Plötzlicher Abgang:
Die Gründer von
wer-kennt-wen.de hören auf

Nach vier Jahren an der Spitze von wer-kennt-wen.de geben die zwei Gründer Patrick Ohler und Fabian Jager die Geschäftsführung ab. Das Social Network zählt mittlerweile 8,5 Millionen Mitglieder und ist profitabel.

Aktualisierung am Ende

Irgendwann haben alle Gründer eines Startups Lust, etwas Neues zu machen. Oder sie werden zum Aufhören gedrängt. Häufig geschieht dies nach einem “Exit”, also dem Verkauf an ein anderes Unternehmen oder nach einem Börsengang. Ab diesem Augenblick sind die zukünftigen Aufstiegs- und Wachstumschancen für die einstigen Gründer begrenzt, sofern man nicht gerade wie Facebook die Weltherrschaft als nächstes Ziel ausrufen kann.

Egal ob studiVZ, Xing oder Qype – bei vielen bekannten deutschen Webservices, die innerhalb des vergangenen Jahrzehnts als Startups begonnen haben, sind die Gründer nicht mehr in der Rolle der Geschäftsführer an Bord. Jetzt kommt ein weiteres Beispiel zu dieser Aufzählung hinzu: wer-kennt-wen.de (WKW).

In einer Pressemitteilung gab das seit Anfang 2009 komplett zu RTL interactive gehörende Social Network bekannt, dass die zwei Gründer Patrick Ohler und Fabian Jager ihre Tätigkeit als Geschäftsführer zum 1. September aufgeben werden.

Fabian Jager (l.) und Patrick Ohler
Fabian Jager (l.) und Patrick Ohler
WKW gehörte in den vergangenen Jahren zu den Shooting-Stars unter den Social Networks in Deutschland und erreichte dies vor allem durch den Ansatz, sich als “Volksnetzwerk” für alle Altersgruppen zu positionieren. Mittlerweile hat der Dienst, der aus Innovationsgesichtspunkten blass blieb, 8,5 Millionen registrierte Mitglieder und ist laut eigenen Angaben profitabel. Gleichzeitig verschlechtern sich die Zukunftsaussichten für WKW wie für alle anderen hiesigen Netzwerkdienste aufgrund des rasanten Facebook-Wachstums in Deutschland, das Nutzer vor die schwierige Entscheidung eines Wechsel stellt.

Sönke Strahmann, der bisherige Leiter für Marketing & Finanzen, übernimmt “kommissarisch die Position des Geschäftsführers, bis über eine Nachfolge entschieden ist. Ohler und Jager bleiben dem Unternehmen auch weiterhin in beratender Funktion verbunden”, heißt es.

Das klingt nach einer plötzlichen Entscheidung. Entweder ziehen sich die zwei Jungunternehmer, die WKW parallel zum und im Anschluss an ihr Studium der Computervisualistik aufbauten, freiwillig zurück oder sie tun dies, weil ein interner Konflikt kurzfristig zu einem solchen Schritt geführt hat.

Wir haben WKW Kontakt aufgenommen und aktualisieren den Beitrag, sofern es neue Erkenntnisse gibt.

Update: Hier die Antwort der zwei Gründer:

Die Entscheidung, die Geschäftsführung von wer-kennt-wen.de abzugeben, haben wir gemeinsam mit RTL interactive getroffen. Es war keine übereilige Entscheidung, wir haben uns schon seit längerem mit der Thematik befasst. Nachdem wir einige Zeit angestellte Geschäftsführer bei wer-kennt-wen.de waren, freuen wir uns nun darauf, neue unternehmerische Herausforderungen anzugehen.

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28 Kommentare

  1. hulza
    schrieb am 26. August 2010 um 12:04 Uhr (#)

    Zumindest zum richtigen Zeitpunkt aufgehört. wkw stagniert seit einiger Zeit, von immer mehr Usern höre ich “…habe mich gerade bei wkw abgemeldet.”
    Es ist das perfekte Timing um das in Zukunft sinkende Schiff zu verlassen. Wer auch immer in Zukunft am Steuer sitzt, die beiden Gründer werden es nicht sein, und können sich mit dem bisher erwirtschafteten Geld ein tolles Leben aufbauen.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 26. August 2010 um 12:08 Uhr (#)

    Ja so sehe ich das auch!

