Es geschehen noch Wunder:
Der Newsfeed kommt zu studiVZ

Der Newsfeed ist ein wichtiges Element sozialer Netzwerke. Doch studiVZ hat lange mit seiner Einführung gezögert. In der vergangenen Nacht war es plötzlich soweit.

Umfrage des IFSE zu Strategien im Internet — Für Manager in den Bereichen Musik, Film, Software, Spiele, Bücher, Journalismus, Rundfunk oder TV: Machen Sie mit bei der Umfrage des IFSE zu Strategien und Wettbewerb im Internet. — Textanzeige

Viele Jahre hat studiVZ mit der Einführung eines Newsfeeds gezögert. Eine solche Funktion, welche die wichtigsten Neuigkeiten aus dem persönlichen Kontaktnetzwerk anzeigt, ist seit langem Standard bei einem Großteil der sozialen Netzwerke und als Konzept eine Erfindung von Facebook aus dem Jahr 2006.

Der Newsfeed hat insofern eine tragende Rolle, als dass er aus der nach dem Login erscheinenden, mitunter statisch wirkenden Homepage eine dynamische Seite mit regelmäßig aktualisierten Inhalten macht und Nutzern somit signalisiert, dass sich häufiges Anmelden sowie eigene Aktivitäten lohnen.

Im Sommer 2010 ist es auch bei der VZ-Gruppe so weit: Der “Buschfunk”, das bisherige Feature für Status-Updates, wurde in der vergangenen Nacht in einer neuen Version gelauncht und enthält nun eine Vielzahl von Aktivitäten der Freunde – Status-Updates, neu hochgeladene Fotos, neue Freundschaften und neu installierte Applikationen. Demnächst sollen dort auch Pinnwandeinträge, Gruppenmitgliedschaften, Foto-Verlinkungen und Profiländerungen angezeigt werden. Jeder Buschfunk-Eintrag lässt sich kommentieren.

Der Newsfeed - Die Aktivitäten in meinem Testaccount halten sich in Grenzen
Der Newsfeed - Die Aktivitäten in meinem Testaccount halten sich in Grenzen

In den Datenschutz-Einstellungen kann man den Buschfunk entweder komplett deaktivieren, nur für ausgewählte Freunde freischalten oder für alle Kontakte zugänglich machen. Wer möchte, kann diese Optionen auch einzeln für spezifische Aktionen definieren.

Warum studiVZ so lange mit der Einführung eines Newsfeeds gezögert hat, ist unklar. Datenschutzsorgen könnten eine Rolle gespielt haben, immerhin erhöht der Newsfeed die Transparenz innerhalb des eigenen Kontaktnetzwerks, was studiVZ-Nutzer überhaupt nicht gewöhnt sind. Auch die damit zusammenhängende Furcht vor Mitgliederprotesten kann ein Grund gewesen sein. Als Facebook 2006 als erstes Social Network einen Newsfeed einführte, sorgte dies für Empörung bei einem Teil der Nutzerschaft.

Wie ein Blick auf Twitter zeigt, lässt erste Kritik von Anwendern auch nicht lange auf sich warten. Allerdings scheint dort eher die weitere Übernahme einer Facebook-Funktionalität für Unmut zu sorgen. Letztlich wird sich studiVZ die Klon-Vorwürfe wohl bis zum letzten Tag seines Bestehens anhören müssen, selbst wenn der Launch der neuen Buschfunk-Version meines Erachtens nach eher einer notwendigen Anpassung an den Status Quo sozialer Netzwerke gleichkommt, als explizit eine Kopie eines Facebook-Features darzustellen.

Gleichzeitig gewöhnt die VZ-Gruppe ihre über 16 Millionen Mitglieder (meinVZ und schülerVZ eingerechnet) so allerdings an ein Kernelement von Facebook. Das US-Netzwerk ist für sämtliche deutschen Social Networks zur größten Bedrohung geworden. Nicht ausgeschlossen, dass durch die Anpassung der Funktionalität letztlich die Wechselbereitschaft zu Facebook sogar noch erhöht wird.

Erst vor zwei Wochen überraschte studiVZ mit dem Abgang des bisherigen CTO Jodok Batlogg.

via twitter.com/JohannesLenz

Mehr lesen

Cash-Cow mit Zukunft: Warum Facebook eine  Suchmaschine starten sollte

24.5.2012, 17 KommentareCash-Cow mit Zukunft:
Warum Facebook eine Suchmaschine starten sollte

Facebook wird alles dafür tun müssen, um neue Erlösquellen zu erschließen. Der Start einer eigenen Suchmaschine erscheint deshalb sehr wahrscheinlich.

Facebooks Börsengang: Die Zeit danach

23.5.2012, 8 KommentareFacebooks Börsengang:
Die Zeit danach

Facebooks galaktische Bewertung lässt viele Beobachter zweifeln. Um sie zu rechtfertigen, muss das soziale Netzwerk in nächster Zeit an vielen Fronten arbeiten.

