Identität im Netz:
Das Glaubwürdigkeitsproblem anonymer Kritik

Wer im professionellen Teil des Internets anonym Kritik äußert, hat ein zunehmendes Glaubwürdigkeitsproblem. Gefragt sind Diskurse auf Augenhöhe.

In der Kommentarspalte zu meinem Artikel “Verlinken tut weh” vom vergangenen Samstag kam es zu einer längeren Diskussion zwischen mir und einem Leser. Persönlich empfand ich seine Kritik einen Tick zu persönlich, aber darüber würde wohl jeder anders urteilen.

Während kritisierende Lesermeinungen einen als Autor natürlich nicht in Hochstimmung versetzen – immerhin wird man mit eventuell gemachten Fehlern konfrontiert, was für keinen Menschen leicht ist – so sind sie dennoch ein notwendiger Teil des Bloggens sowie jeder journalistischen Arbeit und helfen dabei, eigene Aussagen, Meinungen und Vorgehensweisen zu reflektieren. Genau wie Leser (hoffentlich) Neues erfahren, lernt man als Autor ebenfalls ständig dazu, was mitunter ohnehin das Beste am Bloggen ist.

Doch im Rahmen der erwähnten Kommentardebatte erkannte ich einen mir bisher nicht bewussten neuen Anspruch, den ich an Kritiker stelle, die mit ihrer negativen Meinung über einen Artikel kein Blatt vor den Mund nehmen: Transparenz darüber, wer sie sind.

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Linkwertig:
Microformats, YouTube Leanback, NextStop, Pirate Bay

Microformats
Die Microformats wurden fünf Jahre alt – das Microformats-Blog nennt die wichtigsten Errungenschaften der wohl pflegeleichtesten semantischen Webtechnologie.

» microformats.org at 5: Two Billion Pages With hCards, 94% of Rich Snippets

 

YouTube Leanback
YouTube hat einen Bereich namens Leanback lanciert. Die Idee dabei ist – der Name deutet es an -, dass man sich zurücklehnt und einen endlosen Strom an personalisierten Videos konsumiert.

» YouTube Leanback
» YouTube ‘Leanback’ Launches, Takes Aim At Your Television Set

 

NextStop
Foursquare wollte sich nicht kaufen lassen, dafür hat Facebook nun bei NextStop zugeschlagen. Das von Ex-Googlern gegründete Startup hilft Unentschlossenen beim Entdecken von Orten und Aktivitäten.

» Facebook acquires activity-recommendations startup NextStop

 

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Facebook Credits:
Der Weg zur Webwährung

Die Vision ist bekannt: Eines Tages könnten Facebook Credits zu einer bedeutenden virtuellen Währung fürs Web werden. Es scheint, als beschleunige Facebook sein Credits-Vorhaben.

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Dass Facebooks hauseigene Währung “Facebook Credits” eines Tages zu einem bedeutenden virtuellen Zahlungsmittel im Web werden könnte, darüber wird schon sehr lange spekuliert. Im Vergleich zu anderen Projekten des Social Networks wie den Open-Graph-Funktionen oder dem anstehenden Launch ortsbezogener Features hält sich die (mediale) Aufmerksamkeit für Credits aber noch einigermaßen in Grenzen.

Ein Grund dafür könnte sein, dass Facebook die Ausweitung des Credits-Programms recht vorsichtig angeht und momentan Applikationen auch den Einsatz alternativer virtueller Währungen erlaubt. Mittelfristig verfolgt CEO Mark Zuckerberg jedoch das eindeutige Ziel, Facebook Credits als DIE Zahlungslösung für alle Transaktionen auf der Facebook-Plattform zu etablieren.

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Hot Potato:
Wie Twitter, nur ohne
Links und Meinungen

Hot Potato setzt auf die bei Twitter in den Hintergrund getretene Fragestellung, was Nutzer gerade machen, und aggregiert die populärsten Aktivitäten.

Als Twitter im Jahr 2006 das Licht der Welt erblickte, drehte sich alles um die Frage “Was machst du gerade?” Doch mit zunehmendem Wachstum des Dienstes übernahmen die Nutzer die Kontrolle über die Anwendungszenarien und publizierten vermehrt Statusmeldungen darüber, was sie denken oder welchen Artikel sie zuletzt für lesenswert hielten.

