diaspora:
Die Lust auf was Neues

Als vier IT-Studenten aus New York im Mai ihren Plan eines dezentralen Social Networks als Gegengewicht zu Facebook präsentierten, war die Euphorie groß. Am 15. September soll die Software als Open Source veröffentlicht werden.

Als Anfang Mai der Plan von vier jungen New Yorker IT-Studenten bekannt wurde, eine dezentrale Facebook-Alternative zu entwickeln, hatten sie sich den bestmöglichen Zeitpunkt ausgewählt: Facebook selbst befand sich gerade im Kreuzfeuer der Kritik, nachdem es sich mit dem Launch seines Open-Graph-Protokolls wieder einmal grobe Schnitzer im Umgang mit der Privatsphäre seiner Nutzer erlaubt hatte.

Entsprechend lautstark war die Kritik speziell in der Blogosphäre, und eine Reihe von Blogger-Schwergewichten (im übertragenen Sinne!) und Vorbild-Geeks sinnierte lautstark über einen Abschied von Facebook. Doch das eigene Facebook-Konto zu schließen, ohne auf eine ernstzunehmende Alternative ausweichen zu können, ist ein radikaler Schritt, den nur wenige wagen. Und eine solche Alternative gibt es bisher nicht.

Das auf den Namen “diaspora” getaufte Vorhaben der vier New Yorker, über die Semesterferien das Grundgerüst für ein besseres Facebook aufzubauen, welches noch dazu ohne zentralen Server auskommen und als Open Source veröffentlicht werden soll, kam da mehr als gelegen.

10.000 Dollar an Spendengeldern wollten die ambitionierten Entwickler einsammeln. Am Ende wurden es bemerkenswerte 200.000 Dollar von fast 6500 Unterstützern. Ein beeindruckes Ergebnis, welches mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erreicht worden wäre, hätte das diaspora-Team den Spendenaufruf zu einem anderen Zeitpunkt gestartet. Gutes Timing ist alles!

In die Begeisterung über das Vorhaben mischten sich aber auch kritische Stimmen. Immerhin gab es von diaspora nicht mehr als einen Blogeintrag, ein Video und eine Website. Zudem kommt der Bau eines dezentralen Netzwerks, das also jeder selbst hosten (lassen) muss, aus dem Gesichtspunkt der Benutzerfreundlichkeit einer Quadratur des Kreises gleich.

Ein simple, auch für weniger versierte Nutzer verständliche Oberfläche jedoch ist Voraussetzung, um überhaupt theoretisch in irgendeiner Form Facebook Paroli bieten zu können. Und selbst wenn dieses Ding der Unmöglichkeit doch klappen sollte, dann liegt die nächste Herausforderung darin, die unheimlich starken Lock-In-Effekte von Facebook zu durchbrechen. Wer will schon zu einem neuen Social Network wechseln, wenn von den 200 Facebook-Freunden nur zwei bei diaspora sind?!

Die Chancen, dass diaspora wirklich eine kritische Masse erreichen wird, sind verschwindend gering. Was aber nicht heißt, dass man es nicht versuchen soll. Und wie es scheint, sind die diaspora-Macher nach wie vor mit vollem Eifer bei der Sache. In einem Blogeintrag kündigten sie gestern die Veröffentlichung des Quellcodes für den 15. September an.

Ab dann werden Nutzer in der Lage sein, diaspora auf einem Server zu installieren und sich mit anderen Peers zu verbinden, um in einem sicheren Umfeld und ohne zwischengeschalteten Mittler kommunizieren und sich vernetzen zu können.

Wie das konkret ablaufen wird und über welche Anbieter man diaspora hosten können wird (nicht jeder besitzt ein Webhostingpaket oder einen Dedicated Server), ist bisher unklar. Ungelöste Fragen gibt es also viele. In wenigen Wochen werden wir hoffentlich die Antworten bekommen.

Persönlich freue ich mich sehr auf den Launch von diaspora. Sicher, Versuche, dezentrale Social Networks auf die Beine zu stellen, gab es schon viele. Aber allein die Existenz des Codes reicht nicht aus. Aufmerksamkeit oder noch besser ein völlig übertriebener Hype sind für einen geglückten Start im Social-Networking-Bereich heutzutage Voraussetzung, gerade wenn es gegen ein Netzwerk mit über 500 Millionen Mitgliedern geht.