  3. Philipp
    schrieb am 26. August 2010 um 12:14 Uhr (#)

    Klingt eher nach 18 Monaten Retention Bonus & Vesting Schedule, wuerde ich sagen – ich bezweifle, dass es so schnell gekommen ist. So etwas laesst sich eben nicht gut langfristig ankuendigen.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 26. August 2010 um 12:25 Uhr (#)

    Du meinst also, es könnte Teil der Übernahmevereinbarung gewesen sein, noch 18 Monate weiterzumachen, um einen finalen Bonus von RTL interactive zu erhalten?

    Aber danach nur einen kommissarischen Geschäftsführer präsentieren zu können, passt da doch nicht richtig ins Bild…

  5. Philipp
    schrieb am 26. August 2010 um 12:32 Uhr (#)

    Das meine ich, ja. Es ist natuerlich alles Spekulation, aber so etwas ist ueblich. Die Gruender bzw. Verkaeufer koennen nicht einfach abhauen, wenn es Ihnen zu langweilig wird oder die Zahlen nach unten zeigen. Wenn dann die Fristen um sind, geht es weiter – achte mal auf die Zeitraeume zu denen Gruender das Unternehmen nach Verkauf verlassen, meist sind es recht runde Zahlen.

  6. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 26. August 2010 um 12:35 Uhr (#)

    Ja das ist plausibel. Nur verstehe ich nicht, wieso dann kein fester Nachfolger bereitsteht. Es ist ja mehr als absehbar, dass die Gründer nach dem Ende der Frist bye bye sagen. Dazu muss man kein Hellseher sein.

  7. Sumit
    schrieb am 26. August 2010 um 12:36 Uhr (#)

    Sauber.
    Hab sowieso nicht verstanden wieso man sich dort anmelden sollte…

  8. Horst
    schrieb am 26. August 2010 um 13:02 Uhr (#)

    War abzusehen

  9. Chama
    schrieb am 26. August 2010 um 13:30 Uhr (#)

    wkw ist tot.

    zeit also das sinkende schiff zu verlassen.

  10. Schreibt hier auf dem Blog Andreas Göldi
    schrieb am 26. August 2010 um 14:43 Uhr (#)

    Na ja, die 18 Monate sind geradezu DIE klassische Zeitspanne, für die Gründer nach einer Übernahme meistens an Bord bleiben. Oft hat das vertragliche Gründe (Earn-Outs und dergleichen), aber es scheint auch so eine Art Naturkonstante zu sein, wie lange man es als Unternehmer bei einem Grosskonzern maximal aushält…

    Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass der übernehmende Konzern trotz Vorwarnungen versäumt, die Nachfolge rechtzeitig zu regeln. Oft können sich Konzernmanager nicht vorstellen, warum jemand einen eigentlich gut bezahlten Managerjob mit “tollen Karrierechancen” kündigen könnte und halten die Ankündigungen der Gründer darum für leere Drohungen. Das ist eben der klassische Kulturkonflikt zwischen Unternehmern und Konzernangestellten.

  11. Sven
    schrieb am 26. August 2010 um 21:59 Uhr (#)

    Die beiden Jungen haben es richtig gemacht. Jetzt können sie ihre Millionen genießen und sich neue Ziele setzen.

    Man kann schon neidisch werden die fünfte Kopie von Facebook nicht selber erfunden zu haben. Respekt habe ich auch vor der Entwicklungs-/Programmierleistung der Beiden. In den Semesterferien so ein funktionierendes soziales Netzwerk aufzubauen (von anfänglichen Skalierungsproblemen mal abgesehen) ist auch nicht einfach.
    Gerne würde ich mal wissen wie deren Herangehensweise an das Projekt wkw war. Der Erfolg gab ihnen letztendlich Recht!

  12. Chama
    schrieb am 26. August 2010 um 22:08 Uhr (#)

    @Sven:

    Naja soviele Millionen sind es ja nun auch wieder nicht.

    Du zollst denen Respekt für die Programmierleistung?

    Ich finde auch der Community keine einzige Funktion die irgendwie anspruchsvoll für Programmierer wäre.

    freuen wir uns nun darauf, neue unternehmerische Herausforderungen anzugehen.

    Ja jetzt machen sie sicherlich auf allwissender Investor.

  13. Sven
    schrieb am 27. August 2010 um 01:56 Uhr (#)

    @Chama

    Man munkelt von 5 Millionen für jeden der beiden Gründer. Mir würde es reichen um mich entspannt zurück zu ziehen ;-)

    Klar ist es sicherlich nicht anspruchsvoll zu programmieren für Leute die php und mysql ordentlich beherrschen. Ich gehöre leider nicht dazu. Auf der Uni wird es ja auch nicht vermittelt, da es “nur” als Handwerk angesehen wird.