Irgendwann folgte das Startup aus San Francisco dem unaugesprochenen Wunsch der Anwender und machte aus der zentralen Frage “Was machst du gerade” ein “Was gibt’s Neues” bzw “What’s happening”.

Der New Yorker Service Hot Potato ist der Überzeugung, dass trotz dieser Transformation weiterhin Bedarf an einem Webangebot besteht, das Nutzern explizit und öffentlich darüber berichten lässt, was sie gerade machen. Bis vor wenigen Wochen fokussierte sich der Service auf Veranstaltungen, doch mit einer neuen Version erweiterte er kürzlich seinen Horizont und positioniert sich nun für Web- und iPhone-Anwender als DIE Applikation, um ihre Follower über Aktivitäten und nichts als Aktivitäten zu informieren.

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Linkwertig:
Life in a Day, Firefox 4, Datenschutz, Facebook

YouTube
YouTube ruft weltweit dazu auf, am 24. Juli einen Tag des eigenen Lebens zu dokumentieren. Kevin Macdonald und Ridley Scott werden aus den Beiträgen einen Film machen.

» Life in a Day

 

Firefox
Mozilla hat die erste Beta von Firefox 4 veröffentlicht. Die auffallendste Änderung ist wohl, dass die Tabs über die Adresszeile gewandert sind.

» Firefox 4 Beta 1: Tell us what you think

 

Mobile
Robin Wauters fasst die wichtigsten Punkte einer interessanten Studie von VisionMobile zum Stand des Ökosystems für Entwickler im Bereich mobiles Internet zusammen.

» Everything You Need To Know About The Fragmented Mobile Developer Ecosystem

 

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TxtBear:
Dokumentenplattform
auch für mobile Geräte

TxtBear aus der Schweiz ermöglicht das browserbasierte Teilen von PDFs und anderen Dokumenten. Da kein Flash-Plugin benötigt wird, funktioniert dies auch auf iPhone und iPad.

Wer Dokumente im Web veröffentlichen oder bequem auf seiner eigenen Site publizieren möchte, kann dazu aus einer Reihe von Services auswählen. So ermöglichen dies unter anderem die US-Dienste Scribd und Docstoc, aber auch Issuu aus Dänemark (Review) oder die mutmaßliche Samwer-Gründung Doktus.

Gemein haben alle Anbieter, dass sie Sharing-Werkzeug und Publikationsplattform für Dokumente in einem sein wollen. Entsprechend komplex und umfangreich wirken ihre Sites.

TxtBear, ein junges Startup aus der Schweiz, scheint diesen Spagat vermeiden zu wollen und konzentriert sich auf das Anbieten von innovativen Funktionen zum Upload und Teilen von Dokumenten an beliebiger Stelle im Netz.

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Anhörung der Enquete-Kommission zur Netzpolitik:
Die besten Zitate

Am Montag trafen Bundestagsabgeordnete der Enquete-Kommission zur Netzpolitik auf IT- und Internet-Experten, um Antworten auf Fragen zur Auswirkung der Digitalisierung auf Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu erhalten. Hier sind die besten Zitate.

Wir hatten gestern bereits auf die Aufzeichnung der Anhörung der Enquete-Kommission zur Netzpolitik hingewiesen. Am Montag trafen die Bundestagsabgeordneten und Sachverständigen der Arbeitsgruppe “Internet und digitale Gesellschaft” auf eine Reihe von ausgewiesenen Internet- und IT-Experten, um die Gelegenheit zu nutzen, Antworten auf drängende Fragen rund um die Auswirkungen der Digitalisierung auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu erhalten.

Ich habe mir im Laufe des gestrigen Tages das fast vierstündige Video der Anhörung angeschaut und mich entschieden, die besten Zitate der Experten hier zu veröffentlichen. Ich verzichte also auf Kritik und picke mir stattdessen die Rosinen heraus, also die Äußerungen, die mir beim einmaligen Anschauen sofort positiv auffielen und meines Erachtens nach für die weitere Gestaltung der digitalen Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen.

Trotz seiner Länge würde ich die Aufzeichnung im Übrigen allen empfehlen, die sich auch nur annähernd mit der Digitalisierung beschäftigen und hoffe, dass sich ausnahmslos jeder, der in irgendeiner Form politisch aktiv ist, die Anhörung zu Gemüte führt!