Ich werde diaspora definitv ausprobieren und versuchen, eine kleine, aber feine Schar an Kontakten um mich zu versammeln. An meinem Verhältnis zu Facebook ändert das vorerst nichts. Solange keine Netzwerkeffekte entstehen, wird diaspora nicht über den Status eines Nischenangebots für einen kleinen Kreis bewusster, technisch interessierter Nutzer hinauskommen.

Aber für den Anfang ist selbst das ein erstrebenswertes Ziel. Was danach kommt, liegt dann ganz in den Händen und der Überzeugungskraft der diaspora-Nutzer. Auch hängt es natürlich davon ab, inwieweit die Idee eines dezentralen Social Networks in der Praxis überhaupt funktioniert.

Übrigens wäre ich nicht überrascht, wenn Google versuchen würde, die Entwicklung von diaspora positiv zu beeinflussen. Dort dürfte man mittlerweile zu allem bereit sein, was Facebook daran hindert, weiter rasant zu wachsen.

Ich habe Lust auf was Neues! Wer noch?

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31 Kommentare

  1. Andreas
    schrieb am 27. August 2010 um 13:11 Uhr (#)

    Buzz war auch Anfang toll, aber von dem ursprünglichen Hype ist zumindest bei mir nicht viel geblieben. Ich vermute, das Diaspora das selbe Schicksal ereilen wird. Und der Hype ist nur dadurch entstanden, weil das Projekt genau zu dem Zeitpunkt veröffentlich wurde, als Facebook mal wieder massiv in der Kritik stand. Honi soit qui mal y pense… ;)

  2. Moritz
    schrieb am 27. August 2010 um 13:21 Uhr (#)

    Ich hab Lust. Ich glaube auch, dass die Vernetzung mit anderen Bloggern mittels diaspora ganz gut gelingen wird. Dass viele meiner Freunde den Dienst in Kürze nutzen werden, denke ich hingegen nicht. Dafür sind sie zu unpolitisch und uninteressiert an der eigenen Privatsphäre. Und genau so sieht es glaube ich bei einem Großteil der Facebook-Nutzer aus: Selbst wenn sie sich hin und wieder über den Datenschutz dort aufregen, im Ernstfall sind sie doch lieber faul und bleiben beim Althergebrachten. Ich werde das auch tun, ein überstürztes Löschen meines Accounts kommt für mich nicht infrage. Aber ich werde diaspora ernst nehmen und ausgiebig ausprobieren – in der Hoffnung, dass sich der anfängliche Hype fortsetzt.

  3. OleS
    schrieb am 27. August 2010 um 13:35 Uhr (#)

    Pass ma auf, gleich kommmt auch noch Onsari (oder wie das hieß) mit dem Millioneninvestement um die Ecke!! ;)

  4. Jürgen
    schrieb am 27. August 2010 um 15:27 Uhr (#)

    Das erinnert mich irgendwie an Identi.ca. Sollte die freundlichere, Open-Source-Variante von Twitter werden. War im Endeffekt dann aber einfach nicht so hübsch und nett zu benutzen. Benutzt geschweige denn kennt das heute noch einer?

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 27. August 2010 um 15:34 Uhr (#)

      Jo ist ja ab und an auch im Gespräch. Aber da fehlt halt der Medienhype. Und für selbigen gibt es auch nur ein sehr begrenztes Zeitfenster. Springen in diesem zu wenige User auf, wird es nichts.

      diaspora hat nun eine für so einen Dienst sehr seltene Chance. Weil ab 15. Sept sehr viele Augen auf den Service gerichtet sein werden.

    2. acid
      schrieb am 27. August 2010 um 18:33 Uhr (#)

      Japp, ich und viele andere nutzen identi.ca jeden Tag.

      @Topic:
      Klar das Diaspora am Anfang nicht Facebook gefährden kann, aber ich bin da zuversichtlich, dass man da noch richtig aus dem Hype raus kommen kann. Gerade da man sich zu Anfang anscheinend auf das Interface konzentriert.
      Noch eine Anmerkung: man braucht nicht zwingend einen eigenen Server für so eine Art Netzwerk. Eine Liste von Hosts über die man sich in das Netzwerk einklinken kann reicht da völlig, peer-to-peer halt ;)

    3. Christoph
      schrieb am 28. August 2010 um 22:47 Uhr (#)

      Ich sehe es bei Identi.ca mittlerweile etwas anders. Ich denke Identi.ca kann sich durchaus noch durchsetzen. Es fehlten bloß zum Start wichtige Grundfeatures wie mobile Apps und Desktop Apps. Beides wird jetzt mit Status.net Desktop in einer nutzerfreundlichen Variante nachgelegt. Die mobile Apps soll für BlackBerry, IPhone und Android kommen. Die Desktop App gibt es für Windows, Linux und Mac. Ein neuer Blick auf den Dienst lohnt sich also.

