PostRank, Google Reader und Chrome:
Ein überzeugendes Trio

PostRank bewertet die Relevanz von Online-Inalten auf Basis der Reaktionen im Social Web. Mit einer neuen Erweiterung für den Chrome-Browser ist der Dienst auf dem Weg, sich unentbehrlich zu machen.

Über 16.000 Leser haben unseren RSS-Feed abonniert. Und sicher nicht nur unseren, sondern Dutzende, wenn nicht Hunderte andere auch. Wahrscheinlich befindet sich darunter auch der ein oder andere Feed, der mit 20, 30 oder mehr neuen Artikeln am Tag aufwartet.

Löschen möchte man eine derartige Quelle vielleicht nicht, weil man weiß, dass ab und an wirkliche Perlen oder exklusive Neuigkeiten publiziert werden. Dennoch würde man es sich gerne ersparen, jeden Beitrag scannen und gedanklich auf Relevanz prüfen zu müssen.

PostRank ist das perfekte Tool dafür. Marcel Weiss hatte den Dienst bei neunetz.com Ende Juni schon einmal ausführlich vorgestellt. PostRank bewertet die Relevanz von Onlinecontent auf Basis der Reaktionen im Social Web und erlaubt das Abonnieren von gefilterten Feeds, welche nur die laut PostRank besten und wichtigsten Artikel einer Site enthalten.

Bisher war Postrank für mich trotzdem nicht interessant, da ich Beiträge gerne so schnell wie möglich in meinem Feedreader auftauchen sehe, bei einem Abonnement über PostRank durch die Begrenzungen von RSS jedoch gewisse Verzögerungen auftreten können.

Eine gerade veröffentlichte Erweiterung für meinen Standard-Browser Google Chrome ändert die Vorzeichen komplett. Denn für alle User, die ihre RSS-Feeds mit dem Google Reader lesen (wie gut 30 Prozent der netzwertig.com-Abonnenten), bringt das Add-On die PostRank-Bewertungen direkt zu den Feeds in den Browser.

Statt manuell den gefilterten Feed von TechCrunch auf der Website von Postrank zu abonnieren, erscheint das artikelspezifische Scoring von Postrank (kurz PR, nicht zu verwechseln mit PageRank) automatisch direkt im Google Reader.

Wem das noch nicht reicht, der kann über ein oberhalb eines jeden Feeds platziertes Drop-Down-Menü auswählen, lediglich die guten, die richtig guten oder nur die besten Artikel serviert zu bekommen. Bisher empfand ich eine solche Filterung aber gar nicht als notwendig. Bereits das Anzeigen des PR neben den Postings hilft mir sehr bei der schnell Relevanzbeurteilung.

Bedenken muss man, dass der angezeigte PR immer relativ für einen Feed oder einen Ordner mit mehreren Feeds wiedergegeben wird. Lässt man sich also sämtliche Artikel aus dem RSS-Feed von TechCrunch anzeigen, signalisiert eine 1 bzw. 10 neben einem Posting, dass dieses von allen bei TechCrunch publizierten Beiträgen das mit der geringsten bzw. größten Zahl an Reaktionen ist. Eine 10 bei TechCrunch ist damit nicht automatisch gleichzustellen mit einer 10 bei einem sehr viel kleineren Blog, solange man nicht beide im selben Ordner abgelegt hat.

PostRank zeigt die Reaktionen aus dem Social Web in Echtzeit an und sorgt, soweit ich das bisher beurteilen kann, nicht für eine Verlangsamung des Browsers, was für mich eine Voraussetzung ist, um eine Erweiterung beizubehalten.

Ganz neu ist die Funktionalität übrigens nicht, eine Firefox-Erweiterung gibt es schon seit einiger Zeit. Laut ReadWriteWeb ist diese jedoch schlechter und vor allem langsamer.

Meine Empfehlung für alle Leser, die auf Google Reader und Chrome setzen, lautet daher: Probiert die PostRank-Erweiterung für Chrome aus. Ich glaube, für viele könnte diese zu einem Tool werden, auf das man nicht mehr verzichten möchte.

