Empfehlungs- und Städteportale:
Qype-Konkurrent Yelp
startet in Deutschland

Qype-Konkurrent Yelp ist heute mit einer deutschen Version gestartet. Hat der hierzulande gänzlich unbekannte US-Dienst Chancen gegen den Marktführer?

Wir hatten es ja schon geahnt, jetzt ist es amtlich: Yelp, das in den USA führende Städte- und Empfehlungsportal, hat heute unter www.yelp.de eine deutsche Version gestartet.

Eine heute Nacht veröffentlichte Pressemitteilung erläutert weitere Details. Während in derartigen Meldungen platzierte Zitate von Firmenvertretern häufig trocken und nichtssagend sind, lässt sich Yelps leitender Geschäftsführer Geoff Donaker mit folgenden feierlichen Worten zitieren:

“Die Deutschen sind dafür bekannt, dass sie gutes Essen und Kultur schätzen. Verbinden Sie diese Tradition mit einem Land, das bekannt ist für unternehmerisches und technisches Können, und die Kombination von Altem und Neuem deckt sich einwandfrei mit der Mission von Yelp, über digitale Medien grossartige Geschäfte vor Ort zu entdecken. Deshalb ist die Webseite wie geschaffen für Deutschland.”

Nicht dass in dieser Aussage irgendeine tiefere Bedeutung liegen würde, aber es ist doch schön zu lesen, mit welchen schmeichlerischen Worten sich Donaker bei seiner neuen Zielgruppe Sympathien verschaffen möchte.

Yep wurde 2004 in San Francisco gegründet und verzeichnete im Juni 33 Millionen Seitenaufrufe in den bisherigen Märkten USA, Kanada, Großbritannien, Irland und Frankreich.

Mit dem heutigen Deutschlandstart ist Yelp nun in allen drei Kernmärkten des deutschen Wettbewerbers Qype aktiv, allerdings bisher ohne dem Unternehmen aus Hamburg ernsthaft gefährlich geworden zu sein – zumindest laut Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher. Im Interview mit netzwertig.com erklärte er kürzlich, dass Qype in Großbritannien auch anderthalb Jahre nach dem dortigen Yelp-Launch noch immer schneller wachse als der US-Dienst.

Obwohl Uhrenbacher einem Start von Yelp in Deutschland gelassen gegenüber stand und auch wenn Yelp hierzulande bisher gänzlich unbekannt ist, wird Qype den neuen Konkurrenten genau im Augen behalten müssen. Während das Portal aus Hamburg den Vorteil einer etablierten, aktiven Community sowie einer größeren Datenbank an Orten, Läden und gastronomischen Einrichtungen hat, besitzt Yelp die zweifellos tieferen Taschen.

Mit Geld lassen sich zwar keine Netzwerkeffekte erkaufen, aber deren Entwicklung durchaus indirekt in Form einer intensiven Werbekampagne unterstützen.

Wie Qype setzt auch Yelp verstärkt auf die mobile Nutzung und bietet diverse Smartphone-Apps an, die demnächst ebenfalls für den deutschen Markt angeboten werden sollen.

So ganz scheint man sich bei Yelp jedoch noch nicht mit den Gepflogenheiten in Deutschland vertraut gemacht zu haben: Ein für kommerzielle Websites hierzulande vorgeschriebenes Impressum fehlt derzeit noch.

(Ein Dank geht an Till)

Update: Die Antwort auf die Frage, wie es Yelp gelungen ist, zum Start bereits eine ganze Reihe aktiver User und in Berlin und München gut gefüllte Kategorien mit nutzergenerierten Empfehlungen vorzuweisen, heißt “Yelp Scouts”, siehe Screenshot:

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1 Kommentar

  1. Kristian Köhntopp
    schrieb am 23. Juli 2010 um 11:41 Uhr (#)

    http://mirepoix.org/2010/02/09/yelpmailed/
    Jonas Luster über Yelp

    (Jonas Luster ist ein deutscher Emigrant in den USA, der dort ein Restaurant betreibt)

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