Vorbildliches Krisenmanagement:
Wie Evernote auf
ein Serverproblem reagierte

Anfang Juli waren rund 7000 Evernote-Nutzer von einem kleineren Serverproblem betroffen. Das kalifornische Startup entschuldigt sich mit einem Jahr kostenloser Premium-Mitgliedschaft.

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Evernote ist ein Onlinedienst mit vielen loyalen Fans, die, wie unser Schwesterblog imgriff.com vor einigen Tagen einmal mehr bewies, gerne ausführlich darlegen, wie und wozu sie das in seiner Basisversion kostenlose Tool zum Speichern und Verwalten von allen möglichen Arten digitaler Inhalte einsetzen.

Auch wirtschaftlich zeigen für das 2005 2002 gegründete Startup aus der Google-Stadt Mountain View alle Indikatoren in die richtige Richtung. Während neue Nutzer mit der Gratisversion zum Testen animiert werden, konvertieren sie vor lauter Begeisterung zum kostenpflichtigen Premium-Paket oder vergessen den Dienst wieder – ein Konzept, das zumindest für Evernote zu funktionieren scheint.

Wie gut ein junges Webunternehmen aber wirklich ist, wird erst dann endgültig deutlich, wenn es einmal zu unvorhergesehen Problemen kommt, die eine kluge Reaktion erfordern. Genau das geschah Anfang Juli, als rund 7000 Evernote-Nutzer von einem Serverproblem betroffen waren, das über mehrere Tage das Synchronisieren von Daten verhinderte (aber offenbar keinen Datenverlust verursachte).

7000 von 3,5 Millionen Evernote-Nutzern ist ein geringer Teil, zudem war ja eigentlich nicht viel passiert. Dennoch schien das Evernote-Team auf Nummer sicher gehen zu wollen, um zu verhindern, dass das ausgezeichnete Image des Dienstes Kratzer erhält.

Das Unternehmen hat den wahrscheinlich bestmöglichen Weg gewählt, um die entsprechenden User milde zu stimmen: In einer Mail an die potenziell Betroffenen entschuldigt sich Evernote für die Probleme und kündigt an, User mit einem kostenlosen, automatisch durchgeführten Upgrade auf die Premium-Variante von Evernote mit einer Laufzeit von einem Jahr zu entschädigen. Die Konten existierender Premium-Mitglieder, die betroffen waren, werden um ein Jahr verlängert. Ein Premium-Konto kostet sonst 45 Dollar jährlich.

Bisher scheinen so gut wie keine Berichte zu dem Vorfall im Netz publiziert worden zu sein, was die Vermutung nahelegt, dass Evernote hier proaktiv gehandelt hat, um negativer Publicity vorzubeugen und aus kurzzeitig enttäuschten Mitgliedern doch noch treue Anhänger zu machen.

Andere Startups, die in ähnliche Situationen geraten, sollten sich ein Beispiel an diesem exemplarischen Verhalten nehmen. Besser kann man eine Krisensituation – die ohnehin kaum eine war – nicht entschärfen.

via twitter.com/steffenmeier

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