Location Based Services:
friendticker will sich
Facebook Places anschließen

Obwohl Facebook Places den Eindruck erweckt, bestehende mobile Dienste integrieren statt vernichten zu wollen, stellt sich die Frage nach deren Zukunftspotenzial. Das deutsche foursquare-Pendant friendticker scheint eine Antwort gefunden zu haben.

Obwohl der heutige Launch von Facebooks Location-Dienst Places nur den US-amerikanischen Markt betrifft, wird das neue Feature demnächst auch in allen anderen Teilen dieser Erde verfügbar sein und die 500 Millionen Nutzer des Social Networks an beliebigen Orten “einchecken” lassen.

Damit stellt sich für existierende Location Based Services (LBS) die Frage, wie sie auf den Vorstoß von Facebook reagieren. Abhängig von der eigenen Perspektive lässt sich Places entweder als Wegbereiter, Konkurrent oder Dolchstoß für Startups ansehen, die sich in den letzten Monaten im bisher recht nutzerarmen LBS-Bereich zu etablieren versucht haben.

Natürlich werden die spannenden Möglichkeiten des ortsbasierten mobilen Social Networkings durch das neue Facebook-Feature schlagartig einer breiten Nutzerschaft präsentiert. Während es der “Check-In” als Bezeichnung für die virtuelle Standortmarkierung bisher lediglich in das Bewusstsein einer kleinen Zahl an Early Adopters und Nerds geschafft hat, wird sich dies mit der Integration bei Facebook radikal ändern.

Millionen von Menschen werden daher in Kürze ganz selbstverständlich vom Einchecken sprechen und sich damit nicht auf die Gepäckabgabe am Flughafen beziehen. Dies führt in der Folge dazu, dass auch bei anderen Check-In-Services ein großer Teil des Erklärungsbedarfs entfällt.

Stattdessen würde als Funktionsbeschreibung ein “Du checkst da bei Orten ein, genau wie man es bei Facebook macht” reichen. Kurioserweise war es foursquare, das vor über einem Jahr den Check-In als Alternative zum automatischen Standort-Monitoring salongfähig gemacht hat. Und nun ist es foursquare, bei dem sich am ehesten die Frage stellt, wie man sich im Schatten von Facebook Places differenzieren kann.

Wir haben bei Deutschlands foursquare-Pendant friendticker nachgefragt, auf welche Weise man sich dort auf den anstehenden Launch von Places in Deutschland vorbereitet.

Mitbegründer und CEO Florian Resatsch erklärte mir, dass friendticker sofort mit der Integration von Facebook Places beginnen wird, sobald die dafür von Facebook veröffentlichte API auch im Schreibmodus frei zugänglich ist (momentan steht sie lediglich den Launchpartnern foursquare, Gowalla, Yelp und Booyah zur Verfügung).

Für friendticker-User bedeutet dies, dass ihre friendticker Check-Ins auch bei den Facebook Places veröffentlicht werden, dass neue bei friendticker angelegte Locations auch als neue Orte bei Facebook erscheinen (sofern es sie dort noch nicht gab) und dass ein Facebook-Check-In auch für die auf friendticker verfügbaren Specials und Vorteile wie Gutscheine oder Sonderangebote berechtigt. Sprich, ein Check-In über Facebook fungiert dann gleichzeitig als Check-In bei friendticker.

friendticker setzt seinen Schwerpunkt auf das Anbieten von realen Gegenwerten für Check-Ins. Anders als konkurrierende US-basierte Location Based Services ohne Präsenz in Deutschland fällt es dem Berliner Unternehmen natürlich sehr viel leichter, mit Einzelhändlern und Gastronomen Belohnungen für die User auszuhandeln.

friendticker-Chef Florian Resatsch sieht den Start von Facebook Places daher als großen Vorteil, denn er bringt friendticker die notwendige Reichweite, ohne den Dienst seines Alleinstellungsmerkmals zu berauben – so lange User über friendticker allerlei Rabatte und Vergünstigungen für Check-Ins erhalten, werden sie dem Dienst treu bleiben, so ist Resatsch überzeugt.

Er verriet mir außerdem, dass friendticker plane, mit anderen Communities aus Deutschland zu kooperieren, um auch dort das Check-In-Prinzip zu etablieren und die Zahl potenzieller Nutzer noch einmal zu erhöhen.

friendticker als Startup aus Deutschland besitzt (genau wie Qype, das ja seit einigen Wochen ebenfalls Check-Ins erlaubt, und wie Tupalo.com aus Österreich) hinsichtlich des Verhältnisses zu Facebook etwas, das foursquare, Gowalla & Co weder in den USA noch hierzulande haben: Einen Heimvorteil.

Wenn sich die Berliner beeilen und so viele Deals wie möglich mit Händlern, Markenanbieter, Bars und Restaurants vereinbaren, dann könnten sie Facebook in Deutschland mühselige Kleinarbeit abnehmen und sich anschließend von dem US-Dienst übernehmen lassen. Dass Facebook für Akquisitionen zu haben ist, hat es in letzter Zeit häufiger gezeigt.

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3 Kommentare

  1. Phil v. Sassen
    schrieb am 20. August 2010 um 02:07 Uhr (#)

    Ja, die neue Facebook-Funktion ist für Friendticker dank des lokalen Vorteils ein Schritt zur weiteren Erhöhung der Nutzerzahlen und somit zum strategischen Ausbaus des Geschäftsmodells auf Loyalty-Basis.

  2. Stefan Wolpers
    schrieb am 20. August 2010 um 07:28 Uhr (#)

    Schließe mich Phil an und drücke Florian und dem Team die Daumen! :)

  3. florian
    schrieb am 20. August 2010 um 10:02 Uhr (#)

    Danke euch beiden :)
    Florian

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