my6sense:
Mit digitaler Intuition
zu mehr Relevanz
my6sense ist ein intelligenter Feed- und Stream-Reader für das iPhone, der mit zunehmender Nutzung schlauer wird.
Eine Möglichkeit ist, sich an einem extern durchgeführten Scoring zu orientieren, das anhand der Reaktionen im Netz die wichtigsten und beliebtesten Inhalte kenntlich macht. Kürzlich hatten wir PostRank vorgestellt, das auf diesem Prinzip aufbaut.
Ein zweiter Ansatz fußt darauf, die Beurteilung der Relevanz von Inhalten nicht am Feedback anderer User sondern am eigenen Nutzungsverhalten auszurichten. Der Google Reader beispielsweise bietet einen Filter namens “Magic”, um die Objekte aus RSS-Feeds zuerst anzuzeigen, die für den jeweiligen Nutzer von besonderem Interesse sein sollen. Als Grundlage dient die bisherige Anwendungshistorie eines Users.
Im Praxiseinsatz funktioniert dies mal gut, mal weniger gut. Auch wenn unklar ist, ob ein auf der bisherigen Nutzung basierender Empfehlungsservice überhaupt dauerhaft überzeugende Ergebnisse liefern kann, ohne dabei einen Tunnelblick zu schaffen – immerhin wandeln sich die eigenen Interessen im Zeit- und Tagesverlauf, was derartige Lösungen nicht berücksichtigen – so experimentiert nicht nur Google mit der Idee.
my6sense ist ein bereits Ende 2008 gestarteter News- und Feed-Reader für das iPhone, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Nutzern eine “digitale Intuition” zu verschaffen, damit diese besser und effizienter durch das Dickicht an Informationen und Feeds im Netz manövrieren können.
Die Nutzung der my6sense iPhone-App beginnt mit dem Import der bevorzugten Streams und Inhalte. Andocken lässt sich die Anwendung an Facebook, Twitter, LinkedIn und FriendFeed sowie an den Google Reader, an iGoogle und Netvibes. Zudem können individuelle RSS-Feeds abonniert werden.
Ist das erledigt, erscheinen unter dem Menüpunkt “Streams” sämtliche importierten Feeds – auch im Google Reader erstellte Verzeichnisse werden berücksichtigt. Twitter & Co landen im Ordner “Social Streams”. Nun geht es darum, my6sense eine Weile wie einen ganz normalen RSS-Reader einzusetzen – auch wenn er, was den Funktionsumfang betrifft, mit vollwertigen Readern nicht mithalten kann (so wird beispielsweise nicht angezeigt, wie viele ungelesene Artikel es gibt).
Feeds lassen sich sowohl chronologisch als nach Relevanz sortieren. Mit jedem gelesenen RSS-Eintrag, Tweet oder Status-Update lernt die Applikation mehr über die individuellen Präferenzen und Interessensgebiete des Nutzers. Parallel dazu nimmt der auch visuell dargestellte Grad der digitalen Intuition zu. Je höher er ist, desto überzeugter ist my6sense davon, Usern wirklich relevante Inhalte präsentieren zu können.
Das eigentliche Highlight von my6sense ist meines Erachtens nach aber der “Top Messages”-Stream, der ebenfalls nach Relevanz und Datum der Veröffentlichung geordnet werden kann. Hier landen die Inhalte aus allen angeschlossen Quellen, die my6sense auf Basis des erstellten Nutzerprofils für besonders lesenswert hält.
Diese Funktion kann besonders dann sinnvoll sein, wenn man sehr wenig Zeit hat und gar nicht erst anfangen möchte, sich seinen 500 ungelesenen Feed-Einträgen zu widmen. Stattdessen verhilft einem my6sense zu einem schnellen Überblick über das Wichtigste vom Tage.
Alle mit my6sense geöffneten Beiträge lassen sich direkt aus der App per Mail, Facebook, Twitter, FriendFeed oder Posterous weiterempfehlen oder zum späteren Lesen an InstaPaper schicken.
my6sense ist vermutlich keine App für Personen, die gerne alle abonnierten Quellen abarbeiten, am liebesten eine “0″ bei der Zahl der ungelesenen Artikel stehen sehen und ständig das Gefühl haben, etwas zu verpassen.
Wer jedoch eher querliest oder vor der Informationsflut schon lange kapituliert hat, findet in der iPhone-App womöglich einen sehr praktischen Helfer, um nicht mehr länger wertvolle Zeit mit dem Herauspicken der Rosinen verbringen zu müssen. Dies übernimmt dann my6sense. Sofern das mit der Relevanz am Ende wirklich funktioniert, versteht sich.
Link: my6sense
Hier ein Video, das den Dienst erklärt:





























Artikel per Feed
Artikel per E-Mail
Artikel bei Twitter
Facebook-Seite