  5. Meeresbiologe
    schrieb am 27. August 2010 um 16:20 Uhr (#)

    Sieht fast so aus, dass es für die großen Informations- und Medienstränge im Internet – zumindest international – nur eins, nur eine große Plattform braucht, was dann zu entsprechender Konzentration von Usern bei Big Playern führt.

    Suche – Google
    Karten – Google
    Netzwerk – Facebook
    Microblogging – Twitter
    Bücher – Amazon
    Auktionen – eBay
    Wissen – Wikipedia
    Was vergessen?

    Der riesige “Rest” ist dann der bunte Wildwuchs zwischen diesen großen Leuchttürmen.

    1. Meeresbiologe
      schrieb am 27. August 2010 um 16:28 Uhr (#)

      Video – Youtube und Google Video
      Musik – Apple iTunes (?) – aber schon viel stärker verteilt auf weitere Anbieter

      Fehlt noch eine große bekannte Fernsehplattform – quasi der Fernseher im Internet.

  6. Markus jakobs
    schrieb am 27. August 2010 um 18:32 Uhr (#)

    Ich muss bei dem Thema immer an noserub.com und dem identoo.com Projekt denken was es schon sehr lange gibt.

    1. Meeresbiologe
      schrieb am 27. August 2010 um 19:23 Uhr (#)

      Wenn man schon erzählt, dass man bei einem bestimmten Thema an xyz denken muß, könnte man vielleicht auch erzählen, warum. Worum geht es da? So ist das für den unwissenden Leser leider nutz°^Wwenig nüzlich.

  7. Ludowika
    schrieb am 27. August 2010 um 20:17 Uhr (#)

    Die Konzentrationen werden mittelfristig glaube ich eher abnehmen im Netz.

  8. Tiamat
    schrieb am 27. August 2010 um 23:55 Uhr (#)

    Es gab doch auch mal ein deutschsprachiges Projekt, mit ähnlichen Zielen? Leider war der Name wenig stylisch und dementsprechend schon wieder vergessen. Aber gibt es diesbezüglich auch was Neues zu berichten?

    Ich werde auf jedenfall bei diaspora mitmachen, wobei mir mal ein heimischer Dienst wesentlich lieber wäre.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 28. August 2010 um 07:58 Uhr (#)

      Du könntest Nose Rub meinen. Aber das ist im Prinzip tot. Das wird nix mehr.

      Ein SN muss für mich immer global sein. Es erscheint mir aus heutiger Sichtweise unwahrscheinlich, das ein deutscher Anbieter das schaffen kann. Leider.

    2. Meeresbiologe
      schrieb am 28. August 2010 um 10:37 Uhr (#)

      Ich denke, ein SN muß beileibe nicht immer gloabal sein. Sobald ein deutscher nationaler, regionaler oder lokaler Anbieter es schafft, besser auf eben diese nationalen, regionalen und lokalen Eigenheiten einzugehen, wird er Erfolg haben. Social Network wird zukünftig nicht nur bedeuten, irgend ein nichtssagendes äußeres technisches Gerippe hinzustellen, sondern bedarf noch mehr auch kultureller Kompetenzen, Networks an die verschiedendsten Bedürfnisse anzupassen und mit entsprechenden Funktionen auszustatten. Zumal die nationale Vernetzung vor Ort einen viel größeren Stellenwert als die globale hat. Ein globales Network wie Facebook könnte bei stärkerer nationaler Konkurrenz irgendwann mal den Stellenwert eines internationalen Zweit-Netzwerkes bekommen, weil es mit speziellen nationalen kulturellen Fähigkeiten etwaiger neuer nationaler Anbieter naturgemäß nicht mithalten kann.

    3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 28. August 2010 um 10:43 Uhr (#)

      Ich habe genug internationale Kontakte, um sagen zu können, dass ich an einem nationalen Netzwerk kein Interesse habe. Hier hat jeder sicher andere Präferenzen, abhängig vom eigenen Kontaktnetzwerk. Der Erfolg von Fb und die zunehmende Abwertung von studiVZ zeigt, dass dies definitiv ein Trend ist.

