Apple App Store:
150 Millionen Nutzer kaufen
Apps & Inhalte mit einem Klick

150 Millionen Menschen haben ihre Kreditkartendaten in Apples iTunes Store/ App Store  hinterlegt und können mit einem Klick Transaktionen durchführen. Ein beachtlicher Erfolg.

Die Nutzer für Webdienste und -inhalte bezahlen zu lassen, ist deshalb so kompliziert, weil es an einheitlichen Zahlungssystemen mangelt, weil es Anwender Zeit kostet, weil es Sicherheitsbedenken geben könnte und weil gerade bei kleinen Summen die Transaktionsgebühren hoch sind.

Wer jedoch Anwendungen für Apples gerade in “iOS” umbenanntes Betriebssystem entwickelt, muss sich um all diese Aspekte kaum Gedanken machen. Denn mit dem iTunes/ App Store ist es dem Computer- und Unterhaltungskonzern gelungen, eine universelle Transaktionsplattform zu errichten, die den Aufwand für Anwender und Programmierer minimiert, einigermaßen sicher ist (hoffentlich) und auch Micropayments ermöglicht – sofern Entwickler mit Apples 30-prozentiger Umsatzbeteiligung einverstanden sind.

Ob das Apple-System dabei am Ende für alle Beteiligten tatsächlich die beste Lösung ist, darüber kann man sicherlich geteilter Ansicht sein. Die massive Verbreitung jedoch muss ohne Zweifel als Vorteil gegenüber anderen Ansätzen gesehen werden. Im Rahmen seiner gestrigen WWDC-Keynote verriet Apple-CEO Steve Jobs unter anderem, wie viele Konsumenten mittlerweile ihr iTunes-/ App Store-Konto mit Kreditkartendaten verknüpft haben: 150 Millionen (inwieweit hier auch andere Zahlungsmittel einbezogen werden, ist unklar – eventuell gibt es also sogar noch mehr zahlende Kunden).

Das ist eine beeindruckende Zahl, die bedeutet, dass 150 Millionen oder mehr Menschen weltweit Applikationen und Content mit einem einzigen Klick käuflich erwerben können (und dies offensichtlich auch eifrig tun). Nur wer eine Bezahllösung anbietet, die von Konsumenten nicht mehr als einen Klick erfordert, kann sicher sein, die maximale Zahl an potenziellen Käufern für sich gewinnen zu können. Davon ist auch PayPal weit entfernt.

Da bisher nur Nutzer und Entwickler von Apples Ökosystem profitieren können, die sich innerhalb der “Applesphäre” bewegen, wird natürlich ein großer Teil der Webnutzer, Programmierer und Inhalteanbieter von der Partizipation ausgeschlossen. An der Tatsache, dass Apple hier ein großer Wurf gelungen ist, der beachtliche Netzwerkeffekte in Gang gesetzt hat, ändert das jedoch nichts.

Spannend bleibt die Frage, ob Googles kürzlich angekündigter Chrome Web Store - womöglich in Verbindung mit dem an Bedeutung gewinnenden Android Market – eine ähnliche Erfolgsgeschichte einleiten wird. Mit dem Angebot, das im Laufe des Jahres starten soll, will Google das Installieren von Applikationen direkt im (Chrome)-Browser ermöglichen. Drittanbieter können dann Anwendungen entweder gratis oder gegen Entgelt vertreiben, die Zahlung wird über Checkout laufen, Googles eigenes, bisher außerhalb der Google-Welt kaum verbreitetes Bezahlsystem. Im Gegensatz zum Apple-Ansatz kann Checkout jedoch von jedem Händler und Dienstleister integriert werden…

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10 Kommentare

  1. MacMacken
    schrieb am 8. Juni 2010 um 15:18 Uhr (#)

    Leider mit mehr als einem Klick – iTunes kann sich das Passwort für das Apple-Benutzerkonto ja leider nicht merken … :(

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 8. Juni 2010 um 15:21 Uhr (#)

    Die Passworteingabe halte ich für eine nützliche Sicherheitsmaßnahme und sehe sie auch nicht wirklich als Teil des Kaufprozesses. Danach kann man beliebig viele Apps mit jeweils einem Klick kaufen.