Mehr lesen

Linkwertig: Urheberrecht, Facebook, YouTube, Chrome

22.5.2012, 0 KommentareLinkwertig:
Urheberrecht, Facebook, YouTube, Chrome

Die Piraten und die SPD stellen ihre zehn wichtigsten Punkte einer Urheberrechtsreform vor und mehr.

Linkwertig: Google Fiber, Gmail Tap, Jargon-Bot

2.4.2012, 0 KommentareLinkwertig:
Google Fiber, Gmail Tap, Jargon-Bot

Heute ein Linkwertig-Special mit den Aprilscherzen von Google.

Linkwertig: Pinterest, Chrome, Amazon, Microsoft

8.2.2012, 0 KommentareLinkwertig:
Pinterest, Chrome, Amazon, Microsoft

Zum Anachronismus von unserem Urheberrecht, Chrome kommt auf Android und mehr.

Artikelempfehlungen: Hojoki integriert den Google Reader

31.1.2012, 2 KommentareArtikelempfehlungen:
Hojoki integriert den Google Reader

Hojoki, das diverse Cloud-Dienste einbeziehende Projektmanagement- und Produktivitätswerkzeug aus Chemnitz, integriert den Google Reader.

\

16.11.2011, 8 Kommentare"Digitales Klebeband":
5 sinnvolle Wege, um ifttt zu nutzen

Mit ifttt lassen sich Onlinedienste und Webfunktionen miteinander verknüpfen. Sinnvolle Kombinationen zu finden, kann jedoch einige Zeit dauern. Hier sind fünf Vorschläge.

Linkwertig: Flash, Google Reader, London, Oracle

14.11.2011, 0 KommentareLinkwertig:
Flash, Google Reader, London, Oracle

Über die strategischen Fehler von Adobe, über die Londoner Szene, Neues vom Google Reader und mehr.

my6sense: Mit digitaler Intuition  zu mehr Relevanz

25.8.2010, 0 Kommentaremy6sense:
Mit digitaler Intuition zu mehr Relevanz

my6sense ist ein intelligenter Feed- und Stream-Reader für das iPhone, der mit zunehmender Nutzung schlauer wird.

Effizient im Web: So zähme ich die Informationsflut

25.6.2010, 31 KommentareEffizient im Web:
So zähme ich die Informationsflut

Der Strom an Informationen reißt nicht ab. Gut so! Um ihn zu zähmen, benötigt man nur die richtigen Tools. Und wer Spaß daran hat, ist natürlich im Vorteil.

Informationsbezug im Web: Die Unendlichkeit des Streams

22.3.2010, 16 KommentareInformationsbezug im Web:
Die Unendlichkeit des Streams

Die Menge an Informationen im Web nimmt stetig zu. Wer den Stream als nicht enden wollenden Strom akzeptiert, braucht sich vor "Information Overload" nicht zu fürchten.

Linkwertig: Jimdo, 6Wunderkinder, PostRank, HTML5

6.6.2011, 0 KommentareLinkwertig:
Jimdo, 6Wunderkinder, PostRank, HTML5

Jimdo integriert Dropbox, T-Venture beteiligt sich an 6Wunderkinder, Google übernimmt PostRank und mehr.

12 Kommentare

  1. Wolf
    schrieb am 13. August 2010 um 15:25 Uhr (#)

    Perfekt! Danke.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 13. August 2010 um 16:16 Uhr (#)

    Bitte!

  3. Sebastian Voss
    schrieb am 13. August 2010 um 16:59 Uhr (#)

    Sehr schön,

    für uns wird es zunehmend wichtiger auf den Relevanzfaktor zu setzen, der zwangsläufig durch unserer Netzwerk bestimmt wird zu setzen, um nicht in der Informationsflut zu ertrinken.

    Schade, dass Rivva-Social, ein vergleichbarer Dienst für die Twitter-Timeline, immer noch kein RSS-Feed anbietet. Dann bekäme man endlich alles ein bissl kompakter und übersichtlicher serviert.

