Fiabee:
Dropbox-Alternative bietet
die volle Sync-Freiheit

Martin Weigert, 8. Juni 2010 11:00 Uhr, 27 Kommentare Kommentare

Der Onlinespeicherdienst Drobpox begeistert Millionen. Was ihm fehlt, ist Freiheit bei der Auswahl zu synchronisierender Ordner. Fiabee bietet genau das.

Es ist nicht gerade so, als würde es Nutzern an Optionen zum Sichern und Synchronisieren ihrer lokal gespeicherten Daten in und mit der Cloud mangeln. Und mit Dropbox haben viele User bereits ihren Favoriten unter all den Backup- und Storage-Lösungen gefunden.

Doch das soll nicht heißen, dass nicht noch Wünsche offen sind. Ein Manko von Dropbox ist, dass sich keine lokalen Verzeichnisse außerhalb des Dropbox-Ordners mit dem Onlinespeicher synchronisieren lassen. Zwar gibt es Wege, wie man trotzdem Dateien von anderen Orten der Festplatte aus mit in den Dropbox-Sync einbeziehen kann, aber ein integriertes Feature dafür fehlt.

Fiabee ist eine Art europäische Alternative zu Dropbox, die genau dies ermöglicht. Der spanische Service lehnt sich vom Grundprinzip her stark an Dropbox und andere Backup- und Sync-Services aus dem US-Markt an. Nutzer installieren einen lokalen Client (derzeit nur für Windows, eine Mac- und Linux-Software ist in Arbeit), der anschließend Dateien in die persönliche Fiabee-Cloud lädt und diese bei Änderungen auch online aktualisiert.

Doch anders als Drobpox gibt Fiabee Anwendern die komplete Freiheit darüber, welche Verzeichnisse und Dateien über Fiabee gesichert werden sollen. Es lassen sich sowohl spezifische Ordner als auch einzelne Dateien in ansonsten nicht für eine Synchronisation vorgesehenen Verzeichnissen auswählen. Die maximale Dateigröße beträgt 250 Megabyte.

Nachdem man seine Auswahl getroffen hat, beginnt Fiabee im Hintergrund mit dem Upload. Eine Statusanzeige informiert über den Fortschritt. In meinen Tests erreichte ich Geschwindigkeiten von etwas mehr als 100kb/s, was im Falle des Backups großer Datenmengen einiges an Geduld voraussetzen würde.

Ein Browserzugriff über die laut Fiabee verschlüsselt abgelegten Dateien gibt es im Gegensatz zu Dropbox nicht, dafür aber ebenfalls eine kostenlose iPhone-Applikation, mit der man auf sein Fiabee-Backup von unterwegs aus zugreifen kann. Die Desktop-Anwendung erlaubt verschiedene Optionen zum Wiederherstellen von Dateien, weshalb sich Fiabee sowohl für den parallelen Einsatz auf mehreren Rechnern als (allerdings manuelles) Sync-Tool sowie für das Retten von Daten nach einem lokalen Datenverlust eignen könnte.

Was den Funktionsumfang betrifft, kann das vier Mitarbeiter zählende Startup aus Barcelona wenig überraschend nicht mit seinem viel gelobten US-Vorbild Dropbox mithalten. Aber allein die Freiheit bei der Wahl der zu synchronisierenden Daten könnte für einige User Anreiz genug sein, Fiabee auszuprobieren. Das Installieren und Einrichten verlief ohne Probleme, und die Bedienung ist einfach genug, um auch weniger versierten Usern das Online-Backup zu ermöglichen.

Der zweite signifikante Vorteil von Fiabee ist die Preisgestaltung. Wie bei Dropbox gibt es in der Gratis-Variante zwei Gigabyte kostenlos, die sich zudem durch Empfehlungen an Freunde auf maximal 7 Gigabyte erhöhen lassen. Wer mehr benötigt, kann das Premium-Produkt nutzen, welches für 4,99 Euro bei monatlicher Zahlung unbegrenzten Speicherplatz verspricht. Bei Dropbox gibt es für umgerechnet 8,30 Euro 50 Gigabyte.

