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Preisentwicklung bei Rohstoffen
Zur Zeit sind die Preise für die Edelmetalle Gold und Silber, aber auch für Öl, auf einem äußerst hohen Stand. Doch sind die Gründe für diese Preisentwicklung nicht immer so einfach nachzuvollziehen. Ein genauerer Blick auf die langfristige Preisentwicklung dieser drei Rohstoffe lohnt. boersennews.de weiss mehr.

Gerade Gold hat in der Geschichte der Menschheit schon immer eine große Rolle gespielt. Auch nach dem Zusammenbruch des System von Bretton Woods im Jahr 1973 und dem Ende der Dollar-Gold-Bindung, hat sich Gold oft als „Krisenwährung“ bewährt. So war der Goldpreis seit dem Ende des zweiten Weltkrieges bis heute starken Schwankungen unterworfen.
Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Der Goldpreis wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Starke Veränderungen bei den wichtigsten Wechselkursen, Spekulationen, wie jüngst gegen den Euro, verstärken Inflationsängste und lassen den Goldpreis steigen.
Die wichtigste Wechselwirkung besteht zwischen dem Goldpreis und dem Dollarkurs. Für diese Korrelation gilt: bei sinkendem Dollarkurs steigt meist der Goldpreis und umgekehrt.
Im Vergleich zum Goldpreis der letzten 20 Jahre befindet sich dieser heute auf Rekordniveau. Diese aktuelle Entwicklung ist nicht zuletzt auch der hohen Staatsverschuldung der USA und der Euroländer zuzuschreiben. Im Zuge der Finanzmarktkrise von 2008 stieg der Goldpreis erstmals über die 1000-US-Dollar-Marke. Die immer noch nicht ganz überwundene Eurokrise und die weiterhin hohe Verschuldung der USA legen die Vermutung nahe, dass der Goldpreis sein Niveau zunächst halten wird.
Der Silberpreis hat sich über die letzten sechs Jahre besonders positiv entwickelt, war jedoch in der längeren Vergangenheit- stärker als andere Rohstoffe- kurz- und mittelfristigen Schwankungen unterworfen und oft Objekt von größeren Spekulationswellen. Durch Krisensituationen schwankte der Silberpreis innerhalb der letzten 30 Jahre zum Teil erheblich. So stieg der Silberpreis während der Ölkrise von 1979/1980 stark an, fiel nach dem Ende der Krise wieder ab und hatte 1983 seinen letzten nennenswerten Höchststand erreicht.
Silber ist ein wichtiger Industrierohstoff und im Gegensatz zu Gold, stark von der industriellen Nachfrage abhängig. Im Falle eines weltweiten Konjunkturrückganges geht auch die industrielle Nachfrage nach Silber zurück und dies drückt den Silberpreis. Doch das “Gold des kleinen” Mannes macht das Edelmetall auch in Krisenzeiten interessant und dies kann den Silberpreis so zusätzlich beeinflussen.
Der Silberpreis befand sich im Vergleich zu dem Preishoch aus dem Jahr 1980 selbst in den Boomjahren Mitte der 90er auf recht niedrigem Niveau. Doch seit 2004 ist der Silberpreis stetig angestiegen, mit Ausnahme des konjunkturabhängigen Einbruchs Ende 2008, dessen Verluste inzwischen wieder aufgeholt wurden. Seitdem befindet sich der Silberpreis auf einem vergleichsweise hohen Stand (28 Jahres-Hoch am 17. März 2008: 20,92 US-Dollar pro Unze).
Die Entwicklung der letzten Jahre lässt sich wie folgt erklären: Durch die aufstrebenden Mittelschichten der Schwellenländer, stieg deren Bedarf nach Wohlstand und deren Affinität zu den Edelmetallen. Auch ließ der dortige steigende industrielle Bedarf den Silberpreis zunehmend steigen. Die jüngsten Preissteigerungen sind auf die anziehende Konjunktur zurückzuführen, doch die absolute Preissteigerung der letzten Jahre, ist auch der Tatsache sinkender Rohstoffvorkommen geschuldet.
Silber kommt in der Natur zwar wesentlich häufiger vor als Gold, doch ist dessen Gewinnung weit aus schwieriger. Die bestehenden Silbervorkommen sollen pessimistischen Prognosen zufolge nur noch für rund 30 Jahre reichen. Einig ist man sich aber darin, dass der größte Teil der verfügbaren Silbervorkommen bereits gefördert wurde. Dieser Umstand könnte in der langen Frist zu einem weiteren Anstieg des Silberpreises führen.
Neben den Edelmetallen ist auch Öl stark auf dem Rohstoffmarkt gefragt. Die enorme Bedeutung von Öl ist auf dessen Rolle als primärer Energieträger zurückzuführen. Zusätzlich wird Öl als Grundstoff bei der Herstellung unzähliger Produkte verwendet. Der Ölpreis ist daher einer der zentralen Werte an den Rohstoffmärkten und gilt als wichtiger Konjunkturindikator, da bei steigendem Wirtschaftswachstum die Nachfrage nach Öl zunimmt und dies den Ölpreis steigen lässt. So haben Konjunkturmeldungen der führenden Industriestaaten und wichtiger aufstrebender Schwellenländer wie Indien, Brasilien und China großen Einfluss auf die Ölpreisbildung.
Durch verschiedene politische und umweltbedingte Krisenerscheinungen kann der Ölpreis zum Teil enormen Schwankungen unterworfen sein. Die Ursache hierfür ist, dass innerhalb solcher Krisen von einer zukünftigen Verknappung der Ölfördermenge ausgegangen werden kann. Im schlimmsten Fall können, wie während des zweiten Golfkrieges 1990/1991 geschehen, wichtige Ölvorkommen bedroht sein, was in diesem Fall zunächst zu einem Anstieg des Ölpreises führte. Interessanterweise war nach dem Sieg der USA und ihrer Verbündeten über den Irak, der Ölpreis unter Vorkriegsniveau gesunken.
Da Öl ein sehr knappes Gut ist und nur in festgelegten Mengen gefördert wird, ist in Zukunft abzusehen, dass eine Erhöhung der Fördermenge durch die begrenzten Erdölvorkommen nicht möglich sein wird. Neben diesen realwirtschaftlichen und politischen Faktoren, können auch Vorgänge auf den Finanzmärkten, Auswirkungen auf den Ölpreis haben. Spekulationen, Veränderungen der Wechselkurse oder auch der Zinssätze, können diesen zusätzlich beeinflussen. Mehr über die Preise der Rohstoffe weiss boersennews.de.
Bildquelle: Pixelio.de/Gerd Pfaff











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