Sentimentanalyse von Tweets:
“Manic Thursday”
US-Forscher haben 300 Millionen Tweets hinsichtlich ihrer Stimmungslage untersucht. Eine Erkenntnis: Am Donnerstagabend erreicht die Laune von Twitter-Nutzern einen Tiefpunkt.
Aus öffentlich im Netz publiziertem User Generated Content lassen sich interessante Analysen und Statistiken zusammenbasteln, wie beispielsweise Facebooks Bericht über die Stimmungslage in 22 Ländern anhand von Status Updates seiner Nutzer zeigt.Was bei Facebook möglich ist, geht natürlich auch bei Twitter. Forscher der Northeastern University in Boston haben mit Hilfe einer Sentimentanalyse von über 300 Millionen Tweets aus dem Zeitraum September 2006 bis August 2009 untersucht, wie sich die Laune US-amerikanischer Twitter-Nutzer im Laufe eines Tages und einer Woche verändert.
Obwohl die Wissenschaftler lediglich Tweets von Twitter-Konten berücksichtigten, die eindeutig US-Nutzern zugeordnet werden konnten, dürften die Ergebnisse eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzen, da die Eckpunkte des Alltags von US-Nutzern trotz kultureller Unterschiede im Prinzip mit denen von Anwendern in anderen Ländern übereinstimmen.
Das Forscherteam kommt zu dem Schluss, dass die allgemeine Stimmungslage von twitternden Usern am frühen Morgen (5:00-6:00 Uhr) sowie mittleren bis späten Abend am besten ist. Die schlechteste Laune herrscht hingegen ab der Mittagszeit bis zum Nachmittag.

Bestätigt wurde dieser Eindruck auch durch einen Vergleich der Ost- und Westküste: Die Westküste liegt zeitlich drei Stunden hinter der Ostküste, und der die Stimmungslage charakterisierende Graph folgt dem der Ostküsten-Twitterer mit einer Verzögerung von etwa drei Stunden. Etwas zufriedener scheinen Westküsten-Bewohner allerdings zu sein.

Nun heißt das nicht, dass Internetuser grundsätzlich morgens und abends die beste Laune haben. Jedoch kann man den Schluss ziehen, dass diejenigen Menschen, die 6:00 Uhr früh schon auf den Beinen und am Twittern sind, tatsächlich voller Energie und Tatendrang dem Tag entgegen sehen. Während Morgenmuffel noch in den Federn liegen oder mit halbgeschlossenen Augen zur Arbeit hechten, sorgen überzeugte Frühaufsteher dafür, dass das bekannte Sprichwort “Der frühe Vogel fängt den Wurm” nicht an Aktualität verliert.
Der Einbruch zur Mittagszeit deutet auf eine verbreitete Frustration am Arbeitsplatz hin, oder legt nahe, dass sich zu diesem Zeitpunkt nur die bei Twitter aufhalten, die beruflich nicht ausgelastet sind und genug Zeit dafür haben, bei dem Microbloggingdienst ihre schlechte Laune zu verbreiten. Dass Tweets nach Feierabend wieder häufiger eine positive Tonlage anschlagen, war zu erwarten.
Die Forscher der Bostoner Universität betrachteten außerdem die Entwicklung der Stimmung im Wochenverlauf. Wenig überraschend sind twitternde Nutzer am Wochenende glücklicher als an Werktagen. Ein Stimmungshoch wird am Sonntagmorgen erreicht, wobei es zu diesem Zeitpunkt bei Twitter ohnehin äußerst ruhig ist.

Das Stimmungstief fanden die Wissenschaftler dagegen am Donnerstagabend – etwas, das ich persönlich nicht nachvollziehen kann. Die Vorfreude auf das Wochenende stimmt mich in der Regel fast positiver als das Wochenende selbst. Die Twitter-Gemeinschaft als Ganzes scheint das jedoch anders zu sehen. Verwunderlich, dass Musiker in ihren Titeln seit jeher den Montag als das große Feinbild auserkoren haben.
Welches Fazit können wir aus der Studie ziehen? Wer kein Risiko eingehen will, von der schlechten Laune anderer Twitter-Nutzer angesteckt zu werden, hält sich zur Mittagszeit und vor allem am Donnerstag – also heute – von Twitter fern. Ein Blick auf meine TweetStats verrät mir: Ich mache etwas falsch.
via Computerwoche.de
(Foto: stock.xchng)



















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Ich finde solche eine Analyse schon irgendwie spannend. Vor allem faszinierend das so etwas möglich ist.
Ein Blick auf meine Statistik zeigt, ich mache den Fehler wohl auch. Außerdem würde ich persönlich auch eher den Sonntagabend Abstand nehmen, da sich da dann die Tatort-Tweets häufen ;)
Bei mir ist der Tiefpunkt bereits am Dienstag, gegen 17 Uhr, erreicht. Höhepunkt ist natürlich Samstag, 13 Uhr.