Ob sich am Ende dann tatsächlich beliebig große Mengen an Daten bei Fiabee speichern lassen, ist damit natürlich noch lange nicht bewiesen. Zumal dies bei der relativ langsamen Upload-Geschwindigkeit Jahre dauern würde. Ob es letztlich ein Vor- oder Nachteil ist, dass Fiabee Daten nicht wie die Konkurrenz in Amazons Servercloud speichert, sondern eigene Server in einem Datencenter in Barcelona betreibt, darüber bin ich momentan noch unentschlossen.

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27 Kommentare

  1. Richard
    schrieb am 8. Juni 2010 um 11:08 Uhr (#)

    In der neuesten Version von Dropbox ist selective syncing vorhanden. Gibt’s zwar noch nicht offiziell, im Forum kann man sich den entsprechenden Build aber schon runterladen.

    1. MacMacken
      schrieb am 8. Juni 2010 um 11:21 Uhr (#)

      «Selective Syncing» betrifft weiterhin nur den Dropbox-Ordner.

      Frag mich nicht, wieso …

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 8. Juni 2010 um 11:13 Uhr (#)

    Ja, aber so wie ich die Ankündigung von Dropbox verstehe, funktioniert auch Selective Syncing nur innerhalb des Dropbox-Orders.

  3. Richard
    schrieb am 8. Juni 2010 um 11:19 Uhr (#)

    Ja, das war auch mein erster Eindruck. Allerdings kann man einfach den “Eigene Dateien” oder im Fall von Linux “home” Ordner als Default Dropbox Ordner angeben und dann die entsprechenden Ordner auswählen, die auch wirklich gesynct werden sollen. Etwas umständlich, aber es geht.

    1. Marco
      schrieb am 8. Juni 2010 um 17:11 Uhr (#)

      Und neue Dateien und Ordner in “Eigene Dateien” werden dann der Liste hinzugefügt oder muss ich Sie manuell an hacken?

    2. Richard
      schrieb am 8. Juni 2010 um 17:16 Uhr (#)

      Naja, alles was dann in diesem Ordner landet, wird eben synchronisiert. Alles, was du nicht synchronisiert haben willst, musst du dann eben entsprechend markieren.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 8. Juni 2010 um 11:22 Uhr (#)

    Gilt das für beliebige Ordner? Sprich, ich kann über die Festplatte verstreute Verzeichnisse oder auch nur einzelne Dateien mit Dropbox syncen, auch wenn diese nicht im Dropbox-Default-Ordner liegen?

    1. MacMacken
      schrieb am 8. Juni 2010 um 11:23 Uhr (#)

      Nein.

    2. Noz
      schrieb am 8. Juni 2010 um 14:25 Uhr (#)

      siehe kommentar #8

  5. ysamjo
    schrieb am 8. Juni 2010 um 11:23 Uhr (#)

    In was für einer verqueren Welt sind wir denn angekommen, dass der Release einer iPhone App gegenüber einer Web App priorisiert wird? Dealbreaker für mich.

  6. Richard
    schrieb am 8. Juni 2010 um 11:24 Uhr (#)

    Also, den Dropbox default Ordner kann man ja selbst bestimmen. Das heißt ich kann z.B. den Root Ordner als Dropbox Default kennzeichnen, und mir dann in diesem Ordner die Dateien/Ordner aussuchen, die ich synchronisieren will.

  7. Thomas
    schrieb am 8. Juni 2010 um 13:51 Uhr (#)

    Fiabee hat IMHO “nicht” die volle Sync-Freiheit, da es insbesondere “noch” keinen Sync unterstützt. Es ist “nur” ein Selective Backup. SpiderOak bietet beispielsweise Selective Backup & Selective Sync. ;)

    Fiabee schreibt bei Twitter:
    >>remember, we are not a sync solution YET. We are a selective backup so far. <<

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 8. Juni 2010 um 14:49 Uhr (#)

      In eine Richtung wird ja gesynct, nämlich von der Festplatte in die Cloud. Gibt es eine aktualisierte Version einer Datei, lädt Fiabee diese automatisch hoch und ersetzt die alte. Was stimmt, ist dass insofern noch ein Schritt fehlt, weil automatisches Aktualisieren in die andere Richtung fehlt, von der Cloud zurück auf den Rechner, d.h., man muss manuell auf “Restore” klicken.