Gestern Abend fiel es mir dann sogar richtig schwer, das noch nicht beendete Video zu pausieren, um zum WM-Halbfinale zu wechseln. Insofern kann man wohl von einer gelungenen Veranstaltung sprechen, die von einer äußerst konstruktiven Stimmung geprägt war und den erstrebenswerten Eindruck hinterlässt, dass alle Beteiligten tatsächlich im selben Boot sitzen. Hoffentlich stimmt dieser Eindruck!

Es folgen meine persönlichen Highlights in Zitatform:

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Linkwertig:
Popurls, Google Maps, Stepmap, Foursquare

Popurls
Thomas Marban hat Popurls und den Twitter-Client Twidroid an TweetUp verkauft. Das 2006 gestartete Popurls war wohl einer der international bekanntesten Dienste aus dem deutschen Sprachraum und Vorbild für hunderte Aggregatoren.

» Twitter Ad Network Tweetup Acquires Popurls and Twidroid

 

Print
Stefan Niggemeier zerklaubt das Jahrbuch des Verbandes der Zeitschriftenverleger. Traurig-amüsante Lektüre, die die Schizophrenie einer Branche skizziert.

Es ist eine Branche, die vollkommen davon überzeugt ist, unverzichtbar zu sein, und fassungslos feststellen muss, dass nicht alle die gleiche Überzeugung haben.

» Ich hab noch Sand in den Schuhen aus Daten

 

Google Maps
Die diesjährige Tour de France kann nicht nur auf Google Maps verfolgt werden, Google liefert zusätzlich auch telemetrische Daten vom Team HTC-Columbia in Echtzeit.

» Follow Team HTC – Columbia on Google Maps
» Follow Team HTC-Columbia on Google Maps

 

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Technischer Fortschritt:
Heißes Eisen Gesichtserkennung

Was technisch schon längst möglich ist, dürfte früher oder später zu Endanwendern finden: Tools zur vollständigen automatischen Gesichtserkennung. Das wirft Fragen auf.

http://www.digitalestrategien.ifse.de — Strategien und Wettbewerb im Internet – Machen Sie mit bei der Umfrage des Instituts für Strategieentwicklung (IFSE): http://www.digitalestrategien.ifse.de — Textanzeige

Stellt euch vor, ihr spaziert die Straße entlang, seht ein euch bekanntes Gesicht, kommt aber einfach nicht drauf, woher ihr die Person kennt. Also zückt ihr euer Smartphone, schießt unbemerkt ein Foto und erhaltet Sekunden später den Namen samt Link zu einem Profil bei einem Social Network.

Die gleiche Funktion ließe sich natürlich auch für andere Zwecke einsetzen, beispielsweise von Flirtwilligen, die für eine direkte Ansprache zu schüchtern sind, aber trotzdem mit der angebeteten Person in Kontakt kommen wollen. Bereits hier landet die beschriebene Gesichtserkennung in einer Grauzone zwischen “sehr nützlich” und “potenziell gefährlich”. Wahrscheinlich gäbe es weitere Szenarien, in denen eine solche Technologie für Individuen zu einem Problem werden könnte.

Doch wie stehen die Chancen, dass wir uns in Zukunft nicht mit dieser Problematik beschäftigen müssen? Sehr gering!

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Linkwertig:
Enquête-Kommission, The Upshot, Angry Birds

Internetpolitik
Gestern fand eine Anhörung der Enquête-Kommission zur Netzpolitik statt. netzpolitik hat die Stellungnahmen der Sachverständigen gesammelt und mit Wordle visualisiert, live mitgebloggt und das Video der Sitzung gepostet.

Insofern waren es aufschlußreiche vier Stunden, die hoffentlich auch zur Willensbildung beitragen und mehr Abgeordnete überzeugen konnten, eine gute Netzpolitik zu machen.

» Heute live: Anhörung der Enquete-Kommission zu Netzpolitik

 

Yahoo News
Yahoo wird heute ein Blog starten, in dem ein achtköpfiges Team über die wichtigsten Nachrichten berichten wird. Der Clou dabei: Die Themen werden algorithmisch auf Basis der Suchanfragen bei Yahoo generiert.

» The Upshot
» At Yahoo, Using Searches to Steer News Coverage

 

Nachrichtenschutzrecht
Gleichzeitig fordern einige amerikanische Verleger eine Art Schutzrecht für Nachrichten. Mitbewerbern soll es untersagt werden, auch über Nachrichten zu berichten, solange diese noch ‘heiss’ sind.

» US media companies try to resurrect ‘hot news’ to protect content

 

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