Der populärste hinkende Vergleich im Internet: Warum Facebook nicht MySpace ist

22.5.2012, 13 KommentareDer populärste hinkende Vergleich im Internet:
Warum Facebook nicht MySpace ist

Kaum eine Behauptung ist häufiger im Netz zu hören als die, Facebook stünde das gleiche Schicksal bevor wie MySpace. Der Vergleich ignoriert, dass es sich um völlig verschiedene Produkte handelt.

Der populärste hinkende Vergleich im Internet: Warum Facebook nicht MySpace ist

22.5.2012, 13 KommentareDer populärste hinkende Vergleich im Internet:
Warum Facebook nicht MySpace ist

Kaum eine Behauptung ist häufiger im Netz zu hören als die, Facebook stünde das gleiche Schicksal bevor wie MySpace. Der Vergleich ignoriert, dass es sich um völlig verschiedene Produkte handelt.

So.cl: Auch ein neues Social Network kommt nicht ohne Facebook-Login aus

21.5.2012, 8 KommentareSo.cl:
Auch ein neues Social Network kommt nicht ohne Facebook-Login aus

Seit heute steht Microsofts neues soziales Netzwerk So.cl allen Anwendern offen. Was der Softwarekonzern damit will, ist unklar. Er weiß aber: Ohne Starthilfe durch Facebook geht es nicht.

Nutzeraktivität und Facebook-Konkurrenz: Zwei gängige Irrtümer über Google+

16.5.2012, 10 KommentareNutzeraktivität und Facebook-Konkurrenz:
Zwei gängige Irrtümer über Google+

In der Debatte über Google+ werden immer wieder zwei gängige Irrtümer deutlich. Zeit, mit ihnen aufzuräumen.

Linkwertig: StudiVZ, Yahoo, Köpfe, Zynga,

7.5.2012, 0 KommentareLinkwertig:
StudiVZ, Yahoo, Köpfe, Zynga,

Die WirtschaftsWoche hat eine Liste mit den 100 wichtigesten Internetköpfen Deutschlands erstellt und andere Links.

Holtzbrinck: \

29.3.2012, 5 KommentareHoltzbrinck:
"VZ steht nicht zum Verkauf"

Obwohl es für die VZ-Netzwerke seit Jahren bergab geht, will Eigentümerin Holtzbrinck das Unternehmen nicht verkaufen.

Kursänderung: VZ-Netzwerke wollen  sich neu ausrichten

11.1.2012, 6 KommentareKursänderung:
VZ-Netzwerke wollen sich neu ausrichten

Erst im Oktober wurden die VZ-Netzwerke von grundauf überarbeitet. Jetzt kündigt das Unternehmen unter Führung der neuen Chefin Stefanie Waehlert bereits eine Neuausrichtung an. So sollen neue Zielgruppen angesprochen werden.

5 Kommentare

  1. Philipp
    schrieb am 6. Juli 2010 um 11:02 Uhr (#)

    Ich hatte den neuen Buschfunk schon eine ganze Zeit in der Beta Version getestet – fande ich übersichtlicher und nützlicher als zuvor. Wurde aber auch mal höchste Zeit. Mir dauern die Aktualisierungen deutlich zu lange.

    Was kommt als nächstes? Der “Ich mag Button”?

  2. Jan S.
    schrieb am 6. Juli 2010 um 14:37 Uhr (#)

    ja, schade nur, dass die jungs nicht mal richtig getestet haben. zurzeit kann ich den buschfunk wegen eines beknackten bugs in den privatsphären-einstellungen nicht nutzen! wie immer oberfail!

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 6. Juli 2010 um 14:40 Uhr (#)

    Jan, DU nutzt echt studiVZ?? ;)

  4. Meeresbiologe
    schrieb am 6. Juli 2010 um 15:34 Uhr (#)

    Lange gezögert. Womöglich zu lange? Obwohl ich studi und andere VZs als deutsche Communities nicht schlecht finde.
    Ich habe so den Eindruck, fehlende Weiterentwicklung ist beinahe der Tod im schnelllebigen Internet. Dass Twitter ohne nennenswerte Weiterentwicklungen noch existiert und gedeiht, ist meiner Meinung nur der starken durchschlagenden Grundidee und schwacher Konkurrenz zu verdanken.

  5. Markus
    schrieb am 22. Juli 2010 um 08:50 Uhr (#)

    Es geht darum wer als Soziales Netzwerk übrig bleiben wird. Angesichts dessen und der Tatsache, dass sich die Öffentlichkeit nicht darum schert, wer von wem kopiert hat, werden die VZ Netzwerke sicherlich gut mit dem Vorwurf leben können sich bei Facebook bedient zu haben. Vor allem, wenn die Funktion sich in Form von erhöhter Werbepenetration bezahlt macht.

    Dass das Klonen und Abkupfern unlängst Schule gemacht hat, zeigt das jüngste Beispiel der Lokalisten. Gleich einen ganzen Schwung an Features haben die Lokalisten im Kampf gegen den Abstieg vom unabhängigen Netzwerk Jappy übernommen. Dabei gab man sich offensichtlich auch keine Mühe dies in irgend einer Weise zu kaschieren. Wir dürfen also gespannt sein wohin die fortschreitende Vereinheitlichung der Angebote führen und wie der Nutzer sich entscheiden wird.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.