  14. Meeresbiologe
    schrieb am 27. August 2010 um 07:25 Uhr (#)

    Gibt es eigentlich schon den Witz “Wer kennt wer-kennt-wen?”?

    Nichts gegen Versuch und Scheitern, aber bei solch seelenlosen Medien- und Internet-Klonen wird mir immer ganz schlecht.

  15. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 27. August 2010 um 07:33 Uhr (#)

    Bedenkt man, dass die zwei Gründer nicht die üblichen BWLer waren sondern selbst IT-Background haben, nehmen sie im besten Fall das Geld aus dem Verkauf und starten etwas Neues, richtig Innovatives. Ich bin da einfach mal optimistisch!

    1. Meeresbiologe
      schrieb am 27. August 2010 um 09:31 Uhr (#)

      Ja, sicher – ohne solche von mir sogenannten seelenlosen Entrepreneure gibt es sicher auch auch keine Weiterentwicklung im Internet. Scheint so, dass gerade im Internet nur die wenigsten aus hunderten bis tausenden scheiternden Versuchen groß rausgekommen. Insofern ist Scheitern im Internet offenbar groß angesagt und Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt was entwickelt. Was allerdings zwischenzeitlich und ewig zu viel Schlacke im Internet und seiner Überfülle an auch viel Nutzlosem und Aussichtslosem führt. Was daran liegt, dass die Spielwiese für Versuche im Internet so irrsinnig groß, universell und relativ preiswert zugleich ist. Survival of the fittest und “Eines unter hunderten blinden Hühnern findet dann irgendwann mal ein Korn.” Im Internet gibt es einen irrsinnigen Verschleiß von scheiternden Versuchen, bis sich irgendwann mal irgendwas Großes, irgend ein großer Schneeball herausbildet, was längeren Bestand hat.

  16. Wort Suche
    schrieb am 27. August 2010 um 09:52 Uhr (#)

    Ach, das ist ja nur logisch, sie haben einen Verkauf um Millionen erreicht und das man dann früher oder später dann aussteigt ist doch klar, was soll man weiterhin dort irgendetwas als Angestellter tun….
    Wo ja sowieso es früher oder später denn Bach runtergehen wird, da man bis heute nicht verstanden hat wie Socialnetzwerk lokal nutzbar ist – und drum laufen ja alle zu Facebook, weil sie meinen das ein ganz ein grosser mehr oder gar besseres bringt – was völliger Schwachsinn ist, nur ein lokaler Dienst kann die Bedürfnisse der Menschen in ihrer Gegend auch befriedigen, doch leider denken die meisten nur an das schnelle Wachstum und dann einer schnellen Millionen Übernahme und schon war es das wieder… ;-)

    1. Meeresbiologe
      schrieb am 27. August 2010 um 11:06 Uhr (#)

      da man bis heute nicht verstanden hat wie Socialnetzwerk lokal nutzbar ist

      Das Internet scheint mir als großes globales Medium nicht nur bei Social Networks, sondern generell einige erhebliche Probleme in seiner Anpassung an lokale Belange zu haben. Scheint so, dass der Einzug und die Verwendung des Internets in kleine/n Örtlichkeiten besonders schwierig ist und seine Verankerung zu größeren, brauchbaren Angeboten auf verschiedenen Gebieten dort besonders lange dauert. Wird sich aber auch dort mit der Zeit entwickeln, denke ich. Weil in der Marktwirtschaft bisher noch fast keine Lücke unausgefüllt und ungedeckt blieb. Irgendwann werden die Leute mit weiterer Vernetzung auch die großen lokalen Möglichkeiten des Internets entdecken. Vielleicht nutzen dazu einfach noch zuwenig Leute das Internet.
      Facebook sehe ich deswegen auch skeptisch, weil es wenig nationales, regionales und lokales Vorort-Wissen für seine eigene Weiterentwicklung hat. Für mich ist das in seiner Anlage bisher nur eine ziemich leere, nichtssagende Allerwelts-Maschine, an der sich eben mehr oder weniger zufällig besonders viele Nutzer angesammelt haben. Man hört manchmal irgendwas von tollen Facebook-Plugins, gibts da wirklich was tolles?

    2. Chama
      schrieb am 28. August 2010 um 02:35 Uhr (#)

      nur ein lokaler Dienst kann die Bedürfnisse der Menschen in ihrer Gegend auch befriedigen

      *word* :)

      aber starte jz mal ne lokale community!

      die leute werden maulen weil sie und alle ihre freunde ja schon bei facebook sind.

      und es ja dort alles sooo toll (langweilig) ist.

