Eat.ly und Fiddme:
Social-Web-Dienste rund ums Essen

Eat.ly und Fiddme sind zwei relativ junge Webdienste für alle, die gerne Freunden und Bekannten mitteilen, was (und wo) sie gerade essen.

Vor einer Woche fragte ich, warum es noch kein Foursquare für Mahlzeiten gibt, und beschrieb, wie ich mir einen solchen Dienst vorstellen würde. In den Kommentaren wurden Eat.ly und Fiddme erwähnt, zwei Social-Web-Angebote, bei denen sich alles rund ums Essen dreht.

Da Analogien so praktisch für das schnelle Verständnis sind, würde ich Eat.ly als eine Art Posterous oder Tumblr für Mahlzeiten bezeichnen, während Fiddme eine Mischung aus Twitter und Foursquare für Speisen darstellt und damit etwas mehr mit dem übereinstimmt, was mir vorschwebte.

Das New Yorker Startup Eat.ly bietet essensbewussten Usern die Möglichkeit, einen bebilderten Stream ihrer Mahlzeiten zu betreiben und zu pflegen, entweder öffentlich oder privat (hier ein Beispiel). Befüllt wird der Stream per E-Mail, an die ein Foto der gerade verzehrten Speise gehängt wird.

User erhalten die Möglichkeit, für jedes Gericht auf einer Skala festzulegen, wie gesund es ist. Über einen längeren Zeitverlauf entsteht so ein Graph über ihr Essverhalten unter Gesundheitsaspekten. Wer will, kann sein Eat.ly-Konto mit Foursquare und Twitter verknüpfen, oder Eat.ly nach bestimmten Gerichten oder Schlüsselwörtern durchsuchen.

Das bisher nur für das iPhone erhältliche Fiddme erinnert von der Struktur und Benutzeroberfläche her stark an Foursquare. Es gibt keine öffentlichen Profile bzw. Streams für nicht registrierte Mitglieder, dafür können eingeloggte Fiddme-Mitglieder anderen Usern folgen oder von ihnen gefolgt werden – eine Autorisierung für das Folgen von anderen ist ganz im Twitter-Stil (und anders als bei Foursquare) nicht notwendig.

Wer etwas Leckeres isst, schießt mit seinem iPhone ein Foto und lädt es über die Fiddme-Applikation hoch. Eine Integration von Facebook, Twitter und Fousquare ist vorhanden, allerdings beinhaltet Fiddme eine eigene Location-Funktion, mit der Speisen mit Orten verknüpft werden.

Hier sehe ich auch das große Manko des israelischen Startups: Offenbar ist es nicht möglich, eine Mahlzeit “einzuchecken”, ohne diese mit einer Location zu assoziieren. Das dürfte einerseits User abschrecken, die Wert auf ihre Privatsphäre legen, und hindert einen außerdem daran, selbstgekochte Gerichte bei Fiddme zu veröffentlichen – sofern man nicht vorher die eigene Wohnung als Location anlegen möchte, was schon bei Foursquare und Gowalla ein fragwürdiger Brauch ist.

Nein, Fiddme will das Augenmerk ganz offensichtlich auf Speisen richten, die man in Restaurants zu sich nimmt, und bietet entsprechende Funktionen zum Entdecken interessanter Menüs in der Umgebung an.

Mein persönliches Fazit ist somit, dass beide Services meine Bedürfnisse in gewissen Teilen erfüllen, aber nicht komplett. Womöglich ist es aber auch gar nicht sinnvoll, Selbstgekochtes und Restaurant-Gerichte in einer App zusammenzubringen, da es bei ersterem eher um Inspiration, Zutaten und Rezepte geht, bei letzterem dagegen vorrangig um Empfehlungen mit ortsbezogener Komponente.

Probiert Eat.ly und Fidd.me selbst aus und lasst uns gerne wissen, was ihr von den Diensten haltet.

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7 Kommentare

  1. Michael
    schrieb am 9. Juni 2010 um 17:05 Uhr (#)

    Wer braucht das? Wer will das angebissene Brot von jemand anderem sehen? Wie konnte ich früher nur ein gutes Restaurant ohne diese Dienste finden? Wie ging das ohne Mobile Apps?

    Ganz einfach… man ging rein, probierte es aus und mal hatte man Glück und mal Pech…

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 9. Juni 2010 um 17:07 Uhr (#)

    Ja, und wer braucht eigentlich Internet? …

  3. Sabine Bartmann
    schrieb am 10. Juni 2010 um 17:46 Uhr (#)

    Als Liebhaberin gepflegter Esskultur muss ich leider die fehlenden Rezepte bei Fiddme bemängeln. Ich finde das posten von, wenn auch sehr plakativen Bildern, ziemlich sinnfrei. Der Ansatz hat aber zumindest Potential…

  4. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 10. Juni 2010 um 17:50 Uhr (#)

    Sehe ich auch so, das Ausbaupotenzial ist groß, sollte aber von Fiddme auch angegangen werden.

  5. René Fischer
    schrieb am 10. Juni 2010 um 21:37 Uhr (#)

    Ich halte das für eine der größten Belanglosigkeiten, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Die Schmerzgrenze ist nicht nur erreicht, sondern eindeutig überschritten. Aber Jeder wie er mag.

  6. Steve
    schrieb am 11. Juni 2010 um 13:47 Uhr (#)

    Ich finde, dass überschreitet schon eine gewisse Grenze. Muss der Mensch heutsotage alles im Internet erledigen? Man sollte ein wenig selbst erkunden.

    Mfg

  7. Timm
    schrieb am 15. Juni 2010 um 14:22 Uhr (#)

    Foodspotting ist vlt auch noch erwähnenswert.

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