facebook reagieren. Abhängig von der eigenen Perspektive lässt sich Places entweder als Wegbereiter, Konkurrent oder Dolchstoß für Startups ansehen, die sich in den letzten Monaten im bisher recht nutzerarmen LBS-Bereich zu etablieren versucht haben.
Natürlich werden die spannenden Möglichkeiten des ortsbasierten mobilen Social Networkings durch das neue Facebook-Feature schlagartig einer breiten Nutzerschaft präsentiert. Während es der “Check-In” als Bezeichnung für die virtuelle Standortmarkierung bisher lediglich in das Bewusstsein einer kleinen Zahl an Early Adopters und Nerds geschafft hat, wird sich dies mit der Integration bei Facebook radikal ändern.
Millionen von Menschen werden daher in Kürze ganz selbstverständlich vom Einchecken sprechen und sich damit nicht auf die Gepäckabgabe am Flughafen beziehen. Dies führt in der Folge dazu, dass auch bei anderen Check-In-Services ein großer Teil des Erklärungsbedarfs entfällt.
Privacy
Martin Lindner nimmt die Streetview-Debatte zum Anlass, einen kulturgeschichtlichen Blick auf das Verhältniss zwischen Öffentlichkeit, Privatheit und Identität zu werfen. Lesenswert, auch wenn euch das Thema schon aus den Ohren staubt.
Für diese bürgerlich-provinzielle deutsche Kultur war nicht der Körper der Garant der Identität, sondern die Fassade. Die Außenseite der Mauer, die das Private schützt.
gPad
Google und Verizon wollen in drei Monaten offenbar einen Android-basierten Tablet-Computer vorstellen. Hersteller soll wie schon beim Nexus One HTC sein.
Facebook hat in der Nacht seinen lange erwarteten Location-Dienst Places vorgestellt, der noch heute für Nutzer aus den USA scharf geschaltet wird. Services wie foursquare, Gowalla und Yelp sitzen mit im Boot.
Places soll laut Facebook-CEO Mark Zuckerberg drei Zwecke erfüllen: Es hilft Nutzern dabei, ihren Freunden mitzuteilen, wo sie sind, wer sich ebenfalls in der Nähe aufhält und was in der unmittelbaren Umgebung geschieht. Erreicht werden soll dies durch eine eigene Check-In-Funktionalität innerhalb von Facebook sowie durch eine neue, für Schreibrechte anfänglich geschlossene API für andere Location Based Services, um deren Nutzeraktivitäten bei Facebook integrieren zu können.
Für alle Facebook-Nutzer in den USA wird das neue Feature im Laufe des Tages zur Verfügung stehen – entweder über die Smartphone-Website http://touch.facebook.com oder über eine aktualisierte iPhone-Applikation. Besitzer anderer Mobiltelefone sowie Facebook-Anwender in Europa müssen sich hingegen noch etwas gedulden, sind aber in der Lage, die Check-Ins von US-Freunden zu sehen.
An einem beliebigen Ort eingecheckt wird über das neue “Places”-Menü, das einen Überblick über die jüngsten Check-Ins der eigenen Kontakte sowie existierende Orte in der Umgebung gibt. Der Check-In-Prozess läuft ähnlich wie von anderen ortsbasierten mobilen Diensten gewohnt über einen entsprechenden Check-In-Button. Jeder Ort besitzt eine eigene Profilseite. Einzelhändler, Gastronomen und andere physische Einrichtungen können eine von Nutzern angelegte Places-Profilseite beanspruchen. Nach einer Verifizierung erhalten sie die Möglichkeit, ihre bestehende Facebook Page mit der Places-Profilseite zu vereinen (mehr dazu hier).
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