  17. Meeresbiologe
    schrieb am 27. August 2010 um 12:45 Uhr (#)

    Ich habe auch grad wieder voll was reflektiert: Ich merke auch an meiner eigenen PC-Arbeit, dass Erschließung von Informationen im Internet stetige Verbindung und Verknüpfung einzelner Informationen und Informationsplätze bedeutet. Deshalb ist der Name “Wer-kennt-wen” garnicht so unpassend. Insofern dauert es auch mit der lokalen, örtlichen Erschließung des Internets, z.B. in Social Networks auch deswegen länger, weil die Entwicklung dieser feinen Verästelungen bis in die kleinsten Nischen herunter länger braucht. Wahrscheinlich wurden und werden im Internet zuerst die großen übergreifenden Medienstränge und -netze entwickelt und kleinere lokale Angebote werden erst später stärker entwickelt.

  18. hathead
    schrieb am 28. August 2010 um 00:26 Uhr (#)

    Der Kommentar von A. Göldi passt, glaube ich, am besten. Für einen Unternehmer (oder jemanden mit unternehmerischem Geist) ist ein standard-angestellten Job schon die Hölle. Das wird aber nicht nur von Großkonzernen fehlinterpretiert. Das fängt schon bei der kleinen Firma an. Ich kann jedem folgende selbsterlebte Situation empfehlen:

    Man nehme einen richtig gut bezahlten, sagen wir ab 7000 Euro Brutto aufwärts, aber langweiligen Job. Mache den ein paar Monate lang, kündige ihn und sage Familie und Freunden: hat halt keinen Spaß gemacht. Auf die Frage ob man was besseres gefunden habe Antwortet man dann mit: nö, aber mal sehen, was sich in den nächsten Wochen und Monaten so ergibt. Die Gesichter die sich einem dann zeigen sind ein Traum :-)

    Nüchtern betrachtet würde jeder armselige standard-Angestellte sich die Kohle greifen, die Fresse halten und sich weiter mit sinnlosen Vorschriften und behämmerten Kollegen (die machen den Müll ja mit) rumschlagen.

    Insofern muss ich Fabian und Patrick, obowohl ich Ihre Idee nicht für sonderlich reizvoll gehalten habe, sagen: falls das die Motivation war: Hut ab. So ist es richtig.

    1. qwertz
      schrieb am 29. August 2010 um 11:03 Uhr (#)

      Ich kann das nur zu gut nachvollziehen. Manchmal ist selbst ein Porsche als Dienstwagen es nicht mehr wert auf intellektuelle Tauchfahrt zu gehen.

  19. Dana Hussain
    schrieb am 24. September 2010 um 21:58 Uhr (#)

    ist mir sehr wichtig. wenn mich jemand fragt ob ich ihn kenne und ich keine antwort gegeben habe, wie kann es sein das dieser jemand dann trotzdem unter meinen bekanntschaften steht. von ganz allein ohne zu antworten

  20. nikon2k
    schrieb am 6. Januar 2011 um 07:28 Uhr (#)

    Für die Gründer find ichs gut , auch wenn mich interessiert haben wieviel Geld sie so bekommen haben ;)

    wkw selbst fand ich nie wirklich gut (habs auch nie verstanden wieso es so extrem genutzt wurde in deutschland).

    1. laalaa
      schrieb am 24. März 2011 um 09:41 Uhr (#)

      wkw wurde nur so extrem genutzt weil sich so viele dadurch kennen gelernt haben und sich sogar verliebt haben ich hatte ne eziehun mit meinem jetzt besten freud auch nur durch zufall über wkw trafen und waren jeden tag zusammen fort
      aber wenn es für die Gründer besser ist müssen sie aufhören ( auch wenn es sehr schade ist

  21. mert
    schrieb am 30. Juni 2011 um 21:11 Uhr (#)

    wieso ? die seite is doch nicht umsonst erfunden worden ???

  22. Allah
    schrieb am 4. August 2011 um 19:14 Uhr (#)

    Adressenweitergabe wird ja bekanntlich “fürstlich” entlohnt.
    Werd jetzt noch mehr junkmails kriegen :-).

  23. Das WKW tot ist weiss
    schrieb am 16. April 2012 um 19:36 Uhr (#)

    Und wen interessiert dieses leidige Thema überhaupt?

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