E-Commerce-Phänomen:
Groupon kauft CityDeal
Groupon, das nicht einmal zwei Jahre alte E-Commerce-Startup aus den USA, setzt seine schnelle und konsequente Wachstumsgeschichte fort und übernimmt den deutschen Klon CityDeal.
Es ist ein immer wieder auftretendes Muster im Social Web: Ein erfolgreiches US-Webangebot wird von einem deutschen Anbieter geklont. Der Klon gelangt auf dieser Seite des Atlantiks zu schnellem Erfolg. Erst nach relativer langer Zeit stößt das Vorbild aus den USA auf den europäischen Markt vor.Aufgrund der bereits recht guten Etablierung des lokalen Klons gestaltet sich dieser Schritt schwieriger als gedacht. Aus Sicht des US-Anbieters geht wertvolle Zeit verloren. Das war so bei studiVZ und Facebook und auch bei Xing und LinkedIn.
Im Onlinehandel jedoch scheinen die Uhren anders zu ticken. Groupon, das E-Commerce-Phänomen aus den USA, lässt keine Zeit verstreichen und hat in der Nacht die Übernahme des deutschen Klons CityDeal bekannt gegeben.
Groupon ist eines der momentan angesagtesten Internetunternehmen überhaupt. Der mit rund 1,2 Milliarden Dollar bewertete Dienst hat das so genannte “Group Buying”-Prinzip bekannt gemacht, bei dem es jeden Tag ein einziges, stark rabattiertes Shopping-Angebot gibt, welches in der Regel erst dann zur Verfügung steht, wenn die minimale Anzahl an Käufern erreicht wurde.
Das erst Ende 2009 gegründete CityDeal ist Deutschlands größter Groupon-Klon, zählt bereits 600 Mitarbeiter und betreibt eine Reihe von Sites in anderen europäischen Ländern. Mit im Boot saßen unter anderem Holtzbrinck, Otto eVenture und Rocket Internet, der Inkubator der Samwers. Wieder einmal haben die drei umtriebigen Brüder damit die Kopie eines US-Unternehmens in wenigen Monaten zu einem lukrativen Exit gebracht.
Was Groupon für CityDeal gezahlt hat, ist nicht bekannt. Laut deutsche-startups.de ist ein dreistelliger Millionenbetrag jedoch nicht unrealistisch. Für die verbliebenen deutschen Groupon-Nachahmer dürfte das Klima jetzt ungemütlicher werden. Zum einen muss man sich ab sofort gegen eine übermächtige Konkurrenz behaupten, zum anderen verringern sich durch die jüngste Akquisition ihre Chancen, selbst von Groupon gekauft zu werden.
CityDeal soll in den kommenden Monaten vollständig in Groupon integriert werden und auch dessen Namen annehmen.























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Es ist schon wirklich witzig wenn ein Clone gekauft werden muss um einen anderssprachigen Markt zu erobern. Aber da sieht man schön, es wurde einfach zu lange geschlafen.
@Carsten – also ich denke von “lang warten” kann keine Rede sein. Sowohl Groupon als auch CityDeal sind ja gerademal ein paar Monate alt. Es ist sowieso schon bemerkenswert in welchem Tempo beide gewachsen sind.
Teilweise kann ich den Kauf schon nachvollziehen – ich verstehe nur den Kaufpreis nicht. Wenn das Kaufbetrag tatsächlich einen 3-stelligen Millionenvolumen betrug, hätte ich an Groupons-Stelle einfach noch ein halbes Jahr gewartet bis Citydeal ausgeblutet wäre (bei 300/600 Mitarbeitern) wäre das nur eine Frage der Zeit gewesen.
Hallo Eugen, ist Groupon nicht schon länger da? Beim Kaufpreis, da wird ja sowieso gerne etwas “mehr” bezahlt. Allerdings ist deine Strategie auch gefährlich.
Lt. Groupon-Blog (http://groublogpon.com/cities/groupon-europe/) seit 19 Monaten – ich finde das ist immernoch ein sehr kurzer Zeitraum. Mag sein, dass “meine” Strategie die gefährlichere ist – ich habe aber auch noch nie ein Unternehmen internationalisiert :-)
Ich gebe zu, ich bin in dieser Hinsicht ein wenig konservativ – ich bin eher der Typ der das Wachstum aus dem Cashflow bedient. Ist sicherlich der deutlich langsamerere Weg und auch nur sinnvoll wenn der Exit nicht das eigentlich Geschäftsmodell ist :-)
Einen 3-stelligen Millionenbetrag? Ich verstehe nicht, wie sich dass jemals amortisieren soll!!!!!!
So viel dazu…
http://twitter.com/martinweigert/status/7912775308
Naja, es ist noch kein Guru vom Himmel gefallen. :)
@ Mark
Wieso nicht? Groupon ist nach weniger als zwei Jahren profitabel und das kann bei CityDeal ähnlich gehen. Ich bin kein E-Commerce-Experte aber denke schon, dass das Group-Buying-Prinzip nachhaltiges Potenzial hat.
@ Schlomo
Haha danke für’s rauskramen. Aber widerspricht sich der Tweet den den Ereignissen? Es ging mir ja nicht darum, das Groupon-Prinzip zu diskreditieren, sondern die Tatsache, dass allein in Deutschland sechs oder sieben Klone aus dem Boden gestampft wurden. Und mit großer Wahrscheinlichkeit werden die meisten davon nicht überleben.
Ich denke, dass der Kauf zum richtigen Zeitpunkt kam. CityDeal war außerdem zu diesem Zeitpunkt schon in Europa weit vorgedrungen, das spart Zeit und Geld für Groupon, Europa zu erobern.