Es kam, wie es kommen musste:
Aus t-crawl wird twittercrawl

Als die deutsche Twittersuchmaschine t-crawl in schönem rosarot an den Start ging, konnte man sie leicht für ein Angebot der Deutschen Telekom halten. Nun wechselt der Dienst unvermittelt Name und Farbe. Freiwillig?

Ein Monat ist vergangen seit unserem Beitrag zu einer neuen deutschen Twittersuchmaschine, die sowohl in der Namens- als auch in der Farbwahl sehr an einen großen Telekomkonzern erinnerte, der obendrein bekannt dafür ist, gegen Firmen vorzugehen, die seinem Corporate Design zu nahe kommen.

Die Digital-Agentur azionare GmbH hatte sich für ihr Twitter-Tool den Name t-crawl einfallen lassen und die Elemente der Site mit einem rosaroten Farbton angestrichen. Ja genau, beides erinnert stark an die Deutsche Telekom. Was auch der Grund dafür war, warum ich das Vorgehen als Spiel mit dem Feuer bezeichnete.

Gestern erreichte uns eine Mail von den t-crawl-Machern, die darüber informierte, dass der Dienst ab sofort twittercrawl heißen und sich im grünen Farbton der Muttergesellschaft präsentieren würde.

Vorher und nachher
Vorher und nachher

Auf Nachfrage über den Grund erhielt ich von der azionare GmbH die Antwort, dass darüber keine Auskunft gegen werden könne. Eine Anfrage bei der Telekom, sowohl telefonisch als auch per E-Mail, blieb bisher unbeantwortet.

Es ist jedoch recht offensichtlich, dass die Umbenennung nicht freiwillig geschah. Denn selbst wenn man unterstellen würde, dass es sich bei der Aktion um eine etwas obskure Marketingmasche handelt, die einen durch Zwang von außen erwirkten Namenswechsel vortäuschen und damit Aufmerksamkeit generieren soll, so wäre es auch dann ein zu großes Opfer, die bisherige Domain komplett abzuschalten, statt sie einfach auf die neue Site weiterzuleiten. Doch www.t-crawl.de führt mittlerweile ins Nichts.

Dass die Deutsche Telekom der azionare GmbH freundlich bis nachdrücklich zu verstehen gegeben hat, dass Änderungsbedarf besteht, ist damit die wahrscheinlichste Erklärung. Überraschend käme das nicht.

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Twitter-Suchmaschine t-crawl: Spiel mit dem Feuer

4.5.2010, 18 KommentareTwitter-Suchmaschine t-crawl:
Spiel mit dem Feuer

Einen Rechtsstreit zu provozieren, ist eine gewagte Marketingstrategie. Bei einer neuen Twitter-Suchmaschine aus Deutschland entsteht dennoch der Eindruck, man wolle auf diesem Weg bekannt werden.

2 Kommentare

  1. Trenz
    schrieb am 4. Juni 2010 um 19:18 Uhr (#)

    Von einem Markenrechtsproblem zum Nächten? Dass sich bei dem alten Domainnamen und der Farbgebung die Telekom melden könnte war zu erwarten.
    Aber sich dann in twittercrawl umzubenennen? Einen Firmennamen im Domaintitel ist markenrechlich auch nicht unbedingt unbedenklich. Naja, lassen wir uns überraschen…

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 5. Juni 2010 um 08:37 Uhr (#)

      Stimmt, da habe ich selbst das völlig Offensichtliche übersehen, nämlich dass auch der neue Name zum Problem werden könnte…
      Vielleicht wäre es gut, vorsichtshalber noch ein paar Alternativdomains zu registrieren…

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