    4. Meeresbiologe
      schrieb am 28. August 2010 um 11:03 Uhr (#)

      Die Menschen mit “genug internationalen Kontakten” sind aber nach meiner Einschätzung eher in der Unterzahl, wenn nicht gar in einer ziemlichen Minderheit. Die meisten Kontakte und Belange von Usern spielen sich doch eher im nationalen Rahmen ab. Insofern würde ich nationale Social Networks, die ja durchaus auch starke internationale Komponenten haben können, keinesfalls totsagen. Ein Bedarf nach solchem starken und stärkeren nationalen, regionalen und lokalen Fokus ist sicher da. Insofern halte ich es eher für eine Frage der Zeit, bis da neue Versuche/r auf den Markt kommen, diese Bedarfs-und Marktlücke besser zu decken.

    5. Prof.P
      schrieb am 28. August 2010 um 11:10 Uhr (#)

      Meinst du vielleicht Wer-kennt-wen?
      http://www.wer-kennt-wen.de/

    6. Meeresbiologe
      schrieb am 28. August 2010 um 11:20 Uhr (#)

      Nein, meine ich nicht. Ein Network, wo man irgend eine TAN oder Einladung braucht, kann man sowieso gleich vergessen. Ein Netzwerk muß, wenn es einladend sein soll, in seinen Funktionen und Vorteilen offen sichtbar und transparent sein, wenn es für User attraktiv sein soll. Also seine tatsächlichen oder vermeintlichen Vorteile nicht hinter hohen Eintrittsmauern verstecken. Im Internet fängt man Mäuse zuallererst mit dem Speck seiner eigenen attraktiven Angebote. Wer von Usern erstmal eine Registrierung fordert, ohne dass User überhaupt wissen wofür, kann sowieso gleich einpacken und zurecht wieder gehen.

    7. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 28. August 2010 um 11:53 Uhr (#)

      @ Meeresbiologe
      Ernst gemeinte Frage: Solltest du nicht ein eigenes Blog betreiben? Du hast quasi zu allem eine Meinung und investiert so viel Zeit in die Kommentare hier, dass dies eigentlich die logische Konsequenz wäre.

    8. Meeresbiologe
      schrieb am 28. August 2010 um 12:00 Uhr (#)

      Danke für die Anregung, aber dafür habe ich wahrscheinlich absehbar keine Zeit, weil anderes zu tun. Die “paar” Kommentare mache ich nebenbei, weil sehr am Internet interessiert. Für die Themenvorlagen bist u.a. Du zuständig. (g)

    9. Tiamat
      schrieb am 28. August 2010 um 12:14 Uhr (#)

      Um meine eigene Frage sogleich zu beantworten: Safebook. Danach hatte ich gesucht, aber leider nichts neues vom Projekt außer einem Start in 2011.

      http://augsburger-allgeme…d,2_pageid,4293.html

  9. hathead
    schrieb am 28. August 2010 um 00:30 Uhr (#)

    Ich finde die Idee des dezentralen SocialNetworks recht reizvoll. Dann aber bitte auch mit einem offenen und dezentralen Suchprotokoll. Am Ende soll es egal sein, ob ich bei Studivz, Facebook, oder Pusemuckel bin. Ich suche einen Freund, das System sagt, der ist zwar bei Facebook, connecten könnt Ihr Euch aber trotzdem. So müsste das laufen. Hätte auch noch einen weiteren Vorzug: ich könnte allen SocialNetwork muffeln in meinem Freundeskreis sagen: ja, ich weiß, dass Du kein Bock auf Facebook oder Studivz hast, aber ich hab jetzt ein eigenes SocialNetwork aufgemacht und Du kannst trotzdem mit den Facebook und Studivz leuten kommunizieren, die du kennst. Auch ohne den bösen Konzernen deine Daten zu geben…

  10. Kai Nehm
    schrieb am 28. August 2010 um 08:25 Uhr (#)

    Quellcode wird freigegeben? Das ist wohl der worst case.

    Die ersten Blog Posts werden um schlechte Installationsroutinen, abstruse Serverconfigs und Performancetuning gehen.
    Verbranntes Investment.

