PayPals iPhone-App:
Nützlicher Helfer für mobile Zahlungen

Der Zahlungsdienstleister PayPal bietet eine sehr nützliche Applikation für das iPhone, die mobile Zahlungsabwicklungen erlaubt.

Seit langem habe ich ein besonders Faible für mobile Applikationen rund um die Abwicklung simpler Geldangelegenheiten des Alltags. Leider ist das diesbezügliche Angebot an Anwendungen für Smartphones in Europa extrem klein und primär auf Apps von Banken beschränkt, weshalb ich mit Spannung auf den Tag warte, an dem Square, der Mobile-Payment-Service von Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey, seine Europa-Premiere feiert.

Durch das längst fällige Erstellen eines deutschen iTunes-Kontos erhielt ich kürzlich jedoch endlich die Möglichkeit, auch hier in Schweden eine von mir lang ersehnte iPhone-Applikation auszuprobieren, nämlich die von PayPal, dem zu eBay gehörenden und weit verbreiteten Zahlungsdienstleister.

Die Applikation bietet eine ganze Reihe nützlicher Funktionen rund um das Bezahlen und Überweisen von Geldbeträgen. So kann man über die Eingabe einer E-Mail-Adresse mit wenig Aufwand Geld an andere PayPal-Nutzer transferieren oder ihnen aus der Applikation eine (unverbindliche) Zahlungsaufforderung zumailen.

Praktisch ist das beispielsweise, wenn man in größerer Runde essen geht, der Einfachheit halber die Rechnung bezahlt und nun die offenen Beträge eintreiben möchte. Genau für dieses Szenario bietet die App zudem das spezielle “Split Check”-Feature, mit der sich ein frei definierbarer Geldbetrag unter Berücksichtigung von Trinkgeld und eventuellem Mehrkonsum einzelner Person im Nachhinein aufteilen lässt.

Eine ähnliche Option gibt es auch ohne Trinkgeld-Element für andere Situationen, in denen mehrere Personen ihre Schulden begleichen möchten, z.B. wenn ein Geschenk für einen gemeinsamen Freund gekauft wurde.

Ein potenzielles Highlight ist die Integration der Technologie von bump, mit der zwei Nutzer der PayPal-App ihre iPhones lediglich nahe aneinander halten müssen, um eine Überweisung bzw. eine Zahlungsaufforderung zu initiieren. Leider hatte ich bisher nicht die Gelegenheit, das Feature auszuprobieren, aber rein vom Konzept her ist dies genau die Funktionsweise, die ich von einer App zur bequemen Abwicklung von Zahlungen zwischen zwei Personen erwarte.

Das offensichtlichste Manko der iPhone-App ist die Tatsache, dass alle in einen Zahlungsprozess involvierten Personen ein PayPal-Konto besitzen müssen. Andererseits trifft dies letztlich auf jedes Online-Zahlungssystem dieser Welt zu. Kritisch zu bewerten ist sicherlich zudem die Tatsache, dass Geldempfänger stets eine Gebühr zahlen (1,9% plus 0,35 Euro bei einem Monatsumsatz von max. 5000 Euro), die bei einer Abwicklung der Transaktion in Bar oder einer klassischen Überweisung nicht angefallen wäre. Dies ist somit der Preis der Bequemlichkeit.

Relevant ist bei einer solchen Anwendung außerdem die Frage nach der Sicherheit. Allerdings wird beim Starten stets das persönliche PayPal-Passwort abgefragt, und letztlich gilt ohnehin eine gewisse Vorsicht und Sensibilität für alle Angebote auf mobilen Geräten, bei denen Geld und Kontodaten im Spiel sind.

Ungeachtet dessen halte ich die App für eine innovative Entwicklung und hoffe, dass diese nicht nur unter PayPal-Anwendern Verbreitung findet, sondern auch anderen Startups und Anbietern als Inspiration und Motivation dient, an der Schnittmenge zwischen Micropayments, Überweisungen und persönlichem Finanzmanagement zu entwickeln. Potenzial gibt es genug.

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4 Kommentare

  1. André
    schrieb am 17. Juni 2010 um 08:31 Uhr (#)

    Das “offensichtlichste Manko” geht meines Erachtens noch viel weiter: Ich habe mein Paypal-Konto mit diesem SMS-Feature geschützt — Kontonutzung geht dann nur mit Einmal-Passwort per SMS.

    Das macht aber nur Sinn, wenn die Paypal-Nutzung getrennt vom Handy stattfindet, sonst ist das für die Katz. Deshalb habe ich bisher auch tunlichst vermieden, die App zu installieren, um nicht doch in Versuchung zu geraten…

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 17. Juni 2010 um 09:11 Uhr (#)

    Stimmt, eine Lösung dafür gibt es wohl auch nicht. Dann müsstest du statt dem SMS-Schlüssel diesen Sicherheitstoken nutzen…

  3. Viktoria
    schrieb am 17. Juni 2010 um 13:45 Uhr (#)

    Spannend dazu könnte auch die aktuelle Studie von der MMA sein, die sagt, dass bereits jetzt jeder 10. mit dem Handy shoppt. Allerdings größtenteils abgerechnet über den Netzbetreiber und damit folglich wohl eher Kleinbeträge.
    Obwohl viele erfolgreiche Veruchsreihen gestartet worden und Mobilepayment in Entwicklungsländern eine absolute Selbstverständlichkeit geworden ist, werden wir hier zulande wohl noch einige Jahre warten müssen, bevor wird endlich selbstverständlich mit dem Handy zahlen können….

  4. Nico79
    schrieb am 30. Juni 2010 um 11:52 Uhr (#)

    Werde die App mal installieren.

    Allerdings vergesse ich immer diesen Sicherheits-Token zuhause… *urgs*

    Muss den wohl mal an den Schlüsselbund machen oder so… ;)

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