    2. Thomas
      schrieb am 8. Juni 2010 um 14:51 Uhr (#)

      @Martin
      Du hast recht. Ich meinte dabei den 2-Wege-Sync, der mehrere angeschlossene PCs “synchron” hält, wie bei Dropbox. Aber für “volle Sync-Freiheit” (Headline) gehört das für mich dazu ;-). Ein 1-Wege-Sync ist nur ein Backup.

    3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 8. Juni 2010 um 14:55 Uhr (#)

      Ja und ich gebe zu, dass ich bei der Überschrift lediglich an die Freiheit bezüglich der Ordnerwahl gedacht habe. “Die volle Backup-Freiheit” würde es wahrscheinlich besser treffen.

    4. Thomas
      schrieb am 8. Juni 2010 um 14:57 Uhr (#)

      Es ist aber eine spannende Option. Danke auf jeden Fall für den Hinweis :-). *läuft gerade im Testbetrieb*

  8. Noz
    schrieb am 8. Juni 2010 um 14:24 Uhr (#)

    habe zwar nie dropbox benutzt, aber das beschriebene problem laesst sich unter windows leicht umgehen, in dem man hard links erzeugt: damit legt man zu dem gewuenschten ordner eine spezielle verknupefung z.b. unter Documents\DropBox an. diese verknuepfung kann dann nicht mehr vom original unterschieden werden, so als ob sich derselbe ordner an zwei stellen gleichzeitig befindet. ein praktisches tool dazu findet man hier: http://schinagl.priv.at/n…ardlinkshellext.html
    einfach auf gewuenschten ordner rechtsklicken -> “pick link source”, dann ins gewuenschte verzeichnis navigieren und dort dann rechtsklick -> “drop as..” -> “hardlink clone”.

  9. Thomas
    schrieb am 8. Juni 2010 um 14:29 Uhr (#)

    @Noz
    Beziehen sich “Hard Links” nicht nur auf Dateien anstatt Ordner? Geht zumindest aus der Dokumentation hervor. Symbolische Links an sich sind als “Workaround” zwar machbar um eine Sicherung zu erreichen, dennoch ist es eine Funktion, die Dropbox nicht hat – aber auch konzeptionell nicht benötigt, weil es somit überschaubar bleibt. Komplexere Systeme, die das können, sind auch fehleranfälliger – vor allen Dingen auf Nutzerseite, wenn es um Syncs geht ;)

    Nochmal zu den Hardlinks: legt man auf einem System mit Hardlink eine Datei an, so erscheint sie auf dem Zielsync, wo die Datei vorher nicht war, dann “dennoch” nur in der Dropbox und nicht in dem “eigentlichen Ordner”, denn dort müsste man gleichfalls wieder einen Hardlink anlegen, was das ganze dann unkomfortabel macht…

    Grüße,
    Thomas

    1. Noz
      schrieb am 8. Juni 2010 um 15:44 Uhr (#)

      “Beziehen sich “Hard Links” nicht nur auf Dateien anstatt Ordner?”
      korrekt, bringe die verschiedenen link typen gerne durcheinander.

      habs eben nochmal getestet und mit “Junctions” funktioniert es wie vorhin von mir beschrieben. wenn ich im orignalordner eine textdatei anlege, dann erscheint sie auch in dem als Junction angelegten ordner. umbenennen und inhaltsaenderung der textdatei sind in beiden verzeichnissen dann identisch, da nur durch den Junction-link der urspruengliche ordner an einer weiteren stelle in der ordnerstruktur angezeigt wird.

      der vorteil ist, dass sich junctions (im gegensatz zu herkoemmlichen verknuepfungen = “symbolic links”) auf applikationsebene nicht von normalen ordnern unterscheiden.