    Ein schönes WE und happy surfing!
    Sebastian

  4. Alex L
    schrieb am 15. August 2010 um 22:42 Uhr (#)

    Hallo,
    das ist doch mal etwas Neues und ich habe soeben meine Blogdomain bei Postrank angemeldet und da ich auch Google Chrome nutze, mir die Erweiterung installiert. Und sieh da, nachdem ich mich im Google Reader befand, steht links neben jedem Artikel der Postrank. Das macht einfach Spass und ich versuche es nun effektiv einzusetzen, darüber evtl. zu bloggen, soweit genügend Erfahrungen zusammenkommen. Danke für die Tool-Vorstellung.

  5. rob d
    schrieb am 18. August 2010 um 12:21 Uhr (#)

    Darauf habe ich lange gewartet! Dank dir Martin.

    Doof nur, dass es ausgerechnet beim heiseNews-RSS-Feed nicht funktioniert.
    Überall ein Postrank von 1.0

  6. hulza
    schrieb am 19. August 2010 um 09:49 Uhr (#)

    Ich hab das nun auch mal seit deinem Beitrag hier getestet – und bin generell sehr zufrieden. Mit der Einschränkung, dass ich noch nicht ganz verstehe wie Postrank überhaupt arbeitet: Gibt es Kriterien für die Punkte?
    Also fürs Verständnis: Manchmal haben nichtssagende Posts 10 Punkte, andere tolle Beiträge haben einen Postrank von 1.0.

    Insgesamt gesehen: super Tool, danke für die Vorstellung!

  7. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 19. August 2010 um 09:51 Uhr (#)

    Je höher die Score, desto mehr Reaktionen im Social Web (Tweets, Bloglinks usw).

    Wenn ein Beitrag eine 10 hat, den du für nichtssagend hälst, dann zeigt das eher, dass dein Geschmack nicht dem der Masse entspricht ;)

  8. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 19. August 2010 um 09:52 Uhr (#)

    Achja, und natürlich spielt der Zeitraum seit der VÖ eine Rolle. Je älter ein Beitrag ist, desto mehr Reaktionen hat er gekommen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass er eine hohe Score hat.

  9. hulza
    schrieb am 19. August 2010 um 10:20 Uhr (#)

    okay, soweit klar – aber das würde auch bedeuten, dass große Blogs tendenziell immer höhere Postranks haben als es kleine Blogs haben, – und letztlich zeichnet sich durch die Masse ja der Post nicht aus.
    Aber das ist natürlich auch klar: Qualität lässt sich schlecht messen, und so gibts da wohl kaum eine bessere Lösung.

  10. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 19. August 2010 um 11:26 Uhr (#)

    Genau! Deshalb bringt es den größten Nutzen, wenn man sich lediglich die Score eines spezifischen Blogs anschaut, der eine hohe Postingfrequenz hat – dadurch sieht man auf einen Blick, welche der Beiträge im Social Web von größter Relevanz waren.

    Auch funtioniert es gut in einem Ordner, in dem man viele ungefähr ähnlich populäre und bekannte Blogs untergebracht.

    Wenig praktisch ist es dagegen in einem gemischten Ordner mit ein paar Mini-Blogs und irgendwelchen “Riesen” wie TechCrunch oder Mashable, weil dort diese natürlich jeweils die höchte Punktzahl einheimsen.

  11. rob d
    schrieb am 19. August 2010 um 14:00 Uhr (#)

    warum funktioniert es denn bei heise-News nicht?
    Könnt ihr das Problem bestätigen?
    Gerade bei heise mit der hohen Postingfrequenz hätte ich es mir gewünscht dass es funktioniert. So aber…

  12. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 19. August 2010 um 14:02 Uhr (#)

    Spontane Vermutung: Weil’s kein Fullfeed ist (habe sonst keine Site ohne Fullfeed abonniert.)

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

 
vgwort