    1. MacMacken
      schrieb am 8. Juni 2010 um 15:26 Uhr (#)

      Ich halte sie für eine Schikane – angemessen wäre, dass man das Passwort wie aus x anderen Anwendungen gewohnt im Schlüsselbund ablegen könnte. Gerade im App Store und iTunes auf iOS-Geräten ist die Eingabe von komplexen Passwörtern äusserst lästig.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 8. Juni 2010 um 15:28 Uhr (#)

    Eine Lösung wäre, wenn Apple es Nutzern selbst überlassen würde, ob das Passwort gespeichert werden soll oder nicht.

  4. Bastian Nutzinger
    schrieb am 8. Juni 2010 um 16:57 Uhr (#)

    Guter Artikel. Sehe ich genauso.
    Ich frage mich jedoch, ob es auf lange Sicht weise ist einen “One-Click-Store” zu betreiben, ohne die Inhalte redaktionell zu prüfen, wie Apple das macht.
    Ein zwei Skandale um Abzocke oder Datendiebstahl können das Vertrauen in eine solche Plattform massiv erschüttern.

    Gerade der Redaktionsprozess im AppStore den viele so verteufeln finde ich persönlich gut. Ich sehe das als einen enormen Mehrwert den Apple mir bietet. Ich kann mich 100%ig darauf verlassen, dass ich genau bekomme, was auf der “Verpackung” steht und das die Software nicht bösartig ist. Da verzichte ich zur Not auf eine Handvoll Apps, die Apple nicht durchlässt. Klingt wie ein fairer Tausch für mich.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 8. Juni 2010 um 17:02 Uhr (#)

    Grundsätzlich sehe ich es wie du – der Freigabeprozess von Apple sorgt für ein Mindestmaß an Qualität und gibt Anwendern eine gewisse Sicherheit.

    Allerdings habe ich mein Problem damit, dass es eben nicht nur um einen einfachen Quality Check geht, sondern auch um strategische und “politische” Entscheidungen. Aber das ist ein anderes Thema.

    Worauf du hinaus willst: One-Klick-Store ohne vorherige Qualitätsüberprüfung hat seine Risiken. Und das ist ein wichtiger Punkt…

  6. thehauss
    schrieb am 9. Juni 2010 um 23:15 Uhr (#)

    naja es ist sehr leicht hinter ein bisschen qualitätscheck und ein paar fehlschüssen eine politik zu vermuten.
    In allem was Apple macht wird immer unheimlich viel hineininterpretiert. Man sollte in seiner betrachtungsweise als erstes davon ausgehen das es ur eine Firma ist die darauf angewiesen ist das Kunden ihre Produktefreiwillig kaufen.

    Quizfrage:
    (als der iphone prototyp gestohlen wurde… wer hat da schlussendlich die Polizei gerufen ??)

    1. Bastian Nutzinger
      schrieb am 10. Juni 2010 um 06:58 Uhr (#)

      Quizfrage:
      (als der iphone prototyp gestohlen wurde… wer hat da schlussendlich die Polizei gerufen ??)

      Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war das der MItbewohner desjenigen, der den Prototypen gefunden hat.

  7. thehauss
    schrieb am 10. Juni 2010 um 09:45 Uhr (#)

    richtig und nicht apple. Sie deswegen in einem Atemzug mit irgendwelchen totalitären Strukturen zu nennen war zu der Zeit sehr angesagt und peinlich übertrieben.

  8. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 10. Juni 2010 um 09:48 Uhr (#)

    thehauss, eine differenzierte Sichtweise ist notwendig. Es gibt nicht nur schwarz (Apple böse) oder weiß (Apple gut).

    Wenn Apple keine Apps für WiFi Tethering zulässt (ein Beispiel), dann ist es eben doch politisch/strategisch (weil sie es sich mit den Providern nicht verscherzen wollen).

    Oder wenn Apple die Google Voice App nicht zulässt…

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