Facebook analysiert Status-Updates:
Die Deutschen werden glücklicher

Facebook hat anhand von Status-Updates die Stimmungslage in 22 Ländern analysiert. Demnach werden die Deutschen immer glücklicher.

Aller Facebook-Kritik zum Trotz ist das soziale Netzwerk mit fast 450 Millionen aktiven Nutzern weltweit ein überaus wichtiger Indikator für die Stimmungslage ganzer Nationen. Auch in Deutschland, wo mittlerweile jede(r) Zehnte ein Facebook-Konto besitzt, hat der Dienst eine Größe erreicht, die ihn zunehmend für Meinungsforschung interessant macht.

Mit seinem “Gross National Happiness”-Index (GNH) zeigt uns das soziale Netzwerk, was es aus seinem reichen Fundus an Anwenderdaten zaubern kann. Der Index misst die Stimmungslage aller Nutzer eines Landes anhand ihrer maschinell analysierten Status-Updates.

Heute früh hat Facebook den GNH-Index für weitere 18 Länder veröffentlicht, darunter auch für Deutschland. Je nach Anzahl negativer und positiver Wörter in den Status-Updates schlägt der Graph ausgehend von der neutralen Null-Linie nach oben oder unten aus.

Klar Ausschläge nach oben gibt es stets zwischen Weihnachten und Neujahr oder zu Ostern. Deutlich nach unten ging es dagegen unter anderem am 10. November 2009, als Nationaltorwart Robert Enke Selbstmord beging. Insgesamt bietet Facebook den GNH-Index für 22 Länder dieser Erde.

In einem aktuellen Blogbeitrag erklärt das Unternehmen außerdem, wie sich die Stimmungslage in einzelnen Ländern anhand der intern seit September 2008 durchgeführte Analyse aggregierter Status-Updates verändert hat. Das Erfreuliche: Die Deutschen sind demnach glücklicher geworden, wenn auch nur zaghaft.

Am deutlichsten hat sich das allgemeine Klima bei den US-Amerikanern verbessert, die ohnehin bekannt für ihren unerschütterlichen Optimismus sind. Besonders stark verschlechtert hat sich die Stimmung bei den Südamerikanern: Status-Updates aus Venezuela und Kolumbien enthalten verglichen mit 2008 heute sehr viel mehr negative Äußerungen.

(Foto: stock.xchng)

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5 Kommentare

  1. zrendavir
    schrieb am 6. Mai 2010 um 13:40 Uhr (#)

    Die Idee, mit sozialen Netzwerken automatisiert Stimmungen oder ähnliches zu analysieren ist grandios, aber die Repräsentativität ist meiner Meinung nach erheblich anzuzweifeln.

    1) Jeder zehnte Deutsche ist bei Facebook. Um bei Facebook zu sein, muss man Internetnutzer sein. Internetnutzer sind im Schnitt jünger, gebildeter, mit besserem Einkommen etc.

    2) Es gab einmal Untersuchungen, dass die man soziale Netzwerke auch als Klassengesellschaften sehen kann und in den USA tendenziell eher Leute aus der Oberschicht bei Facebook sind und aus unteren Schichten eher bei Myspace.
    http://spiegel.de/netzwel…,1518,635536,00.html

    3) hierzu ist mir zwar keine Statistik oder Studie bekannt, aber man könnte annehmen, dass Menschen mit positiver Stimmung aktiver sind (mehr Statusupdates veröffentlichen) als Menschen mit negativer Stimmung.

    Insgesamt ist die potentielle Verzerrung so stark, dass man höchstens sagen könnte: der glückliche Teil der jüngeren oberen Mittelschicht ist mit der Zeit glücklicher geworden.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 6. Mai 2010 um 13:44 Uhr (#)

    Valide Punkte. Zu ernst nehmen sollte man die Statistik sicher nicht. Aber als Anhaltspunkt brauchbar, denke ich.

    “der glückliche Teil der jüngeren oberen Mittelschicht ist mit der Zeit glücklicher geworden.”

    Sicher richtig, aber als Überschrift etwas kantig :)

  3. Robert Frunzke
    schrieb am 7. Mai 2010 um 10:33 Uhr (#)

    Vielleicht sind deutschen einfach nur ironischer geworden?

    Ein Algorithmus der solch kurze Texte analysiert funktioniert sicher in vielen anderen Bereichen, aber beim analysieren von Stimmungen, basierend auf einfachen Wort-Häufigkeiten?

    Neben den Faktoren, die zrendavir schon genannt hat, lässt sich das Ergebnis solch einer Statistik an etlichen Angriffspunkten in beliebige Richtungen lenken: angefangen bei der “einfachen Verneinung/Negierung”, die eine Klassifierung nicht nur verfälscht, sondern ins direkte Gegenteil verkehrt, über die ganz konkrete Wort-Auswahl und deren Klassifizierung in positiv und negativ bis hin zur simplen Ironie (hmmm… ist Ironie als Wort positiv oder negativ zu werten? Wahrscheinlich taucht es in der Wortliste garnicht erst auf – zu komplex).

    Von daher ist das Ergebnis meiner Meinung nach völlig nichtig, und repräsentiert lediglich eine Laune derjenigen, die sie erstellt haben, die Tendenz, die diejenigen gerade bevorzugen, bewusst oder unbewusst. Aber bei weitem keinen Trend in der Bevölkerung. Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast… (oder so ähnlich).

    1. Robert Frunzke
      schrieb am 7. Mai 2010 um 10:40 Uhr (#)

      Noch was:

      Für Eines sind solche Statistiken sicherlich brauchbar: um Meinungen und Tendenzen so zu formen, wie man sie haben möchte. Mensch A hört, dass X Prozent aller anderen Menschen im Umfeld glücklich sind. Da wird A zusehen, dass er sich möglichst schnell anschließt… Yippea…

  4. Folienfaq.de
    schrieb am 8. Mai 2010 um 09:17 Uhr (#)

    Aha, die Deutschen werden also immer glücklicher. Das ist doch wirklich mal eine schöne Nachricht, ich habe selbst direkt bessere Laune, wenn ich es nur lese. Interessante Studie, gerne mehr davon.

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