    1. LifeScienTology
      schrieb am 28. August 2010 um 11:56 Uhr (#)

      Die Jungs haben sich nach eigenen Aussagen sehr auf die Benutzerfreundlichkeit konzentriert, weniger auf die Geekichkeit. Klar wird es etwas holpriger sein, als nen facebook Account zu erstellen, aber da insb. den technisch versierten Leuten klar ist, dass 1) eine Alternative zu den zentralen SN her muss, und 2) die so bedienbar wie möglich sein muss, um auch den Normalnutzer mitzunehmen, wird sich nach der Veröffentlichung des Quellcodes sicher viel Arbeit aufgewendet, um die Benutzerführung so gut wie möglich zu gestalten. Ich bin sehr zuversichtlich und werde es auch testen, sobald die Hürden niedrig genug für nicht-Programmierer sind :-)

    2. Alex
      schrieb am 28. August 2010 um 13:00 Uhr (#)

      Ja genau, weil quelloffene Software ja grundsätzlich schwer bedienbares Fricklerzeug ist, nicht wahr?

    3. Kai Nehm
      schrieb am 30. August 2010 um 09:04 Uhr (#)

      @alex es geht nicht darum, dass quelloffe Software Frickelzeug ist, die Qualität ist imho meist sogar besser.

      Wenn der Quellcode freigegeben wird, wird absehbar über Installation, Konfiguration und technik geschrieben. Für den Normalanwender wäre es nur viel interessanter, wenn man sich einfach an einer Instanz anmelden könnte.

      FOSS krankt nicht an der Softwarequalität, sondern an PR.

  11. Alex
    schrieb am 28. August 2010 um 13:43 Uhr (#)

    Mir stellen sich da einige Fragen: was bedeutet denn die Möglichkeit, den facebook-Nutzern NAchrichten aus Diaspora schreiben zu können? Ist diese Funktionen nicht gar der beste Weg, um Umsiedler zu bewegen?

    Und hinsichtlich der oben aufgekommenen Frage von nationalen vs. internationalen SN: ich persönlich hatte das StudiVZ ganz am Anfang noch genutzt, bin dann wegen einiger internationaler Freundegewechselt, noch bevor es überhaupt auf dem deutschen Markt (wenn man das so sagen kann) gelauncht wurde. Ich habe mich einfach aus Gründen der Redundanz dann umgehend gegen StudiVZ entschieden.

    Das ist ja das Problem des Alleinstellungsmerkmals – was kann das studiVZ mir bieten, was facebook nicht kann? Und warum soll ich alles doppelt posten, v.a. wenn sich das studiVZ immer weiter dem facebook in Funktionen annähert (mit jeweils zwei Jahren Verspätung) – aber nix selbst gebacken bekommt. Der Klon ist ja zu offensichtlich und das Image vom studiVZ war ja nie wirklich “cool”, anfangs durch die – zu Recht – negative Presse der Unternehmensführung versaut, später durch Datenskandale und Lecks, jetzt durch Irrelevanz.

    Diaspora hätte da zumindest die Datenhoheit beim User anzubieten – wenn dann noch das Image cool wird. Mit Klonvorwürfen hat es hoffentlich nicht zu kämpfen, wenn die Entwicklerjungs clever sind..Joa!

  12. Thomas
    schrieb am 29. August 2010 um 17:28 Uhr (#)

    Mal ne Verständnisfrage: SN zum Selberbetreiben gibt’s ja schon, etwa Ning, Elgg oder Buddypress / WordPress. Gibt’s gehostet, für den eigenen Server, mit Bezahlmodell – in allen Geschmacksrichtngen. Bzgl. Funktionalität und Benutzerfreundichkeit liegen alle etwa auf FB-Niveau.

    Was ich bisher nicht verstanden habe: Was wird diaspora anders machen?

  13. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 29. August 2010 um 17:33 Uhr (#)

    Das sind alles Lösungen, bei denen DU selbst ein Social Network startest, bei dem sich andere registrieren können. D.h., DU bist der zentrale Server und hast die Kontrolle.

    Bei diaspora gibt es keinen zentralen Server und niemanden, der die Kontrolle über andere Nutzer hat. Jeder Nutzer ist sein eigener Server und verbindet sich mit anderen Servern (aka Nutzern). Peer 2 Peer also.

    Ungefähr so.

    Verständlicher?

    1. Thomas
      schrieb am 29. August 2010 um 18:40 Uhr (#)

      Yep, begriffen. Danke!

      Dann werd ich mir das sicher ansehen, keine Frage.

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