    2. Thomas
      schrieb am 8. Juni 2010 um 15:47 Uhr (#)

      Ok. Dennoch bleibt das Problem, wenn man einen 2-Wege-Sync mit mehreren PCs haben möchte, der außerhalb der Dropbox arbeitet…

      PC 1:
      \Dropbox\Ordner 1 als Referenz von z.B. \Eigene Dateien\Ordner 1

      PC 2:
      \Dropbox\Ordner 1 wird automatisch gesynct

      Aber es wird “nicht” automatisch ein Sync auf \Eigene Dateien\Ordner 1 gemacht, da dort noch kein symbolischer Link hin zu existiert. Den müsste man manuell anlegen. Parallele Hierarchieebenen müsste man auch stets manuell abbilden. Das klingt sehr aufwändig und eher danach, als wäre es leichter, sich der gegebenen Struktur unterzuordnen oder halt eine andere Software zu nehmen – á la SpiderOak ;)

    3. Noz
      schrieb am 8. Juni 2010 um 16:00 Uhr (#)

      “Das klingt sehr aufwändig und eher danach, als wäre es leichter, sich der gegebenen Struktur unterzuordnen oder halt eine andere Software zu nehmen”

      stimmt, dann waeren auf jedem rechner die entsprechenden Junctions einzurichten. das sehe ich auch eher als ein nuetzliches werkzeug, um beschraenkungen von programmen zu umgehen. eine gute applikation ersetzt das nicht :)

  10. Enrique
    schrieb am 8. Juni 2010 um 16:38 Uhr (#)

    Viel Dank für Ihr Interesse und die detaillierte Analyse unserer Services. Ich bin Enrique Borras, Geschäftsführer von Fiabee. Unser Projekt hat eine deutsche Seele, denn der erste Technische Direktor (CTO) war ein hervorragender Ingenieur aus Stuttgart, David Feuerle, der die erste Version der Plattform entworfen hat. Inzwischen sind wir ein multinationales Team mit Leuten aus Barcelona, Kalifornien und der Normandie – 90% davon Ingenieure. Es ist zwar eine kleine Gruppe, aber dafür sehr flexibel und leistungsfähig.

    Dropbox ist eine wichtiger Konkurrent und ein hervorragendes Programm, aber wir sind der festen Überzeugung das wir in Europa eine wirkliche Alternative darstellen können.

    Unser erster Cloud Backup Service, mit Zugang und Datenaustausch per iPhone ist bloß der erste Schritt. Wir entwickeln unsere Plattform weiter um neue Funktionalitäten anbieten zu können, wie zum Beispiel die Synchronisation unterschiedlicher Geräte.

    Wir möchten Sie auffordern unseren Backup Service auszuprobieren. Das unsere Server bei Colt Telecom (www.colt.net) untergebracht sind, ein Datenzentrum in Barcelona mit höchsten Sicherheitsstandards, physikalisch als auch logistisch, sollte keine Zweifel aufkommen lassen. Bereits vor einigen Monaten haben wir mit T-Systems und anderen europäischen Anbietern Verhandlungen geführt um unsere Platform in der Nähe der Benutzer unterbringen zu können, wenn wir landesspezifische Versionen unseres Services auf den europäischen Markt bringen.

    Wir freuen uns über Ihre Vorschläge und Kritik um unseren Service verbessern zu können. Sie können direkt an: enrique -AT- fiabee.com schreiben.

  11. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 8. Juni 2010 um 16:41 Uhr (#)

    Hola Enrique, danke für die Ergänzungen!

  12. M
    schrieb am 8. Juni 2010 um 23:37 Uhr (#)

    Ich mag Teamdrive. Das kann ich auf meinem eigenen Server betreiben, muss also meine Daten nicht aus den Händen geben, und es funktioniert gut und plattformübergreifend.

  13. Dropbox-Neuling
    schrieb am 9. Juni 2010 um 12:55 Uhr (#)

    [Martin: Kommentar entfernt, da werblich]

  14. Goo
    schrieb am 11. Juni 2010 um 16:01 Uhr (#)

    Was bringt Fiabee Neues, was ZumoDrive nicht schon hat?

  15. Thomas
    schrieb am 11. Juni 2010 um 16:58 Uhr (#)

    @Goo
    Zumodrive bietet keinen unbegrenzten Speicherplatz für 4,99€.

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