Google Buzz mit Entwicklerschnittstelle:
Auf in den Kampf gegen Twitter

Ohne Schnittstelle für Entwickler war Google Buzz kaum als Konkurrenz für Twitter und Facebook ernst zu nehmen. Mit der Veröffentlichung der Google Buzz API ändert sich dies.

Im Februar veröffentlichte Google seinen neuen Dienst Buzz, eine Art Microblogging-Service mit Lifestreaming- und Social-Networking-Elementen. Es war offensichtlich, wem der Internetkonzern mit Buzz primär Konkurrenz machen wollte: Twitter.

Doch bisher litt Buzz einerseits darunter, keine eigene, “echte” Destination im Web zu besitzen. Buzz ist in Gmail integriert und kann zudem über iPhones und Android-Geräte direkt angesteuert werden. Eine eigene, exklusive Browser-Oberfläche, die vornehmlich unter einer leicht zu merkenden Domain wie googlebuzz.com angesiedelt ist, fehlt bisher. Gmail-Nutzer dürfte das nicht stören, aber für alle anderen (wie mich) erschwert es den Zugriff.

Das zweite, wahrscheinlich größere Problem von Google Buzz war das Fehlen einer API. Zwar hat das einige Entwickler nicht davon abgehalten, Applikationen für das noch junge Google-Angebot zusammenzubasteln, aber ohne offizielle Schnittstellen kann kein umfangreiches Ökosystem entstehen. Das wiederum wäre notwendig, um maximale Reichweite und Aufmerksamkeit für einen Service wie Buzz zu schaffen.

Auf seiner derzeit stattfindenden Entwicklerkonferenz Google I/O hat das Unternehmen nun offiziell die Google Buzz API vorgestellt und sie auch gleich scharfgeschaltet. Das heißt, dass nun jede externe Anwendung auf die wichtigsten Funktionen von Buzz zugreifen kann, genau wie das bei Twitter seit jeher der Fall ist.

Google hat parallel eine Reihe namhafter Start-Partner vorgestellt, welche die Buzz API in ihre Dienste integrieren werden. Dazu gehören unter anderem die populären Twitter-Clients TweetDeck und Seesmic sowie die Buzz-Suchmaschine Buzzzy, das Chat- und Instant Messenger-Tool Meebo bar, der Social-Network-Updater Ping.fm sowie das Media Center Boxee. Die Liste aller Launch-Partner gibt es hier.

Über die neue Schnittstelle erhalten externe Applikationen die Möglichkeit, ohne Umwege Updates und Kommentare von Nutzern an Buzz zu schicken sowie deren Buzz-Stream zu integrieren. Boxee-Nutzer beispielsweise können ab sofort bei Buzz veröffentlichen, welches Video sie gerade anschauen, und sich innerhalb von Boxee Videoempfehlungen ihrer Buzz-Freunde anzeigen lassen (neben denen aus Twitter und Facebook).

Bisher wirkte Google Buzz lediglich wie ein weiteres Try-and-Error-Experiment von Google mit dem Social Web. Auf einer Höhe mit der Konkurrenz zu sein und sich mit ihr messen zu lassen, war ohne eigene API nicht möglich. Das ändert sich nun.

Mit dem Launch der Buzz-API wird der Google-Dienst erwachsen und spielt nun endlich nach den selben Regeln wie seine bekannteren und stärker genutzten Wettbewerber. Natürlich bedeutet das Vorhandensein von externen Applikationen nicht automatisch, dass der Service auch von neuen Usern angenommen wird. Aber wer ohnehin den ganzen Tag Seesmic oder TweetDeck verwendet, hat es ab jetzt deutlich einfacher, kurz einen Blick auf Buzz zu werfen. Und das ist keine schlechte Ausgangsposition für das Google-Projekt.

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